Zerstörung der Radvorgelege durch Autobahnfahrt U406/416

Hallo Olli,
wie gesagt kleiner Schlenker. Habe für die
Achsrohre mit Differenzial 1100 Euro gezahlt.
Im Tausch. ( Truck Trailer brauchte kurze, ich
lange Übersetzung ). Mit 14,5 er Reifen läuft er allen
Unkenrufen entgegen mit GPS gemessen ca 105 Kmh
(gerade Strecke). Aber wer will das schon. Der Mog sieht den Berg aber als erster :(
Dieselverbrauch ca 20 - 22 ltr. Gewicht ca 7.2 t. Komme gut mit klar.
Gruß Günter
 
hallo franz,
wieso tust du nicht deine drehteile rein löten (hartlöten mit silberlot) ?
grüße tony.
 
Hallo Tony,

ganz einfach, weil ich bis jetzt nicht wußte, dass man Stahlguss löten kann. :casstet:

Danke für den Tipp.

ps. wenn noch jemand Tipps und Ideen hat, bitte melden. Wir profitieren alle davon, wenn das Problem gelöst ist. Ich stelle natürlich das Ergebnis auch öffentlich auf meine Seite

Gruß

Franz



[Editiert am 23/9/2004 von Murr]
 
Hallo Franz
wenn du an dein Drehteil doch zum Rücklauf eine Ermeto-Verschraubung anbringst, so kannst du direkt den Rücklauf zum Vorgelege wie oben angeführt anbauen oder willst du das Rohr beidseitig mit Ringösen versehen.
 
Hallo

Auch ein interessanter Vorschlag zum Thema ist folgender.

Wir haben damals im DC Betrieb wo ich meine Ausbildung gemacht habe ein Fett mit dem Namen Renolid in die Radvorgelege über einen umgebauten Einfüllstopfen mit Schmiernippel eingepresst.

Pro Vorgelege etwa 1 bis 1,5 Kartusche bei den großen Achsen.

Normal dürfte mit dem Fett das Problem des selbst entleerens nicht mehr vorhanden sein.

Was meint Ihr dazu?


Gruß



Thomas
 
Hallo Helmut,
hallo Franz, habe gestern schon mal etwas geschrieben, was aber leider nicht ins Forum uebertragen wurde. Vielleicht ueberwacht George Busch die Sateliten Uebetragungen und stopt alles, was er nicht versteht (Scherz). Eine gute Discussion habt Ihr da angefacht! Zunaechst zu Helmuts Anfrage nach einem high tech Oel. Man mueste da schon zu einem synthetischen Oel greifen, das geringere Verschaeumungseigenschaften aufweist. In diesem Fall wuerde ich sogar empfehlen, eine Viskositaetsstufe runter zu gehen, vor allem fuer die 406 Mogler, die mehr auf der Autobahn/Strasse fahren. Normalerweise sagt eine Fausrtregel, dass mit zunehmender Belastung und geringer Drehzahl, die Viskositaet hoch sein soll, um einen metallischen Kontakt zu vermeiden. Bei schneller Fahrt ist jedoch die Zahnradbelastung geringer und eine neidrigere Viskositaet wuerde ausreichen. Allerdings sollte vorher geprueft werden, ob das synthetische Oel mit dem Dichtringmaterial \"compatible\" ist, und ob der Ring von dem Oel nicht angegriffen wird und es so zu Leckagen kommt (alles schon dagewesen). Alle Oele, so auch die Mineraloele, haben \"Antischaum-Additive\", die aber nur begrenzt wirken. Zur Verschaemung kommt es normalerweise bei einem zu hohen Oelstand und hohen Drehzahlen. Das fuehrt auch gleichzeitig zu hoeheren Temperaturen, denn die innere Reibung nimmt schnell zu und die Oelviskositaet faellt dann aufgrund der steigenden Temperatur stark ab. Der Schaum ist unerwuenscht und ist nicht da, um Teile (Lager und dergleichen) im Vorgelege zu schmieren. Die Scmierung sollte durch \"Schleuderoel\" erfolgen. Letzteres kann aber nur geschehen, wenn der Oelstand nicht zu hoch ist. Dann ist aber bei der jetzigen Konstruktion wahrscheinlich nicht genug Oel zur Kuehlung vorhanden, eine Aufgabe die das Oel normalerweise mit uebernehmen soll. Es heist, es beist sich alles in den Schwanz. Vielleicht wuerde das \"Anschweissen\" von Kuehlrippen helfen, waehrend man den Oelstand etwas niedriger haelt, doch ich habe mir das noch nicht richtig angeschaut. Werde weiter ueber alles nachdenken und warten, was Ihr dort auskocht.

Grus aus dem Norwesten Kanadas

Albert Koehler
 
Hallo zusammen,
ich bin zwar von dem Ölproblem zumindest "noch" nicht betroffen, (Unimog noch in Teilen) aber bei mir ist eine Frage aufgekommen.

Kann sein das es eine Blöde Frage ist, aber wenn das Öl doch mittels der als Zahnradpumpe wirkenden Zahnräder durch die Entlüftung während der Fahrt heraus gepumt wird, dann muss doch währenddessen irgendwie Luft in das Vorgelege hinein, da ja sonst ein Unterdruck im Vorgelege entstehen würde. Den Unter- bzw. Überdruck soll ja die Entlüftung verhindern, aber durch die Entlüftung kann die benötigte Luft ja nicht kommen, da ist ja Öl drinn ist. :!: :?:

Ausserdem würde ein Unterdruck im Achsvorgelege das Öl doch aus der Leitung zurückziehen sobalt man langsamer wird und der Pumpeffekt aufhört.

2. Wenn durch erwärmung eventuell ein Überdruck entsteht der Öl, das unmittelbar vor die Entlüftungsbohrung geschleudert wird herausdrückt.
Aber es kann ja eigentlich kein Überdruck entstehen, wegen der Entlüftung.

Gruß

Christian
 
Die Frage ist nicht blöde, aber man muß alle Zusammenhänge bedenken. Über den Simmering kann Luft eintreten bzw angesaugt werden, da er wie ein Rückschlagventil wirkt, er soll ja nur von innen nach außen abdichten.
Bei Erwärmung dehnt sich das Luftvolumen aus, dabei wird dann unglücklicherweise mit Öl ausgedrückt, kühlt das Teil aber wieder ab, so saugt es dann aber nur Luft aus dem Achsgehäuse zurück, das Öl bleibt in der Achse.
 
Ja, das ein eventueller unterdruck im Vorgelege nur Luft aus dem Achsrohr saugt leuchtet mir ein. :!:

Aber sind nicht alle Simmeringe im Vorgelege Doppellippenringe, die nach innen und außen abdichten?
Im Achsrohr zumindest sind solche verbaut. Sonst würde doch bei jeder knietiefen Wasserdurchfahrt, Wasser in die Vorgelege eindringen können und durch Wasser kann ein Unimog ja schließlich bis zu einer bestimmten Tiefe fahren.

Gut eigentlich sollte er auch längere Zeit Autobahn fahren können. :D

Gruß

Christian
 
Franz,

danke für Deinen Beitrag!

Könntest Du mal genauer beleuchten, wie Du die Temperatur in den Vorgelgen gleichzeitig gemessen hast:

1. An welche Bohrungen sind die Meßgeber eingeschraubt worden?
Welche Meßgeber?

2. Hast Du kontinuierlich von Meßstelle 1 bis 4 durchgeschaltet oder paralle mit 4 Meßinsturmenten gemessen?


Noch eine Frage an alle:

Muß demnächst mit einem alten U 403 200 km mit möglichst hoher Geschwindigkeit 70 km auf der Autobahn fahren? Wird es da bei vorher richtigem Ölstand schon kritisch?

Gruß und Dank! Karl
 
Hallo Karl,

ich habe Thermofühler aus der Messtechnik verwendet. Nickel-Chom-Nickel mit einer unteren Ablassschraube aus POM, in der das Fühlerelement steckt. So war gewährleistet, dass ich das Öl und nicht das Vorgelegegehäuse messe. Aus meiner alten Firma hatte ich ein digitales 16 Kanal- Messwerterfassungssystem dabei, wo ich die Temperatur bis zu 10 Stunden bei einer Summenabtastrate von 1 kHz parallel aufzeichnen konnte. Da mein Messgerät 16 Kanäle hatte, habe ich auch noch Diff-, Motor- und Getriebeöle, sowie Kühlwasser, Abgaskrümmer und Außentemperatur mitgemessen. Zusätzlich habe ich noch die Motordrehzahl erfasst. Das Ganze natürlich zeitgleich. Die Entlüftung der vorderen Vorgelege ging zu je einem Bremsflüßigkeitsbehälter am Rahmen mit Eichung, wo ich die Menge des Öls messen konnte, das aus dem Vorgelege gedrückt wurde.

Ich habe die Messungen bisher nur durchgesehen. Eine detailierte Aufarbeitung mit Streckenzuordnung der Datenfiles erfolgt an den langen Winterabenden. wird bestimmt spannend, was da rauskommt.
Einige Tendenzen waren aber bei der schnellen Durchsicht der Daten schnell zu sehen.

1. Der Ölverlust hängt von der Temperatur, und nicht von der Drehzahl ab.

2. Heiße Bremsscheiben heizen z.B. bei Passfahrten das Vorgelege ordentlich auf. Stilfser Joch, Abfahrt: 70°C hinten, 120°C vorn.

3. Das vorgeschriebene Hypoidöl SAE80W90 ist für hohe Drehzahlen zu dick. Bei SAE80, dass ich in der zweiten Hälfte meines Urlaubs fuhr, sank die Öltemparatur in den Vorgelegen um ca. 15°C und der Ölverlust verringerte sich deutlich.

4. Das Gewicht spielt eine Rolle. Ich bin 5000km Autobahn mit Pritsche und Dachzelt gefahren, bevor mein Aufbau fertig war und da hatte ich das Problem nicht. Das trat erst mit dem Wohnaufbau auf.

5. Bei schneller, konstanter Autobahnfahrt bei 90km/h lag die Temperatur bei gleichmäßig 50°C Der Ölverlust ist bei der Vorderachse mittel, bei der Hinterachse 0.

Ich nehme diese Woche meinen Wohnaufbau runter und versuche dann, die Temperatur nochmal zu messen. Mal sehen ob sich die eine Tonne Gewichtseinsparung in der Temperatur niederschlagen.

Fazit: die Ausführung der Entlüftung scheint hier das Problem zu sein. Ich tüftle gerade an einer neuen Entlüftung für die Vorgelege der Vorderachse. Ich denke, damit ist das Problem dann beseitigt.

Gruß

Franz
 
hallo

ich baue z.z. eine temperaturüberwachung der vorgelege und der differenziale in den mog ein. die idee kam mir schrittweise, da
1. ich auch das problem mit den pumpenden achsen habe
2. ich letztes jahr ein defekten bremssattel und dadurch eine fressende bremse hatte und 1000 euro schaden
3. einem freund seine klemmende hinterradbremse gar nicht aufgefallen war, sondern mir (hinterher gefahren), weil sie so heiss wurde, dass ich es gerochen habe.
4. ich gerne ein "frühwarnsystem" haben möchte das alarm schlägt, bevor größerer schaden entstanden ist

was ich nicht will:
- ein flugzeugcockpit mit tausend messgeräten
- die exakte öltemperatur zu auswertungszwecken feststellen (wie franz)

vor kurzem habe ich dann das passende gerät für meine zwecke gefunden:

es handelt sich um eine lüftersteuerung für computer. das teil hat 8 temperaturkanäle, die alle parallel überwacht werden. übersteigt ein kanal einen vorher festgelegten wert, so gibt das gerät einen alarmton ab.
in einem digitaldisplay werden die einzelnen kanäle nacheinander angezeigt, so dass man auch eine visuelle möglichkeit hat, die aktuellen temeraturen zu beobachten. das gerät hat etwa die größe eines garmin gps und auch ein ähnliches display. bei mir passt es sogar noch ins armaturenbrett. ich habe das teil vor zwei wochen neu mit garantie bei ebay ersteigert. (46 euro) dem gerät liegen 8 hochohmige pty temperatursensoren (10k ohm) bei, die ich lediglich auf das gehäuse der differenziale und vorgelege kleben möchte.
so erhalte ich eine eigenständige und im hintergrund arbeitende temperaturüberwachung, die mich bei starken unregelmäßigkeiten warnt.(hauptsächlich bei langen autobahnfahrten) und das eben etwas früher, als es meine (oder eine fremde) nase machen würde...
da jeder kanal frei programmierbar ist, können auch unterschiedliche grenzwerte eingegeben werden. theoretisch sind sogar noch zwei kanäle für motor und getriebe übrig. da könnte man ähnliche sensoren wie franz sie benutzt hat anschließen und die exakten öltemperaturen überwachen.

nachteil:

- das gerät funktioniert nur bis 99 grad. d.h. bei extremen bergfahrten etc. muss man das ding abschalten. (daueralarm auf allen kanälen :-))))


insgesamt ist das ganze vielleicht nicht die perfekteste lösung, aber dafür sehr günstig, schnell eingebaut und effektiv. vor allem wird man nicht mit tausend daten zugemüllt, sondern erst gewarnt, wenn wirklich was ist, da das gerät eigenständig und im hintergrund arbeitet. perfektionisten könnten natürlich überall ablassschraubensensoren einbauen und die öltemperatur messen, aber mein anliegen ist ja auch eine gleichzeitige bremsenüberwachung, die funktioniert besser, wenn ich am gehäuse der vorgelege messe.
bleibt die einschränkung bis 99 grad, aber da die im "normalen" betrieb nur selten erreicht werden, kann ich damit leben...
was meint ihr?

olli


ps: das soll natürlich keine alternative lösung zum problem mit den pumpenden vorgelegen sein, sondern nur eine ergänzung um größere betriebstörungen frühzeitig zu erkennen!

pps: habe jetzt ein splitgetriebe und der effekt hat sich deutlich verstärkt! d.h. geschwindigkeitsabhängig.
 
hallo olli,

das gerät hört sich recht gut an.
von was für ein hersteller ist das gerät oder wer vertreibt die geräte ?

wie willst du aber die temparatursensoren pty ?? (ptc -> positive temperature coefficient) ankleben und die kabel verlegen ohne das die eventuell im gelände, schlamm, wasser usw. beschädigt werden ?
wie groß und stabil sind die sensoren und kabel ?

ich glaube auch das die bremsanlage bei bergfahrten weit über 99 °C erreicht, nicht das deine bremssensoren halb verglühen. :cry:

grüße tony.
:wink:
 
hallo tony,

ich schicke dir mal per mail die art.nr. von ebay.
die kabel sind in den längen natürlich nicht dabei - ich verlege ganz normale litze. da die sensoren hochohmig sind, haben ein paar meter kabel keinen einfluss. die sensoren sind winzig klein und ungeschützt sicher auch recht empfindlich. ich möchte sie deshalb komplett einkleben und so auch gleichzeitig abdichten. momentan teste ich noch einen wärmeleitenden metallähnlichen klebstoff. bei der empfindlichkeit der kabel sehe ich eigentlich keine probleme. die müssen eben dicht aufliegend am rahmen/achsen etc verlegt werden...und die klebestelle sollte natürlich halbwegs geschützt liegen.
da die sensoren ja nicht direkt an der bremse sondern am vorgelege sitzen, sind die temperaturen unkritisch. die teile können sicher 200 grad ab, nur die anzeige endet eben bei 99...

ich werde das alles mal testen und dann weiter berichten.

grüße

olli
 
Hallo Leute,
ich muß das alte Thema nochmals aufgreifen, da bei einer Ölstandskontrolle das linke Vorgelege nahezu trocken war.
Ich habe mir die Entlüftungsleitungen mal angeguckt. Die Entlüftungen gehen an der Achse links und rechts jeweils vorne an einer hohlgebohrten Schraube (M12x1,5) ins Getriebe. Wenn Franz recht hat und es liegt an der Drehrichtung, dann müßte sich das Problem doch lösen lassen, indem man links die Entlüftung auf die hintere Schraube legt. Ich habe also die Schrauben an der linken Seite gespiegelt und die Leitung am hinteren Bremssattel parallel zur Bremsleitung verlegt. Den Schlauch mußte ich natürlich verlängern. Zudem habe ich in die Leitung zwecks Beobachtung einen Benzinfilter eingefügt. Morgen erfolgt derTest !

Gruß

Fred
 
@Fred,

habe ich als Erstes probiert, als noch die These galt: Zahnräder wirken als Pumpe. Hat überhaupt nichts gebracht.
Es liegt definitiv an der Öltemperatur. Das hat meine Meßreihe letztes Jahr auf der Fahrt durch die Alpen zweifelsfrei gezeigt. Steigt die Temperatur der Vorgelege über 60°C, drückt es das Öl aus der Entlüftung.
Das passiert bei schneller Autobahnfahrt und noch schlimmer bei Bergab- Fahrten. Da heizt zusätzlich die Bremsscheibe das vordere Vorgelege noch mit auf.
Die höhere Drehzahl an den Vorgelegen durch die schnelle Achsübersetzung i=5,308 erhöht die Temperatur offensichtlich dass der dadurch entstehende Überdruck das hochgeschleuderte Öl im Vorgelege tröpfchenweise durch die Entlüftung drückt. Über eine Strecke von 300-500km summiert sich das auf die Füllmenge von 0,25Liter.

Ich habe schon eine Entlüftung konstruiert, die das Problem löst, muß es aber noch in eine baubare Form bringen.

Gruß

Franz