Hallo Christoph und danke für Deine prompte Stellungnahme!
Jetzt ärgere ich mich: Da war ich zwischen den Jahren im Renchtal, also quasi vor Deiner Haustür, bzw. bin 2 x dran vorbeigefahren... (Holen wir nach!)
Danke auch, dass Du den von mir sehr geschätzten Mohandas Gandhi ins Gespräch bringst, der von Menschen den Titel: „Der Erhabene“ (Mahatma) bekam! Auf den möchte ich noch mal am Ende bezug nehmen...
Schön auch, dass bei Dir neben P... und E... auch das T... noch ein Existenzrecht besitzt! Das ist heute – weil unter Intellektuellen opportun – zwar selten geworden, aber deshalb noch lange nicht unvernünftig!
Nicht immer sind Mehrheiten zielführend.
Bitte gestatte mir, Dir in zwei Punkten zu widersprechen – nicht im Bösen, sondern, weil ich glaube, dass der Blickwinkel ein anderer sein sollte – sein könnte, sein muss:
UuUNIMOG schrieb:
…
dann geht es um Philosophie, Ethik, Theologie, ...
Nein! Eben gerade nicht!
Das wäre der größte – und immer wieder gemachte – Fehler!
Philosophieren kann man trefflich und lange,
TUN müssen wir es!
Nicht auf eine höhere Erkenntnisebene heben, nicht darüber disputieren,
TUN!
Mir geht es um die praktische Anwendung solcher Erkenntnis!
Zum Beispiel hier im Forum durch mehr Toleranz und Rücksichtnahme!
Interessanterweise ist es kein Philosoph, kein Ethiker, sondern ein einfacher Zimmermann, einer von der "T...-Fraktion", der es aber im Gegensatz zu den vorgenannten genau auf den Punkt bringt: Schon vor 2000 Jahren sagte er:
„Wenn ihr diese Dinge
wisst,
glücklich seid ihr, wenn ihr sie
tut“ (nach Johannesevangelium, Kap. 13:17)
Alle Menschen streben nach diesem Etwas, das mit dem oft strapazierten Wort "Glück" beschrieben wird! Komischerweise handelt aber kaum einer nach dem 2000 Jahre alten Grundrezept, um es zu erreichen! Du findest es auch nicht als Rat in einer Managerschule...
...a propos Managerschule:
Wir ärgern uns heute über die Börsenspekulanten, die Heuschrecken, die Gewissenlosen, ...
...aber analysierten wir den Grund, weshalb diese Menschen alle so gehandelt haben, dann kämen wir an genau den Punkt: Sie (diese Täter) glaubten doch tatsächlich, sie würden dadurch glücklicher werden!!! Sie (und wir damit in Folge) wurden es nicht! Wie denn auch?
Geld ist nicht Glück! Uralt und doch anscheinend immer wieder völlig neu: Niemand kann durch
Haben glücklich werden, (Unimog mal außen vorgelassen, zum Glück weiß aber nur wer einen hat, was anderen fehlt :wink: ),...
...auf das
Sein kommt es an!
Noch einmal der „Zimmermann“: „Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte?“ gem. Matthäusevangelium, Kap.16:26 (Elberfelder).
Der zweite Punkt:
UuUNIMOG schrieb:
Hallo Holger,
.... Aber Du hast damit auch "ein großes Faß aufgemacht"....
Ich könnte mir vorstellen, daß unser Forum damit ein wenig überfordert ist und wir uns bei diesem Themenkreis besser in einem philosophischen Forum wieder treffen sollten.
Wiederum Nein!
Aber dieser 2. Punkt ist bereits die logische Schlussfolgerung aus dem ersten:
Nur wenn wir darüber diskutieren wollen, dann können wir ein eigenes, anspruchsvolles und hochtrabendes Forum damit aufmachen, dann wären wir auch damit überfordert – übrigens wir alle...
... wenn wir es aber
„nur“ TUN wollen, dann ist das ein ganz kleines Fässchen...
Tun können wir es „schluckweise“ in Portionen, an denen wir uns nicht verschlucken brauchen...
Niemand kann damit morgen beginnen und ist sofort vollkommen darin, das geht nur schritt(chen)weise...
...und geht auch nur mit aufrichtiger Demut - um beim Kern zu bleiben.
Dabei wird es Rückschläge geben, durch uns selbst, unsere Schwächen und durch Wunden, die uns andere zufügen...
Das ist aber das, was der hier meinte:
"Rechte Demut weiß nimmer, dass sie demütig ist." - Martin Luther
Denn aufgesetzte (Schein-)Demut hält den unter unvollkommenen Menschen zwangsläufig auftretenden Rückschlägen nicht stand!
Nun Gandhi: In diesem Mann zeigt sich die ganze Bandbreite der Tragik!
Es tröstet nicht wirklich über seinen tragischen Tod hinweg, dass es auch Verbrecher ab und zu tödlich trifft...
Er kämpfte ohne Waffen für ein hehres Ziel und starb doch genau dafür – hingestreckt durch das, was er am meisten verachtete: Gewalt und Waffen! Und auch in der ganzen Zeit seines viele Jahre währenden Kampfes hat er viele Wunden einstecken müssen!
Das ist aber eine banale Tatsache:
Wenn auf der einen Seite 100 altruistische Pazifisten stehen, auf der anderen Seite ein einziger Dummer mit Maschinenpistole und 100 Schuss im Magazin, dann sind die möglichen Folgen klar...
Es ist also absolut real, dass auch der Mensch, der sich bemüht, das Gute zu tun, mit dem höchsten Preis dafür zahlen muss...
Aber etwas bleibt immer: Oder hat Gandhi umsonst gelebt?
...und dieser Preis relativiert sich nun wieder ausschließlich über das T... aus Deiner Auswahl! Aber das ist ein eigenes Thema...
Liebe Grüße und bitte nicht böse sein, dass ich Dir widersprochen habe, es ist nicht bös gemeint und...
...der Worte sind genug gewechselt, lasst uns endlich Taten seh’n! (Ganz kleine halt - für den Anfang...)
Holger