ab und zu kein Standgas, Vergaservereisung?

sl8sniper

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13. Nov. 2005
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Heroldsberg
Hallo Leute,

Habe bei meinem 404 ein komisches Phänomen, für das ich bis jetzt auch nach heftigem Suchen in alten Beiträgen keine 100%ige Lösung gefunden habe. Schon bei den ersten Probefahrten im Herbst hatte ich das Problem, dass der Mog zwar gut anspringt, sobald der Motor aber warm ist, das Standgas nicht mehr hält und einfach ausgeht. Steht der Motor für ungefähr 10 Minuten und wird dann gestartet, dann ist das Standgas wieder ganz normal. Seit dem WE habe ich einen Benzinpumpen-Rep.Satz, Vergaser-Rep.Satz und neue Verteilerkappe mit Unterbrecher und Verteilerfinger eingebaut, Zündung und Schließwinkel mit Meßgeräten und den Vergaser nach Anleitung eingestellt. Ich hatte gehofft das Problem mit dem Standgas hätte sich damit erledigt.
Trotz extrem vorsichtiger Fahrweise (niedertourig ca 5 km weit)und den Temperaturen von ca. 5 Grad+ trat das Problem heute wieder auf. 1 Stunde stehen lassen, angelassen, Standgas läuft super.
Zwar funktioniert meine Vergaserheizung im Moment nicht, ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass der Vergaser wie gesagt innerhalb von ca. 5km extrem vorsichtiger Fahrt zufriert.
Irgendwie kann ich sowieso nicht glauben, dass durch die beiden Isolierflansche viel Wärme in den Vergaser geht und dann noch die Luft erwärmen soll.

Hatte jemand schon ein solches Phänomen oder weiß jemand, wo ich zu suchen anfangen könnte?

Schon mal Danke im Voraus.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

war heute bei neblig-kaltem Wetter mit meinem 404.1 unterwegs und habe die selben Erscheinungen beobachten können wie Du sie schilderst. Bei meinem ist die Bimetallfeder für die Warmluftansaugung abgerostet. Ich hatte mal eine Handbetätigung mittels Draht dran. Das werde ich wieder machen. Dann müßte sich die Vereisung auch wieder gezielt verhindern lassen.
 
Hallo Stefan,


Die von dir beschriebenen Symptome passen nach meiner Erfahrung exakt
zur Vergaservereisung. Probier doch einfach mal folgendes aus:

Entferne die rechte Klappe von der inneren Motorabdeckung und fahre
nach Kaltstart so etwa 5 km, bis der Leerlauf nicht mehr vorhanden ist.

Dann anhalten und einfach mal eine Hand auf das Vergasergehäuse legen.
Der Vergaser müsste sich dann extrem kalt anfühlen, auch wenn man
sich 10 cm weiter unten am Auspuff die Finger verbrennen könnte.

Abhilfe kannst du dann ggf. schaffen, in dem du die Vorwärmklappe
von Hand (in Fahrtrichtung gesehen) nach rechts drehst.
(Oberer Gewichtsknubbel von Motor weg drehen)

Dann weiter fahren und testen, ob sich was verändert.

Beste Grüße aus Viersen

Klaus Gartz
 
Danke für die schnellen Antworten, werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.
Werde mir wahrscheinlich anstatt der nicht mehr vorhandenen Feder einen Chokezug einbauen, um die Klappe von Hand bedienen zu können.
Erlären kann ich mir das dann nur so, dass der Vergaser bei kaltem Motor sehr schnell vereist, weil noch keine Wärme vom Motor das Ding aufheizt. Ist er dann durch das Stehen mit warmem Motor erst mal wieder aufgetaut, dann ist der Vergaser anscheined so warm, dass ernicht mehr zufriert.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

Deine Erklärung würde ich genau so unterschreiben.
 
Hallo Stefan

Vergaservereisung ist eine nervtötende Angelegenheit,weil einem von jetzt auf gleich Leistung fehlt.Ich hatte auf der Überführungsfahrt meines Mogs aus dem Sauerland auch einige Male damit zu kämpfen, auf der Autobahn ist das nicht wirklich witzig.Die Bimetallfeder ist da auch nicht der wahre Jakob,vor allen wenn die Welle mit dem Gegengewicht nicht mehr leichtgängig ist.Ich werde auch die Lösung mit dem Bowdenzug anstreben,ist in kleinen Flugzeugen übrigens ähnlich,und sobald die Temperaturen unter 10Grad fallen und die Luftfeuchte hoch ist wird halt mit Hand vorgewärmt.Vielleicht wäre auch ein passendes Blech vor dem Vergaser sinnvoll,um ihn etwas aus dem Fahrtwind zu nehmen,was meint ihr dazu.?

Gruß
Harald
 
Hallo,
soweit ich weis ist die mit der Bimetallfeder geregelte Klappe hauptsächlich dazu da, das Gemisch NACH dem Vergaser über das Abgas anzuwärmen, etwa bei kaltem Motor, um ein Kondensieren des Benzins im Ansaugkrümmer zu vermeiden. Deswegen sollte sich die Klappe bi warmem Motor wieder schließen, da dann diese Gefahr eingentlich nicht mehr besteht (und auch etwas Leistung kostet).
Vergaservereisung entseht dadurch, dass in der Einschnürung im Bereich der Düse die angesaugte Luft beschleunigt wird.
Wegen der Energieerhaltung muss die dazu benötigte Energie irgendwo herkommen, deswegen kühlt die Luft ab. Gleiches Phänomen bei Druckminderern an Gasflschen.
Bei wiedrigen Verhältnissen (kühl, hohe Luftfeuchtigkeit) kann das dann zu einer Vereisung führen.
Deswegen haben viele Autos eine Ansaugluftvorwärmung, der Mog aber leider nicht.
Die Vorwärmung heizt ja den Krümmer, eventuell kann davon Wärme auf den Vergaser übergehen, aber das dürfte theoretisch nicht soviel bringen.
Also müsste man am besten die Luft vor dem Vergaser anwärmen. Die Luft wird ja kalt von außen angesaugt.
Das der Vergaser bei Pausen wieder auftaut ist ja recht logisch, da er ja direkt auf dem Abgaskrümmer sitzt und sich dann die Wärme unter der Abdeckung staut.
Aber ich bin gespannt, ob das Problem trotzdem in den Griff zu bekommen ist.
So viel von der Thorie,
Tilman
 
Hallo,

dazu kommt ja im Vergaser auch noch, dass das vom 404 so gern in großen Mengen konsumierte Benzin durchs Verdampfen noch "Kälte erzeugt"

Gruß
Max
 
Hallo Max,

also das mit der Kälte durch Verdampfen des Benzins kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Bitte kläre mich auf, wenn ich falsch liege, aber normalerweise dürfte im Vergaser das Benzin nicht verdampfen sondern nur sehr fein in der Luft in flüssigem Zustand verteilt werden. Ansonsten dürftest du gravierende Probleme mit der Zylinderfüllung und dem Mischungsverhältnis bekommen.
Das mit der Kälte wegen der höheren Strömungsgeschwindigkeit an der Engstelle ist auf jeden Fall so.

Gruß
Stefan
 
Hallo,
meines Wissens ist es auch so, dass im Vergaser das Benzin nur dosiert wird, also erstmal großteils flüssig bleibt.
Das Benzin verdampft dann erst im Zylinder oder im (oft beheizten, zumindest während dem Warmlaufen) Ansaugkrümmer.
Gruß, Tilman
 
Hallo Tilmann,

aber auch im Ansaugtrakt sollte theoretisch zumindest nur sehr wenig Benzin verdampfen und das meiste flüssig bleiben. Wenn du es mal mit Wasser vergleichst, da weiß ich den Wert, ist das eine Volumenzunahme von 1:1700 vom Übergang flüssig-gasförmig bei gleichbleibenden Druck, was ein äußerst mageres Gemisch zur Folge hätte.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,
du hast natürlich recht mit deiner Aussage.
Leistungsmäßig sollte das Gemisch möglich kühl (und damit dichter) sein, das Benzin möglichst erst im Zylinder verdampfen und sich dann gut mit der Luft vermischen.
Nur bei so langen Ansaugwegen wie zB beim Unimog ist die Gefahr der Entmischung, also so ne Art Kondensation da. Deswegen zumindest bei kaltem Motor die Heizklappe unter dem Vergaser.
Eine Hochleistungsvergaseranlage ist das ja sowieso nicht.
Gruß,
Tilman