Reifen falsch rum montiert

Hallo,
ich habe da auch noch ne Frage.
Warum werden bei Allradtraktoren die Vorderreifen nicht anderst montiert? Liegt das am hauptsächlichen Einsatzzweg auf dem Acker?
Schöne Ostern
Gruß
Henry
 
Hallo Henry,

wer überwiegend auf weichem Boden mit Allrad unterwegs ist und Vortriebskraft braucht (Acker), montiert die Reifen "richtig".
Wer überwiegend auf der Straße fährt, montiert sie "falsch". Denn dann treibt die Straße den Reifen an und die vorgesehene Wirkrichtung stimmt somit.
Wer in unbekanntem Gelände unterwegs ist, montiert sie auch "falsch", damit er sich leichter rückwärts retten kann.
 
Hallo Christoph,
Danke für die Antwort. Nu hab ichs kappiert. Ich hatte nur ANgst wieder mal nen Denkfehler bei angetriebener und getriebener Achse zu haben.
:mog4
Gruß
Henry
 
Hallo Reifendreher,

seid aber nicht überrascht, wenn nach dem Drehen die Räder laut sind und schneller verschleißen. Wenn sie in die eine Richtung eingefahren sind, dann nutzen sich die Stollen leicht schärg zur Lauffläche ab. Dreht man die Reifen, stellt sich ein entgegengesetztes Verschleißbild ein.

Die Ablaufgeräusche geben sich mit den Kilometern. Also nicht wunden.

Insgeasmt halten MPT Reifen auf der Vorderachse entgegen der Drehrichtung mointiert länger wenn wenig mit Allrad gefahren wird.

Grundsätzlich:

Treibemdes Rad in der vorgegebenen Richtung montieren
Getriebenes Rad entgegen der Traktionsrichtung (z.B. Vorderachse ohne Antrieb)

Gruß,
Markus
 
ret schrieb:
Ein Unimog ohne Grip mit einem Fahrer ohne Grips sind eine ganz ungünstige Kombination :lol:
Hallo Jung´s,

Streitet nicht ,schlagt Euch.
Mit Gewalt und drei Mann hebt man eine Ziege herum und wie einen Bock???







Der bekommt einen Tritt in den Sack und siehe da der hüpft alleine rum.

Grüße, Manfred 1-oltimer :mog3
 
Hallo Christoph,

Wer in unbekanntem Gelände unterwegs ist, montiert sie auch "falsch", damit er sich leichter rückwärts retten kann.

Das Argument, bei viel Strassenfahrt und nur seltener Geländefahrt die Reifen "falsch" zu montieren kann ich ja noch so gerade akzeptieren.
Aber obige Aussage macht für mich nicht wirklich Sinn. Wenn ich über eine Mauer klettern möchte nehme ich ja auch nicht extra eine kürzere Leiter damit ich leichter wieder herunterklettern kann, wenn sie nicht reicht. :D
 
Mog2450 schrieb:
(...)
ich kenne auch einige die ihre Vorderreifen drehen wegen des Verschleiss auf Unimog und Traktor. Es sind immer Traktoren mit Frontlader. Ich habe meine auf dem Unimog vorne wie hinten gleich,mit den Spitzen nach vorne. Auch auf der Arbeit haben wir bei allen Traktoren die Reifen normal montiert auch bei Frontladereinsatz.
(...)
moin,

weißt du auch, wieso es sehr häufig Frontladerschlepper sind, die die Vorderreifen anders herum gedreht haben? Das hat wenig mit dem Verschleiß, als mit den Effekten auf die Traktion zu tun.
Beim Arbeiten mit dem Frontlader auf dem Acker, z.B. beim Mist laden, wird vorwärts in den Haufen gefahren, mit leerem Frontlader und recht gleichmäßiger Lastverteilung. Dann wird der Frontlader beladen, die Last auf der Vorderachse steigt. Nun muss man aber rückwärts wieder zurück.
Dafür ein kurzer Blick auf die Pfeilrichtung des Profils: Bei den Hinterrädern wird der Dreck/Schlamm/etc bei Vorwärtsfahrt aus der Mitte zur Seite hin weggedrückt. Wenn man den Reifen nun andersherum dreht, wird der Schlamm zur Mitte hingedrückt, letztlich ein Effekt als würde der Reifen aufschwimmen. Dies wäre auch bei der Vorderachse so, wenn sie denn genaus bezogen wäre wie die Hinterachse.
Folglich hätte man mit leerem Schlepper viel Traktion beim Fahren in den Haufen, jedoch deutlich weniger Traktion im beladenen Zustand. Das Umdrehen der Vorderreifen wirkt dem entgegen, da hat man dann beim rückwärts fahren wieder mehr Traktion auf der nun stark belasteten Vorderachse.

Übrigens lässt sich in der Regel auch an Mähdreschern und selbstfahrenden Häckslern an der Bereifung bereits erkennen, ob sie mit Allrad ausgerüstet sind. Hier dient der Allradantrieb nämlich in der Regel zur Selbstbergung aus brenzligen Situationen wie z.B. Matschlöchern.
Das Fahrzeug fährt vorwärts herein und muss sich nun rückwärts befreien. Wenn die Stollen der Hinterräder dabei den Boden in die Mitte hin ziehen würden, würden die Räder aufschwimmen. Bei entgegen der Vorderräder gerichteter Bereifung jedoch nicht, da wird der Dreck zur Seite weggedrückt und die Traktion ist besser als im anderen Fall.

Zum Verschleiß der einen oder der anderen Aufziehrichtung gab es in den letzten Jahrzehnten bereits mehrere intensiv von der Fachpresse betreute Praxisversuche, aussagekräftige Ergebnisse kamen nicht zustande. Letztlich ist es eine Glaubenssache!
Einen eindeutig bewiesenen Effekt hat die Montagerichtung jedoch auf die Geräuschentwicklung.

mit freundlichen Grüßen,
Fabian
 
Hallo Jürgen,

Dein lustiges Beispiel mit der kurzen Leiter hinkt ein wenig.

Es ist doch logisch: Wenn ich mit wenig Traktion und langsam irgendwo hin komme (z. B. im Morast oder beim Waten), komme ich doch mit mehr Traktion zurück leichter aus der Situation wieder raus.
 
Das mit dem Grip nach hinten behaupten viele-- komisch nur, dass exakt jene viel öfter stecken bzw wo nicht wirklich hinkommen wo sie wollen? Vielleicht liegt es daran, dass sie eben an jenen Stellen stecken, wo die richtig gedrehten durchfahren? :P
 
Hallo Fabian,

über fast 30 000 km habe ich folgende Erfahrung gemacht. Je härter die Reifen (aufgrund von Alterung) und je länger man sie in einer Drehrichtung benutzt, desto lauter werden sie. Der Verschleiß erfolgt sehr ungleichmäßig.

Um dem entgegen zu wirken fahre ich vorne verkehrt und wechsle regelmäßig diagonal. So habe ich auf allen 4 Reifen fast bis auf 0,5 mm genau gleichen Verschleiß.

Ob dieser Verschleiß geringer sei als bei unveränderter Reifenposition und Drehrichtung, ist in der Tat fraglich und nach Deinen Angaben auch nicht nachweisbar. Aber es fährt sich jedenfalls leiser, komfortabler und die Getriebe werden auch geschont.
 
Hallo Lukas,

meine Fahrkünste müssen sich natürlich hinter den Deinen und Jürgen's verstecken.

Ihr Trialfahrer habt ja immer einen Rettungsbagger vor Ort. :wink:

Ich müsste mich hingegen schämen, einen Trecker zu Hilfe zu holen.
 
Hallo Christoph,

ich muss mal ein wenig weiter provozieren, nicht böse sein, aber wäre es dann nicht sinnvoll auch die Hinterräder "falsch" zu montieren.
1. Kommst Du dann weniger weit ins Morast und
2. noch besser Rückwärts raus
 
Hallo Jürgen,

wieso provokativ? Deinen Ausführungen kann ich uneingeschränkt zustimmen!

Aber die Rettung ist ja nicht das alleinige Ziel!
 
moin,

genau, erstmal möchte man ja auch in die Situation kommen, sich retten zu müssen. :wink:

Wie gesagt, die Hersteller von Mähdreschern und Häckslern bauen die Räder auf der Hinterachse wegen der Selbstrettung anders herum drauf. Dies wurde mir bereits bei mehreren Herstellern von den jeweils verantwortlichen Entwicklungsleitern wie auch von den Versuchsfahrern so bestätigt.
Auch kriegt man das in der Regel im Rahmen einer LoF-Ausbildung an der Berufsschule oder auch bei entsprechenden Studiengängen (auch Maschinenbau/Nutzfahrzeuge) von wirklich kompetenten Professoren* so beigebracht.

*leider nicht die Regel, andere bezeichnen bei der Erklärung des Verbrennungsmotors auch gerne mal den Zahnriemen als Steuerkette, lassen die Animation einer VKM rückwärts laufen und sehen nicht, dass der Motor kurz nach Schließen des Auslassventils zündet, etc...

mfg
Fabian