Hallo , ihr luftbläser,
das thema ist schon mal in ähnlicher form im forum gestreift worden, auch vor dem hintergrund den schlappen OM 636 von der dauerbelastung des kompressors zumindest zeitweise zu befreien. Nachdem mehrere ideen diskutiert wurden, wurde es dann etwas unsachlich und unqualifiziert abgeschlossen, wie…“ballast abwerfen macht den 411er auch schneller…“
Die sachliche form der jetzigen diskussion macht mir wieder mut mich auch noch mal zu diesem thema umfassend zu äußern, da es offensichtlich noch nicht totdiskutiert wurde.
Aus rein technischer sicht finde ich die druckschaltergesteuerte ein/ausschaltung des kompressors über eine elektrokupplung, wie sie z.b. für klimakompressoren verwandt werden, als eleganteste lösung. An serien-lkw soll das ja nichts neues sein. Energie wird immer gespart ob an großen oder kleinen motoren, und selbst bei großen lkw rechnet sich der aufwand über hunderttausende km. Natürlich ist der aufwand für die umrüstung eines unimog (411 mit dem OM636, dem tut der kompressor am meisten weh, der OM 352 im 406 wird ihn wohl kaum wahrnehmen) von der mechanik her sehr groß.
Für die 2. Riemenscheibe am OM636 würde eine riemenscheibe für die neuen flachriemen erforderlich wenn aus platzgründen die e-kupplung an den kompressor soll. Wer dazu noch ein kombiaggregat (hydraulik+druckluft) hat, muss dann durch einen separaten schalter noch sicherstellen, dass sich das teil einschalten lässt um bei hydraulik-nutzung druck zu produzieren, unabhängig davon ob der (luft)druck-wächter „aus“ signalisiert hat oder nicht.
Folglich muss für diesen fall noch ein elektrisch unabhängiges, mecha-nisches überdruckventil eingebunden werden. Das könnte der originale druckregler übernehmen. Er müsste dann nur etwas höher stehen als der abschaltdruck des elektrischen druckwächters, damit sich im unge-steuerten hydraulikbetrieb (elektr. druckwächter auf „aus“) nicht drücke weit jenseits der 5-6 bar im system aufbauen. Schaltungsmäßig ist das aber gar kein problem.
Wie ihr unschwer feststellen könnt, habe ich mich mit dem thema auch schon intensiv beschäftigt und im neu zu verlegenden kabelbaum auch schon die leitungen integriert.
Habe auch schon e-kupplung aus einem klimakompressor und einen elektr. druckwächter. Die voraus beschriebene lösung habe ich auch noch nicht realisiert, weil ich die mechanisch wirklich aufwändige bearbeitung in fremde hände geben muss und das länger dauert . Da für mich hydraulik und anhängerbremsanlage noch lange nicht zur debatte stehen, habe ich mich für die zwischenlösung mit kleinem elektrischen kompressor und elektr. druckregler entschieden, da ich die luftsperre am 411.118 sofort benötige. Für besitzer, die nur luft für die sperren benötigen, hydraulik über zapfwelle betreiben oder nicht benötigen, könnte es eine dauerlösung sein.
Ich habe mir bei Aldi einen 12V-kleinstkompressor für die hosentasche geholt, der bis 18bar drücken soll, und an der serienmäßigen flasche des 411 getestet. Nach 20 min war die flasche zu 3,5bar gefüllt und der mini weit mehr als handwarm . Bei 30min roch es nach farbe ---abschalten!!! Und so ist der minikompressor konzipiert: 15 min ein, danach 30min pause! Was will man für 4,99¤ verlangen? Also, ungeeignet für diese flasche mit ca. 18-19 l volumen. Alternative: eine stahlgussflasche eines feuerlöschers mit ca. 2,65 l volumen, weniger als 1/6. Das sollte gehen, denn, wie schon oben beschrieben, braucht die sperre zum schalten nicht viel luft und zum halten bei dichtem system theoretisch keine zusatzluft. Meine vorstellung ist, dass der druck von 5bar in der kleinen flasche weit unter 15-20min erreicht wird, und eine erneute kurze wiedereinschaltung für die ergänzung der betriebs –und leckluft unkritisch ist. Den beweis dafür bin ich aber noch schuldig weil ich die armaturenanpassung der verschiedenen gewinde noch nicht realisiert habe.
Die flasche habe ich bereits von unten hinter dem werkzeugkasten am fahrerhaus wettergeschützt angebracht, der minikompressor soll wegen der nicht filterbaren ansaugluft mit in den werkzeugkasten . Das system ist vom instrumentenbrett ein/ausschaltbar, der kompressor –10 A- wird vom druckschalter über ein relais geschaltet, das bisherige manometer wird zur kontrolle weiterhin mit benutzt..
Übrigens werden bei westfalia wesentlich leistungsfähigere kleinkompressoren für 12V (40-50,-¤) angeboten, die von der baugröße her sicher auch noch gut unterzubringen sind und mehr leistungs-reserven haben. Alles nur eine frage des testens und der finanzen.
Ein tipp, wonach die sperrung der ansaugluft die kompressionsarbeit des kompressors verhindert und somit mit minimalstem aufwand kraft sparen soll, fand in der community offensichtlich nicht nachvollziehbar. Dabei scheint es mir logisch, dass wenn keine luft angesaugt wird, auch keine verdichtet und später nur abgeblasen wird, was auch einer energieeinsparung gleichkommt. Natürlich bleiben noch die reibungsverluste für den trieb, ist aber eine sehr einfache lösung, etwa mit bowdenzug. Macht eine solche lösung sinn?
Habe leider noch keinen funktionsfähigen kompressor an dem ich das austesten könnte.
Das positive oder auch negative ergebnis mit dem minikompressor werde ich hier zu gegebener zeit vorstellen. Übung macht den meister, und wie sagte Otto Lilienthal nach seinem schweren absturz….“ Opfer müssen gebracht werden…“ .
Mit freundlichen Grüßen
Heinz401
Vom fuße der Wartburg