411er springt nach Wiedereinbau der Einspritzpumpe nicht an

Roman483

New member
17. Okt. 2013
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Trippstadt
Hallo zusammen,

ich bräuchte mal Eure Hilfe, hab zwar schon einige hier gelesen, aber irgendwie komm ich nicht weiter.

Der 411er meines Dads ist vor 3-4 Jahren nicht mehr angesprungen. Dann haben wir jemanden angesprochen der sich angeblich damit auskennt, speziell ESP und Einstellung.
Danach lief er wieder, sprang aber erst nach längerem Drehen an auch im warmen Zustand nicht viel besser.
Irgendwie ging er beim Gasgenen auch nimmer mit der Drehzahl so hoch, im Vergleich zu unserem 2010er.

Jetzt hatte ich endlich mal etwas Zeit und hab mich auch hier eingelesen.
Zuerst mal Kompression geprüft:
1: 17bar
2: 16bar
3: 10bar
4: 10bar


Also Kopf runter.
Neue Zylinderkopfdichtung drauf und Ventile auch gleich neu eingeschliffen.
neu geprüft:
1: 17bar
2: 16bar
3: 13bar
4: 14bar

nicht super aber eigentlich sollte er doch damit laufen, is er ja vorher auch.

Steuerdeckel und Pumpe hatte ich auch ab. Da er etwas gekifft hat.

Jetzt zum Einstellen.
Riemenscheibe hat leider keine Markierungen. In die Getriebeglocke oben sehe ich leider nicht ein, aber von unten. Also hab ich die Scheibe dort jeweils auf die Markierungen gestellt und dann an der Riemenscheibe jeweils um 180° verdreht die Markierungen gemacht.
Auf OT gestellt überschneiden sich auch die Ventile vom 4. Zylinder.
Dann auf 32° vor OT gestellt.
Die Pumpe habe ich über die Druckluftmethode auf FB gestellt, hab auch drauf geachtet dass der 1.Kolben in der Pumpe sich nach oben bewegt. Die Membran habe ich mir auch mal angeschaut, konnte keine Risse etc erkennen.
Alles eingebaut und im verbauten Zustand dann nochmals per Druckluft überprüft.
Entlüftet hab ich auch, es kommt auch Diesel an den Düsen an.

ER will aber einfach nicht anspringen. Vorglühen, starten....hört sich an als ob er kommen will aber dann lässt er irgendwie nach und dreht einfach nur. Bei dem ganzen Versuch qualmt er richtig schwarz.

Wer kann mir helfen?
Ich komm irgendwie nicht weiter, hat jemand einen Tip noch?

Dafür wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Roman
 
Hallo Roman

Das hört sich an, wie wenn du auf den falschen OT eingestellt hättest. Ein Viertakter hat zwei obere Totpunkte- einmal wird das Gas ausgestossen, das andere mal wird verdichtet. Bei dir könnte jetzt die Einspritzung vor dem falschen OT stattfinden...
Wäre ein Ansatz zum Ueberprüfen.

Gruss Norbert
 
Hallo Roman,

das was Norbert sagt hatte ich auch zuerst gedacht. Das war nämlich bei meinem 411 der Fall. Wenn auch schwer, ist er in der Einstellung dennoch angesprungen und gefahren. Das ganze unter grosser Rauchentwicklung. Aber wenn Du sagst, dass der 4. Zyl auf Überschneidung steht müsstest Du eigentlich den richtigen OT für den 1. Zyl getroffen haben, nämlich im Verdichtungshub. Bei diesem OT stehen auch, wenn ich mich richtig erinnere die Markierungen bei den Stirnrädern übereinander. Also Kurbelwelle und Nockenwelle und Nockenwelle und ESP-Antriebsritzel. Damit kannst du deine auf der Riemenscheibe selbst angerissenen Markierungen noch zusätzlich prüfen. Hast du die 32 grad auch in die richtige Richtung angerissen? also vor OT bzw. wenn OT bei 12 Uhr steht müsste FB bei ca. 1-2 Uhr liegen. Warum kannst Du die Markierung nur von unten auf der Schwungmasse sehen, da ist doch nur ein ca. 5mm breites Loch, was schätzungsweise auch weiter vorn liegt.
Wenn der Förderbeginn im Bezug auf den OT stimmt und er dann immer noch nicht anspringt würde ich mal testen ob die Glühkerzen auch alle funktionieren und die Einspritzdüsen überprüfen.

Gruß Max
 
Hi Norbert, hi Max,

danke schonmal.
Also ich bin mir sicher dass ich nicht den OT beim 4. habe, da sich ja die Ventile beim 4. überschneiden.

Ich hab mir die Markierung auf der Schwungscheibe an dem unteren Loch in der Getriebeglocke gesucht da ich von oben ja noch das Bodenblech habe und nicht in die Öffnung einsehen kann. Bin halt davon ausgegangen dass das untere und obere Loch exakt 180° gegenüber liegen.
Aber ich werde mir halt mal die Arbeit machen und das Blech ausbauen um sicher zu sein dass das auch exakt 180° sind.
Glühkerzen werde ich mal durchmessen, Einspritzdüsen habe ich schon gegen neue getauscht.

Ich hoffe mal dass es nur an der Markierung oder Glühkerzen liegt. Sonst bin ich nämlich ratlos.
 
Ich hab mir die Markierung auf der Schwungscheibe an dem unteren Loch in der Getriebeglocke gesucht da ich von oben ja noch das Bodenblech habe und nicht in die Öffnung einsehen kann. Bin halt davon ausgegangen dass das untere und obere Loch exakt 180° gegenüber liegen.

Moin Roman,

dass ist nicht nur sehr ungenau, es gibt auch Schwungscheiben mit um 50° versetzten Markierungen!!!
 
Hallo zusammen,

konnte heute endlich weiter machen.
Bodenblech ist raus.
FB auf Schwungscheibe passt und die Pumpe passt auch. Hab aber alles nochmal per Druckluft geprüft.
Hab auch den 1. und nicht den 4. Zylinder.

Nachdem er trotzdem nicht lief, hab ich die Pumpe mit samt Leitungen ausgebaut. Hab mir dann eine Diesel Zuleitung gebaut (direkt seitlich dran und nicht über die Pumpe)und 4 neue Düsen dran geschraubt. Hab dann die Pumpe mit einem Akkuschrauber angetrieben.... alle 4 Düsen haben gleichmäßig zerstäubt.

Glühkerzen sind auch alle ganz.

Morgen will ich nochmal die Kompression prüfen.

Hat vielleicht noch einer eine Idee :(
 
Hallo Roman,

wenn die Einspritzpumpe, deren Einstellung sowie das Vorglühen in Ordnung sind, wäre eine Überprüfung der Einspritzdüsen angebracht.
 
ER will aber einfach nicht anspringen. Vorglühen, starten....hört sich an als ob er kommen will aber dann lässt er irgendwie nach und dreht einfach nur. Bei dem ganzen Versuch qualmt er richtig schwarz.

Roman,

davon, dass der Motor aureichend Luft bekommt, gehe ich aus.

Aber, bist Du absolut sicher, dass der FB richtig eingestellt ist?
 
So meld mich jetzt erst wieder weil ich am Montag operiert wurde.

- Luftzufuhr ist ok
- Glühkerzen sind ok
- Düsen habe ich mehrere Sätze ausprobiert (die eigentlich ok sein sollten) habe noch einen nagelneuen Satz der hat keine 115bar sondern 150bar hat, die werde ich ja nicht nehmen können oder?

hab heute versucht den FB mal per Überlaufmethode einzustellen, dabei zeigt sich allerdings eine andere Position als bei der Druckluftmethode. Hab dann die Pumpe rausgezogen und einen Zahn versetzt. In dieser Position stimmt auch die Markierung an der Pumpe zu der Schraube nicht mehr. ABER.....
Jetzt springt er zwar leicht an, aber russt dabei extrem grau. Er dreht auch hoch aber ich bin der Meinung dass er dabei nicht ganz sauber läuft.

ZUR PUMPE:
Sowohl bei der Überlauf wie auch Druckluftmethode ist der FB nicht dicht in der Pumpe. Sprich es kam immer noch minimal Druckluft durch die Pumpe. Auch heute beim Überlauf hab die beste Position gesucht aber auch dort kam nach 3-5sec immer noch ein Tropfen raus.
 
Hallo Roman
Ich selber habe schon einige mal den Förderbeginn mit der Luft Methode gemacht .
Allerdings nicht mit Druckluft sondern mit einem schlauchende am Mund und reingepustet.
Dabei an der ersten Druckkammer das druckventil ausgebaut und wieder etwas Diesel oben eingeträufelt. So kann man den fb besser fühlen.
Vielleicht hilft es etwas.
Grüße Jürgen
 
Hallo Roman,
versuch doch einmal die Düsen ausgebaut an der Pumpe abspritzen zu lassen. Sind die Hohlschrauben an der richtigen Stelle verbaut und nicht vertauscht? Meine Vermutung geht in Richtung defekte Pumpe, da auch ein Unterschied bei der Einstellung des Fb je nach Methode besteht.
Gruß Georg
 
Hallo Jürgen,

das werde ich morgen früh mal ausprobieren.

hi Georg,
die Düsen im ausgebauten Zustand habe ich schon probiert, zerstäuben alle. Und auch die neuen 150bar Düsen funktionieren an der Pumpe. Kann ich die dann benutzen??

Das mit der Pumpe kam mir schon die ganze Zeit komisch vor. Da es ja heißt dass keine Luftblase bzw Tropfen mehr kommen dürfen. Aber ich kann die Pumpe mehrmals durch drehen und es gibt keine Position wo das so ist. Das beste sind Luftblasen bzw Tropfen im Abstand von 3-5sec. Aber wie gesagt, bei jedem Verfahren eine geringfügig unterschiedliche Position.

Ich geh morgen nochmal dran, ansonsten geht die Pumpe zur Bosch.
 
so finale Erkenntnisse (hab nämlich keine Lust mehr)

- Pumpe steht definitiv auf FB, per Überlaufmethode (alle 10sec ein Tropfen, besser geht es nicht)
- Membran in der Pumpe ist auch ok
- Motor springt relativ leicht an
- nach 2-3min lässt das Nebeln (grau) im Stand soweit nach dass man fasst schon sagen könnte ok (für mich wäre es ok)
- sobald man langsam hochdreht wird das nebeln immer mehr, Richtung Vollgas ist es so schlimm dass man fasst nichts mehr sehen kann.
- hab auch mal den Schlauch am Ölbadluftfilter abgemacht--->macht keinen Unterschied


was würdet ihr sagen? Einspritzpumpe? oder was ist eher wahrscheinlich? sonst beiß ich nämlich in den sauren Apfel und bring die Pumpe morgen zum Bosch
 
Hallo Roman,

kann es sein, dass du den Förderbeginn nicht ganz korrekt eingestellt hast. Weil dein Rauchbild für einen Falschen Förderbeginn spricht.
Hast du den Förderbeginn so ein gestellt?

Beim Förderbeginn prüfen mit der Überlaufmethode muss du den Motor so weit drehen bis der Kraftstoff am Überlaufrohr (Einspritzleitung des ersten Zylinders gerade aufhört zufließen und anfängt zu tropfen. Wie viele Tropfen dann noch rauströpfeln ist abhängig vom Druck und dem Zustand des Pumpenelement. Weil in diesem Moment die obere Steuerkante des Pumpenkolben die Zulaufbohrung verschließt => Förderbeginn.
Falls du so weit gedreht hast bis nur noch alle 10s ein Tropfen kommt bis du schon mitten im Förderhub. Das würde bedeuten dein Förderbeginn ist jetzt viel zu früh eingestellt.

Gruß Peter
 
So es hat mir ja keine Ruhe gelassen.

Hab jetzt mal den FB neu bestimmt und zwar nicht so dass der Tropfen hängen bleibt, sondern wie Peter gemeint hat, sobald das Fließen in Tröpfeln übergeht. Macht an dem Pumpenflansch ca.2mm aus.
Er springt wie vorher weiter gut an, im Stand fasst überhaupt kein Nebel und beim Gasgeben fängt er leicht an aber nur geringfügig. Je wärmer er geworden ist desto besser wurde es.
10x besser wie bevor ich ihn zerlegt habe, vor allem muss man nimmer lange leiern zum starten und er dreht auch hoch.

Für jetzt reicht das mal, da ich ja auch nicht weiß wieviel von der schlechten Kompression kommt. Unter den Randbedingungen finde ich einfach dass er gut läuft. Und mit 3 Unimogs und einem Radlader muss ich ja auch mal an den anderen was machen :)

Hab allerdings noch 2 Fragen:

1. Die Schraube unter der Membran, besitzt keine Blombe mehr und ist auch nicht festgekontert. Wie wird diese genau eingestellt?

2. Nach was stell ich die Volllast-Schraube an der Drosselklappe ein?
 
Hallo Roman,

das freut mich für dich , das er wieder läuft. :party
Zu deinen Fragen.
1. Die Schraube unter der Membran ist die Volllastanschlagschraube und wenn dein Mog jetzt wieder gut läuft würde ich die einfach wieder kontern. Die müsste man auf dem Einspritzpumpenprüfstand einstellen. Oder auf die Rauchgrenze deines Mogs.
2. Die Anschlagschraube an der Drosselklappe ist die Höchstdrehzahl und Leerlaufanschlagschrauben. An der einen kannst du die Leerlaufdrehzahl einstellen und an der anderen Schraube die Höchstdrehzahl.

Ich hoffe ich konnte dir damit weiter helfen.

Gruß Peter
 
Hallo Roman
Schön das er wieder läuft :)
Die Anschlag Schraube sollte so eingestellt sein das bei der Vollgasstellung die Luftklappe so weit wie möglich auf ist.
Also soweit das sie genau gerade zum Luftstrom liegt.
Grüße Jürgen