Vorglühprobleme.

Also damit ist nicht das Vollschütten vor der Party gemeint, damit es für die anderen Partygäste nicht so aussieht, als sei man ein Schluckspecht.

Sondern das Vorglühen an mein Mog.
Die Probleme hab ich ja schon länger. Ich muss beim Vorglühen auf die „kurz vor Anlasser geht an“ Stellung damit der Mog ordentlich vorglüht. In der eigentlichen Vorglühstellung tut er’s nicht ordentlich. Ich bezeichne das jetzt mal mit Stellung 1 und Stellung 2.
(Die mögliche Anzahl der Stellungen in der 2010er Kabine ist recht begrenzt. Aber das ist wieder ein anderes Thema)

Jetzt hab ich mal gemessen.
In der Stellung 1 hab ich an der ersten Kerze 3.2Volt anliegen.
In der Stellung 2 sind es 4.8Volt solange der Anlasser nicht läuft. (so sollte es doch eigentlich in Stellung 1 sein, oder ? 1.2Volt pro Kerze) Dreht der Anlasser sind es dann wieder nur knapp über 3Volt.

Vor dem Vorwiderstand habe ich in Stellung 1 7Volt, in Stellung 2 10Volt und wenn der Anlasser dann dreht sind’s wieder so um die 7Volt.

Jetzt die Frage
Eigentlich müssten doch in Stellung 1 4,8Volt an den Kerzen und in Stellung 2 min 12Volt vor dem Vorwiderstand anliegen. Der Widerstand im Anlasserschalter wird doch in Stellung 2 komplett überbrückt, oder ?
Gibt es Anlasserschalter mit einem „Grundwiderstand ??“ (Kabel sind in Ordnung)
Was für Anlasserschalter gibt es von Bosch den noch ?
Mein Lieblingsfeind, der Autoteilehändler zuckt bei der Frage nur mit den Schultern.

Thorsten
(Fachabbi Elektotechnik vier , aber Sozialkunde ne eins)


[Editiert am 19/1/2004 von thorsten.schlote]
 
Hallo Thorsten,

nun kenne ich mich mit den Fortpflanzungsritualen von elektrischen Schaltern nicht so gut aus, aber ich versuche es mal mit ihrer normalen Funktion.

Ich habe noch keinen Vorglühschalter vom 2010 von innen gesehen.
Aber alle Schalter funktionieren im Grunde gleich.
Zwei, oder mehr, elektrisch leitende Teile werden mechanisch gegeneinander gedrückt, so daß eine elektrisch leitenden Verbindung zwischen diesen Teilen hergestellt wird. Oft gegen eine Federkraft, damit beim Wegfall der mechan. Kraft sich die elektrisch leitenden Teile selbsttätig wieder auseinander bewegen, und damit den Kontakt wieder geöffnet wird.

Damit sind aber schon gleich die Problemecken von Schaltern umschrieben:

1. Leitfähigkeit der Kontakte, die federnden Zungen haben Nieten an ihren Enden über die der elektrische Kontakt hergestellt werden soll, diese neigen zum Abbrennen.
Sind bei Dir die Kontakte noch in Ordnung, bzw. Sauber? manchmal hilft es sie mit feinem Schmirgel zu säubern, bzw. wieder in Form zu bringen, damit sie wieder vollflächigen Kontakt herstellen können.

2. Beweglichkeit der Kontaktmechanik, manchmal sind es Kunststoffteile, die die Kontaktzungen bewegen, wenn diese abnutzen, dann werden die Kontaktflächen nicht mit genügend Kraft aufeinandergepreßt, so daß der Übergangswiderstand zu groß ist und nicht genügend \"Saft\" hinter dem Schalter ankommt.

In beiden Fällen wirkt der Schalter wie ein Widerstand, d.h. je mehr Strom durch ihn hindurchfließt umso mehr Spannung geht hier verloren.

Bau mal den Schalter auseinander, sofern das zerstörungsfrei geht und schau Dir die kontakte und die Mechanik an. Daß Du den Schalter bis \"kurz vor\" die 2. Stufe bewegen mußt bis er richtig Kontakt hat, läßt auf abgenutzte oder verstellte Mechanik schließten. Die Verluste lassen auf abgebrannte, oder verschmutzte bzw. verformte Kontakte schließen.

Ich hoffe dieser kleine Exkurs führte nicht zuweit am Thema vorbei
 
Hallo,

mich würde auch interessieren, ob es die alten Schalter noch zu kaufen gibt. Bei mir ist der Winker-Schalter abgebrochen :( .

Gruß, Daniel
 
Thorsten,

bin mir nicht sicher, ob Dein U2010 denselben Anlaß-Vorglüh-Zugschalter hat, wie unser U421 ( BJ 1967). Auf alle Fälle wäre es dann so:

Postiion 1: Vorglühen

In Reihe liegen an: - Glühüberwacher - Vorglühwiderstand - Kerzen 1 ... 4

Posttion 2: Anlassen:

In Reihe liegen an: - Glühüberwacher - Vorglühwiderstand - Kerzen 1 ... 4
Paralle dazu: Magnetschalter des Anlassers.

Der Glühüberwacher ist also überbrückt. Somit lägen theoretisch, - ohne Berücksichtiung des Spannungsabfalles durch den Anlasser -, am Vorglühwiderstand und den 4 Kerzen eine höhere Spannung anliegen. In der Praxis ist sie aber niedriger, da ja der Spannungsabfall des gesamten Netzes von 15% berücksichtigt werden muß.

Ich hatte mit meinem Zugschalter, bevor er sich dann in Wohlgefallen auflöste, auch dieses Phänomen. An der Warnleuchte leuchte im Kombiinstrument konnte man es deutlich verfolgen: Wurde nachlässig auf Stellung 1 gezogen, dann leuchtete die Bremskontrolleuchte nur etwas dunkler; wurde er beim Ziehen aber noch sanft auf die Seite gedrückt, so war ein besserer Kontakt da, die Warnleuchte Bremsanlage wurde merklich dunkler, es floß gab also einen größeren Spannungsabfall infolge verminderten Widerstandes im Glühsystem.

Ich tippe auf ein ähnliches Phänomen.

Vorsicht beim Ausbauen des Schalters, daß Dir nicht ein Teil in die Tiefen der Verkabelung fällt.

Vielleicht hilft Dir das weiter!

Karl