Wer kennt dieses Bauteil an den Hinterachsfedern?

Hallo Axel,

die Geschwindigkeit von 25km/h sollte natürlich nicht überschritten werden. So stehts auch in der Beschreibung vom Spalter. Auf der Pritsche sind ca. 2RM Weide, Erle trocken ca. 550KG. Auf der Straße bin ich höchstens 40km/h gefahren und im Wald, Feld und Wiese höchstens 20km/h. Warum hebt der HKH dann 3 Tonnen wenn das schon erheblich zu schwer für den Mog sein sollte. Ein stabiler 3-Schar Drehpflug mit ca. 220 Zentimeter Ausladung und einer Tonne Gewicht sollte doch auf jeden Fall bei dem Unimog möglich sein, oder? Und ich glaube da ist die Belastung noch höher. Aber ich fahre den Spalter ja im Normalfall nur 50 Meter vom Schuppen zum Platz.

schöne Grüße aus Hessen Jens
 
Hallo,
bezüglich der Achslast wurde damals in der Landwirtschaftsschule oder auch beid er Deula schon fleißig gerechnet. Erstaunlich war daß fast jeder Trecker unmöglich mit dem dazu passenden Anbaugerät wie Pflug, Bestellkombination, Siloentnahmegerät oder ähnliches die vorgeschriebene Achslast einhalten konnte.
Wenigstens wissen die meisten Unimogfahrer dass es zulässige Achslasten gibt.
Dem Landwirt interessierte es, zumindest in den 80er und 90er Jahren recht wenig und in den seltensten Fällen war ihm bekannt wie hoch diese war. Wenn aber ein 80er oder 90er Trecker nun mal ein 3-Schar-Drehpflug ziehen kann und muss sollte er auch angebaut werden (dürfen) können. Zulässig war es jedoch in den wenigsten Fällen.
Viele Techniker, Lehrer und auch wir Schüler wunderten sich über die angegebenen Achslasten.
Ich meine auch das sich die Zeitschrift top-agrar in dieser Zeit mit diesem Thema beschäftigt hat.

Wie sieht es heute aus. 180PS Trecker mit 5 oder 6 Schar Volldrehpflug im Heckkraftheber und und am Frontkraftheber den passenden Packer über km zum Feld bringen. Sieht optisch auf jedem Fall ungesund aus.
 
Hallo,

wie schaut es dann mit Aufbauspritzen, Düngerstreuer mit Bunker, Aufbau EAG, Streusalzstreuer und Auslegemulcher die man speziell für den 406 kaufen konnte aus. Bei diesen Auf oder Anbaugeräten würde ja immer die Achlast überschritten werden. Warum hebt dann der HKH vom 403 oder 406 3 Tonnen wenn das dem Mog schaden würde. Den Binderberger hat der 406 problemlos gehoben und nicht auf den letzten Drücker. Schadet diese Kombination wie auf dem Bild zu sehen ist meinem Mog oder kann gar irgendwas brechen. Oder bezieht sich hier die Achlast nur auf den öffentlichen Straßenverkehr.


schöne Grüße aus Hessen Jens
 
Hallo Jens,

sicher sind die Angaben für den öffentlichen Straßenverkehr.
Auf deinem Grund und Boden kannst Du mit deinem Eigentum (noch) meist machen was Du willst.
Hältst Du die Achslasten ein, kannst Du sicher gehen, daß die Kiste hält, weil se dafür Entwickelt und Freigegeben wurde. Gehst Du über die Werte drüber hinaus, kann es halten - kann. Beim Frontladerbetrieb hadern viele darüber, daß unbedingt zumindest die Unterzüge zu montieren sind (die kaum einer hat bzw. her kriegt) oder gar ganz auf Frontladerbetrieb zu verzichten ist.
Auch mit dem HKH belastest Du den Rahmen auf Zug und Biegung.
Warum der HKH 3to schafft - wenn original ist er wohl ein Einheitsteil (kenn zumindest nur den einen am 406, von Detailunterschieden zu den frühen mal abgesehen) - egal welcher Rahmen. Vergleich mal mit den Kugelköpfen von Westfalia. Hab mir nen Anhängebock gebaut und abnehmen lassen, mit dem darf ich 3,5to bei 200kg Stützlast dranhängen. Ein viel leichteres Fahrzeug darf mit dem selben Kugelkopf nur sehr viel weniger Anhängen - es kommt nicht immer auf das Bauteil im Einzelnen sondern auf das Gesamtgebilde an!
Und wegen aushalten und dürfen - hab mich am Sonntag auch drüber aufklären lassen, das meine im web gefundenen Zahlen für das Gewicht frisch geschlagenen Holzes nicht mit denen von TÜV und Rennleitung übereinstimmen - zum Glück nicht von den Tobs Kollegen in Grün! Der Anhänger hälts aus - mein Geldbeutel aber nicht! :wink:
@Bernd Thomes: Hält ja auch nicht immer - nicht von ungefähr ist im landwirtschaftlichen Einsatz nix dauerfest . . .

mfG
Axel
 
Hallo,

habe noch mal überlegt :shock: . Wenn der Mog bei Leergewicht ca. 1400 Kilogramm auf der Hinterachse hat, hat er doch bei ca. 600 Kilogramm Zuladung auf der Pritsche ca. 2000 Kilogramm auf der Hinterachse. Und wenn ich noch den Spalter mit ca. 1100 Kilogramm dabei nehme dann komme ich auf ca. 3100 Kilogramm. Da kann ich doch die Momentenrechnung auser acht lassen, oder? Denn die 1100 Kilogramm vom Spalter können ja auf einmal nicht ca. 1400 Kilogramm mehr sein. Und somit wäre ich doch im grünen Bereich. Die Ingenieure bei Mercedes-Benz müssen sich irgendwas dabei gedacht haben das der Mog ca. 1100 Kilogrammm ohne Probleme hebt. Wenn ich hier total quer oder falsch denke lasst es mich Wissen :cry:

schöne Grüße aus Hessen Jens
 
Mahlzeit Jens,

wenn der Spalter auf der HA liegen würde, dann wäre deine Überlegung richtig.
Da er aber mit einem sehr deutlichen Hebel, der fast dem Radstand entspricht, hinten überhängt, geht das über Hebelwirkung (Momentenrechnung) voll auf die Hinterachse (und hebt die Vorderachse aus, darum wird er beim Fahren auch schwimmen).

mfG
Axel

PS: Sorry, Mercedes kann nix an den Dingen überlegen, was von völlig anderen Firmen jahrzehnte nach dem Bau deines Mog, angeboten wird.
 
Hallo Jens,

hier hat Axel schon recht.

Am besten, Du fährst mal auf eine öffentliche Waage.
Jeweils nur eine Achse wiegen und dann siehst Du, was Sache ist. Wir können hier trefflich raten, ob die 3,5t oder gar die 4,3t überschritten sind, aber das hilft Dir nicht weiter.

Auch die Momentenbetrachtung kannst Du da mal recht eindrucksvoll testen.

Fährst mal abwechselnd nur mit der Hinterachse und dann nur mit der Vorderachse auf die Waage und hängst Dich dann jeweils mal hinten an Deinen ausgehobenen Spalter noch dran.

Dann siehst Du, dass Du scheinbar "mehr wiegst", als zu Hause auf Deiner Personenwaage - die Achslast hinten steigt viel mehr, als Du wiegst, Du kannst aber auch gleichzeitig beobachten, wie die Vorderachslast abnimmt.

Zu Deinem Gewicht kommt diese Vorderachsentlastung nämlich noch auf die Hinterachse dazu - weil Deine Gewichtskraft über einen Hebel auf die HA wirkt. Du kennst sicher den Spruch: Gewaltig ist des Schlossers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft. Würdest Du den Spalter immer weiter nach hinten verlagern können, würde er irgendwann das Mogli vorn anheben - ohne auch nur 1g schwerer geworden zu sein.

Beispiel Kinderwippe: Wenn zwei Kinder auf einer Wippe schaukeln und das schwerere Kind die Wippe nach unten drückt, dann liegt das gesamte Gewicht des leichteren Kindes zusätzlich auf der Drehachse der Wippe. Das leichtere Kind wird ja dadurch nicht schwerelos.

Ganz eindrückliches und sofort begreifbares Beispiel:
Hebe einen Stuhl mal direkt am Körper hoch und das zweite mal mit ausgestrecktem Arm, das dritte mal greifst Du die Lehne und versuchst den Stuhl noch waagerecht von Dir wegzuhalten...
...der Stuhl wiegt immer das selbe...


Liebe Grüße an alle

Holger
 
Hallo Leute,

ich gebe mich geschlagen :cry: :D :cry: :D :cry: Werde wenn ich den Spalter wieder mal dran habe auf die Waage fahren und berichten.

schöne Grüße aus Hessen Jens
 
Hey Jens,

hier wird keiner geschlagen!
Und schon gar nicht von mir!

LG nach Langgöns

Holger
 
Hallo miteinander,

wäre es denn dann nicht besser, wenn auch am Frontkraftheber ein Ballast mitgeführt werden würde. Dann hebt sich doch die Momentenkraft auf bzw. die Gesamtlast des Fahrzeugs nimmt zwar zu aber die Belastung verteilt sich dann eher wieder auf beide Achsen. Oder?

Grüße von der Schw. Alb
Uwe
 
Hallo Uwe,

Du irrst, die Momentenbelastung (auf den Rahmen) wird sogar größer, Du erreichst durch ein Frontgewicht lediglich eine Verschiebung des Massenmittelpunktes des Fahrzeugs sowie eine Verschiebung der Lage des Momentenmaximums in Fahrzeuglängsachse.
Mit der Verschiebung des Massenmittelpunktes in Fahrzeuglängsachse einher geht eine Veränderung der Achslasten, d.h. die Hinterachse wird zu ungunsten der Vorderachse entlastet, wobei die Vorderachse des Unimog konstruktionsbedingt ohnehin die stärker belastete Achse ist.
Als einfachste Möglichkeit, einen Eindruck über die tatsächliche Achsbelastung zu bekommen, sehe ich, das weiter oben schon angesprochene, achsweise Wiegen des Fahrzeugs unter angebauter Last.
 
Hallo Christian,
danke für Deinen Hinweis. Du hast natürlich recht.
Ich war lediglich der Meinung, dass man dann wenigstens noch einigermaßen gut lenken kann, im Hinblick auf die Verkehrssicherheit.

Wünsche allen ein frohes Osterfest und laßt Eure Fahrzeuge
etwas zur Ruhe kommen.

Grüße von der Schw. Alb
Uwe