Moin,
meine Meinung dazu ist, dass zwischen Lichtmaschine und Batterien möglichst kein Gebastel hängen soll. Da unseren Spielzeugen leider Kickstarter oder ähnliches fehlen, ist für mich das Trio LiMa, Starterbatterien und Anlasser irgendwie \"heilig\". Da zapft man nicht eben mal 12V aus einer Batterie für andere Sachen ab. Auch wenn renommierte Hersteller wie Hella ein \"Batterieausgleichsgerät\" für sowas anbieten, es bringt ein weiteres Stück Fehler- und Ausfallursache ins Spiel. Selbst serienmäßige \"Schutzrelais\" können für massiven
Verdruß sorgen.
Wenn 12V-Verbraucher im 24V-Bordnetz unumgänglich sind, dann sollten die über separate 24V-nach-12V-Wandler versorgt werden, sauber abgesichert natürlich.
Dabei ist zu beachten, dass die meisten Spannungswandler auch dann Strom \"ziehen\", wenn der dahinter befindliche 12V-Verbraucher gar nicht eingeschaltet ist. Es empfiehlt sich also, die Spannungswandler in Nähe der Verbraucher zu installieren und mit einem (beleuchteten) Schalter nur bei Bedarf einzuschalten.
Unser 435er mit Wohnkoffer hat eine simple, aber seit Jahren bewährte Bordelektrik, kommt ohne Solarzellenhokuspokus oder \"uiuiui\"-Ladecomputer für ein Heidengeld aus, die \"Kofferbatterien\" halten im Hochsommer 5-6 Tage ohne Nachladen aus, eine Kompressorkühlbox hängt permanent dran, dazu die üblichen Verbraucher (Licht, Radio, Pumpe, Lüfter, 230V-Wandler) bei normaler Nutzung.
Fahrerhaus:
- 24V-Bordnetz über Starterbatterien (2x 125Ah \"Natowürfel\")
- 12V-Radio und CB-Funk über separat schaltbaren 24/12-Wandler
- Hauptschalter trennt Starterbatterien bei Standzeiten über Nacht oder länger vom Bordnetz
Wohnkoffer:
- 24V-Netz, 2x100 Ah Autobatterien (Deta, Allerweltsausführung)
- 12V-Radio über geschalteten Wandler
- 230V über Wechselrichter
- Licht, Pumpe, Kühlbox etc. in 24V
- Verteilerkasten: 1 analoges Voltmeter 0-30V, 1 Hauptschalter, 1 LED für Ladekontrolle (Trennrelais ein), 1 LED für \"Kofferbordnetz ein\", Sicherungen für alle abgehenden Stromkreise zu den Verbrauchern im Koffer.
- beidseitige Sicherung (50A) der Verbindungsleitung Starterbatterien-Trennrelais-Kofferbatterien
Batterieladung:
- ausschliesslich über serienmässige Lichtmaschine
- Kofferbatterien werden bei laufendem Motor über Trennrelais parallel mit den Starterbatterien geladen (d.h. bei abgestelltem Motor sind Koffer- und Starterbatterien voneinander getrennt)
Die Kofferbatterien sind Bj. 2001, die Starterbatterien sind 1x Bj. 1994 und 1x Bj. 1989(!) - noch die BW-Originalbestückung vom Kauf des Unimogs in 2000.
Man sieht also, die berühmten Natoblöcke sind durchaus haltbar - auch ohne aufwendige Lade-Mimik und son Kram. Wichtig ist m.E. vor allem das KONSEQUENTE verwenden des Hauptschalters, der beim Stillstand die Starterbatterien vom Bordnetz trennt und somit auch die bei alten Fahrzeugen fast unvermeidlichen Kriechströme unterbindet.

Grüsse
Tom