Moral in der UC

Hallo Armin,

mit der Moral.... :cry: find ich persönlich Mist!!!

rein rechtlich: auch ein mündlich geschlossener Kaufvertrag ist nach dem BGB bindend. Ein Fahrzeug oder Teilekauf ist nich auf schriftliche Form festeglegt. Allerdings ist es immer ein Problem, das ganze im Falle eines Rechtsstreites zu Beweisen. Das wissen natürlich auch gewisse Spezialisten.

Lg
 
Hallo Chris73 und alle anderen,

natürlich ist ein mündlich abgeschlossener Vertrag (außer bei Immobilien, Eheschließungen, etc.) rechtswirksam. Aber meist ist er nicht vollständig, nicht in allen Details eindeutig, es gibt keine Zeugen oder sogar sich widersprechende Zeugenaussagen ... Also ist so ein mündlicher Vertrag im Ernstfall meist völlig wertlos. Das gilt besonders für gebrauchte UNIMOGs. :wink:

Der Ablauf vor Zustandekommen eines Kaufvertrages
1. Anfrage
2. Angebot
3. Bestellung (Antrag) "Ich möchte kaufen"
mündet - jedenfalls bei den von mir bisher getätigten Käufen und Verkäufen - meist erst in den eigentlichen Vertragsverhandlungen:
Lieferumfang, Lieferzustand, Endpreis, Zahlungsbedingungen, Verpackung, Transport, Versicherung, Gewährleistung, Sondervereinbarungen ...
Dann erst, nach Einigung über alle Details, wird die Willenserklärung "Ich möchte zu diesen Bedingungen kaufen" vom Käufer und die Willenserklärung "Ich möchte zu diesen Bedingungen verkaufen" vom Verkäufer abgegeben und im Kaufvertrag schriftlich festgehalten.

Im Prinzip ist das sogar beim Gattungskauf genau so, wie man an folgendem gar nicht so unrealistischen Beispiel erkennen kann:
1. Anfrage: Unser Christian ist Gastwirt und sucht nach einer günstigen Quelle für Klopapier. Ihm fällt gerade ein Werbeblatt "Aldi informiert" in die Hände.
2. Angebot: Aldi Sonderposten Toilettenpapier, 3 flauschige Lagen
3. Bestellung: Christian fährt zum nächsten Aldi-Markt, lädt 2 Einkaufswagen mit dem Klopapier voll und begibt sich zur Kasse.
4. Bestellablehnung: Die freundliche Kassiererin weist unseren Christian darauf hin, daß das Toilettenpapier nur in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden kann und genehmigt ihm nur 2 Pakete. ...
Kann unser Christian nun Schadensersatz verlangen für die vergeblichen 30 km, die er für Hin- und Rückfahrt zurückgelegt hat? Sicher NICHT!

Schadensersatz (Poenale) kann in Verträgen im voraus geregelt werden, z. B. für Produktionsausfall bei einer zu spät gelieferten Maschine.

Bei Nicht- oder Zu-spät-Lieferung eines alten UNIMOGs für Hobbyzwecke dürfte es der Käufer schwer haben, irgendwelche Schadenersatzansprüche durchzusetzen, zumal wenn dafür vertraglich nichts festgelegt ist.

Glücklich also, wer per Handschlag ein "gutes" Geschäft gemacht hat. Das gibt es immer noch, auch bei mir, aber verlassen kann man sich halt darauf nicht.
 
Wikidingsda schrieb:
Moral beschreibt, was Menschen faktisch für richtig halten oder was sie gemäß ihrer Vorstellungen vom richtigen Handeln tun.
Wer hält was für richtig?

Ich halte mich meist kurz und knapp. Wenn um ein eigentlich einfaches Thema, ein Teil und/oder einer einfachen Folge logischer Abläufe zu viel gequatscht oder getextet wird, ist das gegen meine Moral

Punkt :wink:

Menschenkenntniss hilft, diese (meine) Erwartungsmoral zu befriedigen. Und wenn das Teil X von dem Arsch Y noch so verlockend ist, wird es nicht gekauft. Arsch bleibt Arsch! Das ist meine Moral!

In der heutigen Zeit gibt es zu viele unmoralische Käufer, die dafür sorgen, dass die Moral der Verkäufer immer schlechter wird :?

Gruss, Micha
 
Moin,

@Christoph

Glücklich also, wer per Handschlag ein "gutes" Geschäft gemacht hat. Das gibt es immer noch, auch bei mir, aber verlassen kann man sich halt darauf nicht.

Eigentlich schade, ich hatte Dich anders eingeschätzt :wink:

@Micha

Menschenkenntniss hilft, diese (meine) Erwartungsmoral zu befriedigen. Und wenn das Teil X von dem Arsch Y noch so verlockend ist, wird es nicht gekauft. Arsch bleibt Arsch! Das ist meine Moral!

:?: Wieso Moral, das ist doch eine Devise

Aber Du hast Recht, ich verfahre ebenso :D

Und deshalb kann ich es nicht verstehen, dass hier gewisse Leute immer wieder als schlechtes Beispiel auftauchen :?

Ich lese deren Annoncen einfach nicht mehr, ergo brauche ich mich auch nicht über sie ärgern.

Wenn Alle so verfahren, sind sie über Kurz oder Lang "Weg vom Fenster"

Vielleicht sollte man in der U.Com 2 eine Bewertungsliste der "guten wie der schlechten Anbieter" einstellen?
 
Ich meine es wurde letztes Jahr mal ein Thred gestartet, bei dem es um Erfahrungen mit Händlern ging.

Mir persönlich geht es schon gegen die Moral, wenn ich Abzocker-Anzeigen hier in der UC sehe und nicht kommentieren darf. Ich bin der Meinung, daß der Anzeigenteil für die Beschaffung von Teilen und der Unterhaltung unseres Hobbys sehr wichtig ist. Sollten dann aber gezielte Abzocken (Denke nur mal an den 10 Euro Werkzeugkasten mit 1 Euro "Unimog"-Schriftzug, welcher dann den Ehefrauen als "das" Weihnachtsgeschenk für 100 Euro angeboten wurde) hier auftauchen empfinde ich eine Warnung der "unerfahrenden" auch als moralisch.

Michael
 
Hallo Maatsch,

Deine These

Zu einem Kaufvertrag gehören eigentlich nur zwei Schritte: Angebot und Annahme des Angebots - damit ist der Vertrag geschlossen - ohne "WENN und ABER"

kann logischerweise nicht stimmen.

Stell Dir nur mal vor, unser Beispiel-Franz hat mehrere Angebote "draußen" und plötzlich bestellen 3 Interessenten gleichzeitig, was ja durchaus vorkommen kann.
Sind dann etwa 3 Kaufverträge zustandegekommen? NEIN!
Der Franz kann sich einen Käufer aussuchen oder sogar den Gegenstand behalten. Und keiner der Interessenten kann irgendwelche Ansprüche stellen.

Hallo Reiner,

Du hast recht. Meine Formulierung war in diesem Falle schwach. Und auf mein Wort kann man sich natürlich verlassen. :!:
 
Hallo Christoph,
ist ja eigentlich der "moral-Thread", aber ich kann mich nicht zurückhalten und muss doch noch etwas zum "Vertrag" loswerden ;-)
UuUNIMOG schrieb:
...meinen Standpunkt bezüglich der 4 notwendigen Schritte:
1. Anfrage
2. Angebot
3. Bestellung (Antrag)
4. Bestellannahme
möchte ich nach nochmaliger Überprüfung bekräftigen:

Betrifft 3. und 4.:
Zustandekommen eines Kaufvertrages
Der Kaufvertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande, die Antrag (§ 145 BGB) und Annahme (§ 147 BGB) genannt werden (zweiseitige Rechtsgeschäfte).
Dann sind wir uns ja eigentlich eh einig und bezeichnen die Schritte vermutlich nur unterschiedlich :-)
Ein "Angebot" ist im juristischen Sinne dein Antrag, etwas zu einem bestimmten Preis verkaufen zu wollen und eine "Bestellung" ist dann die Annahme des Angebots - und somit ist der Vertrag zustande gekommen.
UuUNIMOG schrieb:
Antrag und Annahme sind empfangsbedürftige Willenserklärungen.
Die erste Willenserklärung (Antrag) muss inhaltlich stets so eindeutig sein, dass der angesprochenen oder angeschriebene Partner durch eine eindeutige Antwort („Ja“, „Einverstanden“ oder „Nein“) den Antrag annehmen oder ablehnen kann.
Richtig - und das unterscheidet ein "Angebot", das üblicherweise an einen ganz bestimmten Vertragspartner gerichtet ist, von der "Aufforderung zur Abgabe eines Angebots (lat.: Invitatio ad offerendum)", die ich z.B. üblicherweise im Supermarkt, auf Prospekten, in Katalogen und vermutlich auch im Kleinazeigenmarkt der UCom finde: Da sich diese "unechten Angebote" an die breite Masse richten, sind sie eben nur die Einladung, dass jemand ein Angebot abgeben soll - und das macht derjenige dann, indem er dem Verkäufer mitteilt, dass er für x Euro das Teil nehmen würde (Willenserklärung 1, Angebot) - wenn der dann antwortet: OK, ist an dich verkauft (Willenserklärung 2, Annahme) und es ist der Vertrag zustande gekommen. Und dann gilt wieder, was ich oben geschrieben habe.
UuUNIMOG schrieb:
Also, nach Bestellung (Antrag) ist noch kein Kaufvertrag zustandegekommen und somit keine Grundlage für irgendwelche (Schadensersatz-)Ansprüche vorhanden.
Wenn du nicht ein ausdrücklich an dich gerichtetes Angebot wahrgenommen hast.
UuUNIMOG schrieb:
...4. Bestellablehnung: Die freundliche Kassiererin weist unseren Christian darauf hin, daß das Toilettenpapier nur in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden kann und genehmigt ihm nur 2 Pakete. ...
Kann unser Christian nun Schadensersatz verlangen für die vergeblichen 30 km, die er für Hin- und Rückfahrt zurückgelegt hat? Sicher NICHT!
Richtig - weil kein Vertrag zustande gekommen war, weil die Verkäuferin das Angebot, dass ihr (aufgrund der "invitatio ad offerendum", nämlich des Prospekts oder der Auslage im Supermarkt) gemacht wurde, abgelehnt hat, also die zweite Willenserklärung nicht vorhanden ist.
Siehe hierzu vielleicht auch http://de.wikipedia.org/wiki/Aufforderung_zur_Abgabe_eines_Angebots
UuUNIMOG schrieb:
Schadensersatz (Poenale) kann in Verträgen im voraus geregelt werden
KANN - und sollte vielleicht auch - schließt aber nicht aus, dass er auch fällig wird, wenn nichts vereinbart wurde!
UuUNIMOG schrieb:
Bei Nicht- oder Zu-spät-Lieferung eines alten UNIMOGs für Hobbyzwecke dürfte es der Käufer schwer haben, irgendwelche Schadenersatzansprüche durchzusetzen, zumal wenn dafür vertraglich nichts festgelegt ist.
Die Schwierigkeiten sehe ich jedoch - ist jetzt natürlich wieder spitfindig, ich weiß - weniger darin, sie durchzusetzen, als vielmehr, überhaupt die Höhe des Schadensersatzes festzustellen - wenn du, wie geschrieben vom Hobby ausgehst.

MfG Maatsch

...der sich den Äußerungen zur Moral nur anschließen kann und dennoch versucht, sich der rechtlichen Lage zumindest bewusst zu sein ;-)
 
Hallo Christoph,
ich tippe einfach zu langsam - oder zu viel ;-) - unsere letzten beiden Beiträge haben sich überschnitten, aber...
UuUNIMOG schrieb:
Deine These
Zu einem Kaufvertrag gehören eigentlich nur zwei Schritte: Angebot und Annahme des Angebots - damit ist der Vertrag geschlossen - ohne "WENN und ABER"
kann logischerweise nicht stimmen.

Stell Dir nur mal vor, unser Beispiel-Franz hat mehrere Angebote "draußen" und plötzlich bestellen 3 Interessenten gleichzeitig, was ja durchaus vorkommen kann.
Sind dann etwa 3 Kaufverträge zustandegekommen? NEIN!
Der Franz kann sich einen Käufer aussuchen oder sogar den Gegenstand behalten. Und keiner der Interessenten kann irgendwelche Ansprüche stellen.
...ich denke, der Punkt hat sich mit dem vorangegangenen Beitrag geklärt ;-)

MfG Maatsch
 
Hallo Maatsch und alle anderen,

unsere Diskussion hat gezeigt, daß es oft nicht einfach ist, sich gegenseitig zu verstehen. Da müssen erst einmal die Begriffe eindeutig definiert sein. Dann sind die rechtlichen Grundlagen und verschiedenen Sachverhalte genau zu beachten. Insofern hinken meine Beispiele teilweise, denn - wie Du richtig schreibst - die Lage im Supermarkt ist eine andere als die im privaten oder geschäftlichen Gebrauchthandel.

Hoffentlich ist durch unseren rechtlichen "Ausflug" aber für Alle deutlich geworden, daß man bei Kaufverträgen sauber und gründlich arbeiten muß, wenn man nicht hinterher das Nachsehen haben will.

Um es nochmal zu veranschaulichen:

Kaufinteressent sieht Kleinanzeige, ruft Verkäufer an: "Ich nehme das Ding!",
Verkäufer antwortet: "Alles klar, komm vorbei, dann kannst Du es gleich mitnehmen!"
Kaufinteressent fährt zum Verkäufer, das Ding ist schon weg.

Was ist passiert?
Aus Sicht des Kaufinteressenten: Ein Kaufvertrag war zustandegekommen!
Aus Sicht der Verkäufers (möglicherweise): Die Äußerung "Ich nehme das Ding" ohne gezielte Nachfragen oder detaillierte Verhandlungen und Dokumentation war dem Verkäufer zu schwach, um sie als ernsthafte Willenserklärung zu erkennen. Denn so rufen jeden Tag Leute an, die dann doch nicht kommen!

Warum?
Unvollständige und unklare Vereinbarungen!
Vereinbarungen nicht dokumentiert!
Keine Zeugen!

Und das Ergebnis?
Alle sind sauer!
Der Verkäufer wird vielleicht sogar diffamiert!
Aus so einer Situation kann der beste Rechtsanwalt nichts machen!

Also, beim Kauf/Verkauf genau darauf achten, Ansprüche zu sichern, Verpflichtungen zu begrenzen und alles rechtswirksam zu dokumentieren oder notfalls Zeugen zu haben. Dann kann einem die jeweilige Moral des Vertragspartners relativ wurscht sein!
 
Stimmt. Genauso geht es.

Ein Mann, ein Wort.

Bis jetzt habe ich es immer so gehalten, dass ich bei einem telefonisch getätigten Kauf nochmal ausdrücklich von meiner Seite bestätigt habe, dass der Deal fix ist. Der Verkäufer hat mir das dann jeweils nochmal von seiner Seite aus ausdrücklich bekräftigt. Dann steht das Geschäft.

Paragrafen hin oder her, so funktioniert es bei mir und ich bin der Überzeugung, dass solche Geschäfte auf Vertrauensbasis, auch vielleicht bei der einen oder anderen schlechten Erfahrung, gerade hier unter Unimoglern, gepflegt gehören.

Jeder kann ja selbst entscheiden, ob er alles doppelt oder dreifach absichern muss. Ich halte es anders und wünsche es mir von meinem Gegenüber auch so, sonst wird mein Leben zu kompliziert.

Übrigens, Christoph:
Toilettenpapier auf der Gästetoilette oder im Hotelzimmer ist ein toller Indikator dafür, wieviel der Gast seinem Gastgeber wert ist!
Deshalb: Nur vom Aller-Feinsten! Es wäre mir ein Graus, wenn meine Gäste beim Toilettenpapier den Eindruck hätten, hier würde gespart!
:clown:

Schöne Grüsse, Christian
 
Hallo Christian,

"Ein Mann ein Wort", wer wünscht sich das nicht?
Das Leben könnte so einfach sein!
Doch mit wachsender Lebenserfahrung wird mir zunehmend der Glaube daran genommen, besonders nach meinen Erfahrungen mit nachwachsenden Generationen, bei denen im Durchschnitt Anspruch und Gier wachsen, Anstand und Zuverlässigkeit aber deutlich abnehmen.
Nicht umsonst haben die Anwälte und Gerichte so viel zu tun.

Schön, daß mein Klopapierbeispiel bei Dir so gut angekommen ist. Da erinnere ich mich gleich wieder an das Klopapier bei einem ehemaligen Arbeitgeber, dem seine Mitarbeiter angeblich so wichtig waren, und wo doch das Klopapier aus alten Telefonbuchseiten zu bestehen schien. :wink:
 
.....so ist das in der Theorie, wie's gehen soll - und doch geht's nie...


Grundsätzlich: Das Thema Moral in der UC zu diskutieren, finde ich gut!

Leider wird der Thread sehr einseitig, denn es geht nur noch um Kaufen/Verkaufen.

Die in der Praxis rechtlich durchzusetzenden Ansprüche bei unter vier Augen/Ohren abgeschlossenen Verträgen habt Ihr bereits erschöpfend diskutiert, faktisch kommen wir dadurch keinen Schritt weiter.
Zudem hängt sich der Fred nun schon fast nahtlos an die nie endende Diskussion über genau eine einzige Person. Dazu hatte ich mal das Folgende geäußert:


Hallo Unimogfahrer,

könnten wir uns nicht alle darauf einigen, das Thema Franz hier im Forum auf "read only" zu reduzieren. Jedes weitere Byte kostet Thilo und André nur Speicherplatz und damit Geld.

Wer bei Franz etwas kaufen will, was es sonst vielleicht nirgends gibt, der sollte zu ihm hinfahren, sich das Teil körperlich ansehen, es in die Hand nehmen und ihm den Geldbetrag dafür in die Hand drücken, auf den man sich geeinigt hat. Die etwas mutigeren unter uns können ja in seinem Online-Shop kaufen. Wenn ich ein Teil wirklich kaufen will, kann ich ja dafür auch mal ein paar Kilometer in Kauf nehmen, wenn ich es dringend brauche. Ich denke, dann wird man auch mir Franz klarkommen.

Wer unbedingt weiter diskutieren möchte, sollte vielleicht Franz bitten, selbst ein Forum dafür auf seinem Server einzurichten...
Dort können sich dann alle, denen es ein Bedürfnis ist, auslassen...

Wenn Franz hier im Forum etwas anbietet, hinfahren, ansehen, Wert feststellen, Preis vereinbaren, bezahlen - oder sein lassen. Das könnte doch eine Verfahrensweise sein, bei der es auf beiden Seiten Überlebende gibt, oder?
http://www.unimog-community.de/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=34174&highlight=hinfahren+bezahlen
http://www.unimog-community.de/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=35411&highlight=hinfahren+bezahlen

...und ich denke, diese Verfahrensweise kann man bei jedem, dem man misstraut, so handhaben und wenn ich etwas suche, das ich wirklich brauche, dann muss es mir das wert sein, es vor Ort zu besichtigen und kaufen...

Das ist jetzt nur Praxis und löst auch nicht den Fall eines Erstkontaktes, bei dem man immer wieder reinfallen kann - und wird!
Es ist eine Tatsache, dass Menschen unvollkommen sind und leider auch, dass einige nicht ehrlich sind und nur auf den eigenen Vorteil aus sind, aber das kann niemand in einen Algorithmus für die Anwendung in einem Internet-Forum formulieren...

Es liegt auch ein wenig an unserer eigenen "inneren Firewall"...
Lasse ich mich von einem, der permanent im Forum Unsinn treibt, provozieren?

Keiner von uns hat genau die gleiche Wahrnehmung wie auch nur ein einziger anderer. Sogar wenn ich mich bemühe, kann ich nicht ausschließen, dass ich einem anderen "auf den Keks gehe".

Genau dieses Problem ist aber menschlich und kann demzufolge auch nur menschlich gelöst werden, nämlich durch eine menschliche Eigenschaft: Demut!
Demut ist heute fast unbekannt, weil meist als Schwäche ausgelegt. Sie - und nur sie - ist aber der Schlüssel einer erfolgreichen Gemeinschaft, da sie in der Lage ist, Schwächen zu übersehen, Schwächen, die auch wir haben - und wir erwarten auch, dass andere unsere Schwächen übersehen, wir sollten nicht so dumm sein, zu glauben, niemand erkennt unsere Schwächen...
...ganz im Gegenteil: Diejenigen, mit denen wir am besten auszukommen glauben, sind in Wirklichkeit die, welche mit unseren Schwächen am besten umgehen können!

Demut ist die einzige menschliche Stärke, die mit menschlichen Schwächen fertig werden kann!

Das war auch der Grund für mein gewähltes Abschluss-Zitat, das genau auf dieses Bedürfnis aufmerksam machen soll:



There is no absolute knowledge. And those who claim it, whether they are scientists or dogmatists, open the door to tragedy. All information is imperfect. We have to treat it with humility.
Jacob Bronowski, scientist, "The Ascent of Man", 1973

humility ist Demut, eine Bescheidenheit dem Nächsten gegenüber, die nicht immer auf Vergeltung aus ist, sondern es hinnimmt, wenn ihr mal einer auf die Füße tritt...

Und wenn mir einer immer wieder auf die Füße tritt und ich es nicht mehr ertragen kann, und es mir auch trotz meiner aufrichtigen Bemühungen nicht gelingt, mit ihm auszukommen, dann gehe ich diesem aus dem Weg! Aber ich gehe in Frieden und nicht im Hass, denn der Hass zerstört nur mich selbst!

Dieser Fred wäre absolut verfehlt, wenn wir ihn als Ausdrucksform nutzen wollten, Andere damit zu ändern oder gar zu "bessern"!

Diese Erkenntnis kommt auch in den weisen Worten eines von mir sehr geschätzten alten Königsbergers (Immanuel Kant) zum Ausdruck:

"Handle so, dass die Maxime (= subjektive Verhaltensregel) deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."

Nachdenklich

Holger

PS: Das beste Mittel, ein scharfes Schwert abzuwehren, ist nicht ein weiteres Schwert, sondern ein möglichst großes und möglichst weiches Kissen!
(Eine Weisheit aus dem Mittelalter, die heute in Form der Schnittschutzhose eine eindrucksvolle Bestätigung findet...)
 
Hallo Holger,

Dein Beitrag führt uns erfrischenderweise in eine neue Richtung. Aber Du hast damit auch "ein großes Faß aufgemacht".

Wenn ich nur Deines und die beiden folgenden Zitate
"Rechte Demut weiß nimmer, dass sie demütig ist." - Martin Luther
"Demut bedeutet beharrliches Mühen im Dienst an der Menschheit. Gott ist immer im Dienst." - Mahatma Gandhi
betrachte,
dann geht es um Philosophie, Ethik, Theologie, ...
dann kommen mir sofort weitere Begriffe wie Dienen, Dankbarkeit, und viele Tugenden in den Sinn, die heute weniger Beachtung finden und über die man auch trefflich streiten kann.

Ich könnte mir vorstellen, daß unser Forum damit ein wenig überfordert ist und wir uns bei diesem Themenkreis besser in einem philosophischen Forum wieder treffen sollten.

Ich stimme Dir aber darin zu, daß wir unseren Franz und das Vertragsrecht als abgehandelt betrachten können!
 
Hallo Christoph und danke für Deine prompte Stellungnahme!

Jetzt ärgere ich mich: Da war ich zwischen den Jahren im Renchtal, also quasi vor Deiner Haustür, bzw. bin 2 x dran vorbeigefahren... (Holen wir nach!)

Danke auch, dass Du den von mir sehr geschätzten Mohandas Gandhi ins Gespräch bringst, der von Menschen den Titel: „Der Erhabene“ (Mahatma) bekam! Auf den möchte ich noch mal am Ende bezug nehmen...

Schön auch, dass bei Dir neben P... und E... auch das T... noch ein Existenzrecht besitzt! Das ist heute – weil unter Intellektuellen opportun – zwar selten geworden, aber deshalb noch lange nicht unvernünftig!
Nicht immer sind Mehrheiten zielführend.

Bitte gestatte mir, Dir in zwei Punkten zu widersprechen – nicht im Bösen, sondern, weil ich glaube, dass der Blickwinkel ein anderer sein sollte – sein könnte, sein muss:


UuUNIMOG schrieb:
…
dann geht es um Philosophie, Ethik, Theologie, ...

Nein! Eben gerade nicht!
Das wäre der größte – und immer wieder gemachte – Fehler!
Philosophieren kann man trefflich und lange, TUN müssen wir es!
Nicht auf eine höhere Erkenntnisebene heben, nicht darüber disputieren, TUN!

Mir geht es um die praktische Anwendung solcher Erkenntnis!
Zum Beispiel hier im Forum durch mehr Toleranz und Rücksichtnahme!

Interessanterweise ist es kein Philosoph, kein Ethiker, sondern ein einfacher Zimmermann, einer von der "T...-Fraktion", der es aber im Gegensatz zu den vorgenannten genau auf den Punkt bringt: Schon vor 2000 Jahren sagte er:
„Wenn ihr diese Dinge wisst, glücklich seid ihr, wenn ihr sie tut“ (nach Johannesevangelium, Kap. 13:17)

Alle Menschen streben nach diesem Etwas, das mit dem oft strapazierten Wort "Glück" beschrieben wird! Komischerweise handelt aber kaum einer nach dem 2000 Jahre alten Grundrezept, um es zu erreichen! Du findest es auch nicht als Rat in einer Managerschule...

...a propos Managerschule:

Wir ärgern uns heute über die Börsenspekulanten, die Heuschrecken, die Gewissenlosen, ...

...aber analysierten wir den Grund, weshalb diese Menschen alle so gehandelt haben, dann kämen wir an genau den Punkt: Sie (diese Täter) glaubten doch tatsächlich, sie würden dadurch glücklicher werden!!! Sie (und wir damit in Folge) wurden es nicht! Wie denn auch?

Geld ist nicht Glück! Uralt und doch anscheinend immer wieder völlig neu: Niemand kann durch Haben glücklich werden, (Unimog mal außen vorgelassen, zum Glück weiß aber nur wer einen hat, was anderen fehlt :wink: ),...
...auf das Sein kommt es an!

Noch einmal der „Zimmermann“: „Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte?“ gem. Matthäusevangelium, Kap.16:26 (Elberfelder).

Der zweite Punkt:

UuUNIMOG schrieb:
Hallo Holger,

.... Aber Du hast damit auch "ein großes Faß aufgemacht"....
Ich könnte mir vorstellen, daß unser Forum damit ein wenig überfordert ist und wir uns bei diesem Themenkreis besser in einem philosophischen Forum wieder treffen sollten.

Wiederum Nein!
Aber dieser 2. Punkt ist bereits die logische Schlussfolgerung aus dem ersten:

Nur wenn wir darüber diskutieren wollen, dann können wir ein eigenes, anspruchsvolles und hochtrabendes Forum damit aufmachen, dann wären wir auch damit überfordert – übrigens wir alle...
... wenn wir es aber „nur“ TUN wollen, dann ist das ein ganz kleines Fässchen...

Tun können wir es „schluckweise“ in Portionen, an denen wir uns nicht verschlucken brauchen...

Niemand kann damit morgen beginnen und ist sofort vollkommen darin, das geht nur schritt(chen)weise...
...und geht auch nur mit aufrichtiger Demut - um beim Kern zu bleiben.
Dabei wird es Rückschläge geben, durch uns selbst, unsere Schwächen und durch Wunden, die uns andere zufügen...
Das ist aber das, was der hier meinte:

"Rechte Demut weiß nimmer, dass sie demütig ist." - Martin Luther

Denn aufgesetzte (Schein-)Demut hält den unter unvollkommenen Menschen zwangsläufig auftretenden Rückschlägen nicht stand!

Nun Gandhi: In diesem Mann zeigt sich die ganze Bandbreite der Tragik!
Es tröstet nicht wirklich über seinen tragischen Tod hinweg, dass es auch Verbrecher ab und zu tödlich trifft...

Er kämpfte ohne Waffen für ein hehres Ziel und starb doch genau dafür – hingestreckt durch das, was er am meisten verachtete: Gewalt und Waffen! Und auch in der ganzen Zeit seines viele Jahre währenden Kampfes hat er viele Wunden einstecken müssen!

Das ist aber eine banale Tatsache:
Wenn auf der einen Seite 100 altruistische Pazifisten stehen, auf der anderen Seite ein einziger Dummer mit Maschinenpistole und 100 Schuss im Magazin, dann sind die möglichen Folgen klar...

Es ist also absolut real, dass auch der Mensch, der sich bemüht, das Gute zu tun, mit dem höchsten Preis dafür zahlen muss...

Aber etwas bleibt immer: Oder hat Gandhi umsonst gelebt?


...und dieser Preis relativiert sich nun wieder ausschließlich über das T... aus Deiner Auswahl! Aber das ist ein eigenes Thema...

Liebe Grüße und bitte nicht böse sein, dass ich Dir widersprochen habe, es ist nicht bös gemeint und...


...der Worte sind genug gewechselt, lasst uns endlich Taten seh’n! (Ganz kleine halt - für den Anfang...)

Holger
 
Danke Holger

das hast Du ganz in meinem Sinne geschrieben, kann mich nur dem anschliesen. Wir können die "anderen" nicht ändern aber wir können anfangen das richtige zu TUN.

Gruss Bernhard
 
Hallo Bernhard und Holger,

ich bin ganz bei Euch. Widerspruch unnötig!
Wir müssen nicht darüber reden, sondern ...
um es mit Erich Kästner zu sagen:

Es gibt nichts gutes: Außer man tut es!

Jeder für sich und möglichst viele miteinander.
 
Hallo zusammen,

kaum aus dem Krankenhaus zurück muss ich sooo viel lesen :-)
Aber Gott sei Dank: nichts mehr widersprechen oder ergänzen.

Dann sind wir ja eigentlich doch alle ziemlich einer Meinung :-)

MfG und gute Nacht

Maatsch
 
Hallo MOGler,

wenn ich mir das recht überlege, können wir wirklich dankbar sein für solch ein Forum bzw. für seine Teilnehmer. Neben "Boah Eeyh" (oder wie immer das geschrieben wird, und was auch sein muß) wird hier diskutiert über Moral, sogar Theologie, und wie man als Menschen besser miteinander zurecht kommen könnte.

Das finde ich Spitze. Der UNIMOG ist vielleicht eine Art Götze, aber er ist doch das Bindeglied zwischen vielen Menschen mit einer positiven und realistischen Lebenseinstellung.

Dann machen wir einfach mal weiter so.
 
UuUNIMOG schrieb:
wird hier diskutiert über Moral, sogar Theologie, und wie man als Menschen besser miteinander zurecht kommen könnte.
Ich will hier jetzt nicht die Eintracht stören. Aber leider bleibt es wieder einmal nur bei der Diskussion.

Insofern ist der Hinweis auf "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!" für mich etwas irritierend. Das Tun würde ja eigentlich eine andere Schlußfolgerung erfordern. Was ich als notwendiges Tun erwarten würde, ist ihn den vorausgegangenen Diskusssionen/threads sicherlich deutlich geworden.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

es widerstrebt mir ein wenig, mich selbst zu zitieren, aber Deine Aussage:
Menk schrieb:
...
..... Was ich als notwendiges Tun erwarten würde, ist ihn den vorausgegangenen Diskusssionen/threads sicherlich deutlich geworden.....

lässt sich nur einordnen, wenn ich einen Satz nochmal wiederhole, den Du vielleicht übersehen hast:

holgi63 schrieb:
...

Dieser Fred wäre absolut verfehlt, wenn wir ihn als Ausdrucksform nutzen wollten, Andere damit zu ändern oder gar zu "bessern"!

Diese Erkenntnis kommt auch in den weisen Worten eines von mir sehr geschätzten alten Königsbergers (Immanuel Kant) zum Ausdruck:

"Handle so, dass die Maxime (= subjektive Verhaltensregel) deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."
...

Die Quintessenz dieses Freds habe ich bisher so verstanden oder vielleicht auch ein bisschen dahingehend zu lenken beabsichtigt, dass wir bei uns beginnen und nicht ständig von anderen irgendwas
als notwendiges Tun erwarten...
.

Handle so, nicht Fordere oder Erwarte so...

Aber ich kann ja auch einfach den Christoph zitieren - der wiederum den Emil und die Detektive zitierte:
Es gibt nichts gutes: Außer man tut es!
...
...und man, das bin doch ich, nicht der andere...

Deine letzten Beiträge habe ich noch mal gelesen. Meine Empfehlung bleibt dieselbe: Fahr hin, wenn Du was bei ihm kaufen willst und drück ihm die Kohle für das in die Hand, was Du möglichst schon in der Hand hältst oder auf der Pritsche Deines Unimogs liegen hast. Dann kannst Du sogar mit diesem Verkäufer Frieden schließen.

...und mit jemandem Frieden zu haben, ist ein saugutes Gefühl!

Was wäre in Deinem Sinne von Toleranz, Rücksichtnahme, aber auch im Sinne von höheren Werten mehr wert?

Wenn unser F...z so richtig eins auf die Glocke kriegt oder,
wenn er vielleicht durch unser Verhalten - durch unser Beispiel aber auch unsere Konsequenz ihm gegenüber (direkt ihm gegenüber und nicht über andere oder durch Regeln in diesem Forum oder wo auch immer) irgendwann (und ich weiß selbst nicht wann, er macht es uns schon recht schwer - schließlich bin auch ich nicht blind) etwas draus lernt und für uns am Ende gewonnen würde?

...und wir in 20 Jahren beim gemeinsamen Bierchen mit ihm frotzeln können:" Weißt Du noch, F...z, wie Du uns damals...?"
...und er antworten würde:"...Meine Güte, hör bloß auf, erinnere mich nicht daran, ich wäre mit Euch nicht so geduldig gewesen..."
und dann spülen wir die Vergangenheit gemeinsam runter...

Dazu noch einmal der Zimmermann (und ein ebenfalls nicht ganz unbekannter Fischer): Fischer fragt, Zimmermann antwortet:

(Matthäus 18:21-22) Dann trat Petrus herzu und sagte zu ihm: „Herr, wievielmal mag mein Bruder gegen mich sündigen und soll ich ihm vergeben? Bis zu siebenmal?“ Jesus sprach zu ihm: „Ich sage dir: Nicht bis zu siebenmal, sondern: Bis zu siebenundsiebzigmal.

und bevor wir uns jetzt ein Tagebuch zulegen und Strichliste führen: Die biblische Zahl 7 in der Dopplung bedeutet unbegrenzt!

Aber auch, wenn wir "nur" Kant nachahmen wollen - der sein Leben lang eine ehrliche (und für jedermann umgängliche) Person war - auch zu denen, die es ihm nicht leicht machten, blieb er stets gastfreundlich,
haben wir genug Gründe, das Positive zu suchen...

Wie wir uns vor materiellem Schaden durch ihn bewahren können, haben wir doch erarbeitet, jetzt liegt es an uns, ihn zu "bearbeiten"...
...bearbeiten aber nicht in der Form, dass wir fordern, sondern ihm gegenüber konsequent sind...

Handeln wir jetzt gemeinsam so, hat er doch gar keine Chance: Wenn es nichts fruchtet, hört er irgendwann auf, wenn es aber nützt (früher sagte man: wenn es ihm "frommt"...), dann haben wir doch alle gewonnen und vor allem: Menschlichkeit hätte gewonnen!

Speziell diese eine Eigenschaft der Menschlichkeit, jene Stärke, die imstande ist, mit allen Schwächen zurechtzukommen, sogar mit unseren eigenen...

Grüße und nichts für ungut, ist weder böse noch belehrend gemeint, auch ich arbeite noch an mir und bin über erste Anfangserfolge noch nicht weit hinausgekommen...

Holger

Der Mensch wäre fähig, nach Grundsätzen zu handeln, leider fordert er immer wieder Regeln - und wundert sich dann darüber, dass in diesen alles verboten ist...

Übrigens: Die von mir ziterten Bibeltexte sollten nicht als "religiöser Ansatz" des Problems betrachtet werden, sondern einfach nur als praktisch, vernünftig und anwendbar! Wenn unser eigenes Selbstverständnis aufrichtig ist - oder eben unsere Demut, kann uns die Anwendung dieser Grundsätze nie schaden!

Auch F...z glaubt doch bloß, durch seine kuriose - und sicher nicht gutzuheißende - Handlungsweise ein bisschen glücklicher zu werden...
...die Tatsache, dass er noch darin verharrt, lässt mich mutmaßen, es ist noch nicht so weit her - mit seinem Glück...