Hallo Gustl,
erstmal kann ich Dich beruhigen, bei Dir wird kein Kabel fehlen
In der Kfz-Elektrik ist es bei uns allgemein so, dass von der Batterie Pluspol ein relativ dickes Kabel direkt zum Anlasser und von dort weiter zur Lichtmaschine und den anderen Verbrauchern führt.
Vom Minuspol der Batterie geht ein ebenso dickes Kabel relativ direkt an den Rahmen/Fahrgestell/Karosserie (soweit metallisch)
Im Falle des 404 sind ja zwei Batterien in Reihe geschaltet um die 24V zu aus zwei 12V Batterien zu erzeugen. Daher trifft obige aussage auf den Pluspol der einen und den Minuspol der anderen Batterie zu. Der minuspol der ersten Batterie ist dann wiederum mit dem Pluspol der zweiten Batterie ebenfalls über ein dickes Kabel verbunden.
Für den Betrieb bedeutet dies nun, solange die Lichtmaschine nicht arbeitet und ein Verbraucher (Licht; Zündung; Anlasser; etc ) angeschaltet ist, dass über diese beschriebenen Kabel Energie von der Batterie in das Bordnetz fließt. Die Lichtmaschine ist dabei geschützt, dass sie nicht kaputt geht oder einen Kurzschluss im Netz erzeugt obwohl sie ja sozusagen verkehrt herum betrieben wird.
Wenn die Lichtmaschine arbeitet, also Motor läuft schnell genug, erzeugt nun die Lichtmaschine eine Spannung die über der Batteriespannung liegt. Jetzt versorgt zunächst einmal die Lichtmaschine alle Verbraucher und solange pumpt auch über die selben Kabel wie oben Energie zurück in die Batterien. Der Stromfluss in den Kabeln an der Batterie ist jetzt gegnüber dem ersten Fall umgedreht.
Vorstellen kannst Du Dir das ganze wie ein Wasserleitungsnetz mit verschiedenen Wasserentnahmestellen (Verbrauchern) einem Wasserhochbehälter (Batterie) und einer irgendwo in dem Netz vorhanden Wassereinspeisung z.B. aus dem öffentlichen Netz, welche über ein Rückstauventil getrennt ist (Lichtmaschine). Solange der Druck des öffentlichen Netzes kleiner ist als der Druck von dem Hochbehälter fließt Wasser aus dem Hochbehälter zu den Verbrauchsstellen und der Hochbehälter leert sich. Steigt der Druck des öffentlichen Netzes über den Druck des Hochbehälters, öffnet sich das Rückstauventil, der Druck im Netzt steigt etwas an, die Verbrauchsstellen werden nun vom öffentlichen Netz versorgt und der Wasserstand im Hochbehälter steigt ebenfalls wieder an.
Dein Ladegerät muss nun genauso wie die Lichtmaschine in das Netz integriert werden. Praktisch bedeutet dies den Minusanschluss des Ladegerätes an den Rahmen oder direkt den Minuspol der Gesamtbatterie. Den Pluspol des Ladegerätes am besten direkt an den Pluspol der Gesamtbatterie. Allerdings geht dies so nur mit einem Ladegerät welches gegen den "Rückwärtsbetrieb" geschützt ist. Meist wird bei den Ladegeräten nur der Primärkreis (also die Netzwechselspannung) geschaltet. Der Ladekreis bei nicht vorhandener Netzwechselspannung keinen Stromfluss durch das Ladegerät zulassen und auch keine Schaden nehmen wenn dauerhaft nur an er Seite eine Spannung anliegt.
Gute Geräte sind von Haus aus entsprechend geschützt, bei billigen Geräten stelle ich dies in Frage.
Allerdings kann man dann mit einfachen Mitteln, zb. einer Diode Abhilfe schaffen.
Ich hoffe das war nun nicht alles zu kompliziert und hilft Dir etwas weiter in Deiner Plannung.