Demontage und Reparatur hintere Bremszange beim U416

Frantec

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15. Nov. 2020
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Hallo und guten Abend, ich benötige noch mal die Hilfe der Profis.
Bei meinem 416 mit BJ 1988 / Scheibenbremsanlage habe ich die Bremsklötze gewechselt. Bei 3 Rädern alles kein Problem, aber hinten rechts bekomme ich auf der Innenseite den neuen Bremsklotz nicht rein. Es fehlt nur sehr wenig, geschätzt 0,1 oder 0,2mm in der Stärke, aber auch mit etwas Kupferpaste und leichtem drücken wirds nichts. Der Bremsklotz hat exakt die richtigen Maße.
Meiner Meinung nach könnte der innere Kolben am Ende klemmen, aber wo ? Mit der Einstellschraube habe ich schon gedreht ohne Ende und ja immer leichten Druck auf den Kolben gegeben.
Ist das eigentlich so, das diese Schraube irgendwann wieder den Kolben zu macht ? Also ich hatte gelesen, das links öffnen ist, aber nach einiger Zeit wird der Spalt kleiner.
Im WHB auf Seite 20.1/2 siehts auch so aus als ob das ein Exenter ist der endlos dreht.
Was könnte ich noch versuchen ohne die ganze Zange abzubauen und zu öffnen.

Oder stelle ich mich einfach nur zu blöd an. Ärgerlich :roll:
MfG
Frank
 
Hallo
Frantec schrieb:
Mit der Einstellschraube habe ich schon gedreht ohne Ende und ja immer leichten Druck auf den Kolben gegeben.
Wernn du nach dem WHB vorgehst, ist der Vorgang anders herum. Mit der Rückstelleinrichtung wird der Kolben zurückgedrückt und dabei der Rückstellantrieb gedreht. Das Rückstellgewinde ist irgendwann am Ende. Aber wie bei jeder Schraube dreht das sich am Ende nicht wieder zusammen oder auseinander. Der Exzenter wird von dem Rückstellantrieb nicht bewegt.
 
Hallo Helmut, Danke für den Hinweis. Das habe ich auch so gemacht.

Leider hat das alles nichts gebracht das Teil will einfach nicht weiter aufgehen.
Da es ja gemacht werden muss, habe ich jetzt die Zange ausgebaut, aber jetzt komme ich nicht weiter.
Die Infos im WHB sind da etwas düftig. Ich möchte eigentlich nicht den ganzen Sattel zerlegen oder muss ich das unbedingt ?
Das Problem ist ja nur, der hintere Kolben geht nicht genug auf.
Um an den Kolben zu kommen muss ich ja die Handbremsmechanik entfernen. Da steht im WHB das ein Loch in den Deckel zu bohren ist. Das bedeutet ich brauche zusätzlich zu den Dichtungssachen eine neue Scheibe. Aber diese finde ich nicht ?
Bzw. was an Reparatursätzen brauche ich, da gibts im Netz 2 oder 3.
Eigentlich sieht das Teil noch sehr brauchbar aus, sollte ich den ganzen Sattel da er jetzt schon mal ab ist irgendwie vor weitere Korrasion schützen.
Infos und Hinweise nehme ich immer gern an und bin dann hoffentlich bald in der Lage mehr selbstständig und ohne Unterstützung zu machen :wink:
 

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Hallo Frank
die scheibe muss doch nur raus, wenn du den Exzenter ausbauen möchtest. Für die Rückstellspinden muss doch "nur der Kolben" raus.
Bewegt sich der Kolben in Richtung Bremsscheibe, wenn du den Spindelantrieb wieder vordrehst?
 
Hallo Helmut, der Kolben sitzt fest. Nicht Vor und nicht Zurück. Auch mit der Stellschraube passiert nichts. Daher glaube ich das der Schaden wohl grösser ist.
Komisch ist, das der andere Kolben leicht geht und auch gut verstellt werden kann.
 
Hallo Frank
dann solltest du vor dem Zerlegen versuchen, den Kolben mit der Bremse rauszudrücken.
 
Hallo Helmut,
vielen dank das du dir die Zeit nimmst.
Ich habe heute morgen schon weiter gemacht und Dank einen Tip hier aus dem Forum die Kolben mit Druckluft ausgedrückt.
Etwas umständlich da immer nur einer raus wollte, aber ich habe es geschafft. Der innere war leicht angerostet und wollte daher nicht so einfach raus. Mein Tip dazu: Der Druckluftstutzen von einem Handausblaser aus einem Baumark-Set passt mit dem Gewinde genau in die Öffnung für die Bremsleitung und ist dicht. Somit konnte ich sehr einfach die Druckluftleitung anschließen und vorsichtig Druck aufbauen.
Was aber dann aufgefallen ist, die Nachstellschraube scheint nicht zu funktionieren, da bewegt sich nichts am Kolbenhub, aber die Schraube selbst kann relativ leicht in beide Richtungen gedreht werden.
Auch der Hebel für die Handbremse scheint keine wirkliche Funktion zu haben. Geht sehr leicht, aber innen am Kolben passiert nichts.
Also muss ich doch die Meachanik demontieren, aber da bekomme ich als Laie bestimmt Probleme.
Ich hatte gestern noch bei einen regionalten MB-Nutzfahrzeuge angerufen, aber als ich gesagt hatte Unimog BJ1988 und Feststellsattel war das Gespräch ganz schnell beendet. Kein Interesse haben zu viel zu Tun. Naja, so sind die Profis hier im Osten ;-)
Nun stehe ich vor der Frage was mache ich, einen netten Menschen finden der das Teil für mich repariert oder doch selbst Hand anlegen ?
Dann erst mal einen schönes Wochenende mit mal zur Abwechslung etwas Sonne
 
Hallo Frank,
habe die Mechanik vor 10 Jahren mal zerlegt, war nicht wirklich ein Hexenwerk. Bei mir ist die Bremsflüssigkeit über die Mechanik nach außen gelaufen. Wenn man alles mit Fotos dokumentiert und sauber arbeitet, geht das schon. Ich habe jedoch den Bremssattel zerlegt und mit neuen Dehnschrauben wieder zusammengebaut, sonst kommt man glaub nicht gut genug ran. Genau kann ich mich jedoch nicht mehr an die Details erinnern, aber vielleicht helfen Dir ein paar Fotos weiter.
Gruß und viel Erfolg
Karl-Heinz
 

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Hallo Frank,
hier noch weitere Fotos (bekomme immer nur 3 Stck rein).
 

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... und noch welche
 

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Hallo Frank,
ich habe folgende Teile getauscht - siehe Fotos
 

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... und noch weitere Ersatzteile. Bin mir aber nicht ganz sicher, ob das jetzt alles war.
 

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Hallo Frank,
noch was, das Drehmoment für die Dehnschrauben ist recht hoch (siehe Werksatthandbuch). Ich habe den Sattel auf 2 Schrauben gesetzt (siehe Foto), den Sattel mit 2 Stahlleisten und einer langen Schraubzwinge gespannt um das hohe Moment gegenzuhalten. Eine zweite Person ist erforderlich, dann ging das aber schon mit den Dehnschrauben. Ich habe alle 6 Bremssättel überarbeitet, seither habe ich super konstante Bremswerte beim TÜV.
 

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Hallo Karl-Heinz,
ganz herzlichen Dank. Mit deiner Fotostrecke komme ich schon ein ganzes Stück weiter.
Ist ja fast besser wie im WHB :party
Sollten wir uns mal über den Weg laufen, gebe ich gern einen aus. ( gilt natürlich auch für Helmut )
Ersatzteile sind bestellt und sobald das da ist gehts an das zerlegen. Zwischenzeitlich habe ich auch einen Fachmann hier in der region gefunden der vor der Endmontage noch einmal drüber schauen kann. Aber wie von dir angegeben, alles eine Frage der Unterlagen und etwas techn. Sachverstand. Für mich als Hobbyschrauber aus der Zweiradfraktion noch etwas ungewöhnliche Grössen, aber das wird schon werden.
Bleibt ja alles in der Familie. Mein Moped ist ein 6 Zylinder und das Teil hier auch :D
 
Was mir gerade so aufgefallen ist, eigentlich ist die Überschrift ja nicht mehr korrekt.
Sollte eventuell in "Ausbau und Zerlegung hintere Bremszange" umbenannt werden.
 
Hallo, kurzes Feedback: es ist geschafft.
Nach dem jetzt alles wieder ordentlich zusammen ist und sehr gut fuktioniert hier mein Abschluss dazu.

Benötigt hatte ich 2 Reparatursätze siehe Foto. Leider sind dann die kleinen Dichtungen doppelt und einige Sachen habe ich nicht benötigt, aber besser als ohne erforderliche Teile.
Was auf den Fotos nicht zu erkennen ist, beide Sätze hatten ausreichend Schmiermittel dabei.
Preislich liegt der Satz mit den beiden Deckeln bei ca. 62,-€ und der andere bei 38,-€. Dazu noch 4 neue Schrauben mit ca. 43,-€ ( je über 10,-€/ St. Wahnsinn )
Also unterm Strich rund 140,-€ für alles. Dazu einige Arbeitsstunden. Die alten Verbindungsschrauben der 2 Hälften musten abgeschnitten werden, lösen war nicht mehr möglich.
Aber es hat sich gelohnt. Die Kolben gehen jetzt richtig leicht und die Handbremse zieht wieder wie es sein soll.
Somit sollte der TÜV kommende Woche ohne Probleme funktionieren.

Also, dann noch mal Danke an das Forum für die Unterstützung ( hier und per PN )
 

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Hallo Frank
Frantec schrieb:
Was aber dann aufgefallen ist, die Nachstellschraube scheint nicht zu funktionieren, da bewegt sich nichts am Kolbenhub, aber die Schraube selbst kann relativ leicht in beide Richtungen gedreht werden.
danke für die Rückmeldung, aberwas war denn nun das ursächliche Problem
knuddl schrieb:
. Wenn man alles mit Fotos dokumentiert und sauber arbeitet, geht das schon.
wie Karl-Heinz schreibt, ein paar Bilder wären auch für andere User hilfreich. Schließlich ist das Forum öffentlich für jeden, Tipps per PN sind nicht der Sinn eines solchen Forums.
 
Hallo Helmut, hast ja recht, die Antwort fehlt noch.
Also nach dem zerlegen ist aufgefallen das innen alles trocken war und der Kolben nicht mehr "gleitfähig". Auch muss die Stellschraube keine Verbindung mehr zur Spindel gehabt haben so das diese Stellschraube eigentlich ins leere gedreht hat. Zumindest war es optisch nach dem zerlegen so erkennbar.

Jetzt geht die Stellschraube auch etwas schwerer, es ist ein Wiederstand zu merken und der Kolben wird angehoben bzw. gesenkt.
Also ich würde sagen, der Hauptgrund war einfach zu wenig Schmierung im Innenteil. Warum das jetzt so war ?