Hilfe: Werkstatt befüllt 406er Getriebe mit Hypoid-Öl

Markus4006

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27. März 2006
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Hallo Unimogfreunde,
ich habe ein Problem mit meinem 406, welches ich an diesem WE gern mir eurer Hilfe lösen möchte.
Ich habe einen 406 Agrar mit Getriebeschaden gekauft und eine ausgewiesene Unimog-Werkstatt mit der Reparatur beauftragt. Dazu habe ich die Werkstatt mit den notwendigen Teilen versorgt, also einem "neuen", nachweislich funktionierendem Getriebe mit wenig Stunden, einer neuen Doppelkupplung und, ganz wichtig, dem GEEIGNETEN Getriebeöl in einem 25L Fass.
Aus welchen Gründen auch immer hat die WS anstelle meines Öls ein Hypoid-Öl eingefüllt, sodaß der Mog unfahrbar wurde, da die Gänge 3-6 herausspringen. Man wollte mir nun einen Getriebeschaden einreden.
In der BA steht aber fett, dass man keine Hypoid-Öle verwenden soll. Die Suche hier im Forum brachte das gleiche Ergebnis.
Wie sollte ich jetzt v.a. mit dem Getriebe umgehen? Sollte ich es irgendwie spülen, bevor das richtige Öl eingefüllt wird?
Kann man davon ausgehen, dass die rausspringenden Gänge auf das falsche Öl zurückzuführen sind?

Vielen Dank für eure Antworten
Markus
 
Moin,

ich bin kein Tribologe, aber solche Kräfte traue ich einem Hypoid Öl nicht zu, dass davon die Gänge rausspringen.

Wenn so etwas passiert entstehn Kräfte ich axialer Richtung ( Schrägverzahntes Getriebe hat immer einem Axialanteil), die nicht aufgefangen werden können, dass auf das Öl zurückzuführen wäre schon ziemlich abgefahren...

Hypoidöl hat meines wissens nach nur eine Scherfestigkeit, damit bei besonderer Beanspruchung ( Tellerräder mit hypoidverzahnung) nicht der Schmirfilm abreisst.

Es würde mich äußerst wundern, wenn dieser symptom durch das Öl verursacht wird. Für mich klingt das nach Getriebeschaden....( So leid es mir tut...)

Gruß ( hoffentlich bin ich im Unrecht)
Lars
 
Hallo

Ich denke ähnlich. Trotzdem würde ich jetzt erst mal noch einen Ölwechsel machen um das eigentlich nicht mögliche durch zu testen.

Zumal das Hypoid Öl dort nichts zu suchen hat.

Ich denke an ein Problem mit der Gruppenschaltung groß, Schaltplatte oder ähnlichem

Gruß

Thomas
 
Hi,
ich war vor ungefahr 10 Jahren schon mal auf der Suche nach einem 406. Es wurde mir damals einige angeboten, wobei mir ein Besitzer erzählte, er habe auch mal falsches Öl ins Getriebe gefüllt, wonach gar nichts mehr ging und er das Getriebe sogar zerlegt und gereinigt hätte. Danach wäre die Funktion wieder hergestellt gewesen. Ob das stimmt, weiß ich jedoch nicht.
Bin auf jeden Fall gespannt auf Montag, jetzt am WE komme ich an den Mog leider nicht ran, da er noch in der Werkstatt steht. Bevor ich das Getriebe wieder ausbaue, sollte es auf jeden Fall mit dem richtigen Öl probiert werden.

@Lars: Ja, ich hoffe du bist im Unrecht :roll: .....

Grüße
 
daran kanns wohl kaum liegen hypoid öle dürfen nicht ins getriebe da sie bungmetalle angreifen (synchronringe) aber selbst ohne synchronringe würde der gang nicht rausspringen.

gruss kevin
 
Danke für eure Beiträge bisher. Viel Hoffnung macht ihr mir zwar nicht, aber ich bin trotzdem schon gespannt, wie sich das Ganze mit dem richtigen Öl verhalten wird.
Sollte das Getriebe irgendwie gespült werden, oder einfach das falsche Öl ablassen und das neue reinkippen, und es dann nach kurzer Zeit nochmal wechseln?

Danke und Gruß
Markus
 
Hallo,

ich möchte dir Mut machen! Es gibt Fälle, die kann man nicht logisch Erklären, trotzdem passieren sie. Ich hoffe so ist es auch bei dir. :)

Natürlich wäre es gut, das Getriebe auszuspülen, aber wie?
Ich würde es gut auslaufen lassen, vielleicht je nach Zeit bis zu einer Woche. Reiniger ist Quatsch, dann werden auch die Lager entfettet, das ist nicht gut.


Mal zu der Werkstatt: Muss man Angst haben, sein Fahrzeug abzugeben? Es darf doch nicht angehen, dass eine Unimog Werkstatt ein völlig falsches Öl einfüllt! :cry:
Also wird doch nur Kaputtrepariert. :evil:
Wurde den Fall an Mercedes melden, ohh, ich reg mich grad auf...

Trotzdem, liebe Grüsse und ich drück dir die Daumen!

Gute Nacht! Thorsten
 
interessant wäre natürlich zu wissen bei welcher Werkstatt dieser Bock geschossen wurde damit man die künftig meiden kann. Wenn es eine offizielle Mercedes Kundendienst Werkstatt würde ich mich auf jeden Fall an Daimler wenden, auch würde ich mir keine Gedanken um evtl. Kosten machen, es war ja nicht Dein Fehler.
Trotzdem hab ich wenig Hoffnung daß das rausspringen der Gänge etwas mit dem falschen Öl zu tun hat. Aber wie war das beim Unimog? Manches erledigt sich von ganz allein- man muß es nur abwarten können. Hoffen wir das Beste für Dich!
 
Hallo Ölwechselopfer,

zuerst einmal: Hypoid ist keine echte Bezeichnung für ein Getriebeöl, sondern bezeichnet eine spezielle Kontur einer Bogenverzahnung an Zahnrädern, die es ermöglicht, Kegelradgetriebe achsversetzt zu bauen. (Man kann es sich vereinfacht als eine Mischung aus Kegelrad- und Schneckenradverzahnung vorstellen).

Diese Bogenverzahnung hat bei der Leistungsübertragung eine gleitende Komponente, die ein dafür geeignetes, spezielles Öl benötigt, um vorzeitigen Verschleiß zu verhindern. In der Regel sind Öle ab Qualität GL5 für Hypoidgetriebe geeignet.

Leider findet sich dieses Wort, das es "wichtig klingt" immer wieder in den Bezeichnungen der Öle wieder - und fand dadurch Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch - leider auch in Handbüchern...

Da Öle immer weiter entwickelt werden, befinden wir uns heute in dem "Zeitalter", in dem GL4 Öle als "Standard" bezeichnet werden, GL5 Öle als "Premium". GL3 Öle sind kaum noch zu bekommen.

In 10 Jahren wird es wahrscheinlich so sein, dass die GL4 Öle keinen Markt mehr haben werden, das GL5 Standard ist und GL6 Premium u.s.w.

(Ähnlich, wie bei den API-Bezeichnungen der Motorenöle, die sich auch "weiterentwickelt" haben...)

Nur weil ein GL5 Hypoidgetriebeeignung besitzt, ist es nicht zwingend, dass es Buntmetallkorrosion fördert, da heute die Eignung für hochbelastete Getriebe nicht mehr unbedingt mit buntmetallkorrosiven Additiven hergestellt werden muss.

Als erstes würde ich daher mal die DB-Werkstatt nach der Eignung des Getriebeöls befragen und ob es wirklich kritisch in bezug auf diese Korrosionsart Buntmetallkorrosion ist. Wenn es diesbezüglich ok ist, darf ein GL5 auch ins Getriebe vom Mog.

Hinsichtlich der rausflutschenden Gänge:

Wenn durch das GL5, das speziell in bezug auf Gleitreibung optimiert wurde, die Gänge rausfliegen, könnte es durchaus sein, dass sie bei GL4 noch drin bleiben. Allerdings sehr wahrscheinlich nur "gerade noch so".

D.h., durch das GL5 wird der Getriebeverschleiß nur ein wenig früher sichtbar, mit GL4 wird er aber in kurzer Zeit ebenfalls auftreten, da der Unterschied der Schmiereigenschaften so sehr signifikant auch wieder nicht ist. Diese "kurze Zeit" kann aber durchaus noch einige zehn bis hundert Beriebsstunden bedeuten, je nach Deiner Fahrweise. Schaltest und fährst Du getriebeschonend, umso länger...

Ein vollständig intaktes Getriebe behält auch bei GL5 definitiv die Gänge drin.

Sorry Markus, aber es dürfte beim Ölwechsel kein Wunder herauskommen.

Wenn Du wechseln willst auf GL4, kannst Du mit normalem mineralischem Motorenöl (15W40 oder 20W20 oder SAE 30) spülen.
Ein paar Kilometer mit diesem Öl fahren, auch mal volle Geschwindigkeit, nur nicht volle Belastung, damit alles benetzt wird.
(Keine Angst, Motorenöl ist immer getriebegeeignet, dadurch entsteht kein Schaden)

Grüße

Holger
 
Hallo Freunde,
war heute in der Werkstatt und dort hat sich leider rausgestellt, dass es nicht am Öl liegt und dass das Hypoid-Öl fälschlicherweise auf der Rechnung aufgeführt und berechnet wurde. Dafür bekomme ich nun eine Gutschrift, da die Werkstatt von Anfang an mein Öl verwendet hat. Danke für eure Mühen und es tut mir leid, dass diese umsonst waren. Der Gedanke war aber auch zu verlockend, einfach neues Öl rein und alles ist wieder in Butter....
Das Getriebe, welches nun eingebaut ist, war gebraucht gekauft, nachdem sehr glaubhaft versichert würde, dass es einwandfrei funktionieren würde. Und geschenkt war es auch nicht gerade. Werde dem Verkäufer, welcher m.W. nicht hier im Forum aktiv ist, dass Teil wieder vor die Füsse schmeißen und mein Geld zurückholen :twisted: !!!
Der kann froh sein, wenn ich ihm nicht noch den Einbau und den Transport des Mogs in seine Halle in Rechnung stelle, da es sich hierbei um direkte Folgekosten handelt, dir nur auf Grund des defekten Getriebes entstanden sind.
Ich glaube, ich rege mich gerade auf, sorry.

Gruß Markus
 
Hallo Markus,
Deine Aufregung ist all zu verständlich. Leider wird das rechtlich gesehen ein schwieriges Unterfangen wenn Du vom Verkäufer nichts schriftliches zum Zustand des Getriebes hast. Im Zweifel unterstellt er Dir daß es durch nicht sachgemäße Behandlung Schaden genommen hat oder sonst irgendwas. Hast Du Zeugen die bei der Abholung und noch besser der Besprechung des Zustandes dabei waren? Selbst wenn, Deine Werkstattkosten wird er nie übernehmen, wenn er überhaupt das Getriebe zurücknimmt. Wahrscheinlich war er froh es los zu sein.....
 
Markus4006 schrieb:
Ich glaube, ich rege mich gerade auf, sorry.

Gruß Markus

Ja aber über was???

Man kann sich nur über die Naivität und Nachlässigkeit mancher Menschen wundern: Da fahren Leute ohne Gefühl im A.... mit Ihrem neuen Mog 100km mit losen Radschrauben oder bauen( bzw. lassen bauen) ungeprüft gebrauchte Ersatzteile ein :rums: :rums: :rums: und suchen dann die Schuld auch noch bei anderen :shock:

Man kann sich doch nicht blind auf die Zusicherung von fremden Leuten verlassen!!!

Also echt!!! Meine Meinung :twisted:

Gruß, Hermann
 
Moin Hermann,

Dein posting macht mich jetzt ganz Baff :shock:

So kenne ich dich gar nicht.

Markus hat in gutem Glauben ein gebrauchtes Getriebe erstanden und dann leider feststellen müssen das im Verkaufsgespräch die Fakten nicht offen gelegt wurden.

Was gibt es denn da zum ausschimpfen :?:

Is den grad Vollmond oder so :?: :?: :?:
Ciao Armin P:
 
@ Armin: Manchmal kenne ich mich selbst nicht :D

Hast wohl recht, dass ich etwas zu direkt war! Es ist aber so das die Hauptverantwortung bei mir selbst liegt und wenn ich ein gebrauchtes Getriebe einbauen lasse, dann sehe ich mir das Teil erst mal von innen an.
Ich selbst habe auch keine Ahnung von Getrieben, aber wenn der Verschleiß schon so hoch ist, dass die Gänge rausspringen hätte das ein Fachmann ( z.B. in der ausführenden Werkstatt) das wohl sehen müssen :? .

Allerdings muss man der Werkstatt auch vorhalten, dass sie das Getriebe einfach so einbaut??? Beratung sieht wohl anders aus!

Gruß, Hermann
 
oder die Werkstattqualität ist so groß..... Jedenfalls würde mich interessieren wo solche hochqualifizierten Mechaniker zugegen sind. Auch per PN!
 
So, hab gestern nochmal mit dem Verkäufer des Getriebes Kontakt aufgenommen und ganz normal mit ihm gesprochen. Er beteuert zwar n.w.v., dass es bis zum Ausbau einwandfrei funktioniert hätte, aber trotzdem ist er bereit es zurück zu nehmen gegen Geld zurück. Wenn ich es nur schon draußen auf ner Palette stehen hätte....
Der Werkstatt würde ich jetzt erstmal keinen Vorwurf machen. Da man dort immer sehr bemüht zu sein scheint, fleißig Stunden zu schreiben, wollte ich keine weitere Untersuchung des Getriebes. Denn die Diagnose wäre von vornherein klar gewesen; schlecht, muß zerlegt werden.
Das kommt einigen von euch vielleicht naiv vor, aber wenn mir jemand glaubhafte Angaben zu so einem komplizierten Teil wie einem Getriebe macht, warum soll ich das dann in Frage stellen. Im nachhinein war das natürlich falsch, was ich jetzt auch weiß. Ich muß das jetzt einfach als Lehrgeld abtun, denn bisher bin ich beim Thema Unimog noch nicht bis zum Getriebe vorgestoßen. Aber man merkt dabei sehr schnell, dass es da wirklich ums eingemachte geht. Ich meine, mit ein paar lockeren Radschrauben ist das nicht zu vergleichen.....
Hab auch schon ein neues, diesmal frisch überholtes Getriebe an der Hand. Mit Garantie. Alles andere ist mir jetzt auch irgendwie zu heiß..... :roll: ...mein Vertrauen in gebrauchte Funktionsteile ist wohl nachhaltig gestört.

Gruß
Markus
 
Markus4006 schrieb:
...mein Vertrauen in gebrauchte Funktionsteile ist wohl nachhaltig gestört.

Gruß
Markus

Hallo Markus,

das Problem sind leider nicht ordentlich instandgesetzte gebrauchte Teile, sondern ein Mensch, der Dich belogen hat!!!

Grüße

Holger
 
Hallo Markus!
Markus4006 schrieb:
Der Werkstatt würde ich jetzt erstmal keinen Vorwurf machen. Da man dort immer sehr bemüht zu sein scheint, fleißig Stunden zu schreiben, wollte ich keine weitere Untersuchung des Getriebes. Denn die Diagnose wäre von vornherein klar gewesen; schlecht, muß zerlegt werden.

Ich persönlich würde einer solchen Werkstatt den Rücken kehren.

Viele Grüße
Erich
 
Ich würde jetzt mal nicht der Werkstatt die Schuld zuschieben.
Die werden sicher nicht gratis arbeiten. Nochdazu eine DB werkstatt, die sowieso höhere stundensätze haben.
Ob da jetzt Hypoidöl drinnen ist ( woher weißt du denn das überhaupt?) oder nicht....
 
mmh also als Kfz-Mechaniker der bei einer anderen DB-Werkstatt arbeitet!
Hätte ich dazu auch was zu sagen!!
Wenn ein Kunde egal ob PKW oder NFZ kommt und ein gebrauchtes Getriebe mitbringt und dieses eingebaut haben will,macht das jede Werkstatt egal ob DB oder Freie!
Keine Werkstatt wird dieses Getriebe ohne das es der Kunde wünscht aufmachen und prüfen,erst recht nicht wann der Kunde sagt das es i.O. ist!!
Und somit ist es leider wie Markus leider festgestellt hat,er musste das Lehrgeld leider bezahlen!
Wobei hier halt leider die Schuld beim ehrlichen Verkäufer ist!