Hydraulik mit WESTINGHOUSE Hydraulisches Steuerventil 1 V 41

OPTI-MOG

Active member
UCG-Mitglied
09. Jan. 2005
13.214
0
36
Hydraulik mit WESTINGHOUSE Hydraulisches Steuerventil 1 V 41-…

Liebe UNIMOG-Freunde,

während der letzten Wochen habe ich mich eingehend mit der Bordhydraulik im UNIMOG befasst. Und zwar anhand einiger 411er, in welche das im Titel genannte Ventil eingebaut ist. Die Hydraulik ist meiner Kenntnis nach auch bis zum 406/416er prinzipiell gleich.

Ich verfüge inzwischen über Messvorrichtungen, welche Aufschluss geben über die Leistung der vorgeschalteten Pumpe und des – meist zweizelligen - Steuerblocks.

Es kann also ein Mangel lokalisiert werden, der in der Pumpe und/oder im Steuerblock vorliegt.

Der Mangel im Steuerblock besteht darin, dass sich an einem oder mehreren der Anschlüsse A, B, C oder D kein Druck in ausreichender Höhe aufbaut und gehalten werden kann. Entsprechend bleibt ein belasteter Zylinder früh stehen und sinkt selbst bei gesperrter Ventilstellung relativ schnell ab.

Leider ist eine Reparatur unmöglich, da der Schieber direkt im Gehäuse läuft und der Mangel im Spiel zwischen den Beiden begründet ist.

Genau das dem WESTINGHOUSE Ventil entsprechende Ventil gibt es heute nicht mehr neu im Markt.
Bei Käufen von Gebrauchtteilen kauft man die „Katze im Sack“.
Also habe ich Alternativen ermittelt, die ich im einzelnen Fall – je nach Anforderung - auch projektieren kann.

Wer also Schwierigkeiten mit dem besagten Steuerblock hat, darf sich gerne unverbindlich und vertrauensvoll an mich wenden.
 
Hallo Christoph,


ich habe mich vor einiger Zeit auch schon mal gefragt ob man den Steuerblock irgendwie wieder Dichten kann.

Ich habe bei meinem Dreher nachgefragt.
Dieser sagte mir, dass er die Steuerschieber bis auf ein Übermaß aufchromen kann und den Steuerblock anschließen auf das benötigte Maß aufreibt.

Ich habe diese Arbeiten aber bisher noch nicht durchführen lassen, und kann somit nicht sagen ob dies wirklich funktioniert.

Gibt es eigentlich irgendwo ein Bild von dem Steuerschieber im ausgebauten Zustand?


Webseite von meinem Dreher:
http://www.mau-gmbh.de/



mfg
Andreas
 
Hallo Andreas,

danke für Deinen produktiven Beitrag.

Natürlich - nichts ist unmöglich. Aber der Reparaturaufwand ist bei regulärer betriebswirtschaftlicher Rechnung erheblich. Während eine Ersatzlösung komplett neu für etwa 250 € zu bekommen wäre.

Nach meiner Einschätzung wären für eine Reparatur folgende Arbeitsschritte nötig:
1. Bohrung aufreiben
2. Bohrung auf Maß hohnen
3. Schieber abdrehen oder schleifen
4. Schieber hartbeschichten
5. Schieber auf Maß schleifen oder hartdrehen

Dein "Dreher" scheint das zu beherrschen. Frag ihn doch mal, was das kosten würde.
 
Hallo Zusammen,

ich kenne das anders.
Bohrung ausschleifen, neuen Schieber drehen/fräsen und gut is :wink:
Das sollte für einen richtigen Werkzeugmacher, keinen Maschinenbediener,
kein großes Problem sein.

@Christoph, wie sieht deine Variante aus?
Gibts eine Schwimmstellung und ist das Ganze erweiterbar?

Gruß Lukas
 
Hallo Lukas,

welches Passungsspiel zwischen Gehäuse und Schieber erreichst Du denn mit der Methode, wie Du sie kennst?
 
Hallo Christoph

das für das Aufchromen und Schleifen im Micrometerbereich habe ich für zwei Schieber zusammen 250€ bezahlt. Wenn ich dafür dann auch noch mein Original-Teil beibehalten kann, würde ich abwägen, ob ich auf neu umrüste.
Das kann jeder ordentliche Hydraulikdienst.
 
Hallo Helmut,

danke auch Dir für den Hinweis.

Dieser "ordentliche Hydraulikdienst" scheint dann auch noch "ordentliche" Preise zu haben. :wink:

Die Angebote, die mir vorliegen, sind deutlich höher.
 
Hallo Christoph,

man beantwortet eine Frage nicht mit einer Gegenfrage. :wink:

Zum Spiel müssen wir den Werkzeugmacher fragen, ich denke das geht gegen 0, max 1-3 hundertstel.

Das solltest Du als Profi aber besser wissen und uns erleuchten.

Was ist jetzt mit Deiner Variante?

Gruß Lukas
 
Hallo Lukas,

Euch zu erleuchten oder zu erhellen, dafür ist es noch etwas zu früh. Die Versuche, Recherchen und Schlussfolgerungen sind noch im Gange. Es wird noch zwei bis drei Wochen dauern, bis ich ganz durch bin.

Zum Passungsspiel der Schieberventile habe ich auch noch kein klares Bild. Aus meiner Hydraulikumgebung, die nicht die Landmaschinenhydraulik ist, kenne ich Spiele, die üblicherweise zwischen 5/1000 und 10/1000, max. 20/1000 mm liegen. Deshalb auch meine interessierte Gegenfrage. :wink:
 
Hallo Christoph,

habe einen 406 Bj 1972, landwitschaftl. Ausstattung, 3600 Betriebsstd.

Habe einen FL 4 L mit doppelwirkenden Hubzylindern u. hydr. Gerätebetätigung. Mit diesem habe ich neulich leichte Erdarbeiten verrichtet (Erde verteilt, eben gezogen usw.) Nach ca. 3 h Arbeit mit dem Lader war es plötzlich nicht mehr möglich, diesen anzuheben. Die Gerätebetätigung ging noch eingeschränkt, allerdings mit einem spürbaren Rucken am Steuerhebel. Ich habe dann einiges probiert, weil ich zumindest das Fahrzeug wieder in die Scheune fahren wollte. Zuletzt habe ich herausgefunden, dass ein Heben wieder (uneingeschränkt) möglich war, wenn ich die Senken-Leitung des DW-Zylinders (vorher Anschluss B) auf die andere Zelle gelegt habe (hydr. Gerätebetätigung zuvor abgekuppelt) und diese Zelle dann schwimmend geschaltet habe. Auch die Funktion des einfach wirksamen Kippzylinders war noch möglich. Nur beim doppeltwirkenden Zylinder sperrt die Hydraulik, so als würde Anschluss B den Druck vom Zylinder beim Heben nicht durch lassen. Die DW-Hubzylinder am Lader nebst sämtlichen Hydraulikschläuchen/Leitungen sind neu.
Der Westinghouse Steuerblock ist absolut trocken. Ich habe ihn mittlerweile ausgebaut u. zerlegt. Äusserlich ist nichts erkennbar.

Kannst du aufgrund der Beschreibung eine Diagnose stellen?

Hast du sonst einen Rat?

Vielen Dank und unimogliche Grüße

Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

aus Deiner Beschreibung werde ich noch nicht ganz schlau.

Habe ich richtig verstanden, dass Du mit der Schwimmstellung das Heben mit einem doppelt wirkenden Zylinder erreicht hast? Wenn das tatsächlich der Fall sein sollte, ist das nur möglich, wenn sich in der Tankleitung ein erheblicher Druck aufbauen kann, so dass der Zylinder in Differentialschaltung ausfährt.

Dass ein Ventil nicht symmetrisch arbeitet, kann eigentlich nur sein, wenn der Schieber in der Mitte durchgebrochen ist. Dann "fehlt" eine Hälfte der Funktion und auf der der Betätigung gegenüberliegenden Seite kann sich auch der Schieber verdreht haben, so dass dort einseitig Schwimmstellung erreicht ist, ohne dass dies an der Stellung der Betätigung erkennbar ist.

Da Du den Block ja schon ausgebaut hast, empfehle ich zunächst die Betätigungswege (ziehen/drücken) und die zugehörigen Kräfte zu prüfen und zwischen den beiden Ventilen zu vergleichen.

Außerdem kann das Ventil einfach auf Funktion geprüft werden, wenn es mit P an eine Druckluftversorgung angeschlossen und durchgeschaltet wird.

Deine weiteren Beobachtungen darfst Du gerne wieder hier posten. Bitte beziehe Dich - damit wir uns besser verstehen - auf folgende Nomenklatur (in Fahrtrichtung gesehen):
Rechtes Gestänge ziehen: Druck auf A
Rechtes Gestänge drücken: Druck auf B
Linkes Gestänge ziehen: Druck auf C
Linkes Gestänge drücken: Druck auf D

Siehe auch angehängte Fotos. Dort ist allerdings die Blickrichtung entgegen der Fahrtrichtung!
 

Anhänge

  • P1280023_zu_klein.jpg
    P1280023_zu_klein.jpg
    43,8 KB · Aufrufe: 1.531
  • Schaltplan 1V41.png
    Schaltplan 1V41.png
    35,8 KB · Aufrufe: 1.530
Hallo Christoph,

erst einmal vielen Dank für die rasche Antwort. Den Steuerblock im Längsschnitt finde ich besonders informativ.

Mir ist bewusst, dass die Missfunktion meiner Hydraulik sehr merkwürdig imponiert. Ich habe selbst schon gegrübelt und gegrübelt.

Noch einmal die Beschreibung des Problems. Ich habe den Unimog noch nicht so sehr lange im Einsatz. Auch den
FL 4 L habe ich neu gerichtet (Umbau auf doppelwirkende Hubzylinder) - über Wochen hat alles wunderbar funktioniert. Nach mehrstündiger Arbeit blockierte der dw Zylinder - nach aktivem vollständigem Senken, war Heben nicht mehr möglich.

Angeschlossen war folgendermaßen:

Doppelwirkender Hubzylinder:

Heben: A

Senken: B

Hydraulische Gerätebetätigung (Schaufel):

Heben: C

Senken: D

(Hahn zum Heckkraftheber verriegelt)

Dann habe ich alle Leitungen abgekuppelt.

Anschließend hebeseitigen Anschluss des dw Hubzylinders wieder an A gekuppelt.

Senkenseitiger Anschluss des dw Hubzylinders habe ich dann an D gekuppelt und diese Zelle (C/D) schwimmend geschaltet - dann war Heben mit dem dw Hubzylinder wieder möglich (Senken passiv auf Schwimmendstellung Zelle A/B.)

Die Schieber des Steuerblockes sehen ganz "freundlich" aus - ich bin zunächst auch von einem Bruch ausgegangen. Auch die Betätigungskräfte sind unauffällig.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,
hall Christoph,

als Nicht-Hydrauliker hätte ich folgenden Gedankenanstoss:

1. Was passiert wenn Du den DW-Hubzylinder komplett an C/D anschließt?

2. Kann außer dem beschrieben Bruch auch eine Verstopfung zu dem Effekt führen? Ist es möglichdann eventuell das Steuergerät zu Spülen (in Senkrichtung)
 
Hallo Wolfgang,

ok, dann ist der Schieber A/B nicht gebrochen. Und die Schaltstellung Druck auf A - im nun angehängten Foto schematisch dargestellt - hat keine Verbindung B nach T. Das ist auch wieder schwer vorstellbar.

Die pneumatische Funktionsprüfung wäre jetzt angebracht.

Aber Halt! Hat Dein Block (welche Typenbezeichnung eigentlich? oder hast Du Fotos?) Schieber, die direkt im Gehäuse laufen, oder sind da Buchsen zwischen? Im letzteren Fall könnte theoretisch auch eine Buchse gebrochen sein und/oder sich verschoben haben. Das würde übereinstimmen mit Deiner Beobachtung, dass der Schaden nach aktivem Senken (Druck auf B) da war. Dann hat der Druck einen Teil der Buchse abgesprengt und Richtung T-Kanal verschoben. Was gleichzeitig das Rucken des Schiebers C/D erklären würde, da nämlich durch den höheren Staudruck in T der Schieber in Richtung Schaltstellung "Druck auf C" aus dem Gehäuse gedrückt wird. Das wäre jetzt die erste plausible Erklärung für das seltsame Verhalten.
 

Anhänge

  • P1280024_klein.jpg
    P1280024_klein.jpg
    44,6 KB · Aufrufe: 1.494
Hallo Christoph,

der Unimog steht an meinem Hauptwohnort im franz. Lothringen, unter der Woche bin ich in der Südpfalz. Daher kann ich mit der genauen Typenbezeichnung nicht aufwarten (habe mich schon über mich geärgert, weil ich vergessen habe, sie mir zu notieren, ich hätte sie sonst von Beginn an angegeben...)

Deine Erklärung leuchtet mir spontan ein - ich vermag nun aus dem Gedächtnis nicht zu sagen, ob die Schieber direkt im Block laufen oder Buchsen eingepresst sind.

Ich bin am kommenden Donnerstag wieder zu Hause, dann werde ich das gleich überprüfen und mich dann wieder bei dir melden.

Bis hierhin noch einmal vielen Dank,

Gruß

Wolfgang
 
Hallo,
ich habe folgendes Problem mit dem Westinghouse Steuerventil, welches bei meinem U411
folgendermaßen angeschlossen ist:

Doppelwirkender Hubzylinder des HKH:

Heben: A

Senken: B

Kippzylinder der Pritsche:

Heben: C


Das Heben funktioniert einwandfrei.
Das Senken über die Schwimmstellung dagegegen nicht, sonden nur über die
Stellung: D

Der Schieber ist wie in den obigen Abbildungen von optimog dargestellt, eingerichtet und auch schon um 180° gedreht, um eine falsche Schieberstellung auszuschliessen.

Hat jemand da eine Idee, woran der Fehler liegen könnte? :cry:

Viele Grüße
Ralf
 
Hallo Ralf,

Du schreibst, dass nach Heben über C das Absenken mit dem Ventil C/D über die Schwimmstellung nicht funktioniert, sondern nur über D.

Da gibt es mindestens drei Fehlermöglichkeiten:
1. Die Schwimmstellung beginnt mit einer Drehung von etwa 20° aus der vertikalen Stellung der Flächen des Bolzenauges am Schieber. Möglicherweise ist die Betätigung/das Gestänge so ausgeleiert, dass der Betätigungsdrehwinkel nicht groß genug ist.
2. Für die Schwimmstellung ist es wichtig, dass der Schieber genau in seiner Mittelstelllung (längs) ist. Falls der Schieber - unbeabsichtigt, z. B. durch falsche Einstellung des Gestänges, zu großes Spiel im Federpaket ... - ein wenig in Richtung C gezogen sein sollte, ist der Ablaufquerschnitt stark verengt oder gar verschlossen.
3. In der Schwimmstellung ist der hydraulisch wirksame Querschnitt geringer als in der normalen Schaltstellung. Wenn nun die Reibung (kaltes viskoses Öl, mechanische Widerstände) sehr groß ist, wird eine hohe Last benötigt, um den Kipper abzusenken.

Die Fehlermöglichkeiten können natürlich alle gemeinsam in unterschiedlichem Maße auftreten und dazu führen, dass die Schwimmstellung gar nicht mehr zu funktionieren scheint.

Die Schieber sind übrigens symmetrisch und können beliebig um jeweils 180° in ihre Grundstellung gedreht werden, ohne dass dies Auswirkungen auf ihre Funktion hat. Beim Durchdrehen von Hand kann man grob prüfen, ob der Schieber eine einseitige "Macke" hat, z. B. Rostansatz auf einer (Unter-)Seite oder eine Verbiegung der Stange ...
 
:shock: :shock: :shock:

Christoph, (der eigentlich sein Getriebe reparieren sollte), lag schon auf der Lauer :lol: (und hat schon die möglichen Fehlerquellen auf gezeigt.)
 
Moin Reiner,

Du hättest bestimmt genau so gut helfen können!
Aber Du irrst in folgenden Punkten:
NICHT "auf der Lauer" - bin gerade erst aufgestanden und wische mir den Sand aus den Augen
NICHT "sein Getriebe" - glücklicherweise nicht meins, sondern das eines leidgeprüften Kollegen
 
Hallo Christoph alias OPTI-MOG,

Lösungsvorschlag 2 hat voll ins schwarze getroffen.
Ich mußte den Gabelkopf ca.2mm weiter herausdrehen, so dass der Bolzen des Betätigunggestänges in der MIttel (Schwimm)-stellung ohne Vorspannung der Feder des Schiebers eingesetzt werden konnte.

Worauf man nicht alles achten muß :spitze !

Viele Grüße
Ralf