OM636 springt schlecht bis gar nicht mehr an

JumpY

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18. Apr. 2016
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Hallo zusammen,

wir haben einen Willys MB von 1944, verbaut ist allerdings ein MB Motor OM 636 VI.

Seit letztem Jahr springt dieser sehr wiederwillig an und nun ist endlich entsprechende Zeit vorhanden, der Sache nachzugehen und das Fahrzeug wieder richtig in Gang zu bringen. Zur Vorgeschichte: Das Fahrzeug ist seit vielen Jahren im Besitz, fährt maximal 150km pro Jahr auf kurzen Strecken und in Richtung Motor sind seit langem keine Reparaturen oder Instandhaltungen durchgeführt wurden. (bis auf Ölwechsel)
Verbaut ist eine Glühanlage mit den moderneren Glühkerzen, wurde vor ein paar Jahren darauf gewechselt.

Problembeschreibung:
- Im kalten Zustand springt das Fahrzeug nach der Vorglühphase relativ unwillig, aber doch dann zuverlässig an (das haben wir jetzt mit 5 Startversuchen über den Tag verteilt getestet und hat immer funtktioniert)
- Im warmen Zustand ist ein Start nicht möglich. Fährt man also nur 3-5km und stellt das Fahrzeug ab, bekommt man es unter keinen Umständen mehr gestartet. Lässt man dieses dann abkühlen, funktioniert das starten später wieder.
- Der Anlasser hing in den letzten Startversuchen 1x, was durch leichte Hammerschläge gelöst werden konnte und danach ein starten möglich war

Nun haben wir Heute nochmal einen Startversuch vorgenommen. "Gefühlt" lief der Anlasser sehr langsam und hat den Motor nicht auf die richtige Drehzahl bekommen. Ein weiterer Startversuch hat dann letzendlich funktioniert.
Das Fahrzeug qualmt deutlich weiß, wenn man etwas Gas gibt und dann das Gas wieder wegnimmt. Ich habe das ganze mal gefilmt, damit man ein Bild davon bekommt. Der qualm ist laut Aussage meines Vaters seit Kauf etwas mehr, ich habe leider keinen wirklichen Vergleich dazu - Heute waren wir uns aber einig, dass das schon sehr viel ist.

Ich möchte mit der Fehlersuche gerne gezielt und schrittweise weiter machen, weiß aber nicht wie man bei diesen Motoren am cleversten vorwärts kommt bzw. Sachen genau ausschließen kann.

Zusatzinfos:
- Einspritzpumpe / Düsen / Ventile wurden in der Vergangenheit bei uns nicht eingestellt oder überholt.
- Die Kompression wurde vor 1 Jahr gemessen und war noch i.O., wenn auch nicht mehr neu. Ich finde leider auf Anhieb die damals gemessenen Werte nicht & werde nochmal danach sehen, alternativ neu messen. (Kann das überhaupt damit zu tun haben, wenn er "kalt anspringt" und warm absolut nicht mehr?
- Weißer Rauch, ZKD? Kühlwasser geht jetzt nicht wirklich verloren, jetzt sind natürlich auch aktuell keine Fahrten möglich um das besser herauszufinden...

Erster Startversuch: https://uploadnow.io/s/1c982491-3d83-40db-80c2-fec32e96b126
Zweiter Startversuch: https://uploadnow.io/s/7930ac4f-4ccf-4c95-b066-0a9f6e4861d6
Erfolgreicher Start: https://uploadnow.io/s/90935822-96a0-4966-92d6-13215b2bf8ee
Weißer Qualm1: https://uploadnow.io/s/a0b6c912-a79f-4759-a4cc-4a23cb5482e4
Weißter Qualm2: https://uploadnow.io/s/94d14b46-7a7f-4a87-b036-6c24e1753194

Wenn ich die Videos besser irgendwo anders hochladen soll, kann ich das gerne machen.

Wir würden uns freuen, Tipps von euch zu erhalten um irgendwie in eine Richtung vorwärts zu kommen. Hier in der Nähe gibt es leider keine Oldtimer-Werkstätten/Händler auf die man zurückgreifen könnte - Falls Überholungen fällig werden, müssen wir vermutlich Einzelteile dann einsenden.
Handwerkliches Geschick und etwas Kenntniss ist allerdings vorhanden, viele Arbeiten können wir sicher schon selbst prüfen.

Viele Grüße
Simon
 
Hallo Simon,
ich habe zwei Oldtimer ( 2010 und 401 ) je mit OM 636 Motoren. Meiner Meinung nach ist die Batterie
zu schwach.Der Motor müßte schneller drehen ( wenn du genügend vorgeglüht hast )
Daher m.M. nach Batterie voll laden.
Und versuche es auch dann mal mit Startpilot im Ansaugkanal.
Viel Erfolg
Gruß Peter
 
Hallo,

ich würde auch zunächst die Batterie überprüfen.
Nicht nur, ob sie generell vollgeladen ist, sondern, ob sie noch gut ist.
D.h. z.b. zu einer X beliebigen Werkstatt oder Autoteilehandel gehen und Fragen, ob die die Batterie testen können.
Alternativ kannst du mal probieren die Spannung im Ruhezustand, beim starten und beim Laden messen. Nicht ganz so aussagefähig wie ein Lasttest. Aber ein Anfang.

Wenn die Batterie eventuell eine schlechte Zelle hat, kann es nämlich sein, dass sie nach Belastung weniger Leistung hat und Zeit braucht sich zu erholen.
Heißt beim ersten Start hast du genug Leistung.
Durch das fahren und laden arbeitet die Batterie und stellt warum auch immer nicht mehr ihre vollen Leistung zu Verfügung.
Wenn du dann wartest hat sich der Zustand wieder normalisiert.


Nächster Anhaltspunkt wäre dann der Starter. Dort könnten z.b. die Kohlen verschlissen sein.


Der Motor selber hat seine normale Durchzugskraft usw?

Grüße
Sebastian
 
Hallo zusammen,

Batterie hatten wir auch schon mal im Verdacht, es verwundert aber, dass der Kaltstart in der Regel funktioniert und dabei sollte die Batterie doch eigentlich mindestens genau so stark belastet werden, eher sogar mehr. Den Fall mit der "defekten" Zelle die sich wieder etwas erholt kannte ich so noch nicht - das wäre natürlich die Erklärung dafür. (Ich muss mich nochmal rückversichern, ob eine Starthilfe mit weiterem Fahrzeug im Warmstart geholfen hat, das wurde nämlich glaube ich vor längerem schon mal probiert. Leider war ich wie gesagt bislang nicht immer dabei, das ändern wir jetzt damit ich auch eine vernünftige Historie über getestete Sachen habe)

Die Batterie war 100% vollgeladen, das Fahrzeug hängt in der Regel an einem Erhaltungsgerät. Ich habe einen Batterietester, der damalig keine Probleme angezeigt hat. Ich werde das aber zeitnah damit nochmal testen.

Da der Anlasser 1x in der Vergangenheit gehangen hat, würden wir diesen auch mal abbauen und die Kohlen und allgemeinen Zustand prüfen.

Und versuche es auch dann mal mit Startpilot im Ansaugkanal.
Ich habe (ich glaube hier im Forum) mal gelesen, dass Startpilot für einen OM636 absolut tödlich wäre, da dieser Vorkammerdiesel das nicht verträgt? Deshalb haben wir davon Abstand genommen, sonst würden wir testen, ob er damit anspringt wenn er ohne nicht mehr möchte.

Der Motor selber hat seine normale Durchzugskraft usw?
Schwierige Frage - Das Fahrzeug ist sehr leicht und es werden nie irgendwelche Lasten oder ähnliches gezogen. Vom Gefühl hat der Motor seine normale Durchzugskraft...

Viele Grüße Simon
 
Hallo Simon,

von Startpilot oder ähnlichen Wundermitteln würde ich grundsätzlich Abstand nehmen. Wenn das system Motor in Ordnung ist funktioniert es. Wenn das System Motor, wie in Deinem Fall nicht ganz in Ordnung ist muss der eigentliche Fehler gefunden werden, dabei hilft Startpilot absolut garnichts. Solange das Fahrzeug gut und sicher steht wie bei Dir gibt es keinen Grund hier mit der Brechstange zu arbeiten.
Mein Verdacht auch zunächst Batterie - Anlasser.
Wie macht Ihr den Warmstart? Mit oder ohne Vorglühen?
Könnt Ihr Eure Einspritzpumpe wie beim Unimog während dem Starten aus Startmehrmenge über die Regelstange stellen?
In jedem Fall auch die Kompression überprüfen. Ergebnisse von irgendeinwann Mal helfen nicht viel. Nur aktuell gemessene Werte haben eine Aussagekraft.
 
Hallo Simon,

JumpY schrieb:
Der Motor selber hat seine normale Durchzugskraft usw?
Schwierige Frage - Das Fahrzeug ist sehr leicht und es werden nie irgendwelche Lasten oder ähnliches gezogen. Vom Gefühl hat der Motor seine normale Durchzugskraft...


Das Gefühl reicht auch erstmal. Die Frage sieht darauf ab, ob du eine Veränderung zu vorher während der fahrt wahrnimmst.
Ob das Problem sich rein beim Starten manifestiert oder eventuell der Motor auch während der fahrt neue Macken entwickelt hätte.


JumpY schrieb:
Ich muss mich nochmal rückversichern, ob eine Starthilfe mit weiterem Fahrzeug im Warmstart geholfen hat, das wurde nämlich glaube ich vor längerem schon mal probiert. Leider war ich wie gesagt bislang nicht immer dabei, das ändern wir jetzt damit ich auch eine vernünftige Historie über getestete Sachen habe)

Wenn die Batterie wirklich platt ist, dann hilft auch manchmal Starthilfe nicht, bzw ist nicht ganz effektiv. Da die kaputte Batterie im Fahrzeug das System drosselt, indem u.a. die Starthilfe Batterie die tote Batterie auch noch mit läd und in dem Moment also nicht die volle Leistung der neuen Batterie auf den Starter geht.
Falls also die Starthilfe Batterie stark genug ist, gerne die Fahrzeugbatterie einfach abklemmen.


Jürgen-Fahlbusch schrieb:
Könnt Ihr Eure Einspritzpumpe wie beim Unimog während dem Starten aus Startmehrmenge über die Regelstange stellen?

Das ist auch ein interessanter Punkt. Auch, wenn es z.B. ein Ausstellzug gibt. Ich habe schon bei Treckern gesehen, dass die leicht hängen bleiben und nicht wieder in Ausgangsstellung zurück gehen. Dann arbeitet die Pumpe auch nicht richtig und er könnte schlecht starten. Und dann später mit genug warten rutscht er irgendwann vielleicht wieder von alleine in Ruhestellung.
Dieser Fall mag zwar nicht sonderlich wahrscheinlich sein. Allerdings ist er einfach genug zu checken, als das man ihn in Betracht ziehen könnte.



Grüße
Sebastian
 
Hallo
der Anlasser dreht einfach zu langsam. Es gibt eine Startdrehzahl, die mindestens erreicht werden muss, darüber brauchen wir auch nicht diskutieren, ansonsten einmal ein Semester Kolbenmaschinen/Kreispozesse belegen. Ob Anlasser oder Batterie oder Massekabel oder Glühanlage die Spannung zu stark absinken lässt??? Wie hoch ist die Spannung am Anlasser und wie hoch ist der Strom
Dazu kommt nochmehr oder weniger hoher der Motorverschleiß, die Kompressionsmessung war angeblich ok, genaueres ist nicht bekannt.
Jürgen-Fahlbusch schrieb:
von Startpilot oder ähnlichen Wundermitteln würde ich grundsätzlich Abstand nehmen.
ich vertraue da mehr auf die Expertise der Motorenbauer. Allerdings kann Startpilot grundsätzlich nicht beim Vorglühen verwendet werden, das Zeug ist dann schon längs verbrannt bevor es zünden soll.
Start Pilot.jpg
Das Problem ist nicht der "Startkraftstoff" sondern der Bediener.
JumpY schrieb:
Weißer Rauch, ZKD? Kühlwasser geht jetzt nicht wirklich verloren,
das wird wahrscheinlich dein unverbrannter Diesel sein, das reicht man dann deutlich am Abgas.
JumpY schrieb:
Ich habe (ich glaube hier im Forum) mal gelesen, dass Startpilot für einen OM636 absolut tödlich wäre, da dieser Vorkammerdiesel das nicht verträgt?
das muss nichts heißen, wie bei WA,YT oder FB .
 
Hallo & vielen Dank für den weiteren Input!

Wie macht Ihr den Warmstart? Mit oder ohne Vorglühen?
Immer mit Vorglühen.

Könnt Ihr Eure Einspritzpumpe wie beim Unimog während dem Starten aus Startmehrmenge über die Regelstange stellen? ..... Auch, wenn es z.B. ein Ausstellzug gibt. ....
Wenn ich die Frage richtig verstehe - Nein wir haben keine zusätzliche Regelstange womit man die Startermenge erhöhen kann - Ggf. hat die Förderpumpe die Funktion, aber es ist nichts "angeschlossen".
Ausstelzug gibt es, da werde ich prüfen, ob dieser komplett frei ist, bzw. der Ausstellhebel komplett in geschlossener Lage ist, wenn wir starten.

Ob Anlasser oder Batterie oder Massekabel oder Glühanlage die Spannung zu stark absinken lässt??? Wie hoch ist die Spannung am Anlasser und wie hoch ist der Strom
Strommesszange geht nur bis 200A und springt beim Anlassvorgang bis Richtung 200A, zeigt dann Error (weil nicht messbar) und springt wieder auf 200A hin und her - Also ist der Strom >200A.
Spannung direkt am Anlasser prüfe ich noch.

Aktuell weiterer Plan in den nächsten Tagen:
  • Batterie voll laden und mit Batterietester prüfen
  • Anlasser ausbauen, Kohlen prüfen und sonstige Sichtprüfung
  • ggf. mit anderer Batterie starten
  • Spannung am Anlasser messen
  • obige Punkte mit Ausstellzug prüfen
  • Kompressionsmessgerät besorgen und testen - Frage: Warm/Kalt oder beides, was ist relevant oder beide Werte? Ich muss dann schauen mir eine Verlängerung zu organisieren, weil bei dem Gerät ein Adapter eingedreht werden muss und das beim letzten mal alles extrem eng war - Bekommen wir aber hin.
 
Hallo
der Membranregler steht beim Starten/Grundstellung immer auf Volllast und wird im Leerlauf durch die Venturidüse zurückgezogen. Mit dem Abstellzug wird die Membran bzw die angeschlossenen Regelstange auf Nullförderung gezogen. Wenn man den Abstellhebel reinschiebt, wird von Volllast auf Startmehrmenge gestellt. Geht aber nur, wenn ein Gestänge verbaut ist, ein Seilzug kann man bekanntlich nicht schieben. Wir wissen nicht, wer den Motor mit welchen" Kunstgriffen" in den Willys gebaut hat.
 
Hallo, wir sind am Wochenende endlich dazu gekommen den Anlasser auszubauen und Heute zu inspizieren. Zunächst hatten wir noch Hoffnung den Anker leicht abdrehen und aufarbeiten zu können, nach vollständiger Zerlegung zeigt sich dann doch ein anderes Bild :D

Der Anker ist extrem eingelaufen & 2 Kohlen hatten keinen wirklichen Kontakt mehr. Die Kohlen sind durch den Anschluss auf Anschlag und in der tiefen Nut kommt kein Kontakt mehr zustande - Also muss etwas neues her.

Nun die Frage:
Auf dem Anlasser steht BOSCH EJD 1,8/12 R33 - Die Überlegung ist, ob wir nur den Anker + Kohlen tauschen oder je nach preislichem Unterschied direkt den ganzen Anlasser. An Hand dieser Nummer finde ich vereinzelnd welche, viele haben aber eine andere "R-Nummer" - Was bedeutet diese und gibt es dazwischen kompatible Teile? Oder könnte man ggf. einen "gut gebrauchten" mit anderer R-Nummer kaufen und das ganze funktioniert trotzdem? Ich war nicht in der Lage die Nummer in eine neue 10-stellige Boschnummer umzuschlüsseln um irgendwie etwas vergleichen zu können.. Ebenfalls gibt es viele Anker die "passen", dazu habe ich aber gar keine Nummer auf dem Bauteil finden können.

Anbei noch ein paar Fotos :grinning:

Ich freue mich auf eure Hilfe, den richtigen Anlasser oder Ersatzteile zu finden :thumbsup:
Beste Grüße, Simon
 

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Hier noch der Anker..
 

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Hallo Simon,

Ich habe gute Erfahrung mit diesem Aggregat gemacht:

https://www.maschinen-knappitsch.eu/de/uninmog-411-anlasser-starter.html

Der Anlasser bringt Drehzahl und die nötige Kraft mit.
Oder selber mit einem 9Volt Schnelldreh- oder "Poweranker" neu aufbauen.
Die R Nummer gibt die Bauform an, z.B. in welchem Winkel der Magnetschalter sitzt oder das Flanschbild.


Wenn ihr so wenig fahrt, wie alt ist der Treibstoff im Tank?

Gruß
Jochen
 
Jochen.Schäfer schrieb:
Hallo Simon,

Ich habe gute Erfahrung mit diesem Aggregat gemacht:

https://www.maschinen-knappitsch.eu/de/uninmog-411-anlasser-starter.html

Der Anlasser bringt Drehzahl und die nötige Kraft mit.
Oder selber mit einem 9Volt Schnelldreh- oder "Poweranker" neu aufbauen.
Die R Nummer gibt die Bauform an, z.B. in welchem Winkel der Magnetschalter sitzt oder das Flanschbild.
Das heißt, auch andere "R-Nummern" können passend sein, müssen es aber nicht? Die Flanschposition zum Zahnrad müssen natürlich passen, der Magnetschalter kann ggf. in einem anderen Winkel sitzen..

Jochen.Schäfer schrieb:
Wenn ihr so wenig fahrt, wie alt ist der Treibstoff im Tank?
Ca. 1 Jahr.
 
Hallo
wenn der Kollektor die Ursache ist, und danach sieht es ja hier aus, würde ich einen 9V-Anker einbauen. Dadurch dreht der Anlasser ein wenig schneller, was beim Starten vorteilhaft ist. Allerdings sollte die Batterie stark genug sein, sonst kacht der Anlasser dann auch ab.
 
Helmut Schmitz schrieb:
Hallo
wenn der Kollektor die Ursache ist, und danach sieht es ja hier aus, würde ich einen 9V-Anker einbauen. Dadurch dreht der Anlasser ein wenig schneller, was beim Starten vorteilhaft ist. Allerdings sollte die Batterie stark genug sein, sonst kacht der Anlasser dann auch ab.

Hallo,
ich bin nun ein kleines bisschen verwirrt, über die verschiedenen Ausführungen. Ich habe dazu ein altes Bosch-Dokument gefunden, indem die Teilenummern aufgeschlüsselt sind:

Anlasser: EJD 1,8/12 R33 -> 0 001 354 006
Verbauter Anker: 2 004 004 051

Nun gibt es mehrere verschiedene 9V-Poweranker, der passende scheint dieser mit 1,8 kW Leistung zu sein: https://kohl24.de/de/einzelteile-ersatzteile/bosch-anlasser-ejd-00013-serie/anker-9-volt-1-8-kw-ejd-0001354-schnelllaufanker

Nun gibt es auch "Nachbau"-Anlasser für einen ähnlichen Preis, wie z.B. diesen: https://www.lkw-teile24.de/PSH750003092010-Anlasser-pf-Ruggerini-27-kw ; diese haben alle "wie die neuen" verstärkten Anlasser 2,7kW.

Wäre da dann nicht doch der Weg besser, diesen verstärkten Anlasser mit höherer Leistung (aber 12V) zu kaufen, statt den 9V-Anker mit geringerer Leistung?

Viele Grüße
Simon
 
Hallo Simon,

Ein 9V Anker hat gegenüber einem 12V Anker bei gleicher Leistungsangabe (hier 1,8kw) einfach einen dünneren Draht in den Wicklungen
Ein 12V Anker mit mehr Leistung (hier 2,7kw) hat gegenüber dem ursprünglichen (hier1,8kw) einfach einen dünneren Draht in den Wicklungen.
 
Hallo, sehr gut, vielen Dank für die Infos.
Die Ersatzteile sind bestellt: 9V-Anker mit passender Verzahnung, neue Kohlen und Lagerbuchsen, Umrüstsatz von Gewindemutter auf neues System.
Ich werde berichten, wenn alles verbaut ist, wie es dann weiter mit den Startproblemen aussieht :)
 
Hallo zusammen, wir haben nun endlich alle Teile zusammengehabt und einen Einbauversuch durchgeführt (Freilauf musste auch noch getautscht werden, da dieser scheinbar eine andere Steigung hatte, oder irgendwie extrem eingelaufen war und auf dem neuen Anker nicht passte).
Der Motor dreht sehr viel schneller und startet viel zügiger als zuvor - Bislang funktioniert der Startversuch problemfrei, wobei wir aktuell Probleme mit dem Getriebe feststellen... Wir werden in der nächsten Woche noch ein paar mal die Chance haben, eine kleine Tour mit dem Auto zu fahren - Gegebenenfalls komme ich dann nochmal mit Fragen auf euch zu.

Bis hier hin, scheint aber erst mal alles funktioniert zu haben und das Problem wirklich der verschlissene Anlasser gewesen zu sein. Wenn das es für die Startprobleme war, sind wir schon mal sehr zufrieden.

Vielen Dank nochmal an alle, die bei der Hilfe beigetragen haben!!
Viele Grüße, Simon
 
Servus Simon,
Habt ihr Bilder vom Umbau gemacht?

Und kannst du bitte die die Teile Liste hier preisgeben.
Mein anlasser zickt auch so langsam...

Viele Grüße, Nils