OM 636 Froststopfen nässen leicht

OPTI-MOG

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09. Jan. 2005
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Hallo MOGler,

an einigen linken Froststopfen (oder Kernlochstopfen, siehe Foto) stelle ich seit geraumer Zeit ein Nässen fest. Es bilden sich z.T. kleine Rinnsale am Motorblock hinab, erkennbar an den weißlichen und grünen Verdunstungsrückständen. Ab und zu finde ich auch mal einen Tropfen Kühlwasser auf dem Garagenboden. Über mehrere Wochen und Hunderte von km beträgt der Kühlflüssigkeitsverlust aber nur etwa 1 Liter.

Hier im Forum gab schon einige Beiträge, die sich mit dem Thema beschäftigten. Danach bin ich mir aber noch nicht ganz im Klaren, wann ich was tun sollte.

1. Also wann spätestens sollte ich eine Reparatur in Angriff nehmen? (laut Werkstatthandbuch umgehend!)
2. Kann es sein, daß die Leckagen sich von selbst wieder verringern oder gar verschwinden?
3. Kommt es zur Leckage durch Korrosion am Deckel, oder Nachlassen des Dichtmittels, oder Korrosion am Gehäuse oder wegen Veränderungen an allen Stellen?
4. (In meinem Werkstatthandbuch ist nur die Darstellung der napfförmigen Stopfen am OM616 zu finden, die keine Anlagefläche benötigen und in der Bohrung beim Herausnehmen vertikal drehbar sind.) Jedenfalls ist dort von einem Dichtmittel die Rede. Welches handelsübliche Mittel ist zu empfehlen?

Gibt es sonst noch Tips zur Problemlösung?

Vielen Dank im voraus

Mit freundlichen Grüßen

Christoph
 

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Hallo Christoph,

für mich zweifelsfrei: so wie das ausschaut, sofort reparieren. Das heilt nicht von selbst.

Denk auch nicht an Kühlerdichtmittel. Die sind ok zum "nach Hause schleppen". aber nicht zum Sanieren eines derartigen Lecks.

Was für einen Frostschutz hast Du eingefüllt? Hoffentlich einen für GG-Block+Kopf Motoren.

Gruß
Walter
 
Hallo Christoph,

Von dem Kühlerdichtmittel würde ich auch die Finger lassen, das bekommst Du nicht mehr rüchstandslos aus Deinem Motor.
Eventuel verschliesst es auch dünne Kühlmittelleitungen.
Die neuen Stopfen werden nur eingeschlagen. Das dürfte kein größeres Problem werden. Allerdings wenn Du den Kopf herunternehmen mußt, brauchst Du meineswissens auch eine neue Kopfdichtung.
Würde ich jedenfalls mit wechseln.
Die ganze Sache sieht mir nach ein paar Stunden Schrauberei aus, müsste aber recht kostengünstig wieder in Stand zu setzen sein.
Auf jeden Fall hat man dann ein sicheres Fahrgefühl. :D

Gruß
Johannes
 
Hallo Walter,

hoffentlich habe ich mit dem Kühlerschutzmittel keinen Fehler gemacht. Aber Nichts deutet für mich darauf hin.

Hier einige Zitate von der Pulle:
... zugelassen von Audi, BMW, ... Mercedes ... MTU ... VW ... Volvo
... auch für Aluminiummotoren geeignet ...
... enthält Glykol/Ethandiol...
... nitrit-, amin- und phosphatfrei ...

Oder gibt es was Spezielles für unsere Graugußschätzchen?

Mit freundlichen Grüßen

Christoph
 
Hallo Johannes,

keine Sorge, Kühlerdichtmittel werde ich nicht anwenden. Ich bin auch immer für saubere und sichere Lösungen. Und irgendwann holt es einen ja doch ein und dann fehlt die klare Ausgangssituation.

Trotzdem danke für Deine Warnung.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph
 
Hallo Christoph,

ich stellte den Unimog in eine warme Garage und ging am nächsten Tag daran den Kopf runter zu bauen. Ist keine grosse Sache.
Wenn Du den Kopf vor der Hand hast lassen sich die Stopfen leicht wechseln.
Nur beim Einschlagen mußt Du aufpassen das Du möglichst gerade Einschlägst sonst werden sie eventuell nicht richtig dicht.
Als geübter Schrauber aber kein Problem.

Gruß
Johannes

PS.:
Ich würde sie alle wechseln, sonst schraubst Du in einem halben Jahr vielleicht wieder am gleichen Problem.
 
Hallo Johannes,

an die beiden Stopfen mit den größten Leckagen komme ich wohl ohne Abbau des Kopfes heran. Die werde ich bald in Angriff nehmen und die Sache anschließend weiter beobachten.

Jetzt ist nur noch die Frage offen, ob das Kühlerschutzmittel (wie oben beschrieben) geeignet war/ist.

MIt freundlichen Grüßen

Christoph
 
Das Kühlmittel ist geeignet. Bei Graugussblöcken kann man nix falsch machen. Lediglich für Alumotoren sind spezielle Kühlmittel erforderlich. Mittlerweile kann man die modernen Kühlmittel sowohl im Guss, als auch im Alu Motor betreiben. Also no Problem!

Gruß
Stefan


PS.: Beim Einsetzen von Froststopfen jeglicher Art verwenden wir nach wie vor das gute alte "FLUID" von Teroson. Also nicht einfach blank einschlagen. Undichtigkeit ist dann i. d. Regel vorprogrammiert.
 
Hallo, also wenn diese Leckagen an mehreren Stopfen auftreten, würde ich mal vehement auf zu geringen Frostschutzanteil tippen, da ist es dann egal, was für ein Frostschutz drin ist oder war.
So ein Stopfen kostet allerdings auch um die sieben Euronen, summiert sich dann schon.
Hatte unlängst auch mal das Vergnügen bei einem bayerischen Motorenintstandsetzer einer OM 636-Jungkur beizuwohnen, dort wurde mit Gehäusedichtmasse von Viktor Reinz gearbeitet ( wurde auch auf alle Schrauben gegeben ).
Stefan Fuchs
 
Hallo Christoph und die beiden Stefans,

es ist NICHT egal, welches Frostschutzmittel verwendet wird.
Das Entscheidende ist hier nicht die Frostschutzwirkung (die ist bei allen gleich), sondern die Anti-Korrosions-Chemie.

Frostschutzmittel wie beschrieben (zugelassen von VW, AUDI, Volve etc) enthalten einen Korrosionsschutz, der auf den Materialmix GG Block und Alu Kopf maßgeschneidert ist (z.B Glysantin G48 von BASF). Er wirkt permanent. Der Nachteil ist, daß er in engen Spalten und bei großer Hitze (typisch im Bereich Zylinderkopf) sehr rasch stark sauer wird (bis pH=10!!!). In diesen engen Spalten kommt nicht zu ausreichendem Austausch mit frischem Korrosionsschutz, sodaß dort so etwas wie Lochfraß auftreten kann.

Für Deinen GG-Block und GG-Kopf brauchst Du eine Antikorrosionschemie, die auf der Basis Oberflächenpassivierung wirkt (z.B. Glysantin G05 von BASF).

Voll-Alumotoren haben eine noch ganz andere Anti-Korrosionschemie.

Wenn Du den Kopf abgebaut hast, prüfen ZK-Seiten von Block und Kopf auf korrosive Veränderungen (Vertiefungen).

Zu den von mir genannten Glysantin Typen gibt es von anderen Herstellern Pendants.

Gruß
Walter
 
Hallo Ihr beiden Stefans und Walter,

vielen Dank für Eure Hinweise. Leider ist die Aussage nicht ganz einheitlich.

Auf der BASF Website ist Glysantin G48 als geeignet "für alle gängigen PKWs" bezeichnet. Gibt es da keine reinen Graugußmotoren mehr? Und wenn ein Graugußblock mit einem Leichtmetallkopf kombiniert ist, wird der Korrosionsschutz ja eher noch kritischer und ein dafür geeignetes Mittel ist doch dann sicher "abwärts kompatibel" - oder?
Glysantin G05 wird "besonders für schwere Gußmotoren" empfohlen.

Danach kann ich mir nun nicht recht vorstellen, daß das verwendete Mittel ungeeignet war und zu den Leckagen führte, werde aber sicherheitshalber bei nächster Gelegenheit auf G05 umstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph
 
Hallo Christoph,

die gängigen PKW Motoren haben ausnahmslos Alu-Köpfe.

G48 ist nicht abwärtskompatibel, die Antikorrosionschemie ist gänzlich anders, siehe mein voriges posting.

Gruß
Walter
 
Heute war ich auf der Suche nach Glysantin G05 in Lübeck/SH. Keiner der hiesigen Zubehörhändler, (Fa. Eilers, Matthies, ATU sind regionale wie auch überregionale Händler, Matthies wird auch bei BASF als Händler für G05 aufgeführt), wußte etwas über die Bezeichnung G05. G30 und G48 hatten sie alle im Programm. Über die Unterschiede wußte auch keiner so richtig Bescheid. "Nehm sie das G12+ das geht auf jeden Fall". Aber wegen dieser nicht vorhandenen "Abwärtskompatibilität" suche ich immer noch. Im Netz hab ich jetzt gelesen, daß das G05 nur in 60l und 210l Gebinden angeboten wird. Hat einer von euch denn G05 schon mal in kleinen Gebinden gekauft oder gleichwertiges von anderen Herstellern, oder sonst ein Tip?

Gruß

Jörn

Mog on
 
Hallo Jörn,

.... wird auch bei BASF als Händler für G05 aufgeführt
Und keiner kennt G05??? So frei nach dem Motto: Spezialisten leisten mehr.:evil:


G30 und G48 hatten sie alle im Programm

Könnte es auch heißen G03?

G03 ist der Vorgängertyp von G05 und ist ebenfalls geeignet für GG Block + GG Kopf.

Du kannst die Typen auch an der Farbe unterscheiden:
BASF Glysantin G03, G05: gelblich/orange
BASF Glysantin G48: grünlich

Aber es gibt nicht nur Glysantin von BASF, jeder andere Kühlmittelhersteller hat ein Produkt für GG-Block+GG-Kopf.

Gruß
Walter
 
Hallo Walter,
daß ich G30 und G03 evtl. verdreht, hab dachte ich auch. Das heißt aber wirklich G30. Soweit ich das rausgelesen habe (ohne Hilfe der freundlichen Fachhändler) ist G30 Nitrit und Silikatfrei. G48 Nitrit und Silikatfrei und dann noch frei von zwei Sachen, deshalb wohl besser geeignet für Alumotoren. So wie ich das verstanden habe ist aber der Nitritgehalt für große GG-Motoren gerade wichtig. Also G30 auch nicht das Kühlmittel erster Wahl. Naja, ich werd mal weiter telefonieren....

Gruß

Jörn

Mog on
 
Hallo Walter,
Der Nachteil ist, daß er in engen Spalten und bei großer Hitze (typisch im Bereich Zylinderkopf) sehr rasch stark sauer wird (bis pH=10!!!).
Da muss ich leider vehement widersprechen:
SAUER ist von pH 1 bis 7, Alkalisch ist von pH 7-10/12

Sauer greift Alu nicht so sehr an, alkalisch schon.
Umgekehrt isses mit dem Stahl/Grauguß.

Deine Magensäure hat so etwa pH 2.
Aber nicht verdrießen lassen. :lol: :lol:
(Sorry wegen der Schulmeisterei :D
Herzlichst
WolFgang
 
Hallo MOGler,

es kommt ja wieder Bewegung in die Angelegenheit. In meine Froststopfenwechselaktion leider noch nicht. Die alten Stopfen sind noch drin.

Die Leckagen sind aber nicht stärker geworden und deshalb habe ich mir hier eine kleine Nachlässigkeit erlaubt.

Werde morgen mal lokal nch Glysantin G05 suchen und wieder berichten.
 
Um meine Geschichte dann mal zu Ende zu bringen: Habe ich bei Matthies in Hamburg nach Glysantin G05 oder ein Frostschutz mit der Freigabe MB 325.2 gefragt. Frostschutz mit der Freigabe MB 325.2 soll wohl gleichwertig sein. Nach Rückruf sagt Matthies G05 haben sie nicht, nehmen sie G30 das hat die MB Freigabe 325.3, das ist sogar noch besser... Bei der Fa. Boje in Lübeck, die haben die Vertretung für AVIA, das gleiche: G05 haben sie nicht, Frostschutz mit MB 325.2 haben sie nicht, Frostschutz mit MB 325.0 oder 325.3 haben sie " mein Kollege sagt das ist noch besser..." Bei KSM ( Standorte in ganz Deutschland und auch Lübeck) gibt´s G05 ab 60l aufwärts. Ergebnis: ich teile mir jetzt ein 60l Fäßchen mit meinem Chef, ich hab hier noch ein 611er mit einem 364LA, der bekommt das dann auch mal, und bei uns auf der Werft haben wir auch noch den einen oder anderen Diesel. Interessant auch, daß DC Nutzfahrzeuge in Reinfeld/OH nur Frostschutz MB325.0 verkauft und in der Werkstatt verwendet, Frostschutz MB325.2 können sie auch nicht beschaffen... :shock:

Gruß

Jörn

Mog on
 
Hallo MOGler,

ich war heute in der Sache auch nicht erfolgreicher.
Ein älter Mitarbeiter vom Bosch-Dienst erinnerte sich noch an G03, hat mir aber für Graugußmotoren G48 empfohlen, das er am Lager hat.
Den vorhergehenden Ausführungen zufolge wäre das aber keine geeignete Empfehlung!
In einer großen LKW-Reparaturwerkstätte gab es nur ein einziges Kühlerschutzmittel im 200l-Faß, Nitrit und Silikatfrei und dann noch frei von zwei Sachen, das dort für jegliche Motoren verwendet wird.
Dann werden wir wohl noch weiter forschen müssen.
 
Hallo,

Frostschutz mit der MB 325.2 Zulassung gibt's zB von MitanOil
Datenblatt
Gibt's auch günstig im Versandhandel zB unter dem Label Car1.

Gruß Joachim