Liebe Unimog-Freunde,
nachdem schon etliche Lenkhilfezylinder repariert sind soll nun auf den ordnungsgemäßen Wiedereinbau eingegangen werden.
Wichtig ist hierbei, dass
1. der Zylinder nicht gegen seine eigenen Anschläge fährt sondern die Lenkanschläge des Fahrzeugs wirksam sind (es könnte sonst die Kolbenstange verbogen oder die Stangenführung herausgerissen werden),
2. die Kugelgelenke, Schelle auf der Ventilseite und die Lage des Lenkehilfezylinders insgesamt so eingestellt sind, dass sich in keinem der möglichen Betriebszustände (Lenkeinschläge, Ein- und Ausferdern) Zwängungen ergeben und die Schläuche nicht beschädigt werden.
Zu 1. ein paar Hinweise:
- Fahrzeug vorne aufbocken, so dass beide Räder über den vollen Lenkbereich vom Boden abgehoben sind.
- Ohne eingebauten Lenkhilfezylinder Räder von Hand zwischen den beiden fahrzeugseitigen Lenkanschlägen bewegen. Dabei soll sich zwischen dem rechten (Lenkspurhebel) und linken (Festpunkt an der Achse) Anbaupunkt ein Hub (Längendifferenz) von mindestens 275 bis höchstens 290 mm ergeben. (Der Lenkhilfezylinder hat einen Hub von 300 mm zwischen seinen eigenen Anschlägen.)
- Falls dieser Wert 290 mm überschreitet, sind die fahrzeugseitigen Lenkanschläge weiter zu begrenzen.
- Lenkhilfezylinder einbauen und an Kolbenstange und Ventilseite Kugelköpfe so einstellen, dass beim wechselseitigen Lenken beide fahrzeugseitigen Lenkanschläge erreicht werden.
- Lenkhilfezylinder bezüglich seiner Hubreserven links und rechts zentrieren.
Dabei hilfreich sind die Maße am Zylinder, die zuvor festzustellen sind:
Eingefahrener Zustand z. B. 13 mm (a) vom Abstreifer bis zum Kolbenstangengewinde
Ausgefahrener Zustand z. B. 313 mm (b) vom Abstreifer zum Kolbenstangengewinde (b=a+300 mm)
Praktisches Beispiel einer Iteration beim Einbau:
a=17 mm (Hubreserve links 4 mm), Hub 289 mm, b=306 mm (Hubreserve rechts 7 mm)
a=18 mm (Hubreserve links 5 mm), Hub 289 mm, b=307 mm (Hubreserve rechts 6 mm)
(Wegen der Gewindesteigung 1,5 mm lässt sich die Zentrierung nicht besser gleich einstellen.)
Zwar wird von ZF eine Hubreserve von jeweils 10 mm auf beiden Seiten empfohlen (wohl aus pauschalen Sicherheitserwägungen heraus), aber wenn man sorgfältig und genau arbeitet, genügen auch 5 mm, was einem geringen Wendekreis sehr entgegen kommt.