zu viel Öl aus dem Radvorgelege

WR406

New member
12. Okt. 2008
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Hallo Leute!

Hab bei unserem Unimog 406, mit unten angegebenen Eckdaten, die Achsschenkellager der Vorderachse getauscht. Dabei müssen die Radvorgelege ausgelassen werden.
Mein Problem dabei war, dass aus dem ersten Radvorgelege ungefähr 8 Liter Öl herausflossen und beim Zweiten ebenfalls mehr als die Angaben aus der Betriebsanleitung.
Anhand meines bescheidenen Wissens über Unimog und Fahrzeugtechnik vermute ich mal, dass es Getriebeöl ist.
Nun stellt sich für mich die Frage, ob dadurch irgendwelche Probleme entstehen können beziehungsweise ob es empfehlenswerter ist die entsprechenden Simmerringe zu tauschen und welcher Aufwand damit verbunden ist.
Bevor ich dies Reparaturen durchführe würde ich allerdings gerne eine entsprechende Schadenseingrenzung durchführen. Da ich aus den bisherigen Foreneinträgen nicht ganz schlau werde fasse ich diese nochmals kurz zusammen:

Alles wieder zusammen bauen und die Ölstände (Radvorgelge, Achsen und Getriebe) korrekt auffüllen. Anschließend einige Zeit normal nutzen (Wie lange empfehlt ihr) und dabei aber regelmäßig kontrollieren. Je nach Verlagerung des Öls muss anschließend entschieden werden welche Handlungen gesetzt werden müssen?!

Eckdaten:
Erstzulassung: 1981
Fahrgestellnummer: 406 121 100 712 17

Ich danke euch schon mal im vorhinein und hoffe auf hilfreiche Ratschläge.

Wolfgang
 
Hallo!

Lt. BA pro Radvorgelege 0,25 l Ölinhalt, richtig?

Wo kommen denn dann bei dir 8 l Öl pro Seite her???

die sind von der Füllmenge her ja nicht mal im Differenzial enthalten!
und können aufgrund der baulichen Gegebenheiten definitiv nicht aus dem Vorgelege stammen, denn da gehts ja wohl in der Menge nicht rein.

Vermutung:

Simmerring des Getriebes zum Schubrohr nach vorn undicht,
Simmerringe Differenzial-Schubrohr und Simmerringe Differenzial-Achsrohr beide Seiten undicht. Öl wandert aus dem Getriebe (nur dieses läßt die Füllmengen wie von dir angegeben, zu) über die genannten undichten Stellen in die Vorgelege und wenn du die als erstes öffnest, läuft die Suppe hier aus.

Kontrolle:

Getriebeölstand prüfen, denn der müsste ja dann extrem gesunken, bzw. fast leer sein - bei der Menge die du angibst.

Schaut nach ner Menge Schrauberei aus, um das zu beheben.

Es werden sich sicher noch einige Experten zu der Thematik äußern.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

also an der Hinterachse könnte ich mir ja vorstellen das das Öl aus dem Getriebe durch die Achse ins Vorgelege läuft, aber an der Vorderachse ist meines erachtens nach, spätestens am Simmering der Steckachse schluß. (also da wo die Welle aus der Achse kommt)
Hier würde doch das ÖL dann ins freie treten und abtropfen / abfließen (sichtbarerweise).
Es sei denn die gesamte Vorderachse ist randvoll (was superdichte Simmeringe bescheinigen würde) und es sickert (drückt, da oben auf der Achse angebracht) dann durch die Vorgelege entlüftung. ( Kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen)
Ich denke eher das die Mengenangaben hier etwas hochgesteckt sind, oder das Achsschenkellager an der Hinterachse (geht ja garnich, da nicht vorhanden!) gewechselt werden sollen.

Vielleicht kann mich aber auch jemand eines besseren belehren?

Mit freundlichem Gruß,

Dennis
 
Hallo Wolfgang,

das Vorgelege packt, wenn es randvoll ist max 1l Öl. Ich gehe aber bei deiner Beschreibung davon aus, dass du die Steckachsen gezogen hast und aus dem Achsrohr dann das Öl ausgeflossen ist. Ein Durchlaufen vom Achsrohr in das Vorgelege ist an der Vorderachse nicht möglich, es tritt dann an der Kreuzgelenken ins Freie.
Das entspräche aber der doppelten Getriebeölfüllung. Dort müsste dann doch ein häufiges Nachfüllen notwendig gewesen sein.
 
Denkfehler von mir!

Stimmt natürlich, an der Vorderachse würde das Öl spätestens an den Kreuzgelenken austreten.

Es kann ja vorn nicht bis ins Vorgelege gelangen, das würde nur hinten geschehen können.

Gruß
Stefan
 
hallo, nun habe ich mal eine kleine frage. bei mein 411 tritt öl aus der hinteren achsmanschette aus. ist die ursache hierbei das das öl vom getriebe in die achsen leuft? wie und mit welchen aufwand kann man das beheben?


mfg: sean
 
Hallo und danke für die rege Beteiligung!

@barnie406:
Die Mengenangaben stimmen schon so, weil der 10l Kübel war ungefähr zu 3/4 voll.

@Helmut-Schmitz:
Nein die Achse wurde nicht heraus gezogen. Wir haben nur die zwei Schrauben heraus gedreht, die den Querträger für die Spurstange halten und aus diesen Bohrungen kamen die Ölmengen heraus.

Zum Thema viel Öl selbst fürs Getriebe. Dieses wurde relativ oft auf gefüllt, da der Verlust mehreren kleineren Leckagen zugeschrieben wurde (aber anscheinend war der "Verlust" nicht über diese sondern in die Achse).

Ach ja und im Zuge der Arbeit am Achsschenkel ist mir kein Ölverlust an den Kreuzgelenke aufgefallen.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage für mich:
Wie kommt das Getriebeöl zu diesen Bohrungen?!

mfg Wolfgang
 
Hallo Wolfgang
Wir haben nur die zwei Schrauben heraus gedreht, die den Querträger für die Spurstange halten und aus diesen Bohrungen kamen die Ölmengen heraus.
Mit den Querträgern meinst du sicherlich den Spurstangenhebel. Es wäre möglich, dass das Öl dann über die Vorgelege-Entlüftungsleitung vom Achskörper in das Vorgelege nachläuft, wenn der Achskörper genügend aufgefüllt ist. Dann müsste aber in deiner Achse weiterhin noch zuviel Öl vorhanden sein, da das überschüssige Öl nur bis zum Anschlussniveau der Entlüftungsleitung nach dem Efekt der kommunizierenden Röhren leerläuft.
Das Öl dürfte aber dabei nur ganz langsam fließen.
 
Hallo Helmut!

Nachdem ich die ganzen Beiträge gelesen habe, hatte ich auch schon soetwas vermutet. Mein Problem damit war eigentlich, dass alle im gleichen Atemzug geschrieben haben, dass das sehr unwahrscheinlich ist, da die Dichtheit im Achsrohr nicht gegeben ist.
Nun ja jetzt stellt sich für mich nur noch die abschließenden Fragen:
Soll ich etwas dagegen tun oder leidet weder das Achsrohr, noch die Vorlege noch die Getriebe darunter? (Sollange ich regelmäßig die Ölstände überall kontrolliere!)
Wenn ich etwas abdichten soll was würdet ihr empfehlen?

Grüße und nochmals vielen Dank
Wolfgang
 
hallo
kann zwar nix zum vorgelege beim 406 beitragen, ich habe mal meiene beiden vorgelege am 401 zerlegt und abgedichtet, aber für das getriebe problem von sean hier eine tolle beschreibung zum simmerring wechseln.
gruß stefan




http://home.in.tum.de/~jehle/404_Getriebe/
 
Hallo,
was sagt den der OElmessstab am Getriebe?????

Ich wuerde ueberpruefen ob der WD-Ring am Getriebe def. ist und das Getriebeoel in die Achse drueckt.

mfg. Mattes
 
Hallo,

Es wäre möglich, dass das Öl dann über die Vorgelege-Entlüftungsleitung vom Achskörper in das Vorgelege nachläuft, wenn der Achskörper genügend aufgefüllt ist. Dann müsste aber in deiner Achse weiterhin noch zuviel Öl vorhanden sein, da das überschüssige Öl nur bis zum Anschlussniveau der Entlüftungsleitung nach dem Efekt der kommunizierenden Röhren leerläuft.
Das Öl dürfte aber dabei nur ganz langsam fließen.

Sehe ich auch so. Da die Vorgelegeentlüftung oben in die Achse mündet, müßte dazu aber das Achsrohr randvoll mit Öl sein, auch das Schubrohr müßte ziemlich voll stehen, selbst nach dem entleeren der Radvorgelege müßte in der VA noch viel zu viel Öl gewesen sein (Wurde die Einfüllschraube mal geöffnet?). Es müßten also Schätzungsweise 10-15l Öl im Getriebe nachgefüllt worden sein, die sich in der Achse und im Schubrohr gesammelt hatten. Zumindest zeigt dies, dass die seitlich Achsabdichtung in einem 1a-Zustand ist...

Gruß,
Michael
 
Hallo,
über die Vorgelege-Entlüftungsleitung vom Achskörper in das Vorgelege nachläuft
das wäre die einzige taugliche Verbindung - aber wie soll in dem engen Querschnitt gleichzeitig das Öl und die Luft gegeneinander laufend durchströmen :?: :?: :?: kopfkratz
Zudem ginge das nur bis zur Bohrung der Entlüftung.

mfG
Axel
 
Hallo Wolfgang und alle anderen Ölscheiche,

Michael_Weyrich schrieb:
Da die Vorgelegeentlüftung oben in die Achse mündet, müßte dazu aber das Achsrohr randvoll mit Öl sein, auch das Schubrohr müßte ziemlich voll stehen, selbst nach dem entleeren der Radvorgelege müßte in der VA noch viel zu viel Öl gewesen sein (Wurde die Einfüllschraube mal geöffnet?). Es müßten also Schätzungsweise 10-15l Öl im Getriebe nachgefüllt worden sein, die sich in der Achse und im Schubrohr gesammelt hatten.

hast Du überhaupt irgendwann mal den Ölstand im Achsgetriebe (Diffentialgehäuse) geprüft. Vermutlich nicht...

Jedenfalls ist das Öffnen der Ablaßschraube unten am Differentialgehäuse doch die beste und einfachste Möglichkeit, allen Mutmaßungen in der Richtung - die auch ich für sehr wahrscheinlich halte - ein Ende zu bereiten und zu prüfen, wieviel Öl da rauskommt.

Allerdings sollte dann ein großer Eimer darunterstehen :wink:
 
Hallo Alle!

Danke für eure Komentare und ihr bestätigt mir genau das was ich vermutet habe!

@thomas:
Das öffnen des Achsgetriebes war bis dato noch nicht nötig und ich wollte mir meine Vermutungen/ Interpretationen aus den Forenbeiträgen nochmals bestätigen lassen bevor ich dieses öffne.

Nun gut dann werde ich mich von "unten" nach "oben" durcharbeiten alle alten Öle ablassen und entsprechend auffüllen und anschließend im Betrieb in kürzeren Intervallen kontrollieren von wo nach wo das Öl wandert bzw. dafür sorgen, dass immer ausreichend an der richtigen Stelle ist.

Grüße Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

der Getriebeausgang sollte in jedem Falle abgedichtet werden. Im Getriebe befindet sich üblicherweise Getriebe-Öl, in der Achse aber Achsöl (Hypoid-Öl) In deiner Achse dürfte sich ein unbekanntes Gemisch aus überwiegend Getrieböl mit Hypoid-Anteilen befinden. :roll:
 
Hallo Helmut!

Ich danke dir für deinen Ratschlag mit der einleuchtenden Begründung.

Grüße und schönes Wochenende
Wolfgang