Zapfwellenverlagerung über Kette?

Schlichter

New member
18. März 2007
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Hallo Mogler

Wer von euch hat eine Zapfwellenverlagerung über einen Kettentrieb angebaut oder selbst verwirklicht. Ich wäre an ein paar Bildern und Größenangaben der Kette interessiert. Um meine Ritter 3- Punkt Winde am 411er zu betreiben, sollte die Zapfwelle genau auf der anderen Seite und mindestens 40cm weiter unten angebracht sein um die eh schon recht kurze Zapfwelle nicht zu sehr abzuknicken.
Ich weiß eben noch nicht so genau wie ich die Halterung bzw Grundplatte und Kettenradlagerung gestalten soll.
Bin gespannt auf eure Tipps.

Gruß Jürgen
 
Hallo Jürgen,

wäre es evtl. nicht einfacher, die Verlagerung des Zapfwellenanschlusses an der Winde vorzunehmen? Wenn du am Unimog mit dem Zapfwellenanschluß auf auf die rechte Seite gehen willst, bedeutet das, dass du noch ein zusätzliches Zwischenlager brauchst. Die Ausführung hängt dann auch noch davon ab, ob dein U411 neue oder alte Achsen hat. Bei der alten Achse ist eine Tieferlegung um 40 cm wohl kaum möglich.
Grundsätzlich ist die Verlagerung z. B. mit einer 3/4 Zoll-Doppelkette mach- und auch haltbar. Ich habe das an meinem U411 so seit ca. 15 Jahren ohne Probleme in Betreib.

Gruß

Hans Röhm
 
Hallo Hans

Die Verlagerung an der Winde vorzunehmen scheitert an der sich im Weg befindenden Windentrommel.
Ich habe von einem Ladewagen eine Kette 35mm breit mit passenden Kettenrädern- also sehr stabil dimensioiert.
Der neue Zapfwellenstummel muß natürlich gelagert sein und das ganze als komplettes einfach zu demontieren sein.
Es wäre toll, wenn du mir mal ein Bild deiner Verlagerung zukommen lassen könntest. Bisher hab ich nur mal eine wohl Originale Verlagerung gesehen, die vermutlich am Rahmenende eingehängt wird.
Mein U411.119 hat übrigens die neuen Achsen, also Platz hats.

Gruß Jürgen
 
Hallo zusammen,

Ich greif mal das alte Thema hier wieder auf, vielleicht interessiert's ja den ein oder anderen.

Ich hab mir die Zapfwellenverlagerung komplett selber gebaut.

Kette, Ritzel und Zapfwellenstummel sind von Erbs Land- Bau- Forsttechnik hier aus dem Forum.
Erste Anprobe zur ungefähren Abschätzung der Ausmaße:


Dann noch ein wenig 12er und 10er Flachstahl, 2 Flanschlager und ein paar Schrauben dazu und schon nimmt das Ganz Gestalt an:






Dann mittels 4 M12-Schrauben in den Rahmen geschraubt und momentan nur mit einer M12-Schraube die zwischen Lagerbock und einer Schraube des originalen Zapfwellenlagerbock klemmt gespannt.
Da soll noch ein massives Winkeleisen hin und eine 12er Schraube die dann den Bock zum Kette spannen verschieben kann und mit einer Mutter gekontert wird.





Wie sich das dann mit der Seilwinde so macht wird sich zeigen (Und auch ob der Eigenbau HKH hält :? ).

Eine Blechabdeckung über der Kette gibt's später natürlich auch noch, damit man sich die Fingerchen weder schmutzig noch ne Idee kürzer macht :wink:

Grüße
Manuel
 
Hallo

Die Lösung mit 1"-Kette war früher Standart. Aber so ein offener Kettenantrieb ist nicht wirklich empfehlenswert. Da gehört ein ordentlicher Schutz drumherum. Das Ding reißt alles in Stücke was da so in die Reichweite kommt.
Vielleicht könntest du danach deine fertige Lösung nochmals präsentieren.
Es gibt hier auch Beispiele wo sich jemand ein Kettenverlagerungsgetriebe mit Stahlgehäuse selbst gebaut hat.
 
anma schrieb:
Ich greif mal das alte Thema hier wieder auf, vielleicht interessiert's ja den ein oder anderen.

Hallo Manuel,
Ja mich interessiert das Thema brennend, da ich selbst gerade grüble wie ich meine hintere Zapfwelle am 406er verlagere.
Meine Fragen an dich und das Forum:
:arrow: Wie liegt so eine Lösung preislich? (ich komme bisher auf rund 400.-, das Verlagerungsgetriebe auf gut 700.-) lohnt sich da der Aufwand?
:arrow: Wie siehts mit Kräften und Geschwindigkeiten aus? Was wenn ich später mal Geräte mit hohem Kraftbedarf anhänge? Was wenn ich mal versehentlich die 1000er Zapfwelle einschalte? Wie schnell fliegt mir die Kette um die Ohren?
:arrow: Ich hab da einen "Hilfsrahmen" hinten am Mog, der für mich historisch schon zum Fahrzeug gehört und den ich auch eventuell als Basis für eine Dreipunktaufhängung nutzen könnte. Eine originale Banane geht aber wohl nur ohne diesem Ding:


Gruß Hannes
 
Hallo Freunde,
Hier habe ich mal einige Leistungsdaten dazu zusammengetragen:

http://www.unimog-community.de/phpBB3/viewtopic.php?f=1&t=76142&hilit=verlagerungsgetriebe&start=15

Vieleicht interessant.
Gruß
Jochen
 
Hallo Hannes,

dr.doolittle schrieb:
:arrow: Wie liegt so eine Lösung preislich? (ich komme bisher auf rund 400.-, das Verlagerungsgetriebe auf gut 700.-) lohnt sich da der Aufwand?

Ich hab für das komplette Material exakt 260€ bezahlt (Stahl und Schraubenmaterial zum kg-Preis beim großen Industriebetrieb, Flanschlager bei ebay für 10€ das Paar)

dr.doolittle schrieb:
:arrow: Wie siehts mit Kräften und Geschwindigkeiten aus? Was wenn ich später mal Geräte mit hohem Kraftbedarf anhänge? Was wenn ich mal versehentlich die 1000er Zapfwelle einschalte? Wie schnell fliegt mir die Kette um die Ohren?

Ich hab das ganze kurz aufs Papier geschmiert und alles "groß genug" dimensioniert. Dann einem Maschinenbauer in die Hände gedrückt und ihn nach seiner Meinung gefragt. Er hat kurz irgendwelche Formeln vor sich hingefaselt und kam dann zum Entschluss: "Schweiß es ordentlich zam und mach nen Kettenschutz drum rum, dann kann nicht viel passieren".
In der Praxis wird sich das Ganze noch zeigen.
Ich hab zwar keine 1000er ZW aber ich kann mir nicht vorstellen dass bei ausreichender Kettenspannung da was passieren soll.

dr.doolittle schrieb:
:arrow: Ich hab da einen "Hilfsrahmen" hinten am Mog, der für mich historisch schon zum Fahrzeug gehört und den ich auch eventuell als Basis für eine Dreipunktaufhängung nutzen könnte. Eine originale Banane geht aber wohl nur ohne diesem Ding:

Der ist natürlich nicht schlecht für ein Verlagerungsgetriebe und auch für einen HKH schon zu gebrauchen. Was du im Endeffekt willst wissen wir aber nicht!

Die Daten aus Jochen's Link sind wahrscheinlich garantierte Daten, also bis zu der Leistung passiert unter Berücksichtigung der Wartungsintervalle nichts. Wie viel aber wirklich geht weißt du erst wenn du über die Grenze raus bist :twisted:

Grüße
Manuel
 
Ich hab eben noch meine Spannvorrichtung mit einem Winkel unter den Mog geschraubt:





Das Schutzblech ist auch schon in Arbeit, allerdings hab ich einen Teil schon wieder in den Schrott geklopft, weil's mir beim Schweißen alles verzogen hat!
 
Hallo Mogler,

nur mal ein paar Gedanken zum Kettenantrieb.

So Kettenantrieb sind heute bei Motorrädern immer noch üblich.
Dabei haben die Aggregate inzwischen deutlich über 100 PS / 74 kw, und die Raddrehzahlen liegen ebenfalls deutlich über 1000 U/min. Von daher sollten also Kettenantriebe generell Leistungsfähiggenug sein.
Wichtig ist aber, dass es eine Möglichkeit zur Nachstellung der Kettenspannung geben muss, denn die Ketten längen sich nicht unerheblich über die Lebensdauer.
 
Moing,

muß doch mal meinen Senf dazu geben.
@Jürgen: die Leistungsfähigkeit des Kettenantriebs an sich wird keiner in Frage stellen wollen/können. Selbst in PKW's finden sich heute noch Kettenantriebe. Zum einen zum Glück wieder vermehrt im Steuertrieb (wartungsarm/-frei, lebensdauerfest und im Gegensatz zum Zahnriemen leise) und sogar im Primärantrieb. Ja, aus Ami-Anwendungen kenn ich das um bei Fronttrieblern den Versatz zwischen Motor und Getriebe zu brücken - von außen sieht man das natürlich nicht.
Der Haken dabei - das ganze gilt nur wenn der Kettentrieb richtig ausgelegt ist und das Material stimmt!
Dann gibt es auch keinerlei Probleme mit Kettenlängung - die ist schlicht ein Zeichen von Verschleiß, der beim Motorrad durch den Dreck entsteht (gibts heut noch Kettenkästen an den Bikes?). Bei gekapselten Kettentrieben kommt es dann davon, wenn bei der Verarbeitung der Kette gespart wurde.
Also - Kettenkasten um das Gebilde, auf einigermaßen saubere Verarbeitung achten (Geometriefehler!), genug Öl rein und ab geht's!

mfG
Axel
 
Hallo,

ich möchte noch auf einen nicht zu unterschätzenden Vorteil der Zapfwellenverlagerung mittels Kette hinweisen.
Es ist verhältnismäßig einfach eine Übersetzung ins Schnelle zu bauen. Somit können Geräte, die nicht die
volle Zapfwellenleistung brauchen, wie Spalter oder Kreissäge, mit niedrigen Motordrehzahlen betrieben
werden. Ich habe dies bei meinem 411er sogar mit einer Einfachkette umgesetzt.

Gruß Andreas
 
Hallo Manuel,
Danke für deine zielgenaue Antwort und die vielen Bilder als Anregung zum Eigenbau!
Also sowohl Kosten als auch Flexibilität sprechen bei mir jetzt für die Kette, mal sehen wann ich mit dem Projekt starte.

LG Hannes
 
Servus zusammen,

Hab heute mal die Probe aufs Exempel mit der ZW-Verlagerung gemacht. Kettenschutz ist natürlich schon drüber, leider sieht man den auf dem Bild so schlecht.

Ergebnis:
Man kann ziehen bis der Mog entweder zum Baum will bzw. leichte Vorderräder bekommt bzw. der Motor abstirbt.
Die ZW-Verlagerung funktioniert fast hervorragend.

Einzig die Kette schlackert ein wenig, trotz guter Spannung. Da mach ich aber noch eine Spannrolle hin und dann sollte das alles reichen.

Hier noch das Bild:





Grüße
Manuel
 
Servus Manuel,

super umgesetzt :spitze
Wie hast du denn das obere Ritzel am Stummel axial gesichert?

Beste Grüße
Dominik

anma schrieb:
Hallo zusammen,

Ich greif mal das alte Thema hier wieder auf, vielleicht interessiert's ja den ein oder anderen.

Ich hab mir die Zapfwellenverlagerung komplett selber gebaut.

Kette, Ritzel und Zapfwellenstummel sind von Erbs Land- Bau- Forsttechnik hier aus dem Forum.
Erste Anprobe zur ungefähren Abschätzung der Ausmaße:


Dann noch ein wenig 12er und 10er Flachstahl, 2 Flanschlager und ein paar Schrauben dazu und schon nimmt das Ganz Gestalt an:






Dann mittels 4 M12-Schrauben in den Rahmen geschraubt und momentan nur mit einer M12-Schraube die zwischen Lagerbock und einer Schraube des originalen Zapfwellenlagerbock klemmt gespannt.
Da soll noch ein massives Winkeleisen hin und eine 12er Schraube die dann den Bock zum Kette spannen verschieben kann und mit einer Mutter gekontert wird.





Wie sich das dann mit der Seilwinde so macht wird sich zeigen (Und auch ob der Eigenbau HKH hält :? ).

Eine Blechabdeckung über der Kette gibt's später natürlich auch noch, damit man sich die Fingerchen weder schmutzig noch ne Idee kürzer macht :wink:

Grüße
Manuel
 
Hallo zusammen,
ich habe an meinem 406 auch vor kurzem einen Verlagerung der ZW vorgenommen.
Dazu habe ich ein Verlagerungsgetriebe von einem Mengele Miststreuer günstig gekauft.
Das habe ich dann umgebaut.
Da der 406 eine 1 3/4 Zapfwelle hat habe ich so eine ZW Hülse gekauft,
diese auf das passende Außenmaß gedreht und ein Kettenrad draufgeschweißt.
So sieht das original aus:
39878002ee.jpg

39877998xz.jpg

Während dem Umbau:
Lagersitze auf die ZW-Hülse drehen:
39878055qq.jpg

Kettenrad ausbohren, dann ausdrehen:
39878051vk.jpg

Zwischenstand:
39977781ng.jpg


Vom fertigen Getriebe am Unimog habe ich aktuell kein Bild.
Mit dieser Verlagerung habe ich schon einige Festmeter mit der Seilwinde gezogen
und mit dem Spalter gespalten.
Scheint zu halten :-)
In dem Verlagerungsgetriebe ist eine 3-fach Kette.

Komplett hat das Material ca. 200€ gekostet, dazu ca. 4h Arbeitszeit.

Evtl. hilft das bei der Umsetzung.

Grüße
Thomas
 
Hallo,

sehe ich dass richtig, das Ritzel ist mit der Nabe nur gepunktet? Hälz das? Oder ist das Rad aufgeschrumpft?

Oder hast du eine umlaufende Kehlnaht geschweißt? Besser wäre ein HV Nah gewesen.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,
die Bildüberschrift lautet: Zwischenstand :-)

Kettenrad ist nicht auf die Hülse geschrumpft,
jetzt aber mit 4 Schweißnähten befestigt.

Grüße
Thomas
 
Hallo Kollegen

Auch eine Lösung des Problems etwas gefährlich schaut s schon aus!

GRuss Ingo
 

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Servus zusammen,
Ich hab das auch mit Kette verlagert (nur 540er ZW), ist eingebunden in den Eigenbau HKH.
Für Seilwinde und Spalter funktioniert das echt gut.
Die Kette ist mit Unterlegscheiben zu spannen.

Gruß, Matthias

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