Hallo Klaus,
ich hatte neulich eben dieses Problem, Zylinderkopfdichtung im Ar..... Hier ein kleiner Bereicht über die ganze Sache. Original zu finden unter Militaerfahrzeugfreunde.de, dem Farum der RAG HMF...
Mein Mog war krank. Zuerst ist mir seine kleine Verschnupfung gar nicht aufgefallen: nach dem Kaltstart lief er nur auf 5 Töpfen, hat sich aber wieder erholt, er qualmte ziemlich stark, ging aber weg sobald er warm war... nur dass der Anlasser irgenwann auch anfing zu mucken (vermeindlich) machte mich dann schon so langsam stutzig. Natürlich habe ich mir nicht weiter was bei gedacht, er ging ja wieder und lief wie´s Lottchen. Naja, was soll ich sagen, als dann das Kühlwasser bis auf einen kleinen feuchten Rest aus dem Ausgleichsbehälter entschwunden war schwahnte mir Übles. Jaja... die Kopfdichtung hatte es zerlegt.
Man kann schon sehr ignorant auf die dezenten Hinweise seines fahrbaren Untersatzes reagieren, oder?
Als erste Reaktion hab ich mal M1 angerufen und ein bisschen geweint. Danach gings mit seiner Hilfe frisch ans Werk und wir haben das ganze Geraffel aus dem Motorraum geholt um an den Kopf ranzukommen. Schön war dabei, dass die Ansaugbrücke erst nach der Demontage des Hosenrohrs frei war, was wiederum die Demontage des S- Rohres, des Schalldämpfers, der Batterieheizung und des Endrohrers bedingte :rums: :rums: :rums:
Es ist übrigens bei solchen Arbeiten immer ratsam, einen KFZ- Meister für kleine Handreichungen bei sich zu haben. Gerade das Lösen des Kettenrades und der Steuerkette bedarf einer sicheren Hand, und die hat M1 zweifelsohne. Die Kette wurde dann mit viel Geschick und einem Spanngummi an der Motorhaube gesichert, es gibt nichts blöderes, als dass das Ding einen Abgang in den Kettenschacht macht. Vorher nicht vergessen, dass man 2 Markierungen an Kette und Kettenrad anbringt, das erleichtert die spätere Montage ungemein. Ach ja, vor Ausführung der ganzen Arbeiten haben wir den Motor exakt auf OT 1 Zylinder gestellt. Dazu wird ein Hinterrad aufgebockt, der 6. Gang eingelegt und das Rad entsprechend gedreht, bis eben die Markierung exakt ansteht.
Nachdem der Kopf also endlich zu unseren Füßen lag war die Diagnose eindeutig: Kopfdichtung im Bereich 5. und 6. Zylinder weggekokelt. Da haben wir dann erst mal Pause gemacht. :trink1: :trink1: :trink1:
Nachdem ein neuer Dichtungssatz bei der Sternapotheke gekauft und entsprechendes Werkzeug eben da ausgeliehen war, gings an die Instandsetzung des Zylinderkopfes. Ich muss noch erwähnen, dass mein Motor ein M130 mit 2,8 L Hubraum ist, hatte ich im Zuge meiner Restaurierung billig ersteigert und ohne viel Tamtam einfach angepaßt und eingebaut. Es zeigte sich, dass der Kopf schon deutliche Verschleißspuren aufweißt und nicht unbedingt in gutem Zustand war. Die Ventilschaftdichtungen undicht, Ventile und Ventilsitze ausgeschlagen, Ventilschaft mit reichlich Spiel usw usw eigentlich nicht unbedingt ein Fall für eine Instandsetzung, aber was sagt mein Papa immer: was klappert läuft...
Von den nächsten Schritten gibts auch ein paar Fotos, werd ich versuchen, nachher noch einzustellen. Zuerst, klar Kipphebel der Ventile ausbauen. Dazu gabs eben das geliehene Werkzeug. Nachdem diese draußen waren, haben wir mit dem Hebeldingens versucht, die Ventilfedern zu lösen... absolut nicht möglich. Zum Glück hatte M1 in seiner Werkstatt, in die wir zwischenzeitlich umgezogen waren, ein superspezialventildrückschlagmichtot Teil, mit dem dann die Ausdrückerei einigermassen von der Hand ging. Wichtig bei der ganzen Angelegenheit ist, dass die Ventile und deren Anbauteile sauber und ordentlich, in Reih und Glied aufgereiht werden. Da alle aufeinander eingeschliffen sind, sollten sie tunlichst genau so wieder montiert werden. (Übrigens gibts für die Sortiermuffel unter Euch dieses vielgeliebte und heißbegehrte sogenannte Ventilmontagebrett, das so wunderbar wie sauer Bier durch die ebäää Auktionen tingelt). Während ich mich dann mit den niederen Arbeiten des Reinigens und Polierens, Schabens und Fluchens beschäftigte, hat unser KFZ- Meister in vortrefflicher Art mit geübter Hand die Ventile eingeschliffen... (siehe Foto) danach haben wir erst mal ein kleines Päuschen eingelegt und Pizza gegessen. :trink1:
Die nun so wunderbar geschliffenen Teilchen wurden am nächsten Tag wieder eingesetzt und jeweils mit einem Verhüterli aus dem Dichtungssatz versehen. Diese Teile sind notwendig, damit bei der Monatge der Schaftdichtungen kein Grad in die Dichtung geschnitten wird bzw, dass die Dichtung überhaupt über den Schaftkopf des Ventiles überzuziehen ist. Hierbei sind die Einlassventil die eigentlichen Problemfälle, die Auslassventile sind absolut easy zu montieren.
Der Rest ist eigentlich schnell erzählt: Federn aufsetzen, Federn drücken, Keile wieder montieren und den ganzen anderen Rest wieder zusammenfriemeln.
Wie stehts das Handbuch immer so schön: "Der Einbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge..."
Dabei schön nach Handbuch vorgehen und das Anzugsdrehmoment in kleinen Schritten (nach Handwarm festziehen so um die 20Nm) bis zur geforderten Stärke erhöhen und die Reihefolge der Kopfschrauben einhalten... steht ja alles im Handbuch. Danach den Motor warmlaufen lassen und nochmals alle Zylinderkopfschrauben nachziehen. Inzwischen bin ich etwas über 500km gefahren und nun ist ein nochmaliges Nachziehen der Kopfschrauben notwendig... Freu mich schon, den Ventildeckel zu demontieren... (würg)
Achim