Hallo Freiläufer,
eine Gelenkwelle mit Freilauf kann leider leider leider immer nur in eine Richtung verwendet werden.
Eine Umkehrung der Drehrichtung des Kraftschlusses ist auch durch Wenden der Gelenkwelle (An-/Abtriebsseite) nicht möglich!
Das kann man sich leicht anhand einer Schraube mit Mutter bildhaft vorstellen und auch (da überall, außer vielleicht im Mädchenpensionat verfügbar) nachspielen:
Es wird festgelegt:
Mutter auf Schraube aufdrehen = Kraftschluss,
Mutter von Schraube abdrehen = Freilauf.
Rechtsgewinde.
Halte ich beides so vor mich, dass die Schraube mit dem Kopf von mir wegzeigt, die Mutter zu mir hin, dann kann ich die Mutter nur auf die Schraube aufdrehen, wenn ich die Mutter rechtsrum oder die Schraube linksrum drehe (Bezug = Draufsicht).
Kehre ich nun die Richtung von Schraube und Mutter um, bleibt der Drehsinn dessen, was zu mir zeigt und dessen, was von mir wegzeigt, gleich: Nun ist die Schraube mit dem Kopf bei mir, auch sie muss ich zum festziehen rechtsrum oder die nun von mir entfernte Mutter linksrum drehen. (gleicher Bezug)
Übertrage ich das auf Schlepper und Maschine, stelle ich mir vor, von mir weg ist die Zapfwelle des Schleppers (Antrieb) und zu mir hin ist das anzutreibende Gerät (Abtrieb).
Beim Unimog/MB-trac (Drehsinn in Draufsicht hinten = R, vorne = L) kann man das dann so veranschaulichen:
Würde man nun statt der Gelenkwelle auf der einen Seite die Schraube und auf der anderen Seite die Mutter anbringen, würde die Frontzapfwelle die Mutter mit Rechtsgewinde festziehen, egal, ob die Schraube oder die Mutter am Fahrzeug ist, man hätte folglich Kraftschluss.
Würde man das gleiche an der Heckzapfwelle machen, würde der Schlepper dieselbe Schraube und Mutter auseinanderdrehen, also lösen. Um an der Heckzapfwelle eine Schraube festzuziehen, also Kraftschluss zu haben, müssten Schraube und Mutter Linksgewinde haben.
Folglich: Eine Gelenkwelle mit Freilauf kann leider leider leider immer nur in eine Richtung verwendet werden...
Grüße
Holger