404 TLF - Wiederbelebung nach 15 Jahren Stillstand

Jungens!

Ihr habt mir sehr geholfen - ich weiß, ich bin immer wieder mit Fragen hier unterwegs, aber ich lerne viel vom geballten Forumswissen. Habe das Gasgestänge gelöst und alles wieder in Grundstellung gebracht. Problem war wohl, dass das Gestänge für den neuen Vergaser etwas zu stramm eingestellt war. Trotzdem lief er MIT dem Kompressor dran ganz ok, OHNE fehlte dann (laienhaft ausgedrückt) die Last oder es war zu viel Luft vorhanden, weil der Kompressor sie nicht mehr aus dem gemeinsamen Ansaugtrakt zieht. Wie auch immer, jetzt ist alles besser als je zuvor. Er riecht auch nicht mehr "zu fett" am Auspuff, klingt eigentlich echt kultiviert. Und nach ein paar Minuten ist dann auch die Gasannahme fast ohne Übergang ganz gut. Da muss ich sicher noch weiter optimieren, aber für heute bin ich glücklich - das war das Erfolgserlebnis, das ich vor dem Urlaub noch gebraucht habe. Sonst hätte ich mir das Hirn zermartert ;-) Der Motor summt eher als zu poltern, ich freue mich!

Ich habe durch Zufall sogar noch einen neuen Gummischlauch zwischen Luftfilter und Vergaser ergattern können - der alte ist am Vergaserflansch recht abgenagt. So kann ich weitere Falschluft verhindern. Als Nächste baue ich den LuFi auf Trockenluftfilter um - die Ölpampe hilft sicher nicht ;-)

Danke und allen ein schönes Wochenende,

Konrad
 
Moin Konrad,

dass Du immer wieder mit Fragen hier unterwegs bist ist Sinn dieses Forums.
Wenn die Fragen dann auch noch helfend zum Ziel führen ist es doch toll!

Teilweise hatte ich schon die Befürchtung, dass das Forum einschlafen könne.
Wir sind hier zum größten Teil noch ein paar altgediente 404-er,
die sich durch ziemlich viel Erfahrung meistens selber zu helfen wissen.
Daher ist es immer wieder schön, wenn neue interessierte Anlass geben,
sein Wissen mal wieder zu überdenken und auszutauschen.
Ich frage mich ohnehin wo die ganzen U 404 und deren Besitzer abgeblieben sind,
wir hatten Zeiten mit deutlich über 20 Beiträgen von über 10 Usern pro Tag.

Gut 404! Justus.
 
Die ganzen 404 Besitzer ...
Justus die Sterben eben aus, teils wechseln Sie dem Alter Geschuldet auf andere Fahrgestelle....

Der 404 ist und bleibt eben in jeder Hinsicht was Besonderes

Gruss Ralf
 
Dann hoffe ich, dass ich meinen 404 bald auf die Straße bringe. Gerade dieser Tage hat man wieder gesehen, was das für geniale Alleskönner sind - und das schon vor 60 Jahren.

Kleiner philosophischer Abweg am Abend: Diese Woche war ich mal wieder im Mercedes-Museum und bewundere einfach die Innovationskraft früherer Jahrzehnte. Auch wenn man die Porsche-Geschichte kennt und die Materialknappheit nach dem Krieg, kann man nur bewundern, was die Menschen damals konstruiert und geschafft haben! Ich habe ja noch keine Fahr-Erfahrung mit dem Unimog, aber schon das reparieren macht sehr viel Spaß. Und alles hat Sinn...

Grüße und einen schönen Abend,

Konrad
 
Hallo Konrad,

leider muß ich Justus recht geben, das 404 Forum war schon lebendiger. Ich bin ab und zu auf Globetrottertreffen, wie z.B. dem Buschtaxitreffen oder Weltenbummlertreffen in Gaggenau, da gibt es schon noch einige die mit 404 vorfahren. Und .... der Sound des 6 Zylinders in diesem Mog ist halt immer wieder schön zu hören. Habe den Benziner in meinem ersten 404 leider nur 2 Jahre gefahren, aber in den engen Straßen eines Dorfes war der Klang einzigartig, insbesondere, wenn man kurz den Fuß vom Gaspedal genommen hat. Kein Vergleich mit meinem OM 617 A. Da tut sich nicht viel, klingt eben einfach wie ein normaler Diesel. Aber für mich war von Anbeginn klar, dass ich den Mog für größere Reisen einsetzen würde und da war der Verbrauch des Benziners einfach eine Preisfrage und eine Frage der Tankkapazitäten, die man auf längeren Saharatouren vorhalten mußte.

Wünsche Dir weiter viel Erfolg und Spaß bei Deiner Restauration

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Das ist wahr ... der Sound des 6 Zyl. Benziner ist Musik ....gerade meiner der den M130 er verbaut hat mit ein kliiitzekleinen Leistungssteigerrung...aaahhhhhjaaaa...

Und mit dem Fahren in weite Gefilde, das geht auch mit nem 404.1 Benziner, waren Wir doch auch schon in Marokko damit ....getreu dem Motto :grinning:

Über Verbrauch Redet man nicht, den hat man.... :mog2
 
Da habt ihr Recht!

Und da ich mehrere Tag im Urlaub war, strotze ich jetzt wieder vor Tatendrang - habe mir Einiges überlegt und werde heute die ersten Schritte zum Abnehmen des Koffers angehen.

Die Verbrauchsdiskussion muss ich als Oldtimer-Liebhaber ja auch öfter führen. Ich hoffe, man lässt uns noch ein bisschen mit den alten Autos fahren. Tragischerweise wird momentan alles aufs Auto fokussiert, obwohl wir alle im Alltag abgasgereinigte, optimierte Maschinen fahren. Keiner redet von der Gesamtbilanz (!) jedes Menschen. Ich habe Bekannte, die voller Stolz verkünden, dass sie kein Auto besitzen - fliegen aber mehrmals im Jahr weite Strecken und haben olle Ölheizungen und wohnen in Häusern mit hohem Energieverbrauch...
Beim Oldtimer wird es halt öffentlich sichtbar, was man tut, dazu kommt der Neid, der meiner Meinung nach in den meisten Diskussionen eine große Rolle spielt.

Wie auch immer, lasst euch den Spaß nicht nehmen!

Das war das Wort zum Sonntag ;-))

Liebe Grüße,

Konrad
 
Servus!

Sonntag und Montag habe ich am Koffer alles Mögliche abgeschraubt und abgebaut, immer mehr Arbeit als man denkt.

Nach einigen unruhigen Nächten und vielem Hin und Herüberlegen hatte ich endlich die zündende Idee gefunden, wie ich alleine und ohne Stapler den Koffer abnehmen kann. Nach Shoppingtour (überteuertes Holz!) hab ich mich heute drangemacht. Die Idee war, zwei stabile Balken vorne und hinten quer unter den Koffer zu platzieren und das dann so lange anzuheben, bis ich seitlich entsprechend hohe Böcke dranschrauben kann. Das Ganze wollte ich als Parallelogramm ausführen, so dass ich nach dem Wegfahren des Mog den Koffer nach hinten mit Wagenhebern ablassen könnte.

Fazit: Die Idee war sch... ;-))) Es war mir letztendlich einfach zu gefährlich, den Koffer so weit oben aufzubocken. Man muss ja am Ende über die oberen Stoßdämpferaufnahmen (110cm hoch) drüber. Das Ganze war sehr wackelig und ich wollte weder mich noch Andere in Gefahr bringen. Ich habe aber die Balken unter dem Koffer gelassen, denn so habe ich genug Platz um den Unterboden zu reinigen und gegen Korrosion zu schützen, gleichzeitig komme ich jetzt auch viel bequemer an den Rahmen dran. Ich hatte vorab alles am Koffer schon abgebaut, auch den alten schweren Holzboden. Es kamen Unmengen Holzreste und Unrat zum Vorschein, vor Allem aber ist jetzt der Mittelbereich über der Kardanwelle frei zugänglich. Das reicht für meinen Plan, das Auto sicher und sauber zu machen - einen Schönheitspreis gewinnt er sowieso nicht mehr...

Nach dem Kärchern trocknet jetzt alles, ich habe groben Dreck vorab mit dem Spachtel entfernt. Danach Entfetten und Grundierung/Rostschutz.

Grüße!

Konrad

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Hallo Konrad,
läßt sich der Boden nicht komplett entfernen? Das würde die Arbeit doch einiges erleichtern. Außerdem würde ich mir überlegen, den Mittelteil in Neu herausnehmbar zu machen. Ich wäre froh, dies wäre bei meinem Koffer der Fall. Man muß doch öfter an die Gestänge hinter dem Getriebe (Handbremsseile, Abschmiernippel, reinigen generell, etc.). Dies ist von oben alles viel einfacher durchzuführen. Nur so eine Idee.
Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Roland,

guter Tipp. Nein, ganz herausnehmen kann ich den Boden nicht, die Schienen in der Mitte scheinen damals die Pumpe aufgenommen zu haben, die Bleche links und rechts sind fest verbunden. Aber da kommt man ja an alles auch gut von unten und der Seite dran. Der mittlere Teil ist tatsächlich der entscheidende Bereich, ich muss nur sehen, wie ich das technisch gestalte. Der alte Boden war aus Siebdruckplatten, die lustigerweise nicht in der Mitte vergammelt sind, wo sie dem Spritzwasser ausgesetzt waren, sondern an den äußeren Rändern. Die waren auf die Schienen in der Mitte aufgelegt. Wenn ich jetzt anderes Holz nehme, baut das unter Umständen noch höher auf, die Ladekante ist ja schon auf ca 110cm. Sollte der Boden herausnehmbar sein, klappert das unter Umständen zu sehr. Aber ich hab noch Zeit, zu überlegen. Als Laderaum ist das Ding auf jeden Fall genial, im Gegensatz zu meinen anderen Feuerwehre, die teilweise nur schmale Rollos hatten: 280x200x96cm, die Türe hinten fast zwei Meter breit...

Grüße,

Konrad
 
In langsamen Schritten geht es weiter. Wenn ich nicht etlichen Freunden meine Hilfe zugesagt hätte, würden meine Projekte nicht so leiden ;-)

Meine eher unfreiwillige Lösung, den Koffer nur anzuheben, funktioniert perfekt. Ich komme von unten an den Unterboden des Koffers und habe zwischen Koffer und Rahmen wiederum genug Platz, den Schmodder/Dreck/Flugrost zu entfernen. Die Beschichtung mit Steinschlagschutz funktioniert lächerlich einfach, da keine extra Pistole gereinigt werden muss. Sie liegt dem Set schon bei. Danach konnte ich die ganzen Druckluftleitungen ausbauen sowie den Zusatz-Bremszylinder und den Lufttank. Wie man sieht, ist der Zylinder ziemlich fertig. Heute habe ich dann den Rahmen vorbereitet und entfettet. Beim ersten Lackieren fing es dann ungeplant an zu regnen - also alles Zusammenräumen und Kaffee trinken.

In den letzten Wochen hatte ich mich übrigens auch für das zivile Schwestermodell "Kurzhauber" begeistert. Gestern war ich sogar eigens in Österreich, um einen besonders schönen zu besichtigen und probezufahren. Letztendlich ist er aber durch die verschachtelte Bauweise des Koffers für Transportzwecke ungeeignet und auch nicht leiser als der Unimog. Dann stürze ich mich mit umso mehr Eifer auf den Mog. Und der 814 darf bleiben - er ist um Klassen alltagstauglicher als der LAF 710. Trotzdem war es ein netter Trip.

Grüße!

Konrad

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So,

nachdem der Regen immer wieder Pause machte, war ich schnell und habe den Rahmen unter dem Koffer dreimal mit Brantho Korrux lackiert. Ich wollte den Koffer schnell wieder sicher auf dem Rahmen sitzen haben, das hat auch problemlos geklappt. Es geht mühsam, aber für meine Möglichkeiten bin ich happy!

Habt in schönes Wochenende,

Konrad

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Danke Justus,

ganz genau darf man halt nicht hinschauen, ist nur eine Garten-Restaurierung ;-) Aber es ist schön, wenn der Mog jetzt von unten her anfängt zu strahlen... Ist noch viel Arbeit, und manche Sachen halten sehr auf. Die Nummer mit dem Koffer ist jetzt aber erledigt, das hatte mir viel Gedanken gemacht. Die Radläufe vorn sind ebenfalls gereinigt und mit Steinschlagschutz lackiert.

Grüße!

Konrad
 
Moin,

ich stehe zu "besser als in Gaggenau..."!
Die haben bei staatlichen Grußaufträgen teilweise ganz schön gepfuscht, rohe Rechteckrohre mit rohem
Stahlblech ummantelt, Blech auf Blech ohne irgend einen Korrosionsschutz, aber das war damals
bei vielen Herstellern nicht wesentlich besser. ....aber die mit dem Stern halt auch!

Andererseits, z.B. hatten die Funk404 in V-Fall eine statistische militärische Einsatzdauer von weniger als einer Stunde,
war also fast schon Verschleißmaterial.

Gut 404! Justus.
 
Danke Justus,

das wusste ich nicht! Ist aber verständlich, ich kenne Geschichten von normalen PKW aus der Zeit, die schon über den ersten TÜV geschweißt werden mussten...

Ich freue mich, dass mein Mog zwar einigen Flugrost, aber keine Durchrostungen hat. Unter dem Auto kommt das auf jeden Fall von viel Öl und Fett ;-)))

Grüße!

Konrad
 
Hallo Justus
MagMog schrieb:
Die haben bei staatlichen Grußaufträgen teilweise ganz schön gepfuscht, rohe Rechteckrohre mit rohem
Stahlblech ummantelt, Blech auf Blech ohne irgend einen Korrosionsschutz, aber das war damals
bei vielen Herstellern nicht wesentlich besser. ....aber die mit dem Stern halt auch!
die BW hatte auch schon damals ein Pflichtenheft. Was da nicht drinstand wurde nicht gefordert und nicht geliefert.
Die Koffer kommen heute wie damals nicht vom Stern sondern von Karossieriebauern.
Ich habe eine zeitlang bei Chr.Miesen im Karosseriebau gearbeitet, drei Plätze weiter wurden die Koffer gebaut. Da gab es ganz klare Vorgaben, wo was angepinselt werden muss. Es wäre bei einem Koffer vielleicht noch vertretbar, wenn trotzdem mehr grundiert würde. Bei der Stückzahl war der Preis knapp kalkuliert, kein Unternehmen verschenkt eimerweise Grundierung, von dem Arbeitsaufwand erst gar nicht zu reden. Die Jungs mussten richtig reinhauen, um im Soll zu bleiben.
 
Hallo Helmut,

das leuchtet ein. Wieder einmal habe ich das Gefühl, dass man bei den älteren Fahrzeugen davon profitiert, dass ohne Computer und mit viel Sicherheitsreserve konstruiert wurde. So profitiere ich wohl vom überdimensionierten Rahmen. Je neuer die Autos sind, die ich repariere, desto mehr wurde auf Kosteneffizienz geachtet und desto knapper sind die Bauteile kalkuliert. Interessant finde ich ja, dass mein Mog zunächst von Feuerwehren gut gepflegt wurde - aber in den letzten 15 Jahren als Arbeitstier herangenommen und sicher nicht geschont wurde. Trotzdem macht die Restaurierung Spaß, weil das Blech/der Stahl nirgends durch ist.

Schönen Sonntag euch allen!

Konrad
 
Guten Abend,

nachdem ich nun schon am Koffer zugange bin und auch die abgebauten Türen irgendwann wieder dran sein sollten, habe ich zunächst gecheckt, warum sich das Wasser bei Regen immer am Dachrand sammelt. Wie man auf den Fotos sieht, hat sich unter Belastung das Blech eingedrückt, leider sind die Verstrebungen auch nicht seitlich bis in die Wand geführt - klar dellt sich das ein. Wahrscheinlich wurde an der Fahrerseite immer das Ersatzrad abgeladen. Ich habe passende Winkel eingeschraubt, nachdem ich das Dach nach oben leicht überdehnt hatte.

Danach noch hinten die neuen Stoßdämpfer montiert - dazu musste aber der Koffer wieder ein Stück angehoben werden. Die oberen Schrauben lassen sich lösen, aber die Bolzen gingen nach innen zum Koffer nicht raus. Die neuen Bolzen habe ich andersherum montiert, um die nächste Reparatur einfacher zu machen. Jetzt sitzt alles wieder.

Grüße!

Konrad

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Die letzten Tage kam ich endlich wieder an den Mog. Viel Kleinarbeiten vor dem Lackieren des vorderen Rahmens inkl. Achsen, Lenkgestänge etc. Letztendlich hatte ich dann heute die Zeit für die eigentliche Lackierung. Zum einfacheren Arbeiten habe ich nacheinander die Vorderräder abgenommen. So konnte ich besser an die Federn und die verwinkelten Strukturen kommen. Kratzen,. schmirgeln, reinigen, abkleben und lackieren. Dann die andere Seite... Ein bisschen mulmig wird mir schon unterm Auto, wenn ein Rad fehlt, trotz aller Sicherungsmaßnahmen. Aber es ist geschafft!

Zwischendurch wollte ich noch ein Luftrohr vom Kompressor abschrauben. Das wiederum ging leichter, wenn ich den Luftfilter abbaue, und da ich den eh auf Trockenluftfilter umbauen will, war das die Gelegenheit. So viel Öl war nicht mehr drin, aber dafür die Reste eines Wespennests samt Wespen :shock:

So, und da mir grad die Arbeit ausgeht und ich so konsequent bin wie Wackelpudding, habe ich dann doch noch den Kurzhauber aus Österreich geschossen. Ich hatte ihn einfach nicht aus dem Kopf bekommen... Für DEN Preis konnte ich ihn nicht ziehen lassen. Jetzt freu ich mich, den quasi Bruder vom Mog zu überführen.

Grüße an alle,

Konrad

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