Wie kommt das typische Unimoggeräusch zu Stande

hymer1987

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15. Dez. 2008
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Hallo,

ich bin ja nun schon einige Jahre in der Unimogszene aktiv. Wenn bei uns an der Hauptstraße ein Unimog oder Traktor fährt, dann kann man dies allein vom Gehör bereits unterscheiden, obwohl das Fahrzeug noch weit weg ist und noch gar nicht zu sehen ist.

Ich frage mich wirklich ob das typische Unimoggeräusch allein durch die MPT- oder Ackerprofil-Reifen zu Stande kommt in Verbindung mit der höheren Geschwindigkeit als bei den Traktoren? Es gibt ja auch LKWs mit Einzelbereifung an der Hinterachse, würde so ein Fahrzeug mit MPT-Reifen von Weitem auch den Eindruck eines Unimogs erwecken oder macht das typische Unimoggeräusch ausschließlich die Kombination aus den zahlreichen Getriebe, der deutlich höheren Motordrehzahl als bei LKWs und der Reifen aus?

MfG Andreas.
 
Hallo,

mir ist kein typisches Unimoggeräusch bekannt. Ich kann auch zwischen einem 401er und einem 435er oder 437er keine Ähnlichkeiten im Klang feststellen, die klingen ganz unterschiedlich, alleine schon vom Motor her.

der deutlich höheren Motordrehzahl als bei LKWs

Da verstehe ich nicht, was du meinst. Die Unimogmotoren (von 401/411/421/407 mal abgesehen) sind die gleichen wie im LKW und drehen auch nicht höher, eher sogar niedriger als im LKW (OM352 im LKW 2800U/min, im 406er Mog 2550, OM366 im LKW bis 2800, im Mog teilweise nur 2400U/min).

Gruß,
Michael
 
Moin,

das typische Nageln der "Kleinen" ist sicherlich nicht zu überhören.

Bei den Größeren vermute ich eine Kombination aus Motoren- und Abrollgeräusch.

Sogar mein 7jähriger Enkel hat diesen Sound bereits abgespeichert und überrascht seine Eltern immer wieder mit der Ankündigung: Opa kommt, bzw.: da kommt ein Unimog
 
Hallo,

Unimog gegen Trecker ja. Vor allem weil der Unimog normalerweise schneller bei niedriger Drehzahl daherkommt, weil länger übersetzt. Unimog mittlerer bis großer Baureihe gegen älteren LKW der kleineren Kategorie (älterer 7,5- bis 12-Tonner) wird schon schwieriger. Neuere LKW unterscheiden sich alleine vom Motorgeräusch schon erheblich, neue Mogs aber auch. Die neueren Common-Rail oder Pumpe-Düse-4-Zylinder kleiner bis mittlerer LKW haben ja gegenüber älteren LKW und Mogs einen bescheidenen Motorensound. Ältere LKW fahren ja nicht mehr viele, Unimog hingegen schon.

Gruß,
Michael
 
Guude,

ich meine es liegt an der üblichen Geschwindigkeit und den häufig verwendeten MPT Reifen.
Am Motor kann es nicht liegen, auch die 404 passen in mein Geräuschfeld.

Bei Mogs mit Ackerstolle versagt meine Früherkennung allerdings häufig, sonst funzt sie bei alle älteren Baumustern recht gut.

Gut Mog! Justus.
 
Am Motor kann es nicht liegen, auch die 404 passen in mein Geräuschfeld.

Moin Justus,

natürlich liegt es am Motor.

Das typische Motorengeräusch der 404 hast Du längst abgespeichert.

Kein anderer Motor "säuselt" dermaßen vor sich her!

Dazu die Abrollgeräusche, und schon "klingelt" es. :wink:
 
Hallo,

ich sehe schon, da hab ich ein interessantes Diskussionsthema angestoßen.

Was ich nun mit meinem U300 deutlich merke, dass trotz dem gut isolierten Fahrerhaus und dadurch geringen Motor- und Getriebegeräuschen auf Grund der MPT-Reifen die Geräuschentwicklung im Fahrerhaus immer noch deutlich höher als beim LKW mit Standardbereifung ist.

Was ich vor Kurzem erfahren habe, dass es für MPT-Reifen keine Pflicht für die Erstellung von Reifenlabel gibt, d. h. gerade die Geräuschentwicklung die sonst bei PKW-Reifen in Dezibel angegeben ist, uns Unimogfahrer leider verborgen bleibt. Gerade der Unterschied zwischen MPT 80 und 81 ist subjektiv empfunden schon sehr groß, die konkreten Zahlen bleiben uns jedoch ohne entsprechendes professionelles Messequipment leider unbekannt.

MfG Andreas.
 
Hallo Andreas,

die Anforderungen an Nutzfahrzeuge und ihre Komponenten besonders bei speziellen Nutzfahrzeugen wie dem Unimog sind anders als für unsere Komfort-PKWs.

Die Reifen über die Geräuschemmission auszuwählen ist vermutlich der falsche Weg.
 
Hallo Jürgen,

Die Reifen über die Geräuschemmission auszuwählen ist vermutlich der falsche Weg.

Das behauptet ja auch niemand. Wenn du konkret den MPT 80 und 81 betrachtest, dann sind diese von der Traktion her vergleichbar, vom Geräusch ist der MPT 81 jedoch deutlich leiser. Dessen Entwicklung liegt ja auch noch nicht so lange zurück. Folglich würde ich lieber den MPT 81 bevorzugen und den Mehrpreis in Kauf nehmen. Wenn es hier Reifenlabel geben würde mit konkreten dB Angaben, dann wäre das für eine Kaufentscheidung schon recht hilfreich.

MfG Andreas.
 
Hallo
heute konnte ich ein scheinbar nonotones Reifenabrollgeräusch schon von weitem höhren, es wurde beim Näherkommen lauter und lauter und lauter und lauter :roll: , bis dann der Rettungshubschrauber über meine Wohnung flog :shock:.
Die hier laufenden Unimog sind jedoch leiser und auch vom Abrollgeräuch her leiser als der Bauer aus dem Nachbardorf mit seinem Fend. Wenn der Kollege mit seinem 417 vorbeikommt klingt es anders wie wenn der Kollege mit seinem 411 oder 421 vorbeikommt. Wenns Meizgerle mit seinem 2010 anrauscht, ist das Geräusch schon wieder anders
Wenn die Feuerwehr vorbeikommt, ist zwar ein nonotones Surren zu höhren (sofern die Jungs nicht unter Adrenalinshock schon die Sirene in der Garage anwürfeln), allerdings fahren die MAN8.136FAE.
Was also ist das typische Unimog-Geräusch? Vielleicht könnte der Thread-Steller diese Frage zuerst klären, bevor man darauf antworten kann. Genau so präzise wäre die Frage was ist die typische Fahrzeugfarbe vom Golf oder die Lieblingmelodie eines Postboten.
auf Grund der MPT-Reifen die Geräuschentwicklung im Fahrerhaus
ähm sorry, MPT hat überhaupt nichts mit dem Profil und dessen Abrollgeräusch zu tun sondern bezeichnet den Verwendungszweck. Das ein MPT mit Diagonal-Karkasse und Ackerprofil anders kling wie ein Radial-reifen mitMil-Profil oder XZL oder M235 dürfte einleuchten, alle sind aber typische Unimog-Reifen.
Was ich vor Kurzem erfahren habe, dass es für MPT-Reifen keine Pflicht für die Erstellung von Reifenlabel gibt
Auch dass ist nicht richtig, die dafür zutreffen Verordnung ist EU-Verordnung 1222/2009/EG. Wenn man diese nur halbbwegs aufmerksam durchliest, kann auch der unbedarfte Ingenieur lesen, das die Kennzeichnungsvorschrift für eine klar definierte Produktgruppe gültig ist und für welche nicht.
Artikel 2 . Absatz 2b: gilt nicht für Geländereifen für den gewerblichen Einsatz
Man kann sich doch einfach Reifen für andere Einsatzarten aussuchen, diese tragen auch das entsprechende Geräusch-Label, zumal für den U300 auch die dafür geeigneten 22,5er Felgen freigegeben und lieferbar sind.
Auch mein Mog lief auf Semperit M232 13/80R20, also klassische LKW-Reifen auf 10V20-Felgen.
 
Liebe Unimog-Freunde,

das typische Unimog-Motor- oder -Fahrgeräusch höre ich auch nicht.

Z. B. gestern am Unimog-Museum wurde mir bezüglich KLAUSi mehrfach die Frage gestellt: Ist da wirklich ein OM636 drin? Tatsächlich nagelt er überhaupt nicht, läuft geschmeidig wie eine Nähmaschine. Und er springt explosionsartig an, trotz seiner 7200 Betriebsstunden.

Und das Reifengeräusch ist unterschiedlich je nach Reifen und Profil, auch je nach Verschleißzustand und besonders auch nach dem wiederholten Durchwechseln der Räder. Manchmal brummt es sonor, ein anderes mal vibriert und klingt es nervenaufreibend.

Dann kommen noch Getriebegeräusche hinzu.

Alles zusammengenommen kann man jedoch einen bestimmten Unimog akustisch erkennen, bevor er um die Kurve kommt. :wink:

Übrigens, je älter und damit härter der Gummi, desto heftiger sind die Geräusche, die von den Reifen erzeugt werden können.
 
Guude,

ich denke mal, dass inzwischen allgemein bei MPT Reifen von den modernen Profilen ausgegangen wird, wie z.B. dem Conti MPT 80 oder dem Michelin
XZL. Aber schon richtig, das Natoprofil ist beispielsweise auch ein MPT aber inzwischen selten.

Gut Mog! J.
 
OPTI-MOG schrieb:
Alles zusammengenommen kann man jedoch einen bestimmten Unimog akustisch erkennen, bevor er um die Kurve kommt. :wink:

Immer !
Und man kann auch bestimmen, was es für einer ist.
Jeder Mog klingt für sich.
Ich behaupte sogar, von 5 Mogs min 4 beim Typ zu nennen, bevor er um die Kurve kommt.
Klar, natürlich nicht U1000 o. U1250, aber 421 o. 435 (o.ä.), 403 o. 406 (o.ä. zB 416).

Ich glaube auch, die aufgezogenen Reifen spielen da nicht die größte Rolle.
Mein alter 406 klang mit MIL genauso wie mit MPT.
Allerdings klang er "etwas" anders vom Motor her, er hatte noch einen OM312 an Bord.

Mein Bekannter hat einen 7,5wer als 814, den erkenne ich auch sofort.
Selbst wenn man ihn fährt, hat man so ein klein bisserl das Gefühl, einen Mog zu hören (fahren)... :mrgreen:

Gruß Jörg.
 
Hallo
Mein alter 406 klang mit MIL genauso wie mit MPT.
seltsam, ber die Aufklärung ist einfach, der Mil-Reifen ist ja ein MPT-Reifen.
Ich behaupte sogar, von 5 Mogs min 4 beim Typ zu nennen, bevor er um die Kurve kommt.
z.B. ob es ein 411 oder Fahr 177S oder Güldner A4M ist, halte ich für eine tolle Leistung. Auch einen U1100(416) von einem U1300L (435) zu unterscheiden ist stramme Leistung.
Und ob man einen G90 oder U1350L auf MPT80 glaubt kommen zu hören :roll:
 
Moin Helmut,

nu gräm Dich doch nicht!

Ein gutes Gehör ist nicht Jedem gegeben.

Der Eine "hört was kommen", und der Andere weiß wer es ist!" :wink:
 
Guten Morgen Helmut :wink:

danke für den Seitenhieb !
Ich trage ihn aber mit Fassung...
...weil dann fällt ein Fahr, ein G90 oder ein XXL mit Wohnmobilaufbau und Einbautoilette eben unter die nicht erkannten, damit kann ich ganz locker leben.
Selbst wenn 3 Rateversuche nacheinander in die Hose gehen, werde ich mich dafür nicht auspeitschen lassen.

Trotzdem, ich würde auch danach nochmal zum Raten antreten 8)

Aber! - auch wenn man was kommen hört, sollte man nicht jedesmal in Deckung gehen, selbst wenn man hört, dass "er" kommt... :)

Gruß Jörg.