Startpilot bei 406

Hallo zusammen,

noch mal eine Frage zum starten des Motors.

Baut ihr, vor starten des Motors, erst den Öldruck durch
drehenlassen des Motors mit Hilfe des Anlasser auf, oder start ihr den Motor direkt?
Bei Minusgrade erwarte ich Probleme, dass die Batterie
das durchhält.


Gruß

Marco
 
Hallo Marco,

normalerweise erst das anlassen mit dem Anlasser versuchen. Wenn das nicht geht, würde ich (aber auch nur im Notfall) Anschleppen. Ne gute Batterie müsste des ohne Probleme verkraften - andererseits sollte der mit ner guten Batterie auch ohne Anschleppen kommen.
 
Hallo Marco!
In der Betriebsanleitung steht steht meiner Meinung nach zu recht nach langer Stehzeit sollte der Motor solange ohne Gas gestartet werden bis der Öldruck aufgebaut ist.
Ich glaube das ist mit der Originalbatterie, wenn sie nicht mehr ganz neu ist, schlecht möglich. Außerdem befürchte ich der Starter mit Riezel und der Zahnkranz hätten keine sehr lange Lebensdauer.
Ich habe eine andere Lösung gefunden.
Mein Öldruck war bei heißen Motor max. 2,5 bar (mit Manometer gemessen) und nach Kaltstart dauerte es ca. 15 bis 20 sec bis sich Druck aufbaute. Einige selbsternannte Unimogfachleute erklärten mir das sei das kein Problem.
Das ließ mir keine Ruhe, ich kippte das Fahrerhaus, baute den Kühler aus , löste die vorderen Motorlager und hob den Motor stark an. Dann demontierte ich die Ölwanne.
Meine Hauptlager waren an der Unterseite sehr stark abgenützt.(Vom Trockenlauf nach langer Stehzeit).Die Pleuellager waren in Ordnung, habe sie aber gleich mitgewechselt.
Vor der Montage der Ölwanne habe ich noch eine Verschraubung eingeschweisst, um mittels einer kleinen Elektropumpe Öl anzusaugen und nach längerer Stehzeit den stehenden Motor auf Öldruck zu bringen. War nicht sehr viel Aufwand und hat sich seit 14 Jahren gut bewährt.
Der Öldruck ist jetzt bei heißen Motor und Nenndrehzahl 5 bar. (220 000 Km alt)

Viele Grüsse aus Wien
Herbert
 
Bei meinem F220, auch ein Direkteinspritzer ohne Möglichkeit vorzuglühen,
hat es sich bewährt ihm beim Kaltstart mit Hilfe einer Heißluftpistole
warme Ansaugluft zukommen zu lassen. Uns zupp isser da, wo er sich sonst
2 Minuten quälen würde.

Startpilot habe ich hier schon oft genug verteufelt.
Beim Direkteinspritzer ab und zu noch hinnehmbar.
Gemeingefährlich beim Vorkammerdiesel.

Thorsten
 
Hallo Herbert

Eine Frage:

Heißt das Das Du die Lagerschalen bei eingebautem (angehobenen) Motor und Kurbelwelle (eigentlich sollten dann nur die unteren raus und rein gehen) einfach gegen neue getauscht hast???

Gruß

Thomas
 
Hallo Thomas!
Ja, das geht problemlos, die untere Schale entfernt und dann die obere mit einen dünnen Alustreifen rausschieben (wichtig auf die Richtung achten wegen aufgebogener Nase) und die Neue reinschieben. Ich hatte aber alle Lagerböcke ganz wenig gelockert.
 
Hallo Herby,

tolle idee mit der Elektropumpe.
Aber was verstehst du unter einer langen Stehzeit des Motors? 2 Wochen,
4 Wochen oder mehr.

Gruß Markus
 
Hallo Markus!
Im vorliegenden Fall wurde ICH 3-4 Wochen schon als längeren Zeitraum betrachten.
Es ist überhaupt ein Unding bei einem Fahrzeug wie den sonst sehr langlebigen Unimog den Motor oder die Anbauteile(Ölkühler und Ölfilter) so zu konstruieren, dass sie ablaufen. Das ist bei täglichen Einsatz nicht unproblematisch, bei einer Arbeitsmaschine, die wie der Unimog oft Saisonbedingt eingesetzt wird gar nicht zu vertreten.
Aus meiner Lehrzeit (1970) kann ich mich erinnern, dass bei gewissen Mercedes Pkw nach dem Ölwechsel empfohlen, bzw. vorgeschrieben war den dort „Hängenden Ölfilter“ aufzufüllen um Schäden zu vermeiden. Andere Pkw mit „ Stehenden Ölfilter“ haben eine spezielle Gummimembrame um ein auslaufen zu verhindern. Die Verwendung Baugleicher Filter ohne dieser Membrame führte über kurz (bei hohen Drehzahl nach dem Starten) oder lang zu Lagerschäden. Dabei bewegte sich die Öldrucklose Zeit im einstelligen Sekundenbereich.
Jetzt werden manche denken, der OM 352 hält das locker aus, aber es gibt immer wieder Fälle von extrem niedrigen Öldruck oder Lagerschäden die meiner Meinung nach nur auf diesen Umstand zurückzuführen sind. (Mein Motor hatte beim Kauf 218 000 km Zugmaschine Straßenbetrieb das 1. Untermaß der Lagerschalen, Öldruck Nenndrehzahl 2,5 bar - jetzt nach Wechsel der Lagerschalen nahezu 5 bar.)
Es kann jeder selbst kontrollieren wie viele Tage es dauert bis das Öl abgelaufen ist und der Ölstand in der Wanne nicht mehr steigt und wie viele Sekunden es dauert bis sich Öldruck aufbaut. Meinem Gefühl nach ist jede Sekunde eine zuviel.
Auf ein recht langes Motorleben!