OM 636 läuft unkontrolllierbar auf Vollgas ???

411andy

New member
25. Feb. 2010
144
0
16
Hallo Unimogfreunde,
bräuchte mal Eure Hilfe. Hab heute meinen Mog nach längerer Stillstandszeit
wieder mal gestartet. Nach dem Dieselwechsel und dem Entlüften, ist der Mog irgendwann angesprungen und auch schön rund gelaufen. Mein breites Grinsen war nur von kurzer Dauer, da der Motor (OM 636) plötzlich auf Vollgas übergesprungen ist. Ein eingreifen über Gashebel oder Ausschalter war nicht mehr möglich... Im Abgasnebel und in der Aufregung ist mir nur noch eingefallen, die Dieselleitung schnellstmöglich zu öffnen. Das hat zwar geholfen und der Motor hat sich wieder Stilllegen lassen, aber warum er diese Mucken macht ist mir noch unklar!
Hat vielleicht jemand einen Rat für mich?

Danke

Gruß
Andy
 
Hallo Andy,
hast du auch deinen Ölbadluftfilter gewartet? Wenn ja, kann es sein, dass du zu viel Öl eingefüllt hast und der Motor das überschüssige Öl angesaugt hat. Dann dreht er unkontrollierbar hoch. Es gibt im Forum mehrere Beiträge, die dieses Problem schildern - zumindest bei Schräglage des 411ers. In der Ebene dürfte dies allerdings nicht passieren...
Grüße
 
Hallo,
vermutlich ist die Ledermembran im Unterdruckregler der Einspritzpumpe defekt. Oder ggf. die Leitung vom Ansaugrohr zum EP-Regler undicht.
 
Hatte das bei den Vespas öfter. Hier war es meistens Falschluft und die Zweitakter sind da empfindlich. Dürfte aber hier nicht die Ursache sein.

Aus bekommst Du ihn auf jeden Fall am schnellsten wenn Du ihn abwürgst, aber das weißt Du sicher.
 
einen OM636 bei Vollgas abwürgen? das hat was!

Erstmal Ursache finden:
Eindeutig, er hat mehr Brennmaterial bekommen, als gewollt. da gibt es drei mögliche Quellen.
- Öl aus dem Ölbad-Luftfilter, wenn zu viel drin war >> unteren Deckel ab und nachsehen.
- Öl aus dem Schmiersumpf, dann ist Innen irdendwas erheblich defekt.

Ich würde beides ausschliessen, da du ihn ja mit "Dieslelleitung ab" zum Stillstand gebracht hast, daher
- zu viel Diesel!
Mein Tipp: Regelstange der EP ist schwergängig bzw. Regelfunktion nicht mehr gegeben nach langer Stillstandzeit.
 
Hallo,

Aus bekommst Du ihn auf jeden Fall am schnellsten wenn Du ihn abwürgst...

...oder man verstopft die Eingang zum Luftfilter mit irgendeinen Putzlappen oder ähnlichen...

Geht bei Vollgas vielleicht besser :wink:

Grüsse aus der Oberpfalz
Ulrich
 
abwürgen bei Vollgas,womöglich wenn man noch in Panik ist,
in welchem Gang soll denn die Kupplung verbrannt werden???
Schade um die Garagenwand!!
Gruß,Rainer
 
Ja, ja ich find die MB Motoren ja auch toll, aber wir reden hier von einem Motor mit einem maximalen Drehmoment von 100 Nm (sagt Gurgel).
Also ohne jetzt darauf weiter einzusteigen, zumindest meine Garagenwand lacht darüber.
Aber von mir aus sucht Ihr in Panik Lappen und ne Leiter oder den Bolzenschneider um die Leitung zu trennen.
War ja nur ein Hinweis :wink:

Henning
 
Hallo Henning
Mir ist bei Standgas im Stand schon mal der Fuß von der Kupplung im 2 Gang gerutscht. Der Satz nach vorne hätte meine Garagenwand nicht ohne Schäden überlebt.Das hat nicht´s mit dem Bärenstarken Motor mit 34 Kinder Ps zu tun sondern das gute Getriebe hat das geschafft. Bei Vollgas im Stand bin ich mir sicher hebt man ab :wink:
Besser ein Maulschlüssel griffbereit halten und die 4 Druckleitung an der ESP anlösen!
Grüße Jürgen
 
Servus,

das er Öl aus dem Luftfilter angesaugt hat, kann ich mir nicht vorstellen, sonst wäre der Motor
durch trennen der Spritzufuhr nicht ausgegangen (ausser in dem Moment war auch der
Luftfilter leer).

Evlt. ist einfach das Gasgestänge ausgehängen oder schwergängung und steht auf
Vollgas?

Das Abwürgen sollte problemlos auch gefahrlos mögich sein. Selbstverständlich sollte
man den Mog dabei keinen "Satz" machen.
Also größten Gang rein, fest auf die Fußbremse treten + Handbremse gut anziehen und
dann die Kupplung schnell kommen lassen.

So sollte sich ein kleiner Mog auch bei Vollgas abwürgen lassen ohne das der Mog einen
großen Satz macht.

Natürlich wird bei so einer Aktion die Kupplung und auch viele sontige Teile im Antriebsstrang
belastet, aber in den meisten Fällen wohl besser als ein "geplatzter" Motor.

cu

Johannes D.
 
Hallo zusammen,

danke für die schnellen Antworten. Die Sache mit der defekten Membrane und defekte Leitung zum EP-Regler scheint mir plausiebel, denk dem werde ich als erstes nachgehen und nach dem Öl im Luftfilter schau ich auch noch. Mit dem Gang abwürgen, ist mir in dem Moment nicht in den Sinn gekommen, da ich ersten dachte ich sitze auf einer Flugzeugturbine und zweitens, jetzt den Gang bei einem unsynchronisiertem Getriebe rein hauen :roll: , dritens, leider gehen auch die Bremsen noch nicht :shock:
Also ohne Worte...
Aber danke noch mal für Eure Hilfe

Andy
 
Hi,

wenn das Fahrezug steht sollte es wenn die Kupplung sauber trennt im Stand auch bei
laufendem Motor kein Problem sein einen Gang einzulegen.
Wenn die Bremsen nicht funzen hilft das natürlich nix.

Aber Du hast die Situation ja ohne Folgeschäden gemeistert, das hätte wohl nicht jeder
hinbekommen.

cu

Johannes D.
 
Hallo,
also zuviel Öl im Luftfilter, habe ich ausgeschlossen, aber kennt jemand diese Einspritzpumpe? Denk die ist vom Auto gewesen oder?
Die gewohnte Überdruckleitung hab ich an dem Motor gar nicht und das Gehäuse wo normal die Membrane drin sitzt, sieht hier auch kpl. anders aus.
Hat jemand diesen Typ von Einspritzpumpe auch schon mal unter die Lupe genommen?

Danke
Andy
 

Anhänge

  • Com 1.JPG
    Com 1.JPG
    98 KB · Aufrufe: 1.974
Hallo,

suche mal unter dem Stichwort "Panzermptor". Bei der Suche nach einer "Opti"malen Lösung ist insbesondere die Adaption Deiner Einspritzpumpe in den 411 von Christoph professionell dokumentiert.

Gruß aus dem verregneten Sauerland


Frank
 
Hallo,
ich habe jetzt zwar einiges gelesen, bin mir aber immer noch unsicher.
Kann der Panzermotor Serienmäßig nur Stand und Vollgas?
Fehlt an meiner Einspritzpumpe was für den Betrieb am Mog oder wie
kann ich jetzt die selbst angebauten Seilzüge mit diversen Federn bei den anderen Beiträgen verstehen?

Gruß
Andy
 
Hallo Andy,

der "Panzermotor" kann nicht nur Stand- und Vollgas sondern auch alles dazwischen. Das Problem besteht darin, dass mit der unterdruck geregelten Einspritzpumpe das Gasgestänge an den Ansaugtrakt Drosselklappe geht, bei deiner Lösung muss die Bewegung vom Gaspedal quasi um den Motor herum zur Einspritzpumpe gelekt werden. Das ist nicht ganz einfach. Daher versuche einfach die Mechanik (wird auch bei Dir eine "Bastellösung" sein) vom Gaspedal über den Handgashebel bis zur Einspritzpumpe auf Leichtgängigkeit zu prüfen. Der Verdacht mit der Ledermembrane des Reglers hat sich erledigt, deine Einspritzpumpe hat soetwas nicht.

Gruß aus dem nicht mehr verregneten dafür nebligen Sauerland

Frank
 
411andy schrieb:
Hab heute meinen Mog nach längerer Stillstandszeit
wieder mal gestartet. Nach dem Dieselwechsel und dem Entlüften, ist der Mog irgendwann angesprungen und auch schön rund gelaufen. Mein breites Grinsen war nur von kurzer Dauer, da der Motor (OM 636) plötzlich auf Vollgas übergesprungen ist.

Hallo,
verstehe ich das hier richtig, das der von ganz alleine wie von Geisterhand aus Leerlauf in Höchstdrehzahl übergegangen ist ?

Oder ist es so, das du Gas gegeben hast und erst danach lief er auf der hohen Drehzahl weiter ?

Ohne deine Antwort zu kennen und gerade weil er zunächst normal gelaufen ist,
vermute ich sehr, das letzteres der Fall war.

Die Lösung wird dann im obigen Zitat begründet sein.
Durch die lange Standzeit werden im inneren der Einspritzpumpe die Regelhülsen und / oder die Regelstange festgeklemmt sein. Eine weiter Möglichkleit könnte noch sein, das imm inneren des Fliehkraftreglers etwas zerstört ist, doch das ist deutlich seltener festzustellen, als eine schwergängigkeit der Regelhülsen.
Eine andere Ursache kann es nach den bisherigen Beiträgen nicht mehr geben.
Wenn man den seitlichen Deckel der Pumpe entfernt kann man direkt auf die Regelhülsen sehen und wenn die nicht mit den Fingern ganz leicht zu verdrehen sind, diese dabei nicht von selbst wieder in die Ausgangslage zurück gehen, sind die Regelhülsen zu schwergängig.
Am Fliehkraftregler kann man von aussen nichts kontrollieren !

Es gibt "Spezialisten" die machen solch eine schwergängigkeit im eingebauten Zustand wieder gangbar.
Danach ist das in der Regel (erst einmal) beseitigt.
Ich persönlich halte von dieser eingebauten Mehode jedoch absolut nichts, weil die Ursache der schwergängigkeit (Rost und Moder) noch immer in der Pumpe verbleibt und nach meinem Verständnis zwangsläufig weitere Folgeschäden produziert.
Dieses Päzisionsaggregat muss ausgebaut, zerlegt, gereinigt, geprüft, mit neuem Dichtsatz und diversen anderen Neuteilen wieder zusammengbaut und auf dem Prüfstand neu auf die Bosch Vorgaben dieser Fliehkraft geregelten Einspritzpumpe eingestellt werden.


mfg
 
Hallo Andy,

in Deinem Foto sieht man: Der Regler ist mechanisch. Die Einspritzpumpe hat eine Verschlusskappe mit Entlüftung.

Nur als Hinweis: Die Einspritzpumpen der OM636 aus dem Panzer 68 waren am Motorschmierkreislauf angeschlossen (dort wo normalerweise das "Sauschwänzle" dran ist) und an der Stelle Deiner Entlüftungskappe dicht verschlossen. (Aber nicht selber basteln! Da gehört im Zulauf noch eine Düse rein. Sonst kriegt das Pumpengehäuse unter Umständen "dicke Backen".)

Und noch ein Tipp: Am Betätigungshebel hängt relativ viel Masse. Es besteht dadurch die Gefahr, dass die Lagerung der Betätigungswelle schnell verschleißt!
 
Hallo zusammen,

also es ist schon so, das der Motor im Standgas läuft und sobald ich ein bißchen mehr Gas gebe, geht der Motor auf Vollgas. Glaub auch fast, das da was verklebt ist. Der Motor ist außerdem sehr Drehfreudig, kenn ich von meinem zweiten Unimog gar nicht.

Gruß
Andy