Operation Getriebe am 406

Hallo Rüdiger,
zu 1 das Vg hat nur einen Synchronring.
zu 2 das ist das Schaltrad für den Rückwärtsgang,und der hat kein Synchronring deshalb beim einlegen immer schön sachte.
Die würde ich drin lassen.

Der Synchronring 3/4 Gang ist auch für den 1/2 Gang zuständig.
Da würde ich mal genauer hinschauen auf die Verzahnung der Schaltschiebehülse.

MfUG Frank
 
Hallo zusammen,
hallo Frank, danke für Deine Unterstützung.
Gut dass ich die angeknabberten Zahnräder drinlassen kann. Sie wären sündhaft teuer gewesen.
Den Tip mit der genaueren Untersuchung der Schiebehülse werde ich auch berücksichtigen. Es ist wohl die SH, die in der Vorgelegewelle sitzt. Bis ich an dieser Welle rankomme, dauert es noch etwas. Erst brauche ich den Nutmutterschlüssel zum Ausbau der Hauptwelle und Vorstufenwelle.

Ansonsten gibts heute nichts zu berichten. Habe etwas Theorie studiert, das Getriebe angeschaut und rumgedreht, Ersatzteile rausgesucht.

Gruss, Rüdiger
 
Moin Rüdiger,

erst mal meinen Respekt und Anerkennung für deine Arbeit und dann noch deine Mühe alles zu beschreiben.
Ich habe das gleiche Getriebe und auch das selbe Problem mit dem 3./4. Gang. Allerdings hab ich mich schon - anders als du - vom WHB und dem Aufwand ein erstes Mal abschrecken lassen.
So ein kompaktes Monster zu zerlegen ist nicht ganz ohne.

Ich werde auf jeden fall deinen Vortschritt verfolgen, da ich um die Arbeit halt auch nicht drum herum komme.
Mich würde am ende deiner Orgie auf jeden Fall interessieren, wie genervt oder erfreut du über diese Arbeit bist, und welche "versteckten" Mängel erst beim ausbauen aufgetauchtsind.

Lange Rede gar kein Sinn

Mach weiter so und viel Erfolg.

Gruß Sebastian
 
Hallo Otti,

bis jetzt machts richtig Spaß. Ist wie Lego-Technik, die Nerven sind noch intakt. Ich weiß nicht, ob ich alles wieder zusammen bekomme. Wenns schief geht, pack ich alles in eine Kiste und brings zum Spezialisten.
Ich stand Jahre lang wie Du vor der Frage, ob ich das riskieren soll. Nun wird sie beantwortet, egal wie.

Die Beschreibung hier ist auch für mich von Nutzen. Ich hab dann eine Dokumentation für den Zusammenbau, und natürlich eure Kommentare und Hilfen.

Gruss, Rüdiger
 
Hi Rüdiger.

Da Du die Wellen ausbauen must wird es wohl nicht ohne Neujustage gehen. Zum Thema Nutmutternschlüssel... ich habe mir einen aus einer ausgenudelten 12-Kantnuss gefräst bzw. geschliffen, die war gerade im passenden Durchmesser im Schrott :) Die Dinger kosten aber auch neu nicht die Welt, mit 3/4 Zoll Antrieb schon für <40 Euro in der Bucht gesehen. An dem (als Teilespender versehentlich falsch gekauften F-Getriebe in schmal-alt-version ) ging die Nutmutter sogar mit einem stumpfen Meissel und wenig Hammerkraft auf. Anziehen wird damit allerdings nichts ;)

Wegen der Lagerspiele insbesondere im VSG... ich habe mir angewöhnt in gerade offenen Motoren oder Getrieben prinzipiell alle Lager auszutauschen... ist zwar nicht immer Preiswert ( insbesondere in Japanischen Einzylindern... ) aber ich hatte schon 2mal das Vergnügen nach wenigen KM den ganzen Haufen nochmal auseinanderschrauben zu dürfen.

Die Lager sind mittlerweile bei diversen Onlinehändlern wie Agrolager u.s.w. für moderate Preise zu bekommen... oft gibt es sogar höherwertige Bauformen in passenden Größen.

Grüße,

Klaus
 
Hallo zusammen,
hallo Klaus,

Deinen Tip mit Meissel und Hammerkraft habe ich heute mal angewendet, mit Erfolg, s.u.

Heute habe ich zwei Stunden investiert, und die Hauptwelle ausgebaut. Es war ein Kinderspiel. Obwohl im WHB einiges an Sonderwerkzeug aufgeführt war, ging es völlig ohne. Lediglich einen zweiarmigen Abzieher habe ich gebraucht. Die Arbeit hat richtig Spaß gemacht. Das schöne am Getriebe ist, daß es bisher nicht eine einzige Schraube gibt, die festsitzt. Alles ist wunderbar konserviert und leichtgängig.

Die Nutmutter am hinteren Abtrieb löste sich nach zwei Hammerschlägen.
Am vorderen Abtrieb ist die Nutmutter "verstemmt". Da heißt, bei der Montage hat sie einen dicken Schlag bekommen, so daß sich die Mutter mit der Welle verkeilt. Diese Verstemmung habe ich mit Bohrmaschine und Fräser ausgefräst. Dann löste sich auch diese Mutter (einige Schläge mehr). Die Mutter ist nun ziemlich verdellert. Macht aber nichts. Aufgrund der Verstemmung hätte ich sie eh ersetzt. Nachfolgend noch die Bilder.

Beim nächsten Schritt brauche ich ein "Sonderwerkzeug" zum Abziehen der Vorstufenwelle. Das müsste mit wenig Aufwand selbst zu bauen sein. Wir werden sehen.

Gruss, Rüdiger
 

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Hallo Rüdiger,
okay, Nutmutten lösen mit dem Hammer geht ja, aber wie willst Du die mit dem vorgeschriebenen Drehmoment wieder ankopfen oder besser festziehen? :roll: Ich würde mir an Deiner Stelle einen Nutmutterschlüssel für die Montage besorgen :roll:
 
Hallo, zusammen, hallo Jürgen,

zur Beruhigung erstmal: Ich hatte schon einen Nutmutterschlüssel bestellt, und der ist heute auch gekommen. Wollte die Muttern aber gestern schon lösen. Angezogen wird schön wie es sich gehört, auf 300 Nm Drehmoment.

Heute kamen die restlichen Wellen aus dem Getriebe heraus, und zwar die Vorstufenwelle, sowie die Vorgelegewelle. Beides ging wiederum recht einfach, allerdings benötigt man zwei "Sonderwerkzeuge", die man sehr leicht selbst anfertigen kann.

Und zwar einen Abzieher, mit M12 Gewinde zum Ausziehen der Vorstufenwelle, sowie mit M10 Gewinde zum Ausziehen der Vorgelegewelle. Ferner einen "Abstandshalter", ebenfalls leicht selbst zu bauen. (beide Werkzeuge siehe nachfolgende Fotos)
Der Abzieher stützt sich bei den Abziehvorgängen jeweils am Gehäuse des Hauptgetriebes ab, weshalb man Plättchen aus Weichmetall (hier die Kupferbleche) unterlegen soll.
Der Abzieher besteht aus einem Stück U-Stahl, etwa 150mm lang, und zwei Vierkantrohren, ca. 20-25cm lang. Je nach Bedarf braucht man noch ein Stück Gewindestange M12 oder M10.
Der Abstandshalter (ein Stückchen Rohr, eine Schraube M12, eine Mutter, eine U-Scheibe) sorgt dafür, daß sich das große Zahnrad beim Herausziehen der Welle nicht verkantet.

Mit den heutigen Maßnahmen ist ein Etappenziel erreicht. Das Getriebe ist zerlegt. Die Wellen werde ich vorerst nicht zerlegen. Dies erfolgt erst, wenn ich die Ersatzteile zusammengestellt habe, sonst verliere ich den Überblick.

Ich werde aus Kostengründen nicht alle Lager ersetzen, nur die die sicht- oder fühlbar defekt sind. Momentan sind das 2 oder drei Lager. Ferner alle Synchronringe, alle Federnäpfe, die Simmeringe und Dichtungen, ein paar Federringe, die sich beim Demontieren verbogen haben, eine Nutmutter, die fehlenden Madenschraube(n).

Jetzt noch die Fotos... und schon wars das für heute.

Gruss, Rüdiger
 

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Hi!

... ich kanns nur nochmal wiederholen... mach alle Lager neu, und alle Federringe/Sprengringe/Segeringe auch... ich hab leider schon ne Menge Arbeit wegen vermeintlich noch guter Lager gehabt.

Grüße,

Klaus

Btw.: Poste doch mal die Lagerkennungen, wäre interessant zu sehen was sich da an Preisunterschieden ergeben könnte.
 
Hallo Klaus,
Man kann natürlich alle Lager vorbeugend tauschen.Nur bleibt dann oft die Wirtschaftlichkeit auf der Strecke.Wenn ich z.B. ein UG 3/65 Instand setze
und alle Lager erneuern würde,plus einem Schaden am Planetengetriebe
liege ich schnell mit den Kosten über einem Tauschgetriebe oder einer Werksinstandsetzung.Ist das Getriebe mal mit zu wenig Öl gelaufen sieht die Sache natürlich anders aus.Ich habe schon sehr viele Unimog und auch andere Getriebe repariert,und noch nie Ärger mit einem wieder verwendeten Lager gehabt.
Nur die Lager für die Vorgelegewelle am UG 2/27 kosten bei Daimler über
500€.Sicher bekommt man einige Lager auch im Zubehör oder vom China Mann für weniger,aber....
Viele Grüße
Frank
 
Hallo,
das sehe ich genauso wie Frank,ich hab sie mal gezählt so um die 35 Lager sind es.
Mit Vsg, Zwischenradlagerung,Lagerung Vorderachsantrieb also alle im Getriebe.
Mit der Alten Preisliste im Netz, bekomme ich 22 Preise von rund 800€.
Da fehlen noch 13 Stück zum Preis von 200-400€.
Plus Synchronringe,Gleitsteine,Dichtsatz vieleicht das eine oder andere Gangrad kommen so locker 2000-3000€ ohne Montage.


MfUG Frank
 
Hallo,

mein Anspruch an das Getriebe ist nicht der, den ich an ein Neu- oder Tauschgetriebe hätte. Bei mir macht der Unimog nicht so viele Betriebsstunden, muß auch kein Geld damit verdienen. Wenn er also mal wegen eines defekten Lagers ausfällt, ist das ärgerlich, aber nicht tragisch. Daher erneure ich nur die Lager, die kaputt sind. Und wenn tatsächlich mal eins einen Schaden hat, weiß ich ja nun, wie ich drankomme.
Federringe und Sprengringe hab ich einige mitbestellt. Manche sind beim Ausbau etwas verbogen. Die mach ich neu.
Die Dichtringe und Dichtungen grundsätzlich auch.
Ein Problem war, daß das Getriebe immer Öl verloren hat. Das hat mich genervt, und es soll daher abgestellt werden. Auch der Motor verliert leider Öl. Daher werde ich zumindest die Ventildeckeldichtung und die Ölwannendichtung ersetzten.

Heute gibt es nicht viel zu berichten. Ein erster Schwung Ersatzteile ist gekommen, aber ein paar Sachen fehlen noch.
Deshalb habe ich das Getriebegehäuse gesäubert, die Dichtflächen gereinigt. Ich möchte es vor Einbau auch noch neu lackieren.

Morgen gibts vielleicht wieder mehr zu berichten.

Bis dann,
Rüdiger
 
Hallo nochmal,
ich hätte noch eine Frage, vielleicht könnt Ihr mir da helfen: Im WHB sind verschiedene Dichtstoffe für Flächen und Durchgangsschrauben sowie Sicherungsmittel aufgeführt, z.B. Loctite 241, Teroson Atmosit, Omnifit usw.
Benötige ich das wirklich alles ?

Ich habe bereits die Flächendichtung vom Daimler, den Rest müsste ich noch besorgen.

Gruss, Rüdiger
 
Moing Rüdiger,

Du machst dir hier ne Schweinearbeit um das Getriebe wieder auf Vordermann zu bringen, darum versteh ich
mein Anspruch an das Getriebe ist nicht der, den ich an ein Neu- oder Tauschgetriebe hätte.
das jetzt nicht wirklich.
Wenn er also mal wegen eines defekten Lagers ausfällt, ist das ärgerlich, aber nicht tragisch.
soweit mir bekannt, heißt das beim 406 "Totalschaden", also einmal komplett zerlegen - wenn dir das nix ausmacht?!
Ein Problem war, daß das Getriebe immer Öl verloren hat.
Im WHB sind verschiedene Dichtstoffe für Flächen und Durchgangsschrauben...
...Benötige ich das wirklich alles ?
Hast Du dir nicht schon selbst die Antwort gegeben?
Es gibt viele Leute, die sehr "Erfahren" sind, die keinerlei WHB brauchen und aus dem FF mit purer "Erfahrung" alles reparieren - zumindest für ein paar Betriebsstunden. :twisted:
Falls Du den Job nicht permanent machst - wonach es hier ausschaut - dann nimm einfach die Vorgaben des WHB an und Du wirst die wenigsten Probleme haben!
Wegen der Lager: sobald ein Wälzlager einmal stoßartig im Stand über die Wälzkörper belastet wird - z.B."Streicheleinheit mit dem Überzeugungsverstärker" - sind se Schrott, ob du es auf Anhieb siehst oder nicht! Bei uns werden die Lager von Maschinenspindeln (ne, keine Gewindespindeln) bei jedem Zerlegen aus gutem und fachlich absolut richtigem Grund ersetzt, und da kommt für eine größere Spindel für den Satz Lager schnell mal der Preis deines Getriebes im Austausch zustande!
Überleg es dir also bitte gut, welche Lager Du drin lässt.

mfG
Axel
 
Hallo zusammen,

auch heute gabs nur Arbeiten rund um das Getriebe, da noch nicht alle Teile da sind.
Leider auch eine schlechte Nachricht....

Habe verschiedene Teile gereinigt und entrostet. Die hintere Getriebelagerung am Rahmen sowie einen Getriebedeckel. Beides mit Fertan eingestrichen. Morgen solls dann lackiert werden.

Dann wurde das Ausrücklager gewechselt. Es geht recht einfach. An der Ausrückplatte sind hinten drei Löcher. Hier kann man nach und nach rundum mit einem Splintentreiber das Lager herausschlagen. Das neue Lager liess sich einfach am Schraubstock einpressen.
Den Simmering am Getriebeabgang zur Vorderachse habe ich gewechselt. War auch kein grösseres Problem. Der alte Ring wird beim Ausbau allerdings zerstört (Zange).

Dann hatte ich mir ja vorgenommen, noch nach der Kupplung zu schauen. Es handelt sich um eine Doppelkuppung DT 280/280N.
Die Kupplung ist mit 6 Schrauben an der Schwungscheibe fest. Das Lösen und ausbauen ist kein Problem. Dann die Überraschung. Die Fahrkupplung ist Motorseitig bis auf die Nieten runter. Schon die Federn sind angeschliffen, die Druckplatte hat tiefe Riefen. Totalschaden.
Weiter die Kupplung zerlegt, nochmal 6 Schrauben und drei Muttern.
Auch die Zapfwellenkupplung ist fertig. Noch etwa ein Millimeter Profil bis zu den Nieten.
Beim Fahren hatte ich seltsamerweise keine Probleme mit der Kupplung. Lediglich die Zapfwellen liessen sich nicht mehr geräuschlos einschalten.
Ich hatte es vor zwei Jahren mal mit Nachstellen versucht, allerdings erfolglos. Nun die Ursachen sind gefunden. Das ist die gute Nachricht.

Jetzt noch die Bilder ...


Gruss, Rüdiger
 

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Hi!

Wenn die Schwungscheibe noch abdrehbar ist ( irgendwann ist sense mit dem Tiefersetzen der Fläche auf der der Federhalter aufliegt ) gehts ja noch, ich hab für das Ausdrehen ( ich hab noch die 3Teilige Version bei der der Zahnkranz geschraubt ist ) nur 2 Kisten Tannenzäpfle bezahlt, wären in Bar ca. 30,- Euro gewesen.

Btw. : Original war eine Sintermetallkupplungsscheibe drin, ich hab jetzt eine Organische eingebaut, Kuppelt sich Imho weicher und ruckfreier. Subjektive Meineung...


Grüße,

Klaus
 
Hallo!
Schwungscheibe musst Du auf alle Fälle tauschen! Die ist nicht so teuer und wenn die Feder schon Berürung mit den Schrauben hatten, geht sowieso abdrehen nicht mehr.