Sperren schalten ohne Druckluftanlage möglich??

MaRa

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06. Feb. 2005
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Moin, habe meinen Luftpresser/Hydraulikpumpe beim 63er 411 stillgelegt, arbeite mit Zapfwellengetriebe/Pumpe für Winde und Kipper - der MOG hat dadurch tatsächlich spürbar mehr Leistung ( wurde hier ja auch schon berichtet, sind wohl 2,3,4 PS mehr, rennt echt erheblich williger, vor allem untenrum). Nun kann ich aber keine Sperren mehr schalten, die brauche ich so dann und wann im Holz aber doch. Gibts 'ne erprobte Möglichkeit "per Hand" zu schalten? Gruß Markus
 
Hallo Markus,

mein 411.119 Baujahr `63 schaltet seine Sperren hydraulisch.
Soviel ich weis wurde eine Serie 411 so ausgerüstet aber später auf Pressluft umgerüstet. Bei mir ist am Sperrenhebel ein kleiner Ölbehälter.
Die Leitungen sind die gleichen. Anscheinend sind bei meinem Mog die Sperren wegen undichter Kolben in den Achsen jahrelang nicht genommen worden.
 

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Hallo Markus!
Ich würde dazu einen elektrischen 12V Autokompressor nehmen.
Dazu ein Überdruckventil auf 6Bar einstellen und laufen lassen solange die Sperren benötigt werden. Vielleicht bringt auch ein Kompressor von Fanfaren den entsprechenden Druck.(die 1 bis 2 Minuten Dauerlauf hält der sicher aus).
 
Hat jemand schon einmal darüber nachgedacht oder sogar versucht, die Sperren mit einem Bowdenzug oder so etwas in der Art zu schalten? Als Außen/Gegenzug könnte ja prinzipiell die original Druckluftleitung verwendet werden, damit wäre auch sichergestellt, daß kein Wasser so ohne weiteres in die Achse laufen kann.
Es wäre jedenfalls ein Ansatz, vielleicht sogar eine Lösung mit minimalem technischen Aufwand...
 
Wir von der Low Cost Fraktion hatten das Thema schon ma ähnlich gelagert, da ging es um Möglichkeiten weg vom Gestänge.
Und genau dieses Gestänge ließe sich sicher auch im 411 verwenden mit den alten Achsen vermutlich gar kein Problem, ausser kürzen, wohl nicht viel zu machen da identisch mit 404, bei den neuen Achsen k.A. sollte aber auch gehen.

Alternativ war auch die Verwendung von Stellmotoren im Gespräch schau mal rein vielleicht gibts ne Anregung für dich!

Tschau Torsten


http://www.unimog-community.de/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=14967
 
Das Problem bei der neuen Achse ist, dass da nicht irgendein Druckluftzylinder
die Sperre betätigt, sondern die Sperrklaue selbst auch als Kolben fungiert.
Der zum Einrasten erforderliche Druck ist nicht ganz unerheblich. Damit dürfte
ein Bowdenzug zur Betätigung ausfallen.
Ohne größere technische Eingriffe sehe ich da keine Möglichkeit die Sperren
mechanisch zu betätigen.

Die Kleinkompressorlösung.
Da dürfte einige Zeit vergehen, bis die Sperren drin sind und dann sitzt
man wohl schon bis zu den Achsen im Mist.

Bleibt die manuell-hydraulische Lösung. Z.B. über irgend einen Hauptbremszylinder
vom Schrottplatz. Das Fördervolumen darf aber nicht zu klein sein.

Auf dem Papier sind die pneumatischen Sperren eine ungemein elegante Lösung.
In der Praxis machen die Dinger aber nur Probleme und sind großer Bullshit.

@Torsten
Die Sperren vom großen Grauen und vom kleinen Grauen sind ja völlig gleich
und die Gestängeansteurung ist auch gleich. Den neuen Achsen im 411er fehlt aber
wie oben gesagt jegliche Mechanik um die Klaue einzurücken.

Thorsten
 
Mahlzeit,

habe bei einem LJ80 für Traileinsatz mal eine Druckluftbremse anstelle der Seilzugbetätigten Handbremse gebaut. Taucherflasche als Vorratsbehälter. Diese haben wir morgens gefüllt. Die Füllung reichte meistens für den ganzen Tag. Das könnte man doch mit dem Vorratsbehälter am Mog doch auch machen. Ich denke für die paar Schaltvorgänge müsste der Druck doch ausreichen.

Gruß Guido
 
@Thorsten danke für den Hinweiß war auch nur als Idee gedacht habe mit den Achsen keine Erfahrung!

Tschau Torsten
 
Moin, nochmal eine Anmerkung zum Sperrenschalten via Druckluft: Der Druck wird doch nur zum Einschalten (also kurzeitig) benötigt und nicht zum Eingschaltethalten - oder??? Dann wäre es doch o.k. den original Kessel vorher mit 12V Kompressor zu füllen, man weiß ja, wann die Sperren so etwa benötigt werden. Gibts da was Taugliches auf dem Markt? Gruß Markus
 
Hallo Markus!
Die Druckluft wird auch zum Halten der Sperren verwendet, aber es entsteht kein weiterer Verbrauch.
Mit einen kleinen Kompressor(ab 10¤ im Autozubehör) einen Behälter aufblasen wäre es möglich, nur braucht man einen Druckschalter, oder man muss selber aufpassen und nach Monometer abschalten, sonst wird der Kompressor tot.
Vor Betätigung mit Bremszylinder würde ich abraten, da das Volumen eines Zylinders nicht bei weitem ausreicht und die Rohrleitungen so umgebaut werden müssten, dass die Leitung die Flüssigkeit unten reindrückt und oben eine Entlüftungsschraube montiert ist.
Eine relativ einfache und wirkungsvolle Möglichkeit wäre eine hydraulische Betätigung mit einer Rotationsbenzinpumpe von einem Schlacht-Pkw mit K Jettronic. (VW und Audi von Bj. 78 - 95), Diese Pumpen liefern einen Druck von mindestens 6 bar und sind auch mit einen dünnflüssigen Mineralöl wie Castrol LHM(Citroenbremsflüssigkeit) oder Automaticöl zu betreiben (Bremsflüssigkeit könnte die Abdichtungen der Sperren angreifen). Durch den Rollenrotor ist die Pumpe auch für längeren Überdrucklauf geeignet. Ein Manometer könnte dann anzeigen wenn voller Druck erreicht ist.
Ein Vorratsbehälter mit 0,5 Liter müsste reichen, wenn die Rohrleitungen und Sperren schon gefüllt sind. Eventuell noch vorhandene Luft im System wäre kein Problem. Wenn die Pumpe nicht mehr läuft drücken die Federn das Öl sicherlich durch die Pumpe in den Vorratsbehälter zurück.
Wahrscheinlich geht das Einschalten nicht so Schlagartig wie bei Druckluft, aber wer die Sperren bei Vollgas und durchdrehenden Rädern einschaltet ist für mich sowieso ein Mörder.
Mein Standard: Auskuppeln, Sperren einschalten und dann geht’s erst weiter, oder gleich vorbeugend wenn die Räder noch nicht durchdrehen.
 
Hallo Herbert, habe "eigentlich" folgenden Plan: möchte einfach statt des originalen Luftpressers einen elektrischen einbauen - alles andere bleibt, auch der Kessel. Die Anhängerbremsluft kann ja abgehängt werden. Also dann einmal aufpumpen, dauert per 12Volt wohl etwas, aber das wäre für mich kein Problem. Aber ist das zu realisieren, oder ist selbst ein anständiger 12Volt Kompressor nicht dazu in der Lage??? Suche nicht nach einer "Billigstlösung", so 'n 10,- Euro Reifenfüller wirds wohl nicht tun - oder ? Gruß Markus
 
Hallo Markus!
Mir ist kein "anständiger" 12 Volt Kompressor bekannt. Ich werde mich aber umhören. Die ganze Anlage verwenden ist nur sinnvoll wenn sie absolut dicht ist.
Wenn ich etwas finde oder mir fällt etwas ein melde ich mich wieder.
 
Hallo Markus!
Suche einmal im Google unter Kompressor 12 Volt.
Es gibt da Geräte bis 50 Euro und mehr.
Ich würde aber trotzdem den Druckkessel verkleinern, oder einen 2.kleineren einbauen. Sonst hast Du eine Füllzeit von mehr als 15 Min und könntest damit wahrscheinlich 30mal die Sperren schalten
 
Du kannst ja auch noch einen füllanschluss an den Druckbehälter machen.
Zum schnellen Füllen zuhause am großen Kompressor...
 
Hallo Michael
genau DAS war auch mein erster Gedanke zum Kesselaufladen, habe mich aber nicht getraut, mit so 'ner schrägen Idee hier aufzuwarten. Leider verliert der Fahrzeug-Kessel doch recht schnell seinen Druck, morgens ist der Druck immer komplett runter. Mein Werkstattkopressor hält dagegen den Druck über Tage. Vielleicht müsste der ganze Luftweg komplett perfekt dicht sein - dann würde wohl einmal Aufladen von außen für einige Sperrenschaltungen reichen!!! Oder??? Oder entweicht die Luft bei Motorstillstand wieder über den Aufpumpweg zum Luftpresser, weil da kein "Rückschlagventil" ist, und wenn's so ist hat das wohl seinen Grund, Oder?? Das sind alles so Fragen Gruß Markus (der mit seiner Selbstbau-Heck-Hydraulikwinde per Front-Zapfwellengetriebeantrieb auch so langsam vorankommt!!!)
 
Also meiner erfahrung nach ist es ziemlich schwer eine Druckluftanlage mit so vielen Verbrauchern und Leitungen und Winkel sowie Verschraubungsscheiss ist es fast unmöglich die perfekt abzudichten...

Die Luft in deinem Werkstatt Kompressor ist durch ein Rückschlagventil gegen entweichen gesichert. Selbst das macht aber nicht zu 100% dicht.

Es mag sein, daß du die Anlage so weit dicht bekommst das die Luft sich ein paar Stunden unter Konstanten Druck darin aufhält.

Aber das externe Befüllen ist ein Durchaus übliches Verfahren, daß auch bei LKW's angewendet wird. Steht sogar in den Prüfungsfragen zum LKW-Schein drin...

So, so einen schmarrn hab ich schon lange nichtmehr geschrieben - aber es liegt wohl an übermäßigem genuß von :trink1: :trink2: :schwindelig* :crazy1:
 
Hi Michael
Dann ist beim MOG aber wohl kein Rückschlagventil eingebaut, so klingt das jedenfalls. Meine Idee wäre dann: Direkt am Kesseleingang
einen Schnellverschluss mit einem Rückschlagventil, da kann man dann einen 12Volt-kompressor (im Fahrzeug) oder zum Schnell-Laden den Werkstattkompressor anklicken. Gruß Markus
 
Stimmt genau, aber meines wissens nach, müste im Druckregler ein Rückschlagventil sein - und auf alle fälle im Luftpresser...

by the way: ich hatte derbstens probleme mit den DL-Rohren. An den Verschraubungen zum Luftpresser und auch zum Druckregler waren die in der Mutter gebrochen. Darum hatte ich nie ausreichend Luft... (U421)
 
Hallo , ihr luftbläser,

das thema ist schon mal in ähnlicher form im forum gestreift worden, auch vor dem hintergrund den schlappen OM 636 von der dauerbelastung des kompressors zumindest zeitweise zu befreien. Nachdem mehrere ideen diskutiert wurden, wurde es dann etwas unsachlich und unqualifiziert abgeschlossen, wie…“ballast abwerfen macht den 411er auch schneller…“
Die sachliche form der jetzigen diskussion macht mir wieder mut mich auch noch mal zu diesem thema umfassend zu äußern, da es offensichtlich noch nicht totdiskutiert wurde.

Aus rein technischer sicht finde ich die druckschaltergesteuerte ein/ausschaltung des kompressors über eine elektrokupplung, wie sie z.b. für klimakompressoren verwandt werden, als eleganteste lösung. An serien-lkw soll das ja nichts neues sein. Energie wird immer gespart ob an großen oder kleinen motoren, und selbst bei großen lkw rechnet sich der aufwand über hunderttausende km. Natürlich ist der aufwand für die umrüstung eines unimog (411 mit dem OM636, dem tut der kompressor am meisten weh, der OM 352 im 406 wird ihn wohl kaum wahrnehmen) von der mechanik her sehr groß.
Für die 2. Riemenscheibe am OM636 würde eine riemenscheibe für die neuen flachriemen erforderlich wenn aus platzgründen die e-kupplung an den kompressor soll. Wer dazu noch ein kombiaggregat (hydraulik+druckluft) hat, muss dann durch einen separaten schalter noch sicherstellen, dass sich das teil einschalten lässt um bei hydraulik-nutzung druck zu produzieren, unabhängig davon ob der (luft)druck-wächter „aus“ signalisiert hat oder nicht.
Folglich muss für diesen fall noch ein elektrisch unabhängiges, mecha-nisches überdruckventil eingebunden werden. Das könnte der originale druckregler übernehmen. Er müsste dann nur etwas höher stehen als der abschaltdruck des elektrischen druckwächters, damit sich im unge-steuerten hydraulikbetrieb (elektr. druckwächter auf „aus“) nicht drücke weit jenseits der 5-6 bar im system aufbauen. Schaltungsmäßig ist das aber gar kein problem.

Wie ihr unschwer feststellen könnt, habe ich mich mit dem thema auch schon intensiv beschäftigt und im neu zu verlegenden kabelbaum auch schon die leitungen integriert.
Habe auch schon e-kupplung aus einem klimakompressor und einen elektr. druckwächter. Die voraus beschriebene lösung habe ich auch noch nicht realisiert, weil ich die mechanisch wirklich aufwändige bearbeitung in fremde hände geben muss und das länger dauert . Da für mich hydraulik und anhängerbremsanlage noch lange nicht zur debatte stehen, habe ich mich für die zwischenlösung mit kleinem elektrischen kompressor und elektr. druckregler entschieden, da ich die luftsperre am 411.118 sofort benötige. Für besitzer, die nur luft für die sperren benötigen, hydraulik über zapfwelle betreiben oder nicht benötigen, könnte es eine dauerlösung sein.

Ich habe mir bei Aldi einen 12V-kleinstkompressor für die hosentasche geholt, der bis 18bar drücken soll, und an der serienmäßigen flasche des 411 getestet. Nach 20 min war die flasche zu 3,5bar gefüllt und der mini weit mehr als handwarm . Bei 30min roch es nach farbe ---abschalten!!! Und so ist der minikompressor konzipiert: 15 min ein, danach 30min pause! Was will man für 4,99¤ verlangen? Also, ungeeignet für diese flasche mit ca. 18-19 l volumen. Alternative: eine stahlgussflasche eines feuerlöschers mit ca. 2,65 l volumen, weniger als 1/6. Das sollte gehen, denn, wie schon oben beschrieben, braucht die sperre zum schalten nicht viel luft und zum halten bei dichtem system theoretisch keine zusatzluft. Meine vorstellung ist, dass der druck von 5bar in der kleinen flasche weit unter 15-20min erreicht wird, und eine erneute kurze wiedereinschaltung für die ergänzung der betriebs –und leckluft unkritisch ist. Den beweis dafür bin ich aber noch schuldig weil ich die armaturenanpassung der verschiedenen gewinde noch nicht realisiert habe.
Die flasche habe ich bereits von unten hinter dem werkzeugkasten am fahrerhaus wettergeschützt angebracht, der minikompressor soll wegen der nicht filterbaren ansaugluft mit in den werkzeugkasten . Das system ist vom instrumentenbrett ein/ausschaltbar, der kompressor –10 A- wird vom druckschalter über ein relais geschaltet, das bisherige manometer wird zur kontrolle weiterhin mit benutzt..
Übrigens werden bei westfalia wesentlich leistungsfähigere kleinkompressoren für 12V (40-50,-¤) angeboten, die von der baugröße her sicher auch noch gut unterzubringen sind und mehr leistungs-reserven haben. Alles nur eine frage des testens und der finanzen.

Ein tipp, wonach die sperrung der ansaugluft die kompressionsarbeit des kompressors verhindert und somit mit minimalstem aufwand kraft sparen soll, fand in der community offensichtlich nicht nachvollziehbar. Dabei scheint es mir logisch, dass wenn keine luft angesaugt wird, auch keine verdichtet und später nur abgeblasen wird, was auch einer energieeinsparung gleichkommt. Natürlich bleiben noch die reibungsverluste für den trieb, ist aber eine sehr einfache lösung, etwa mit bowdenzug. Macht eine solche lösung sinn?
Habe leider noch keinen funktionsfähigen kompressor an dem ich das austesten könnte.

Das positive oder auch negative ergebnis mit dem minikompressor werde ich hier zu gegebener zeit vorstellen. Übung macht den meister, und wie sagte Otto Lilienthal nach seinem schweren absturz….“ Opfer müssen gebracht werden…“ .

Mit freundlichen Grüßen
Heinz401
Vom fuße der Wartburg