Handpumpe

Servus,

der Tipp mit der Batterie ist nicht zu vernachlässigen. Ich habe bei diversen Fahrzeugen die
erfahrung gemacht, das eine gewissen Anlasserdrehzahl nötig ist um den Motor zuverlässig
(oder überhaupt) zu starten.
Du könntest zB auch messen (per Multimeter) ob Du evlt. einen "Stromdieb" hast, der die Batterie
bei längerem Stillstand leer saugt.

Bei den OM60X Motoren in den W201/W124 kenne ich auch noch einen anderen Fehler, und
zwar wenn an den Druckhaltevenitilen der ESP (also dort wo die Einspritzleitungen zu den
Düsen angebracht sind) die Dichtungen nicht mehr in Ordnung sind, zieht das Kraftstoffsystem
bei längerem Stillstand dort Luft. Während des Betriebs tritt aber nicht zwangsläufig Kraftstoff
aus.

cu

Johannes D.
 
Hallo,

erst einmal Danke an euch für die vielen Anregungen.

Batterie und Anlasserdrehzahl schließe ich mal aus. Batterie ist eine direkt vom Ladegerät kommende 100Ah mit genügend Schmackes. Das habe ich alles mal gemessen, als ich Probleme mit der Lichtmaschine hatte. Am Anlasser kommt auch genug an und drehen tut der entsprechend. Zumindest wenn ich das mit anderen Anlassern vergleiche. Die Vorglühanlage habe ich mir noch nicht angesehen. Da der Salzstreuer aber vorbildhaft glüht, bin ich bisher davon ausgegangen, dass die Kerzen noch in Ordnung sind, aber zur Sicherheit werde ich die mal durchmessen.
Das mit den defekten Dichtungen der Druckventile, meinte ich, als ich oben von den bekannten Problemen bei den OM621 geschrieben habe. Das sind Gummidichtungen oder O-Ringe. Bei den Einspritzpumpen der OM636 gibt es diese zusätzliche Dichtung aber nicht, da gibt es nur die Cu(?)-Dichtungen, die oben im Bild (Nr. 5) gezeigt sind und von denen habe ich noch nicht gehört, dass die undicht werden, aber das muss ja nichts heißen. Hat da jemand Erfahrung mit?
Rauchen tut er beim Anlassen schon etwas, richtig dann erst wenn er gestartet ist. Ich habe aber generell den Eindruck, als ob er eigentlich starten wolle, aber nicht alle Zylinder mitspielen. Also, als ob nicht überall Diesel ankommt. Bei meinen alten /8ern, die ich früher mal gefahren habe, waren einige dabei, die auf Grund schlechter Kompression bei kalten Außentemperaturen nicht anspringen wollten, das hat sich anders angehört. Man hatte dann den Eindruck, dass die überhaupt nicht anspringen wollten und gequalmt haben die, als gäbe kein Morgen mehr. Da half dann nur noch anschleppen. Beim Mog ist das anders, da hat man eher den Eindruck, er will schon, kann aber nicht. Wisst ihr was ich meine?
Ich werde Heute zunächst mal Michaels Tipp mit dem Standgashebel versuchen und dann am Sonntag den nächsten Start-Versuch durchführen und dann berichten. Was wäre übrigens die Erklärung dafür, wenn es dann klappen würde?

Viele Grüße
Rainer
 
Hallo,

wollte mich ja Heute noch einmal melden. Also, die Einstellung mit dem Handgashebel, wie von Michael vorgeschlagen, hat nix gebracht. Motor orgelt immer noch mehr oder weniger lange rum, bis er anspringt. Als nächstes werde ich mal die Glühkerzen durchmessen, mal schauen wie es da aussieht.

Gruß
Rainer

P.S. Wenn noch jemand Tipps zu den Druckleitungen hat, immer her damit.
 
Hallo Rainer,

dann liegt es auch nicht am Sprit.

Ich gehe jetzt davon aus, dass Du keine Schnellstartkerzen drin hast:

Es könnte jetzt tatsächlich noch an den Glühkerzen liegen. Wenn eine kaputt (durchgebrannt) ist geht keine oder wenn eine Kurzschluss hat, gehen alle danach folgenden nicht.


Das lässt sich prüfen, indem Du mit einem Schraubendreher beim Glühvorgang von der Brücke zwischen zwei benachbarten Kerzen zum Motorblock verbindest. Funkt es, kommt der Strom bis dort und dann nimmst Du die nächste Brücke usw.


Wenn das immer noch keine neuen Erkenntnisse bringt, solltest Du wirklich mal die Kompresion prüfen.

Was zeigt denn Dein Betriebsstundenzähler?
 
Hallo Michael,

kannst du mir noch einmal kurz erklären, was es mit dem Standgashebel überhaupt auf sich hat?

Schnellglühkerzen habe ich nicht drin, da der Glühüberwacher aber geht, geh ich mal davon aus, dass alle Kerzen irgendwie funktionieren. Ich werde mal die genauen Werte messen.

Gruß
Rainer

P.S. Der Betriebsstundenzähler liegt so blöd, dass man nicht alle Zahlen auf der Uhr sehen kann, der Mog hat aber auch mal einen Austauschmotor bekommen.
 
Hallo Rainer,

Schnellglühkerzen habe ich nicht drin, da der Glühüberwacher aber geht, geh ich mal davon aus, dass alle Kerzen irgendwie funktionieren. Ich werde mal die genauen Werte messen

Hier kann ein mögliche Ursache bei einem nicht mehr taufrischen Motor sein.
Ein glühender Salzstreuer sagt nur aus das Strom fließt aber nicht ob er auch richtig durch alle Kerzen fließt, da diese parallel geschaltet sind.

Bei schlechterer Kompression kann es so dazu kommen. dass die notwendige Zündtemperatur dann nicht erreicht wird.

Bei meinem alten OM636 hatte ich diese Erfahrung gemacht.

Zusätzlich kann man beim OM636 die Einspritzmenge für den Kaltstart durch hinein drücken des Ausstellzuges erhöhen. Hast Du dies schon einmal versucht?
 
Servus,

Obacht, es gab OM636 (ich weis nicht ob auch im Unimog) und ich meine auch OM615
mit "alten" Glühkerzen die in Reihe geschaltet waren nicht Parallel.
Das sieht man am Motor aber, denn in dem Fall (in Reihe geschaltet) müssten mindestens
zwei Leitungen zu je einer GSK gehen.

Davon abgesehen lässt sich leider nicht nur durch eine Stromaufnahmen darauf schliesen
das die GSK in Ordnung ist. Ich hatte schon GSKs (neuer Bauweise) die zwar Strom aufge-
nommen haben aber nicht mehr richtig oder nur zum Teil geglüht haben.

Wenn Du vor dem Startversuch mit der Handpumpe "vorpumpts" spring er dann mit weniger
Orgeln an?

cu

Johannes D.
 
Hi,

also die Glühkerzen sind in Reihe geschaltet und wenn ich mit der Handpumpe vorpumpe ergibt sich kein Unterschied im Startverhalten. Deshalb meine Vermutung mit den Druckleitungen, da dort der Druck ja nicht von der Handpumpe erzeugt wird.

@Jürgen, gut dass du denn Ausstellzug erwähnst. Da wollte ich noch kurz was zu fragen. Ich ziehe ihn immer beim Starten, habe aber nicht den Eindruck, dass das was hilft. Er soll ja, wie du schon geschrieben hast, beim eindrücken die Einspritzmenge erhöhen? Müsste man dann nicht auch einen Effekt bemerken wenn man ihn während der Motor läuft eindrückt, also müsste sich nicht die Drehzahl erhöhen? Bei mir tut sich nämlich gar nichts wenn ich ihn eindrücke, weder beim Starten noch wenn der Motor läuft.

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,

Ich ziehe ihn immer beim Starten, habe aber nicht den Eindruck, dass das was hilft.

Hast Du Dich hier nur falsch ausgedrückt oder ziehst Du Ihn wirklich. Beim ziehen wird die EP auf Nullförderung gestellt, dan kann und sollte der Motor nicht anspringen.

Nur beim Eindrücken wird die Dieseleinspritzmenge vergrößert, (wenn alles richtig ist) Wenn der Motor läuft (im Leerlauf), hat dies allerdings keinen markanten Einfluß außer eventuell etwas dunklerer Rauch aus dem Auspuff
 
Sorry, beim 1. mal falsch geschrieben, ich meinte natürlich reindrücken, so wie ich es dann später auch geschrieben habe. Ich hätte jetzt gedacht, dass sich das stärker auf den laufenden Motors auswirken würde.

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,

der Förderraum in der ESP wird durch eine schräg verlaufende Steuerkante am Förderkolben geschlossen und die Fördermenge wird bestimmt durch die Drehstellung des Forderkolbens.

Die Verschlussposition ist damit abhängig von der Drehstellung=Position des Standgashebels.

Bei sehr niedrigem Standgas bzw, in AUS-Stellung, kann deshalb der Förderraum leerlaufen.

Bei Deinem Mog muss das nicht unbedingt so sein, weil der über den Schieber AUS gemacht wird, Du solltest dehalb noch einmal überprüfen, was passiert, wenn Du nach Motor AUS den Schieber voll nach vorne verlagerst.


Noch ne Frage: Wie lan
nge dauert es bei Dir, bis der "Salzstreuer" rot wird?
 
Hallo Michael,

ich glaube, dass der Schieber nicht vorne bleibt, wenn man den Motor ausmacht. Ich schau aber noch einmal nach. Man könnte sicherlich auch ein Holz oder sowas dazwischen schieben.

Der Salzstreuer wird übrigens relativ schnell rot, also ich habe jetzt nicht gestoppt, aber nach 10-15s ist er eigentlich schon "fertig".

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,


Holz dazwischen solltest Du probieren.


10-15sec ist zu schnell. Da sollte wohl bei mindestens einer Kerze ein Kurzschluss vorliegen.
 
Hallo Michael,

ok, dann probiere ich es mal mit dem Holz.
Wie kann ich einen Kurzschluß der Kerzen, ohne diese auszubauen, messen? Dadurch, dass ich keinen Spannungsabfall zwischen zwei Kerzen habe oder/und kann ich auch den Widerstand zwischen Gehäuse und Anschluss messen?

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,


messen mußt Du zwischen der Zentralschraube (Stromanschluss) und dem Motorgehäuse.

Dafür musst Du aber die Stromleitungen abschrauben.
 
Hallo Rainer,

Du bist nicht der Erste, der mit den Glühkerzen kämpft :wink:

Deshalb hast Du Glück und es gibt das folgende Hilfsmittel - auf Neudeutsch: Tool, zunächst ohne Funktion nur zum anschauen, wie es etwa sein sollte und mit einem zu hohen Widerstand an Kerze 4.
 

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Hallo Christoph,

genau das was ich brauche. Vielen Dank für euer schönes Hilfsmittel alias Toll.
Dann werde ich mich mal ans Messen machen und berichten....


Viele Grüße
Rainer
 
Hallo Rainer,

prima, dann kannst Du gleich das funktionierende Tool verwenden und das Ergebnis direkt in die gelben Felder eintragen.
Spannungsmessungen immer gegen Masse!
 

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Hallo Christoph,

alles klar. Hattet Ihr nicht schon mal einen Vorläufer von diesem Tool ins Netz gestellt?

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,

... bestimmt, aber ich habe noch nicht gehört, dass es jemand benutzt hätte. Deshalb wäre es schön, wenn Du von Deinen Ergebnissen hier berichten würdest.