Mindestarbeiten an einem Ex-BW 404

406Scherer

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09. Jan. 2004
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Hallo 404-Gemeinde,
ich verfolge alle die Klagen über den 404.1-Benziner zum Teil recht amüsiert. Man könnte fast zu dem schluß kommen, der M180 Motor wäre schon von Hause aus die reinste Fehlerquelle. Dabei ist es eine grundsolide und unkomplizierte Konstruktion. Dazu auch noch mit meist sehr geringer KM Leistung. Was dabei außeracht gelassen wird ist das Alter von über 30 Jahren mit all den in dieser Zeit entstandenen Standschäden.

Mein Fazit: die Freude über den meist sehr günstigen Kaufpreis (so 1000-2000¤) versetzt den neuen Besitzer in Euphorie.
Er will sich reinsetzen und losfahren, vorher noch tanken. Und da geht das Malheur auch schon los weil der ewig nicht befüllte hintere Tank pinkelt, und so geht das dann weiter, bis das verdammte Ding dann nach einer Weile wieder in einer Scheune landet und weiter vor sich hin gammelt so wie schon beim Vorbesitzer. (wie in meinem Fall)
Was lässt sich gegen den Frust tun?
Meine Empfehlungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sind aber in aller Regel mindestens zu tun.

1. Man nehme aus dem Sparstrumpf 500¤.
2. Man beschaffe sich Ersatzteile, möglichst neu für kleines Geld. Bei ebay, Frank Flick, Patrick, Dieselmot, Westfield und sonstigen Teilehändlern.
3. unbedigt peinlichst genau zu säubern und mit den tauschteilen neu zu bestücken sind: Vergaserund Benzinpumpe. Bei Undichtigkeiten an dem Umschalthahn sollte dieser möglichst ganz gewechselt werden.
Hinweis: alle diese Arbeiten sind in jeder Hobby-Werkstatt ohne Probleme zu bewältigen.
Selbstverständlich auch den kleinen Kraftstofffilter säubern und auf Dichtheit achten. Neuen Dichtring einlegen und im Zweifel neu kaufen komplett mit den S-Rohr.
Merke: Der gesamte Ansaugweg muss absolut dicht sein, sonst baut die Membranpumpe keinen Druck auf.
4. Beide Tanks ggfls. aubauen und peinlichst genau säubern.(Hochdruckreiniger) Möglichst dabei nicht rauchen, sonst erübrigt sich alles weitere.
Schadstellen um den Verschlussstopfen lokalisieren und nach metallisch blanker Reinigung möglichst großflächig reparieren, z.B. hartlöten.
Neues Gummiverbindungsrohr einbauen. Beim Anschluss der Saugleitungen neue Kupferdichtringe nicht vergessen.
5. Meine persönliche Empfehlung: auf zivile Zündung umbauen .
Geht mit ein wenig Überlegun sehr einfach. Was etwas Arbeit macht ist die Blechbrille die man um die neue Verteilerkappe anfertigen muss. Ist so 2-3 Stunden Arbeit.. Neue Zündkabelsets anfertigen. Neue Zündkerzen müssen
unbedingt rein. Den kompletten Zundkabelsatz mit der Verteilerkappe habe ich von Frank Flick. Die Kerzen mit 3-fach Elektrode von Westfield.
Ein weiteres muss: neuer Verteilerfinger und Unterbrecher.. Bei den geringen Fahrleistungen hält das die nächsten 10 Jahre, mindestens.
Die Einstellung von Zündzeitpunkt und Schließwikel ist dann total easy.
6. Mit nur einer Umdrehung raus bei den beiden leerlaufdüsen produziert der Motor weniger CO. läuft aber genau so gut.
Lerlauf auf 800 U einstellen. Wenn der Motor im schiebebetrieb knallt, Zündung einen Tick später stellen (Verteiler im Uhrzeigersinn drehen).
7. Alles nochmal checken und ab jetzt: viel spaß mit dem Alleskönner.

Die beschriebenen Arbeiten brauchen so 2-3 Tage. Die Beschaffung ca. 14 Tage..
sicher gibt es je nach Einzlfall auch noch weitere Dinge zu tun. Die oben beschriebenen decken nach meiner Meinung 90% der Hauptfehlerpunkte ab.
Der Antriebsstrang und die Bremsen sind ein anderes Kapitel. Darüber gibt es ja genügend Beiträge im Forum. Ohne das Forum würden wir wahrscheinlich alle manchmal dumm aus der Wäsche schauen.
Für Anregungen und Korrekturen wäre ich dankbar.

Grüße

Hans
 
Moin,

also das mit den zivilen Kerzen geht auch einfacher.....

Man nehme die mil. Kabel und schneide die zu schraubenden Stecker für den Verteiler ab. Diese werden dann an zivile Kabel (Meterwahre) befestigt und zivile Stecker angebaut. Dann hat man auch keine Bastelei mit dem (gut funktionierenden) mil Verteiler.

Irgendwo gabs dafür auch eine genaue Anleitung....

Damit fahre ich seit 3 Jahren auf meinem Fuko ohne Probleme. Ich habe allerdings auch keine Probleme mit der Zündung und den mil. Kerzen bei meinem andern Mog, da war eher die Versorgung mit mil. Kerzen der Grund.

Michael
 
Hallo Hans,
Dein Beitrag spricht mir aus der Seele!! Genau so ist es nämlich! Kommt noch dazu, dass ich so ein Gefährt ab und zu auch noch abschleppen muss, da ich in der Stuttgarter Ecke in dieser Richtung meine Hilfe angeboten habe :shock: !
Noch ein paar Bemerkungen dazu von meiner Seite:
Die Natokerzen tun natürlich auch - nur die neuzeitigen Kerzen haben wesentliche Vorteile, da diese einen viel breiteren Wärmebereich haben!
Der Austausch des Verteilerdeckels ist Geschmackssache. Ich benutze weiterhin den robusten Originaldeckel. Die Zündkabel lassen sich leicht umbauen, so dass spritzwasserdichte Kerzenstecker und neue Kerzen verwendet werden können. Die Kabel kann man auch bei Westfield bekommen. Eine Umbauleitung findet man bei den bayrischen Unimogfreunden auf der Homepage. Wenns Fragen gibt, an mich wenden. Ich habe solche Kabel bereits `zig mal gefertigt.
Was man dringend überprüfen muss, ist die leichtgängigkeit der Fliehkraftverstellung im Verteiler. Die geht nach langer Standzeit gerne fest (Rost) und man kann die Zündung dann auch vergessen...!
Man braucht dringend eine Zündblitzpistole. Die gibts bereits für ca. 60Euronen und die zahlen sich aus, weil man u.A. dadurch optisch sieht, was die Zündung macht.
Dann muss man - ganz wichtig - sich um die Bremsen kümmern. Nach langer Standzeit sind die Bremszylinder 100%ig festgegammelt und die Bremsflüssigkeit sowieso hinüber! Bei einem Gefährt mit 3,5Tonnen gibt es da überhaupt keinen Spaß - zumal es eine Einkreisanlage ist !!
Das Tauschen der Öle ist ebenfalls selbstverständlich, allerdings nicht unbedingt sicherheitsrelevant. Wers nicht macht, zahlt u.U. später zusätzliches Lehrgeld.
Und nicht vergessen: Die erste Investition ist ein Werkstatthandbuch !!!!!

Gruß

Fred
 
Fred hat vollkommen Recht, bevor wir losfahren sollten wir uns über das Anhalten Gedanken machen.

Ich würde sogar noch in neue Bremsbeläge investieren, die sind meist Steinalt und haben lange nicht mehr die Bremswirkung wie neue.
Und wenn ich mir schon die Radbremszylinder ansehe und reinige, dann ist das ein Abwasch. Um den Part Bremsen komplett zu machen kann man sich auch ruhig noch den Hauptbremszylinder vornehmen.

Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen, da erinnert man sich gleich wieder an die eigenen Anfänge und Pannen die genau durch solche Sachen eingeteten sind.

Ach so, da fällt mir gerade noch der Schmierplan ein, den sollte man nicht vergessen, der erspart einen oftmals spätere Reparaturen, dazu gehört natürlich auch der Austausch aller Schmierstoffe inklusive Motor (inkl. Lüfterrad und Wasserpumpe), Getriebe, Vorgelege usw
 
hallo 404 Vor- (oder Nachredner),

ich habe mich mal ganz gezielt auf den Motor beschränkt, weil da so mit die meisten Beiträge im Forum stehen.
Selbstverständlich sind die Bremsen die Nr. 1. Bei meinem 404 sind komplett neue Bremszylinder reingekommen. Ich kann auch nicht zu den Reparatursätzen raten da die vorhandenen Zylinder zumindest bei jahrelanger Standzeit meistens Innenkorrosion aufweisen. Die Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch und lagert Wasser ab. Natürlich an der tiefsten Stelle. Das sind nun mal die Bremszylinder. Das ist auch der Grund warum die obenliegenden Hauptbremszylinder meistens wie neu sind.
Zum Umbau der Mil-Zündkabel muss man sagen daß das eine Pfriemelei ist. Wer's mag ok. Sofern man die Mil-Zündspule belässt muss man das Mil-Kabel auf einer Seite entsprechend behandeln das es in den zivilen Verteiler passt. Das geht aber problemlos.
Mit das Hauptproblem bei Mil-Zündung ist die Verwendung eines Standardstroboskops . Bei den "zivilisierten" Mil-Kabeln gibt es je nach TÜV evtl. Probleme wegen der dünnen Innenisolierung. Da will der Prüfer seine Instrumente nicht dranhängen.
Das man sich zumindest eine Betiebsanleitung beschafft ist ein Muss.
Dort stehen eben die wesentlichen Einstelldaten, ohne die geht nichts.

Gruß
Hans
 
Moin,
Mit das Hauptproblem bei Mil-Zündung ist die Verwendung eines Standardstroboskops . Bei den "zivilisierten" Mil-Kabeln gibt es je nach TÜV evtl. Probleme wegen der dünnen Innenisolierung. Da will der Prüfer seine Instrumente nicht dranhängen.
das ist beim TÜV für Fahrzeuge vor Bj.1969 kein Problem, da eine AU nicht gemacht wird. Und bei meiner letzten AU am PKW brauchte der aaS auch keine Stroboskoplampe. Der hat einen Sensor auf den Zylinderkopfdeckel gelegt, nichts an den Zündkabeln angeschlossen.
Gruß Stefan