An den Mog-Elektikroutinier...

dr.gustl

New member
03. Mai 2008
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Servus zusammen!
Hab im Forum nix entsprechendes gefunden-oder falsch gesucht, deshalb;
ich möchte meinem Mog mit einem fix eingebauten Ladegerät ausstatten. Ich dachte z.B. an ein 24V mit 14A Ladestrom (70Ah) Ladegerät wie es auch in Hub-Stapler und Kommunalgeräten verwendet wird.
Bei genauer Ansicht -und ich bin weder Mechaniker, noch hab ich was mit Elektrik am Hut - deshalb entschuldigt meine Naivität, fiel mir auf, dass die Batterien von Seiten der Lima mit keinem extra (Lade)Kabel versorgt werden.
Mir stellt sich deshalb die Frage: Wie werden die Batterien eigentlich geladen?
Und kann ich auf dem gleichen (mir unbekannten) Weg auch mittels 24V Ladegerät laden?
Tja, bin gespannt (24 Volt):roll:
Lg
Gustl
 
Hallo Gustl,

erstmal kann ich Dich beruhigen, bei Dir wird kein Kabel fehlen :D

In der Kfz-Elektrik ist es bei uns allgemein so, dass von der Batterie Pluspol ein relativ dickes Kabel direkt zum Anlasser und von dort weiter zur Lichtmaschine und den anderen Verbrauchern führt.
Vom Minuspol der Batterie geht ein ebenso dickes Kabel relativ direkt an den Rahmen/Fahrgestell/Karosserie (soweit metallisch)

Im Falle des 404 sind ja zwei Batterien in Reihe geschaltet um die 24V zu aus zwei 12V Batterien zu erzeugen. Daher trifft obige aussage auf den Pluspol der einen und den Minuspol der anderen Batterie zu. Der minuspol der ersten Batterie ist dann wiederum mit dem Pluspol der zweiten Batterie ebenfalls über ein dickes Kabel verbunden.

Für den Betrieb bedeutet dies nun, solange die Lichtmaschine nicht arbeitet und ein Verbraucher (Licht; Zündung; Anlasser; etc ) angeschaltet ist, dass über diese beschriebenen Kabel Energie von der Batterie in das Bordnetz fließt. Die Lichtmaschine ist dabei geschützt, dass sie nicht kaputt geht oder einen Kurzschluss im Netz erzeugt obwohl sie ja sozusagen verkehrt herum betrieben wird.

Wenn die Lichtmaschine arbeitet, also Motor läuft schnell genug, erzeugt nun die Lichtmaschine eine Spannung die über der Batteriespannung liegt. Jetzt versorgt zunächst einmal die Lichtmaschine alle Verbraucher und solange pumpt auch über die selben Kabel wie oben Energie zurück in die Batterien. Der Stromfluss in den Kabeln an der Batterie ist jetzt gegnüber dem ersten Fall umgedreht.

Vorstellen kannst Du Dir das ganze wie ein Wasserleitungsnetz mit verschiedenen Wasserentnahmestellen (Verbrauchern) einem Wasserhochbehälter (Batterie) und einer irgendwo in dem Netz vorhanden Wassereinspeisung z.B. aus dem öffentlichen Netz, welche über ein Rückstauventil getrennt ist (Lichtmaschine). Solange der Druck des öffentlichen Netzes kleiner ist als der Druck von dem Hochbehälter fließt Wasser aus dem Hochbehälter zu den Verbrauchsstellen und der Hochbehälter leert sich. Steigt der Druck des öffentlichen Netzes über den Druck des Hochbehälters, öffnet sich das Rückstauventil, der Druck im Netzt steigt etwas an, die Verbrauchsstellen werden nun vom öffentlichen Netz versorgt und der Wasserstand im Hochbehälter steigt ebenfalls wieder an.

Dein Ladegerät muss nun genauso wie die Lichtmaschine in das Netz integriert werden. Praktisch bedeutet dies den Minusanschluss des Ladegerätes an den Rahmen oder direkt den Minuspol der Gesamtbatterie. Den Pluspol des Ladegerätes am besten direkt an den Pluspol der Gesamtbatterie. Allerdings geht dies so nur mit einem Ladegerät welches gegen den "Rückwärtsbetrieb" geschützt ist. Meist wird bei den Ladegeräten nur der Primärkreis (also die Netzwechselspannung) geschaltet. Der Ladekreis bei nicht vorhandener Netzwechselspannung keinen Stromfluss durch das Ladegerät zulassen und auch keine Schaden nehmen wenn dauerhaft nur an er Seite eine Spannung anliegt.
Gute Geräte sind von Haus aus entsprechend geschützt, bei billigen Geräten stelle ich dies in Frage.

Allerdings kann man dann mit einfachen Mitteln, zb. einer Diode Abhilfe schaffen.

Ich hoffe das war nun nicht alles zu kompliziert und hilft Dir etwas weiter in Deiner Plannung.
 
Hallo Jürgen!
Danke für deine sehr anschauliche und verständliche Erklärung!
Das hilft mir weiter!!

Lg
Gustl
 
Hallo Gustl,

zu den Besonderheiten der Militärfahrzeuge gehört der Batteriehauptschalter vorne unter dem Fahrersitz ( Natoknochen). Ist dieser abgeschaltet, so ist der Minuspol der Batterie völlig isoliert.
Soll die Batterie also geladen werden, so kann dies bei abgeschaltetem Hauptschalter nur direkt an den Polen der Batterie erfolgen.
Wenn der Hauptschalter eingeschaltet ist ( und die Zündung muß aus sein, damit dort im Stillstand nichts heißläuft) kann das Ladegerät auch zwischen Masse und der B+ Klemme des Ladereglers angeschlossen werden. Dieser ist der schwaze Kasten von Bosch ganz links ( Fahrerseitig) unter der Motorhaube. Die B+ Klemme befindet sich an der Vorderseite, wo die rote Leitung angeschlossen ist ( natürlich nur sofern noch die original- Lima eingebaut ist). Ich lade die Batterie bei längerem Stillstand mindetstens einamal monatlich nach, bis die gesamte Spannung mindestens 30 Volt beträgt und alle Zellen leicht blubbern. Bei häufigem Überladen verlieren die Batterien Flüssigkeit, die ggf. mit destilliertem Wasser aufzufüllen ist. Zum gelegentlichen Nachladen reicht ein Gerät mit 4 Amp Ladestrom völlig aus. Wenn die Batterie mit starken Verbrauchern gequält wird ( Seilwinde, Hydraulikpumpe, Spannungswandler..) so kann die Lichtmaschine in einigen Fällen nicht ausreichend nachladen und ein externes Nachladen ist häufiger erforderlich.
Der Mog hat im Gegensatz zu modernen Autos keine Standby- Verbraucher, die ständig an der Batterie nagen, steht aber in einigen Fällen wochenlang ungenutzt rum, wo sich die Batterie entlädt und die originale Gleichstromlichmaschine bringt bei Standgas nichts.
Das lange Lagern der Batterie im teilentladenen Zustand ist tödlich, da sich langsam Kristalle auf den Elektroden bilden, die sich auch bei langen Ladevorgängen nicht abbauen lassen.

...........Ralf