Hallo Franz.
Ein ordentlich überholter Motor mit geringem Lagerspiel macht keine Probleme und kann immer auf Vollsynthetik gefahren werden.
Schlecht ist die Umstellung eines Oldies. Z.B. ein OM636 oder ein D28, die ihr lebenlang mit Billigöl gut gefahren sind.
Die Auswaschungen durch Vollsynthetik führen erst zur Bettnässerei und dann zu zu geringem Öldruck (und dann wohl zum Tod.) Weil das Vollsynthetik zwar überall prima benetzt und prima allen Schrott in den Ölfilter schickt, aber dem Lagerspiel alter Motoren nicht gewachsen ist.
Kleines Beispiel. Hanomag AL28. Kommt nach dem Kauf und Überführung in bester Kondition im Verein an. Große Inspektion der "Experten". Schäumt nach erstmaligem Einsatz von Synthetiköl nach längerer Fahrstrecke auf. Das Öl ist nur noch ein brauner Schleim. Ölwechsel. Meinung, na das Zeug hat den Motor richtig frei gemacht.
Motor fängt danach an am Stirnradlager zu süffen.
Immer noch eher braun als schwarz.
Erneuter Ölwechsel.
Wiederum nach längerer Fahrstrecke bricht der Öldruck bis in den mittleren Drehzahlbereich hin ein.
Diagnose der "Experten". Anzeige defekt. kein Grund zur Unruhe.
Danach ca. halbes Jahr Kurzstreckenbetrieb. Ölwechsel, da Farbe und Konsistenz ungewöhnlich.
Vereinsausfahrt. 40km. Der Motor macht am Ziel starke Geräusche.
Rückfahrt auf dem Tieflader. Ölwanne runter. alle vier Pleullager der Kurbelwelle gefressen.
So steht er jetzt noch und der Besitzer behauptet immer noch, das ihn der Verkäufer beschissen hat.
Thorsten