Was für Öl ins Getriebe und die Achsen

Hallo Gundo
Hallo Franz,
hallo Helmut,

Ich habe von Kanada aus beobachtet, was ihr da schreibt. Alles sehr intersssant. Ich muss zudem Helmut recht geben, dass wir konfrontionelle Aussagen vermeiden sollten, sondern mehr diplomatisch unsere meinung zum Ausdruck bringen sollten, was oft nicht so einfach ist, wenn wir von einem Produkt oder einem Verfahren sehr ueberzeugt sind, weil es gut funktioniert hat.
Wenn es um Oele geht, muss man zudem besonders vorsichtig sein, denn von den Oelherstellern wird oft viel versprochen und gedruckt, natuerlich mit dem Hintergrund, zu verkaufen. Die Aussage, dass die alten Unimogs fast alle Oele vertragen, ist, so glaube ich, nicht schlecht. Wichtig ist bei all dem immer die Viskositaet des Oeles.
Ich glaube, man koennte das alles hier im Forum zu Tode diskutieren.
Seid nicht veraergert ueber andere Meinungen, geniesst die Tage und die Fahrten mit dem Mog.
Gruss aus dem Nordwesten Kanadas (der Schnee ist endlich weg).

Albert Koehler
 
Ein GL5-Öl kann ein GL3 bzw GL4 ersetzen, vorausgesetzt, die die Schmierfähigkeit ist ausreichend. Problem bei den alten GL5-Ölen für Hypoid-Antriebe war der Schwefelanteil um die geforderte Schmierwirkung zu erreichen, diese Beimischung hat den Einsatz bei Getrieben mit Kupfer-Bauteilen bisher verwehrt. Bei besagtem GSX 75W90 ist sowohl die Viscosität als auch Schmiereigenschaften bis GL5 bei einem weit gestreckten Außen-Temperatur-Bereich gegeben. Allerdings erfüllt das MX80W90 auch die Bedingungen für den Unimog, es halt die Billig-Lösung, wer seinem Mog was richtig Gutes antun will nimmt das GSX75W90.

@ Albert
in BC ist der Schnee weg, in Moskow ist derSchnee weg, hmmm, ich glaube der kommt bei uns wohl als Hochwasser jetzt an. :roll:
 
Hallo Helmut,

für das ASX gibt es keine Freigabe in Bezug auf die Kupferkorrosion, außerdem stimmt der Reibwert nicht für ein synchronisiertes Getriebe.

Gruß

Franz
 
Moin Franz,
das solltest du dem Leiter des Shell-Entwicklungslabors für Schmierstoffe, das u.a. die Öle für die F1-Autos von Ferrari, Motor- und Getriebeöle für die großen deutschen Automobilhersteller im PKW- und Nutzfahrzeugbereich entwickelt, erzählen.
Der weiss vielleicht gar nicht, dass er in seinen Unimogs und seinen gut ein Dutzend alter Lotus-Rennwagen seit 10 Jahren das falsche Öl fährt.
:wink:

Gruß Ulli

PS: bei Bedarf kann ich dir den Kontakt herstellen
 
Hallo

Wenn ich mir die Spezifikation durchlese und keine anderen Infos hätte würde dieses Öl nicht im Getriebe verwenden. Ich würde die GSX Variante im Getriebe und die ASX in Achsen und Differenzial einfüllen.
Wobei ich bei beiden keine Angaben über Buntmetallkorrosion gefunden habe. (habe aber auch noch nicht intensiv gesucht)

Grüsse

Hannes
 
Servus Ulli,

ich orientiere mich an Datenblättern, Spezifikationen und eigenen Tests und nicht an "Ich kenne einen, der einen kennt, der sagt, das ist gut". :wink:

abschließend will ich nochmal zusammen fassen:

Das Shell ASX ist ein hervorragendes Achsöl. Solange mir keine Freigabe von Shell in Bezug auf Korrosion mit Kupfer vorliegt, kommt bei mir das Öl nicht in das Getriebe.

Das Öl Spirax MX ist vor allem für die Fernreisefraktion interessant, da es in Achsen und Getriebe gefahren werden kann und der Reisende mit einem Öl auskommt. Im Test stellte sich heraus, dass es vor Allem im UG2/27 das Synchronisationsverhalten deutlich verbessert. Das ist selbst über Jahre in mehreren Unimog getestet und hat sich bewährt.

Alle modernen Öle sind heute erheblich besser, als die Produkte, die bei der Konstruktion der 406 zur Verfügung standen.

Da die Diskussion längst den Boden der Fakten verlassen hat, klinke ich mich jetzt aus.

Gruß

Franz
 
Moins,
um den vielen Zweifeln ein Ende zu bereiten und auch, um mich der Aussage des Leiters des Shell PAE-Labors zu versichern, die er Ende März auf unserem Unimog-Stammtisch gemacht hat, habe ich Dr. W. Warnecke nochmals angemailt und folgende Aussage erhalten:

Beim Achsgetriebe einschl. Vorgelege (und für alle unsynchronisierten Getriebe) ist Spirax ASX und beim Schaltgetriebe mit Synchronisierung Spirax GSX das Ultimative was Du verwenden kannst.
Beides sind Mehrbereichs-Syntetik Öle und reduzieren die Reibung so
wesentlich, dass nachweislich die Öltemperaturen fallen (z.B. im Motorsport getestet und eingesetzt beim ASX) sowie sehr gute Verschleißeigenschaften haben.

Insofern revidiere ich meine Aussage, dass das ASX auch uneingeschränkt in synchronisierten Getrieben verwendet werden kann, da habe ich wohl nicht richtig zugehört, SORRY

Helmut hatte sich auf meine ursprüngliche Aussage verlassen, auch dafür Tschuldigung.

Also, die optimale Wahl ist:
ASX 75W90 in Achsen und Vorgelege
GSX 75W80 in (synchron. Getriebe)

hier noch ein Link zu den relevanten
Shell-Ölen

Die Qualität (und damit auch der Preis) in absteigender Reihenfolge

Gruß Ulli
 
Hallo Unimurr,

wo kaufst du das Shell Spirax MX 80W90 und wievie kostet da der Liter.
Möchte meien 406 Bj.73 auch auf ein besseres Öl umstellen.

Gruß Markus
 
So jetzt weiss ich aber gleich viel wie vorher.

Vielleicht hat jemadn eine Lsite der Öle, die sinnvoll sind?
Weiss wer, was Mercedes empfiehlt?

Peter
 
Hallo Gundo,
ein für meine begriffe hervorragender beitrag, der mir als laie viel gebracht hat. Klar formuliert und mit historischem hintergrund, der die geschichte mit den ölklasssifizierungen klar macht.
Dennoch eine frage: weil ich erst vor kurzem eine neue 411er achse restauriert habe, kenne ich nun auch deren innenleben.
Ausdrücklich wurde ja GL 5 nicht für das getriebe wegen der gefahr der kupferkorrossion der synchronringe , wohl aber für die achsen und achsvorgelege empfohlen. Was ist aber mit den laufbuchsen für die achswellen in den achsrohren, die sind doch m.e. auch aus bronze, oder?
Wenn ja , dürfte doch dann in die achsen(außer vorgelege) kein GL 5 befüllt werden? fragt der laie.
Auch wurde hier über die wesentlich bessere wärmeabführung der neuen öle gegenüber denen aus urzeiten des mog berichtet.
Ich fahre in den getrieben der kleinen mogs 401(mit synchron.getriebe) und 411 ein öl der Fa. NITZ-oil mit der aufschrift: API: GL4 , aber wenn ich den mog längere zeit bei endgeschwindigkeit richtig gelanzt habe schaltet er sich auch mit diesem öl sehr schwer, kaum noch ein gang rein-und rauszukriegen. Auf der sternfahrt nach Gaggenau 1995 hatte ich den eindruck während einer rast, dass das getriebe heißer war als der motor.
Liegt das an den getrieben? Wie schlimm muss das dann damals mit GL1 -öl gewesen sein?
 
Nach Anfrage bei Mercedes sind die folgendne Öle für den 406er freigeben.


Für das Getriebe ist das Öl SAE 80 freigegeben.

Produktname: z.B.

Agip Rotra Hy DB
Aral Getriebeol EP
Caltex Universal Gear Oil HD
Esso Gear Oil GP-D
 
Hallo Mogler,

ich muss diesen Thread mal wieder vor kramen :wink:
Mir wurde jetzt für meinen 411er Bj 61 ein synthetisches (hypoid) Getriebeöl SAE75W90 API GL5 der Marke Rektol angeboten.
Gemäß dem Label auf dem Kanister ist als Spezifikation API GL4, API GL5, MIL L 2105 E ausdrücklich ausgewiesen.
Kann ich dieses Öl nun in Achsen und Getriebe bedenkenlos wie der Händler sagt einsetzen oder nur in einem von beiden.
 
Ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber:
Wir haben ein OMV Öl gekauft, das angeblich Kupfer nicht angreift. Nun stinkt das öl dermaßen nach Schwefelwasserstoff, dass bevor das get. mit öl befüllt werden kann, alte bekannte zuerst vorbeischauen :lol:
Heißt das dann, dass es doch kupfer angreift?
 
Hallo Schmiermaxe,

wenn dieses schier unerschöpfliche thema nun schon nochmal aufgenommen wurde, könnte vielleicht jemand meine fragen in meinem
beitrag vom 02.08. zu diesem thema mal kurz beantworten?
Ich stellte dort die frage zur kupfer/buntmetallkorrosion, wonach die verwendung solch aggressiver öle dann doch logischerweise aus der sicht eines laien auch in den achsen an den laufbuchsen für die achswellen solche schäden hervorrufen müsste und nicht nur an den synchronringen im getriebe.
Konkret gefragt für 411 , neue achse, schrägverzahnte achsvorgelege.
Ich stelle dann bestimmt auch keine weiteren fragen zu thema mehr!
 
@kinzigsegler
Welche Spezifikation hat das Öl denn nun: nur GL 5, oder GL 4 und GL 5 ? Deine Ausagen sind etwas in sich widersprüchlich ! Die Bezeichnung GL 5 steht für reine Hypoidöle, die für die Schaltgetriebe altmodischer Fahrzeuge ungeeignet sind. Auch ein Kombiöl GL 4/GL 5 könnte Probleme im Schaltgetriebe des Unimog verursachen, muss aber nicht.
Ins Getriebe vom 411/421 sollte ein schön dünnflüssiges (also synthetisches 75W-90 oder 75W-85) GL 4 oder GL 3/GL 4 Öl eingefüllt werden. Castrol bietet da z.B. ein synthetisches 75W-85 GL 3/GL 4 Öl an. Für die kleinen Unimogs (die wohl 50% ihrer Kraft verwenden um das Getriebeöl umzurühren...) eine optimale Lösung.

@heinz401
Ich habe bisher keine einzige Herstellerinformation gefunden, die die Verwendung von reinem Hypoidöl (also GL 5) in den Achsen von Fahrzeugen die nach 1950 gebaut worden sind verbietet. Dabei wäre es übrigens egal, ob mineralisches oder synthetisches GL 5. Denn das, was die Bauteile angreifen könnte, wären nur die Additive, und die sind in synthetischem und mineralischem Öl etwa die gleichen.
Mit anderen Worten: wenn es Probleme mit irgendwelchen Bauteilen in den Achsen des Unimog geben könnte, dann dürftest du theoretisch überhaupt kein Öl einfüllen, auf dem die Bezeichnung "GL 5" auftaucht.
Da ein solches Verbot eben nicht existiert, sollte man also logischerweise alle Öle die die Bezeichnung GL 5 tragen in die Unimog Achsen füllen können.

Exkurs:
Nach meinem Kenntnisstand gab es überhaupt nur ein (deutsches) Nachkriegsfahrzeug, bei dem Ölunverträglichkeiten auftreten können und auch tatsächlich aufgetreten sind, und das war der Lanz Bulldog. Und das auch nur deshalb, weil er in den 20er und 30er Jahren entwickelt, und dann bis in die 50er Jahre hinein weitergebaut wurde...
Einige englische Sportwagen haben bis in die 60er Jahre auch noch sehr antike Baustoffe in Motor und Getriebe verwendet (Dichtungen aus Leder...), aber das interessiert uns hier ja nicht weiter.

Gundo
 
Hallo Gundo,

Also bei dem Öl von mir gemeinten ÖL steht als Bezeichnung:
"Synthetisches High Tech Hypoid-Getriebeöl SAE 75 W -90 GL 5"
zusätzlich ist aufgeführt:
"Spezifikationen: API -GL 4, API -GL 5, MIL-L 2105E, Ford ESD-M2C-175A, ZF TE-ML 05A, 07A"
dann noch:
"Anwendung: Geeignet für den Einsatz in schwerstbelasteten Schalt-(GL4/GL5) und anderen Getrieben (GL-4), wo EP-Eigenschaften gefordert sind, und rein mineralölbasische EP-Getriebeöle Probleme aufwerfen. Optimal für den Einsatz in Wechselgetrieben mit Schaltproblemen."
Ich wäre um jede klare und schnelle Aussage dankbar, weil ich am Wochenende ca. 200km nach zum 10 jährigen Unimog-Treffen nach Weidhausen fahren möchte, und gerne vorher nochmal einen Ölwechsel durchführen würde.

Gruss Jürgen
der an der hessischen Kinzig wohnt, aber gerne an der Küste segelt
 
Hallo Gundo nochmals :sorry:
heist Dein Exkurs mit anderen Worten, das die ganze Sache mit der Bronze/Buntmetallkorosion in unseren Getrieben bei den (heutigen) Ölen übertriebene Nervosität ist.
Ich will nicht durch Dummheit mein vielleicht wertvolles Getriebe runieren aber auf der anderen Seite kein hypersensibles Mimöschen sein.
Ist mein Mog ja auch nicht wie ich mittlerweile weis :D
 
@kinzigsegler
Hallo Jürgen,
das GL 5 Öl (oder GL 4/GL 5 ? Achtung, der Hersteller weiss es offenbar selbst nicht genau !!) von dem du sprichst, kannst du prima in Achsen und Radantriebe füllen.
Im Schaltgetriebe könnte es Probleme mit den Synchronringen (durchrutschen) geben, und es könnte Probleme mit sonstigen Bauteilen (Materialunverträglichkeiten) geben.
Deshalb gehört in die konventionellen Unimog Schaltgetriebe rein vorsorglich kein Öl, das eine höhere Spezifikation als GL 4 hat.
Gundo
 
Hallo Gundo,
Das ist eine klare Aussage, danke.:knuddel:

Bezogen auf oben genanntes Öl konnte ich von Herstellerseite nichts in Erfahrung bringen, da die allwissenden Techniker in Urlaub sind. Also ist Vorsicht und Zurückhaltung angesagt.
 
Hallo Forum,

es ist unglaublich, wie klare Verhältnisse hier zerredet werden.

Grundsätzlich ist für Achsen ist ein GL5- Öl das Beste, für Schaltgetriebe ein GL4- Öl.
Mehrbereichsöle bringen eine einigermaßen konstante Viskosität über den Temperaturgang.
GL4/5 Öle sind im Getriebe und in den Achsen gleichermassen verwendbar.

Ein modernes Öl GL5 hat meistens Additive enthalten, die Buntmetalle angreifen.
Das war in den 50zigerjahren noch nicht so, als die Kisten konstruiert wurden.

Im Unimog haben wir Buntmetalle im Getriebe und in den Achsen.
(Synchronringe, Laufbuchsen der Gelenkwellen vorn, Anlaufscheiben im Diff. und an der Sperrehülse)

Deshalb darf grundsätzlich kein Öl verwendet werden, das Buntmetalle angreift

DC geht natürlich immer den einfachen Weg und schließt moderne Öle einfach aus. Sie sind ja auch in der Produkthaftung.

Ganz egal, was ihr in die Unimogs reinfüllen wollt, jedes heutige Öl ist den Ölen der 50zigerjahre von den Scvhmiereigenschaften überlegen.

Den Korrosionstest kann jeder selbst machen, wie bei mir im Forum beschrieben.
http://www.unimurr.de/forum-unimurr/wbblite/thread.php?threadid=11&hilight=korrosionstest

Der Test zur Korrosionswirkung auf Kupfer ist nach nach DIN 51759 genau definiert.

Din positiver Test hat beispielsweise dieses Ergebnis: 1 - 100 A 3

Das heißt: Es wird ein Stück blankes Kupfer in heißes Öl über einen definierten Zeitraum gelegt.

1 - 100 A 3
ist die korrosive Wirkung auf das Kupferstück
1 = keine Veränderung
2 = Kupfer läuft an
3 = sichtbare, beginnende Korrosion

1 - 100 A 3
bezeichnet die Temperatur, also hier 100°C

1 - 100 A 3
bezeichnet den Zeitraum, also hier 3 Stunden.

Man kann den Test also leicht selbst machen, wenn die Hersteller keine verwertbaren Daten rausrücken.

So einfach ist das.

Gruß

Franz