Spuleinrichtung hintere Seilwinde

daskas

New member
04. Aug. 2004
39
0
6
stuttgart/allgäu
hallo,
zur vorgeschichte:
als ich letztens mal wieder etwas holz rücken musste ist mir aufgefallen, dass ich alleine kaum in der lage dazu bin, das 70m seil mehrfachh auszuziehen. leider war es auf grund der geländegegebenheiten nicht möglich, die stämme erst anzuhängen, dann das seil durch vorfahren auszuziehen und anschließend die stämme mit der winde heranzuziehen. ich wiege zwar nicht wirklich viel (70kg) bin aber nicht wirklich schwächlich. auf dauer ist das aber zu kräftezehrend, gerade bergauf.
letztens habe ich dann nach ewigen zeiten das zugmaul montiert. dazu musste ich die spuleinrichtung abbauen. dabei habe ich festgestellt, dass sich die trommel der seilwinde recht leicht dreht.
ursächlich für den hohen abrollwiderstand scheint das "umlenkrad " zu sein. waagerecht verbaut hinter dem seileinlass. man kommt mit den händen schlecht ran, aber es läßt sich kaum drehen.
im werkkstatthandbuch steht, dass an dieser trommel eine lamellenbremse verbaut ist.
frage:
wozu ist diese lamellenbremse an der umlenkrolle??
beim ziehen ist das seil eh unter spannung und beim abrollen ist es eher hinderlich, wenn sich die trommel leichter dreht als die umlenkrolle, da es dann meistens zu einem "seilchaos" auf der trommel kommt.
dazu und wie man die bremse ggf nachstellt schweigt sich der bericht 63-3 des werkstatthandbuches leider aus.
hat jemand ggf weitere unterlagen, die er mir mailen kann?
ist es normal, dass sich die umlenkrolle von hand nur mit sehr großem kraftaufwand drehen läßt?
vielen dank für die antworten
 
Servus,

du bist da nicht schwächlich, wenn du 70 m Seil, i schätze mal auch 10 bis 12 mm stark nicht oft hintereinander ganz ausziehen kannst.

Das ist völlig normal, wenns Gelände steil ist und schlecht, steht man manchmal nach 40 m schon. Dann mußt du zurücklaufen zum Mog und das Seil zuerst mal wieder 20 m aus der Winde rausziehen.

Du musst ja schon mal das Seilgewicht von 70 m rechnen, das sind ja schon mindestens 40 kg, wenn du ein gutes hast.

Es ist einfach so, deswegen sind auch 100 m im Grunde genommen zum ausziehen überflüssig, da sie kein Mensch ziehen kann. Interessant ist das nur, weil man öfters kürzen kann bei 100 m.

Bei Interesse kann ich gerne noch auf weitere Spezialialitäten bezüglich Seilspannung beim Ausziehen etc und Seilwinden allgemein eingehen, ich betreibe das Gewerbe mit 3 tracs professionell im Vollerwerb.

Grüße Michl
 
Hallo daskas,
die waggerechte Umlenkrolle der Spuleinrichtung ist absichtlich so konstruiert, dass sie beim Einziehen des Seils schwer läuft. Damit wird sichergestellt, dass das Seil unter Spannung aufgezogen wird, auch wenn keine Last angehängt ist.
In Abzugsrichtung sollte die Rolle allerdings relativ leichtgängig laufen, eben um ein einfaches Abziehen zu gewährleisten!
Ich würde die waagerechte Umlenkrolle einmal ausbauen und nach der Ursache suchen.
Besitze auch eine DB Heckwinde H 4000 mit Spuleinrichtung und bin mit dieser absolut glücklich!
Michl hat allerdings recht wenn er schreibt, dass in schwierigem Gelände schnell die Kraft ausgeht. Ist aber bei neuen Seilwinden auch nicht anders. Im Notfall einfach einen Helfer mitnehmen.
Grüße,
Joachim
 
hallo,
danke für die antworten. dass ein 12mm seil sein "eigenleben" und eigengewicht hat ist mir klar. ich mache es ja auch immer so, dass ich zurücklaufe und dann wieder direkt an der winde das seil ausziehe. trotzdem schien mir es doch arg schwer zu gehen.
bei mir dreht sich die umlenkrolle in beide richtungen kaum. dass ist wohl die ursache. danke an joagoe für den hinweis, dass es in die eine richtung leicht zu gehen hat. vielleicht sind die lamellen verklebt oder so !? werde das ding mal bei gelegenheit zerlegen.
falls irgendjemand noch eine detailliertere info über die spuleinrichtung als die des werkstatthandbuches hat, wäre ich darüber sehr froh. sonst eben learning by doing.
gruz kaspar