Vorstellung und Pläne Unimog 411 BJ.60

Martin, jetzt noch zum Gaspedal, -gestänge ein Foto aus dem Ersatzteilkatalog.
 

Anhänge

  • 20260411_084144.jpg
    20260411_084144.jpg
    1,1 MB · Aufrufe: 31
Danke Winni für die Info!

Tatsächlich gibt es an der Stelle ein Loch mit Gewinde im Motorblock - könnte also tatsächlich sein, dass da jemand etwas weggebaut hat!
 

Anhänge

  • IMG_2705.jpeg
    IMG_2705.jpeg
    1,8 MB · Aufrufe: 14
  • IMG_2706.jpeg
    IMG_2706.jpeg
    1,4 MB · Aufrufe: 18
Hallo Martin,
der Umlenkhebel am Motorblock ist erst bei späteren Baujahren verbaut. Bei meinem 411 110 Bj. 1960 wird die Drosselklappe ohne den Umlenkhebel vom Gaspedal über die gebogene Stange betätigt. Warum bei dir das Gaspedal soweit zurückfällt kann ich mir nicht erklären. Das passiert bei meinem nur wen die Verbindungsstange zwischen Gaspedal und Drosselklappe ausgehängt ist.

Gruß Peter
 
Hallo,

das mit dem Gaspedal liegt daran, dass es ein Fahrzeug ist vor Einführung der zusätzlichen Umlenkung an der Ölwanne. Bei diesen Fahrzeugen muss die Stange exakt passen, denn sonst kippt das Gaspedal über den Totpunkt nach vorne (semistabile Gleichgewichtslagenennt man das in der Mechanik). Der Anschlag ist an der Drosselklappe. Das Gapedal muss in der Endlage senhkrecht zu dem Drehpunkt in der Drrosselklappe fluchten. Es darf keinen Hebelarm haben, denn dann dreht es weiter und schlägt aus der Gleichgewichtslage nach vorne. Etwas fummlig einzustellen. Deine Form der Stange passt, aber die Längenverhältnisse nicht.
 
Zu den Exentern: Die Bremse darf im Betrieb nicht schleifen! Andernfalls wird durch die Reibung die Bremse immer heißer ( Energie = Kraft über den Weg) und blockiert irgendwann. Leider muss man bei sehr unrunden Bremsbelägen die Excenter sehr weit lösen. Daher wurden früher die Bremsen zentrisch zur Trommel mit dem Zanchi ZBD 1 UNIMOG angedreht. Dann blockiert man mit dem Excenter und löst wieder ganz wenig und das Rad dreht bei der ganzen Umdrehung frei.
 
Hallo,

das mit dem Gaspedal liegt daran, dass es ein Fahrzeug ist vor Einführung der zusätzlichen Umlenkung an der Ölwanne. Bei diesen Fahrzeugen muss die Stange exakt passen, denn sonst kippt das Gaspedal über den Totpunkt nach vorne (semistabile Gleichgewichtslagenennt man das in der Mechanik). Der Anschlag ist an der Drosselklappe. Das Gapedal muss in der Endlage senhkrecht zu dem Drehpunkt in der Drrosselklappe fluchten. Es darf keinen Hebelarm haben, denn dann dreht es weiter und schlägt aus der Gleichgewichtslage nach vorne. Etwas fummlig einzustellen. Deine Form der Stange passt, aber die Längenverhältnisse nicht.

@ Markus
Hallo Markus, dass ältere Fahrzeuge wirklich ohne den Umlenkpunkt auskommen, finde ich außerordentlich interessant und hätte es nicht erwartet. Daher danke für diesen Input.
Denn seit einiger Zeit "löchert" mich ein Münchner Bekannter zu seinem 411 BJ58 mit seinen Problemen der Gaspedal- und Handgaseinstellung und wie diese ausgeführt sind.
Hättest du mir also ergänzend zum schon gesagten eine Info, wie bei diesen Baujahren der Handgashebel korrekt angebunden wird? Ein Foto von z.B. Ersatzteilkatalog zu Hand-/Fußgas wäre auch prima.

Danke im voraus.
 
Das Problem ist die fehlende Entkoppung vom Fahrehaus, deshalb geben diese Fahrzeuge Gas, wenn das Fahrerhaus zum Rahmen verschränkt. Und durch das instabile Geichgewicht darf die Stand nicht großartig verbogen sein. Das ist im Buch Seite 311 erwähnt, wenn auch nur kurz.
 

Anhänge

  • Gaspedal.jpg
    Gaspedal.jpg
    91 KB · Aufrufe: 14
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Winni59
Vielen Dank für die Rückmeldung!

Also heißt es an der Gasstange basteln! Das Gaspedal selber ist allerdings auch so ausgeschlagen, dass es sich in seiner eigenen Führung schon verdreht - möglicherweise kommt auch daher der Freiraum um sich so zu bewegen.

Kann man die Umlenkung denn nachrüsten? Das Loch am Motor scheint ja vorhanden zu sein. (Der ist ja nicht mehr original sondern wurde schon mal ausgetauscht)
 
Kleiner Tipp, das Gaspedal von der BR411 und 411a unterscheiden sich. Zum einen ist die Befestigung anders (4Pkt zu 3Pkt. Fahrerhaus) zum anderen ist die Stellung des Hebels anders gebogen. Auch die 404 Pedale haben einen anderen Winkel beim Hebel mit der Kugel. Kann man anpassen, muss man aber wissen.

Man muss nur die zwei hier weiter oben gezeigten ETL (1958 und 1962) Abbildungen vergleichen, dann sieht man den Unterschied.

Und zu den längen der beiden Koppelstangen einfach mal die Suche benutzen, da gab es schon Themen zu.
 
Guten Morgen!

vielen Dank für deinen Hinweis Markus!

Wenn ich mir jetzt ein neues Gaspedal inklusive den ganzen Gestängen besorge lässt sich das also nicht ohne weiteres auf den alten Schraubenlöchern montieren?

Auf den Sprengzeichnungen lässt sich wunderbar der geänderte Winkel erkennen aber der Unterschied in der Befestigung nicht.
 

Anhänge

  • IMG_2745.jpeg
    IMG_2745.jpeg
    127,4 KB · Aufrufe: 8
Die Befestigung des Pedals von BR 411 a,b,c in BR 411 sollte passen, umgekehrt von BR 411 in 411 a,b,c fehlt die Kröpfung am ende des Haltewinkels. Unterschiede der Haltewinkel kann man auf den Bildern sehen.
 

Anhänge

  • BR 411 a b c.jpg
    BR 411 a b c.jpg
    951,9 KB · Aufrufe: 6
  • BR 411.jpg
    BR 411.jpg
    338,4 KB · Aufrufe: 11
Vielen Dank für eure Tipps zum Thema Gaspedal! Ich konnte auf Kleinanzeigen erfolgreich alle Teile auftreiben. Mal sehen wann sie hier eintrudeln und ob es dann am Ende funktioniert!

Leider hat sich ein anderes Problem ergeben...vielleicht hat ja noch jemand von euch eine Idee:

Der Mog lief am letzten Freitag (Wassertemperatur konstant bei 80 Grad) ja - auf der Wiese ging er dann beim Test der Bremsen aus - ließ sich erst nicht mehr starten, nach ein paar Minuten sprang er aber wieder an.
Am Samstag wollten wir dann den Kompressor prüfen, da er entweder keine Druckluft macht, oder die irgendwo abströmt. Jedenfalls zeigt das Manometer keinen Druck an.

Allerdings sprang der Mog nicht mehr an...selbst anziehen mit Bulldog brachte nur sehr kurz einen Motorlauf, der dann aber gleich wieder abstarb. (Beim orgeln und anziehen wurde er so heiß, dass das Überdruckventil im Wassertankdeckel öffnete und es herausspritzte)

Was haben wir vor dem ersten Motorstart gemacht:
Glühanlage gegen die Glühstifte von Heiko getauscht (geprüft - die Glühen auch tatsächlich wunderbar)
Einspritzdüsen überholt vom Dieseltechniker (nochmal abdrücken lassen - funktionieren tatsächlich auch wunderbar)
Kompressionsprüfung:
Zylinder 1 -19bar
Zylinder 2 - 23 bar
Zylinder 3 -16,5 bar
Zylinder 4 - 16 bar

Ich weiß das sind nicht gerade ideale Werte, aber der Dieseltechniker meinte wir sollen das erstmal testen bevor man über eine Revision nachdenkt und tatsächlich ist er ja auch gelaufen.

Nachdem er nicht mehr anspringt haben wir:

- den alten Diesel abgelassen. Das Sieb im Tank gereinigt (war wie mit Honig zugeschmiert)
- Dieselfilter getauscht und entlüftet bis frischer Sprit kam
- Einspritzpumpe entlüftet bis frischer Sprit kam
- Einspritzleitungen nur locker angezogen und so lang georgelt bis dort frischer Sprit kam, dann unterm orgeln alle geschlossen (Dieseltechniker meinte, dass man die Leitung gar nicht öffnen müsse, da durch die Hochdruckdüsen die Luft mit hinausgepresst werden würde wichtig ist nur, dass die Kammern der Einspritzpumpe entlüftet sind - kann das jemand bestätigen?)

Was wir noch vor haben: Nochmalige Kompressionsprüfung, dass wir ausschließen können das Ventile abpfeifen oder ein Kolben, Zylinderkopfdichtung o.ä. durchgeflogen ist. Danach sind wir mit unserem Latein am Ende.

Gibt es eine Stelle im Dieselsystem die gern undicht wird und er dort dann immer wieder Luft ziehen kann? Das ist nämlich die Vermutung vom Dieseltechniker, dass er im Bereich des Tankanschluss Luft zieht.
Gibt es noch einen anderen Filter den man prüfen/reinigen sollte?

Andere Ideen oder Vorschläge?

Wir hatten darauf getippt, dass die Einspritzdüsen durch den alten Diesel vielleicht verklebt sind und er deshalb nicht mehr will - gestern Nachmittag dann aber die Ernüchterung, dass sie top funktionieren.

Ratlose Grüße
Martin
 
Hallo Markus,
Der Filter im Tank ist das Sieb unten, oder gibt es noch einen weiteren?

Von Dieselpest lese ich zum ersten Mal.

Der alte Diesel ist aktuell überall rausgedrückt. Sollte man den Tank dann vorbeugend mal mit Additiven behandeln?

Wie überprüfe ich den Förderbeginn? Der müsste sich ja dann plötzlich verstellt haben.

Beste Grüße
Martin
 
Hallo Martin
Dein 411 ist ursprünglich ja gelaufen. Dass sich nun der Förderbeginn verstellt haben könnte, halte ich für eher unwahrscheinlich, dazu müsste sich ja die ESP in den Anschraubpunkten gelöst und verstellt haben. Zur Sicherheit Befestigungsschrauben prüfen.

Nachdem bis hin zu den Einspritzleitungen Sprit gefördert wurde, scheint ja zumindest nichts auf der Strecke von Tank bis zu den gelösten Verschraubungen der Einspritzleitungen verstopft zu sein. Die Frage wäre aber, ob ihr diese Leitungen direkt an der ESP oder an den Einspritzdüsen gelöst hattet. Tritt aus den Einspritzdüsen am Fahrzeug auch tatsächlich Sprit aus?

Im Bereich der Förder-/Handpumpe gibt es ein Rückschlagventil, das ein zurücklaufen von Diesel in den Tank verhindern. Also hier mal schauen, ob es funktioniert und keine Schmutzpartikel vorhanden sind.
Verweise hier auch auf die völlige Startunwilligkeit meines U2010 bei Abholung im Elsass. Zuhause hatte ich die Handpumpe getauscht und danach lief er wieder problemlos an.
 
Rückschlagventil an Förderpumpe siehe markierter Bereich.
 

Anhänge

  • Screenshot_20260417_051052_Gallery.webp
    Screenshot_20260417_051052_Gallery.webp
    116 KB · Aufrufe: 9
Danke Winni für den Tipp! Die Förderpumpe hatte ich zwar schon abgeschraubt um das Öl in der Einspritzpumpe abzulassen und zu tauschen, hab aber natürlich nicht geschaut ob da Schmutz drin ist!
Die Leitungen hatten wir an den Einspritzdüsen locker gemacht, dass bis dahin der Sprit kommt und dann dort zusammen mit der Luft rausgedrückt wird.

Gestern haben wir nochmal die Kompression gemessen...

Zylinder 1 - 23 bar
Zylinder 2 - 23 bar
Zylinder 3 - 0 bar
Zylinder 4 - 0 bar

Ich vermute und hoffe ganz stark, dass die Zylinderkopfdichtung auf dem Steg zwischen Zylinder 3 und 4 eh schon nicht gut war und deshalb auch bei der ersten Messung nur 16 bar zuließ. Bei der Fahrt wird der Steg vermutlich ganz durchgebrannt sein und daher kommt gar keine Kompression mehr zustande. Theoretisch könnte aber natürlich auch der Motorblock in dem Bereich gerissen sein, ich denke aber da dürfte der Schaden wegen 10 Minuten Testfahrt nicht so erheblich sein.
 
Die Handpumpe ist für den Betrieb unerheblich. Da kannst du auch einen Stopfen eindrehen. Wichtig sind die Ventile unter der Handpumpe und unter dem Blindstopfen. Wenn der 3. und 4 Zylinder jetzt gar nichts mehr an Kompression aufweisen, ist die ZK Dichtung sehr wahrscheinlich kaputt.
 
Hallo ihr Lieben!

Ein neues Gaspedal ist beim pulvern und das ganze Gestänge dazu ist inzwischen auch eingetroffen. Vielen Dank an der Stelle für die Tipps!

Gestern haben wir dann den Kopf abgenommen.
Die Stößel gingen alle ziemlich gut raus - außer Nummer eins. Erst als ich den Kopf hinten los hatte und etwas anhob konnten wir ihn vorne herausnehmen. Gibt es da einen Trick?

Zunächst:
Die Vermutung hat sich bestätigt! Die Zylinderkopfdichtung ist zwischen Zylinder 3 und 4 massiv defekt!
IMG_2930.webp

Ist in dem Zusammenhang die mit Metall verstärkte Dichtung von MogParts das Mittel der Wahl?

Die Kolben haben alle noch ein 74,9x Maß. Ich gehe also von Originalgröße aus? Sie wackeln nicht, allerdings sind zum Teil die Buchsen recht angelaufen. Das kann aber selbstverständlich auch von der langen Standzeit kommen…Problematisch?
IMG_2931.webpIMG_2915.webp

Der Kopf sieht auf den ersten Blick gerade aus. Am Montag lass ich in der Werkstatt mal ein Lineal auflegen.
Ich habe gelesen, der Kopf muss im Prinzip nur selten geplant werden. Gibt es andere Arbeiten die man selber auf jeden Fall machen sollte und auch machen kann, wenn der Kopf schon draußen ist?
Ich denke z.B. an Ventilschaftdichtungen.

Mit was „reinigt“ man am besten die Oberfläche? Feines Sandpapier oder Schleifvlies?

Außerdem habe ich für den Zusammenbau vergeblich nach Drehmomentangaben für die Kipphebelwelle, die Einlass- bzw. auslasskrümmer und am Ende dem Ventildeckel gesucht. Hat da jemand Angaben für mich?

So, jetzt noch kurz ins Bett - in einer Stunde klingelt wieder der Wecker 😉