Warum frisst mein 411 Kopfdichtungen?

Hallo Stephan
eine falsche Temperaturanzeige irritiert wohl den Fahrer, nicht aber die Kopfdichtung. Dass der Motor zu heiß wird dürfte unstrittig sein. Bei funtionierender Kühlung muss der Motor durchhalten, häufige Kaltstarts beeindrucken den nicht, Motor und Kopf haben den gleichen Wärmedehnungskoeffizient.
Mögliche Ursache zu geringe Wasserumlaufmenge, zu geringe Kühlwirkung (Im Kühler), Luftsackbildung im Stillstand.
Da der Fehler mit neuem Motor geblieben ist, wäre die Ursache im verbliebenen Systemteil zu vermuten.
Normalerweise läuft die Entlüftungsleitung von der Wapu quer zum Thermostat, die würde ich steigend zum Behälter verlegen, um Luftblasenbildung auszuschließen.
Bei neueren Fahrzeugen führt die Entlüftungsleitung direkt zum Vorratsbehälter, ohne dass das Thermostat dazwischen sitzt. Hat das Thermostat eine Entlüftsbohrung oder Entlüftungsventil?
Was sagt die Keilriemenscheibe, da kann es häufig Schlupf durch Profilverschleiß geben. Was hängt an dem Riemen alles drann, eventuell wird der einfach gebremst, hast du einen gezahnten Riemen verwendet, damit ist die Umschlingung besser.

Kämpfe gerade mit dem gleichen Problem an einem Susi Samurai :?
 
BTW, wie sieht es mit der Heizung aus, ist die richtig angeschlossen, evtl kann da der Kühlwasserstrom unzulässig abgezweigt werden.
 
Temperaturanzeige ist elektrisch, nicht das Fernthermometer mit Kapilarrohr. Der angezeigte Wert entspricht auch der Wassertemperatur im Ausgleichsbehälter (Vergleichsmessung mit Infrarot-Themometer).
Das Thermostat hat eine Entlüftungsbohrung im Blechrand.
Keilriemen ist ein geschlossener Riemen. Da hängt wie beim 411 üblich nur Lima und Wapu dran.

Heizung ist serienmäßig angeschlossen, VL am Thermostatgehäuse unten > Kugelhahn > Wärmetauscher, Rücklauf in die Motor-Zulaufleitung vom Kühler kommend.

Das mit der Entlüftungsleitung muss ich mir mal genauer ansehen. Wenn ich die Leitung jetzt vom Kopf direkt in den Ausgleichsbehälter lege und dabei wie hier auch schon angesprochen den Querschnitt vergrößere, überbrücke ich doch das Thermostat? Oder ist das bei 8 oder 10mm noch egal?

Vielleicht wäre auch noch mal eine Reinigung des Kühlsystems angebracht. Was empfehlt ihr? Habe schon mal was von Essig-Essenz gelesen oder gibt es da was wirksameres / einfacheres?
 
Hallo Stephan
den Leitungsquerschnitt zu erhöhen halte ich nicht für notwendig, eine stetig steigende Leitung reicht mit 8mm aus, ist auch idR nicht bei anderen Fahrzeugen nicht größer. Ja, damit wird eine geringe Wassermenge am Thermostat vorbeigeleitet, ich würde beide Leitungen mit einem Y-Stück in den Behälter oder zumindest weiter nach oben verlegen. Wenn kein Schlamm im Kühlwasser ist, verstopft auch keine Leitung.
Ein flankenofffener gezahnte Riemen ist für die Umschlingung günstiger und erfordert auch nicht so hohe Spannkräfte.

Essigsäure greift Metalle stärker an, ich würde Zitronensäure nehmen, oder Ameisensäure (vorsicht, stechender Geruch, nur im Freien) . Sulfonsäure geht auch, darf aber nicht zu warm werden, weil sich sonst ein fester unlöslicher Belag bildet.
 
Hallo Stephan

Hast du die Entlüftungsleitung auch einmal an den Anschlüssen abgeschraubt oder mit einem Draht auf Durchgängigkeit geprüft? Die kleine Hohlschraube ist bei nicht gewartetem Kühlwasser gerne einmal verstopft. Im gleichen Fall evtl auch rostig und reisst dann beim Lösen ab....

Gruss Norbert
 
Hallo Stephan,
technisch wurde hier ja schon alles gesagt, aber wie könnte der von Dir eingangs erwähnte massive Bedienfehler aussehen? Ist zum Beispiel fahren im zu hohen Gang, zu wenig Drehzahl/Kühlleistung, bei dem Motor ein Thema?
Grüße Norman
 
Hallo Zusammen,

keine Ahnung ob dieser Beitrag qualifiziert ist :wink: Vom neuen Thermostat hab ich null Ahnung. Falls es aber nicht so funzt wie erwartet, "könnte" der Kreislauf ähnlich wie beim alten Thermostat reagieren.

Ich beobachte beim abstellen des Motors (2010/401) noch ein zwei Momente die Temp-Anzeige. Ab und an geht´s dann nicht wie gewünscht runter, sondern hoch. In diesem Fall kurz den Motor nochmals starten bis der Austausch kalt/warm geschehen ist.

Nur eine Gedanke und bitte die dicken Steine nicht zu fest werfen :shock:

Grüße

Micha
 
Hallo Micha,

wenn der Motor deutlich heißer ist als das Kühlmittel und der Kühlmittelstrom wird plötzlich abgestellt, geht natürlich noch Wärme ins Kühlmittel, welche dann auch zum Temperaturmesspunkt aufsteigt. Das ist ganz normal nach einer längeren Fahrstrecke. Um das zu vermeiden oder zu mindern, kann man nach strammer Fahrt den Motor mit leicht erhöhter Drehzahl im Stand noch nachlaufen lassen. Dann wird der "Überschwinger" geringer.
 
so, nochmal ein paar Anmerkungen aus den letzten Tagen:

Die Entlüftungsleitung ist durchgängig, nach abziehen des kurzen Schlauchstücks am Thermostat kommt aus beiden Richtungen direkt Kühlwasser.
Bei meiner Nutzungsweise ist die Kühlmitteltemperatur lt. Anzeige bei knapp 70° Die Anzeige scheint einigermaßen korrekt zu sein, eine Kontrolle mit dem Infrarot-Themometer brachte das gleiche Ergebnis. um die Temperatur auf 80° zu bringen, muss ich den Mog schon gewaltig quälen, das macht keinen Spass :(
Ach so, ich habe auch noch ein Ölthermometer am Motor (Fühler in der Ölwanne ganz unten), das zeigt bei meiner "Normalnutzung" knapp unter 60° an.

Kann es sein, das der Motor generell mit zu wenig Temp. läuft?

Next Steps:
- Ich baue mal den Thermostat.Einsatz aus und prüfe im Wasserbad, mal sehen, ob der überhaupt noch schließt. Oder besser direkt neu?
- Intervall zur Kontrolle der Zylinderkopfschrauben verkürzen auf max. 6 Monate.
 
Hallo Stephan,

der Messpunkt für die Öltemperatur unten an der Ölwanne ist nicht besonders geeignet. Die Öltemperatur ist nach längerer Fahrt in der Regel höher als die Kühlmitteltemperatur. Man misst die Öltemperatur am besten im Ölstrom im Filtergehäuse.

Der Öffnungsbeginn des Kurzschlussthermostatventils sollte etwa bei 79°C liegen. Deine 70°C (auch im Sommer?) liegen zu tief. MP hat längere Zeit oder überhaupt Ventileinsätze mit 72°C geliefert (siehe Diagramm). Vermutlich hast Du so einen drin.
 

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Hallo Christoph

Mein Einsatz des 3wege Thermostat ist mit 86 Grad angegeben.
Was so fern wie ich es beurteilen kann auch Original so verbaut war. Das kommt auch mit dem abgelesenen Wert an der Anzeige hin.
Was mich beunruhigt „ warum gibt es da so viele Varianten in der Öffnungszeit“
Dadurch habe ich hinten am Kopf digital gemessen 91 Grad was für mich im oberen Bereich der Verträglichkeit ist.

Grüße Jürgen
 
Hallo Jürgen,

70 - 95°C Kühlflüssigkeit (Öffnungsbeginn 80°C des 2-Wege Thermostatventils)
60 - 120°C Öltemperatur

laut WHB OM636 und übereinstimmend mit meinen Erfahrungen.
 
Hallo
Dadurch habe ich hinten am Kopf digital gemessen 91 Grad was für mich im oberen Bereich der Verträglichkeit ist.
Das Überdruckkühlsystem soll eine Dampfblasenbildung unterbinden, denn dadurch entstehe Hotspots, die zum Verziehen der Bausteile führen können und letztendlich die Anprssskraft der Zylinderkopfdichtung reduzieren, was zum Durchblasen der heißen Verbrennungsgase führt. Bei 91°C dürfte der Siedepunkt aber noch nicht erreicht sein, der liegt je nach Mischungsverhältnis und verwendetem Verschluss zw 110 und 115°C. 91° bedeutet, der Durchfluss funktioniert auch an der heißen Stelle ausreichend, um eine Dampfblasenbildung zu unterbinden, ich würde behaupten, damit wäre alles noch im grünen Bereich. Der heißeste Punkt ist üblicherweise am 3./4.Zylinder.
 
Hallo
da war doch mal die Sache mit den unterschiedlichen Bohrungsdurchmesser/Bohrunsprofil in der Zylinderkopfdichtung und den Kühlwasserkanälen im Block bzw Zylinderkopf. Auch die Sache mit neuem Kühlkreislauf (3-Wegethermostat) und Wasserführungsblechen (alter Kühlkreislauf) ist dabei erörtert worden.
Dazu gibt es doch schon mehrer Beiträge zum gleichen Problem
verschiedene Zylinderkopfdichtung OM 636 ???
"Neuer Motor" (OM 636) "frisst" ZK-Dichtung(en)
Zylinderkopfdichtung OM636 verstehen
Ein weiterer Punkt, Bohrungsdurchmesser durch Übermaß und entsprechender Bohrunsdurchmesser der Kopfdichtung in der Variante "neuer Kühlkreislauf"

[album]8047[/album]

und dann gabe es noch Kühlkanale-im-OM-636

[album]8048[/album]
 
Hallo Helmut,
was möchtest du mit diesem Beitrag aussagen, ich kann dir da nicht ganz folgen.

Ich kann dazu nur sagen das ich mit allen vom orginal abweichenden Kopfdichtungen nur schlechte Erfahrungen erlebt habe. Das hatte ich mal mit einem Freund lange durch gekaut, durch die großen Durchbrüche wird die Drosselung der Kühlflüssigkeitsmenge in den Kopf aufgehoben, die ersten Zylinder werden besser durch spült die hinteren kaum noch. Die Folge Kopfdichtungsschäden in reih und Glied an mehrere unterschiedlichen Fahrzeugen. Mit der ganznormalen Reinz ohne irgendwas verstärktes oder was auch immer keine Probleme mehr. Da Stephan aber alles durch getestet hat wird er das sicher auch erkannt haben. Ich bleibe bei meiner Theorie der schlechten Oberflächen, das hatte ich in der letzten Zeit so häufig, schlecht geplant ist nicht besser als vorher. Da wird irgendwie drüber gehackt total rauh aber naja, ich will hier nichts unterstellen.