Allgemein - Abschleppstangen

Karl_Bauer

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28. Aug. 2002
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Dobry Vecher!

Wer neulich im Spiegel mal den Bericht über den Verkehr bei uns gelesen hat, wird verstehen, dass es das Ziel eines Unimogbetreibers in Russland nur sein kann, bei einem Schaden möglichst schnell von der Straße zu kommen, und dabei auch möglichst alle Utensilien (Zugfahrzeug und Anhänger) auf einen Schlag mitzunehmen und in Sciherheit zu bringen.

So stellte ich im Forum das Thema "Druckluftversorgung beim Abschleppen2 zur Diskussion und bekam auch Anregung für eine Lösung, die gerade in der Mache ist. Werde daruaf später noch zurück kommen.

Jetzt wären gute Ratschläge für eine Abschleppstange gefragt. Die vernünftige Lösung von einem Unimogler im Rheingau hänge ich mal an diesen Beitrag dran. Aber beim Durchlesen meiner speziellen Anforderungsliste versteht ihr, wieso das für unsere Verhältnisse noch nicht ganz der wahre Jakob ist.

Eine Unimog-Abschleppstange für die russischen Verhältnisse sollte folgendem Lastenheft genügen:

- Stabilität;
Unimog mit beladenem Anhänger sollte auf einen Schlag an den Haken genommen werden; die Bremsprobleme und ihre Lösung waren ja Gegenstand eines anderen Beitrages;

- Anhängezugöse gegenüber Zugfahrzeug 70mm Durchmesser, gegneüber Unimog normaler EU-Standard; die meisten älteren LKWs haben noch Zughaken, ähnlich der Nato-Kupplung; und die Fahrer dieser Vehikel sind auch gewähnlich besonders hilfsbereit;

- Gut mitzufürhen und unterzubringen;
Dazu müsste die Abschleppstange zweiteilig konzipiert werden; die Lösung auf dem Bild ist für deutsche Verhälntisse gut, weil da die Länge (ca. 145 cm = Breite der Pritsche) der Abschleppstange in der Regel genügt. Bei unseren abschleppfreudigen KAMAZ, MAZ, ZIL, URAL, GAZ, UAZ genügt die Länge nicht, denn oft sitzt die hakenförmige Anhängekupplung zu tief unter der Pritsche. Außerdem geriete die ganze Abschleppaktion für den Unimog-Piloten zu einem Blindflug hinter der Brodwand des Schleppfahrzeuges!


Deshalb dachte ich an eine zusammensteckbare Abschleppstange mit ca. 2,70 m Nutzlänge, anstatt ca. 1,40 m, so wie die in D im Kfz-Handel vertriebenen für PKW bis zu 3,5 to. Diese könnte dann in zwei Teilen genauso an der Pritsche untergebracht werden, wie die auf dem Foto.

- Was haltet Ihr davon?

- Wie stark sollte das dünnere Rohr sein, das beim Zusammenstecken in das stärkere geschoben und mit einem gesicherten Bolzen gehalten wird, sein?

- Zulassungsfragen spielen hier zunächst mal keine große Rolle!

- Wer hat schon eine ähnliche Lösung?

Spasibo! Karl
 

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Hallo Karl

Kurz nach der Wende war ich einem 7,49 Tonner der DRK Norddeutsch-
land
anlässlich eines Hilfstransportes nach Russland unterwegs. Kurz vor der
polnischen Grenze gab das Fahrzeug den Geist auf . Dank der hilfreichen
Wachtmeister kam ein IFA Fahrzeug . Mächtige Reifen und eine gelbe
Rundumleuchte auf dem Dach . Zur nächsten geeigneten Werkstatt , auch
noch am Samstag , waren es etwa 30 Kilometer . Abschleppstange ran an
das Fahrzeug , Rundumleuchte an und ab ging die Post. Wenn ich an diese
Aktion denke, stehe ich immer kurz vor einem Herzinfarkt . Keine Serve-
lenkung und Bremsunterstützung. Der zog mich mit etwa 60 km / h über
die Landstrasse und durch die Kurven. Feuchte Fahrbahn und teilweise
Blaubasalt. Sein Wagen leer , mein Fahrzeug fast voll beladen. Kurze
Abschleppstange ; kaum Sicht nach vorne . Rein rechnerisch müsste man
die Belastung errechnen können. Somit halte ich eine geteilte Abschlepp-
stange für höchst gefährlich , auch wenn man langsamer fährt.
Würde immer auf unsere deutsche genormte Stange zurückgreifen.
Man muss diesen Abschleppvorgang einmal erlebt haben. Ein 2. Mal
bestimmt nicht.

Gruss aus Norddeutschland

Hans-Wilhelm
 
Hallo Karl,

ich habe mir eine Teleskopabschleppstange angefertigt. Rohr 60 mm mit 5 mm Wandstärke und dazu das passen Innenrohr und anstatt der Bolzen kannst Du 16 mm Schrauben verwenden. Damit kannst Du einen 40 Tonner ziehen. Die Scherkraft ist gigantisch hoch. Entscheidend ist aber auch die Schweißverbindung von der Zugöse. Man kann dieser aber auch Schrauben.
Die Länge kannst Du selbst bestimmen. Meine habe ich unter der Pritsche vom 411er.

Schaue Dir die Bilder an.

Gruß

Matthias
 

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Guten abend Matthias,

finde deine konstruktion praktisch und dennoch sehr solide.
Trotzdem ein paar fragen:
1.
das innere rohr müsste ja theoretisch 60-2x5=50 sein. Da hast du aber sicher etwas luft gegeben.?
Wie ist das exakte maß des innenrohres?
2.
die zugösen sind kaufteile oder ? Wenn ja , bitte typ, bezugsquelle und
preis nennen?
3.
die sichtbaren zwei schweißnähte auf dem äußeren rohr sind wodurch entstanden ? zusammenstückeln des rohres oder eine funktionelle bedeutung?. Für mich zunächst nicht erkennbar.

dank im voraus für deine antworten.

mfg
 
Matthias,

kann Heinz nur beipflichten: Danke für die Vorstellung dieser soliden Arbeit.


Noch ein paar Fragen:

1. Wo und wie hast Du die Abschleppstange unter dem U411 untergebracht? Vielleicht schießt Du gelgentlich noch ein paar anschauliche Fotos. Danke!

2. Was ist die Länge des längeren Teiles im auseinandergenommen Zustand? Siehe mein eingestelltes Bild.

3. Da ich das Eisen nicht aus Deutschland hier anschleppen möchte, wäre ich Dir dankbar, wenn Du noch eine "Stückliste" zusammenstellen könntest. Im Wesentlichen frug Heinz ja schon danach.


Anzahl der Rohrstücke

- Aussen- und Innendurchmesser, Länge, Anzahl;
- Durchmesser der verwendeten Bolzen; ggfs. sind es Handelsteile;
- Zugösen; danach frug ja Heinz schon. Ich habe eine normale D-Zugöse nach DIN 74054 (Durchmesser 100/40mm) bereits hier.



+++++++++++

Heinz,

falls die von Matthias erbetenen Längenmaße passen und Du Dir eine solche Abschleppstange zusammenbaust, dann hätte ich die Bitte, dass Du mir auch eine "vorrichtest".

Unter "Vorrichten" meine ich alle Bearbeitungsvorgänge einschl. Lackieren, bis auf die 2. Zugöse auf einer Seite. Denn diese sollte für die russischen "NATO-Kupplungen" passen; etwa die britische Ringzugöse (185/76 mm Durchmesser). Ggfs. kann ich Dir auch eine russische Zugöse zukommen lassen. Meine russische Zugöse hat Vassili nur schon in die Verlägnerung der Anhängekupplung verbraten. Eine echte Nato-Zugöse täte es auch, falls Du eine in Deutschland auftreibst. Das hätte den Vorteil, dass Du die Abschleppstange parallel zu Deiner fix und fertig machen könntest.

Die Entlohnung könnte erfolgen in Erdgas )über den Altbundeskanzler), Erdöl, Wodka, Ersatztiele russischer Fahrzeuge, Rubeln und Euro; darüber sollte aber dann das Unimog-Schiedsgericht entscheiden. Ich würde die Konstruktion dann selbst abholen und weiter verfrachten.



Danke und Gruß! Karl
 
Hans-Wilhelm,

Du beschreibst ja genau die Situation, die ich vermeiden möchte:
- beladen ohne Druckluftverrosgung;
- keine Sicht wegen zu kurzer Abschleppstange;
- Geschwindigkeit für Abschleppvorgang viel zu hoch.

Im Osten wird leider das persönliche Risko viel fahrlässiger eingeschätzt als in Zentraleuropa; ein Menschenleben zählt weit weniger!

Dabei will ich nicht deutlich ausprechen, wieso ein havarierter Zug Unimog-Anhänger sofort von der Straße sollte, denn lange steht da nichts ungeschoren herum.

Gegen eine deutsche Standard-Abschleppstange spechen hier 2 Argumente:

- die "NATO-Anhängekupplung" bei den älteren russischen LKWs;


- Mitführen der Abschleppstange am Unimog begrentz die Länge, bzw. fordert Zeiteilung.

1. Möglichkeit: an der vorderen Bordwand, wie im Bild: 1,45 m Länge
2. unter der Pritsche, wie Matthias: 1,80 m Länge
3. wie bei russischen Militärfahrzeugen über der Stoßstange, bzw. integriert als Stoßstange: beim Unimog wären das auch nur 1,45 m Länge.



Danke für Deinen Beitrag! Karl
 
Hallo Karl

ich denke, deine Angst vor Ausfallserscheinungen deines Mog sind unbegründet. Wird doch jede Funktion mittlerweile durch ein Überwachungsmodul oder eine Signallampe auf ihren jeweiligen Betriebszustand überwacht und schon vor Eintreten des Supergau wird der Fahrer eindringlich auf das hereinbrechende Unheil so zeitig gewarnt, dass die Heimfahrt voraussichtlich noch immer möglich sein müsste. :wink:

Da du aber wie ich dich kenne auch die unmögliste aller unmöglichen Konstellationen absichern möchtest, ist dein Ansinnen nur löblich. 8)

Dazu sind deine Grenzbedingungen zu bedenken, im schlimmsten Falle dein Mog mit 500Kg überladen, der UDBK ebenfalls grenzlastig einschließlich des voll ausgeladenen Fahr-Einachsers. Macht eine Gesamt-Masse von ca 15 t.

Für diese Last ist die Schleppstange auf Knickung aus zu legen. Die Knickspannung in der Schleppstange ist in der Mitte am höchsten. Bei einer Vollbremsung des Zugfahrzeuges reagiert der Fahrer des Mog-Gespanns immer verzögert. Die Belastung ist dabei stoßartig da in den Zugösen immer Spiel vorhanden ist, es muss also ein Stoßfaktor mit eingerechnet werden, somit tritt also kurzzeitig eine enorme Knickbelastung auf.
Die oben angeführte Ausführung halt ich daher bei Hängerbetrieb nicht für geeignet, da schon eine geringe Auslenkung in den Verbindungsbolzen dieser Bauweise immer möglich ist und bei Knickung hier sofort aus der Geraden auslenkt.
Für den Mog alleine ist o.a. Konstruktion sicherlich ausreichend.
Auf den Hängern würde ich daher eine entsprechend dimensionierte einteilige Schleppstange mitführen.
Du kannst ja an beiden Hängern die gleiche Aufhängung anbringen, so dass du das Teil einfach nur umhängen musst. Hier wäre dann auch eine etwas längere Schleppstange unter zu bringen.
Als Zugösen würden ich einfach Brennteile anfertigen, Kuchenblechqualität ist bei dem Querschnitt schon mehr als ausreichend.
 
warum legt ihr die Stange nicht in eine Führung parallel zum Rahmen. Dürfte auch nicht mehr Aufwand sein als sich eine Stange zu bauen, erfüllt aber (zumindest für Deutschland wichtig) die Forderungen der STVO eher als eine selbstgebaute Schleppstange.
Dirk
 
Hallo Heinz, hallo Karl,

die Zugoesen bekommt ihr beim Landmaschinenhändler bzw. schaut im Internet unter Zugoesen nach. Ich habe für ein Stück 25.- Euro bezahlt und die andere Oese habe ich von einem alten Anhänger abgeschnitten.
Den Rohren habe ich etwas Luft gegeben. Die habe ich mir beim Stahlhändler gekauft. Das mit den Maßen habe ich Euch nur in ca. geschildert. Ich habe das Rohr nicht genau gemessen, weil es unter der Pritsche von meinem 411er digagonal befestigt ist und ich den Unimog bei einem Bekannten auch untergestellt habe. Ich komme dort in den nächsten Tagen auch nicht vorbei. Bei meinem 403 habe ich nur ein Rohr verwendet und dann eben auch die Zugoesen (1,9m Gesamtlänge)eingeschweißt. Diese habe ich dann quer unter der Kipperpritsche plaziert und ähnlich dem Bild v. 411er mit Aufnahmen an der Kipperbrücke befestigt.
Ich denke aber mit meinen zwei Bildern sollte das Prinzip nur dargestellt werden und Ihr könnt dann selbst Euch die Stückliste erstellen. Das ist sollte kein Problem darstellen.

Viel Spaß bei der Herstellung!

Gruß

Matthias