U411 OM636 Motorschaden?

tommya8

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22. Sep. 2011
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Hallo zusammen,
ich habe an meinem U411.120 ein größeres Problem mit dem Motor :cry:

Begonnen hat alles vergangenen Samstag.
Bei der Fahrt nach Hause wurde der Motor lauter.
Ca. 3km vor zuhause (ingesammt ca. 12km fahrt) wurde mir das zu heftig, ich habe den Motor abgestellt und mich mit dem Traktor abschleppen lassen.

Zuhause habe ich dann die fehlersuche begonnen.

Als ersten Schritt habe ich die vorderen Keilriemen abgenommen um zu sehen ob es an den über die Riemen angetriebenen Geräten liegt.
Die Lima und die Wasserpumpe lassen sich ganz einfach drehen, es gibt keine Auffälligkeiten.
Die Hydraulikpumpe und der Kompressor lassen sich auch drehen, keine Auffälligkeit.

Der Motor lässt sich am Lüfterrad durchdrehen, beim wackeln am Lüfterrad merkt man ein leichtes Spiel.

Wenn ich den Motor starten will schafft es der Anlasser fast nicht den Motor im Kreis zu drehen.
Ich dachte zuerst an eine schwache Batterie, aber auch mit Starthilfe (von meinem Audi (120A Lichtmaschine)) schafft es der Anlasser nur schwer den Motor durchzudrehen (hatte den + auch direkt am Anlasser).

Der Anlasser dreht gefühlt eine halbe bis dreiviertel Umdrehung , dann wird er stark gebremst, dreht aber weiter, dann das ganze von vorne.

Als nächste Schritte plane ich:
1. Kontrolle der Kupplung (ob da alles so ist wie es sein soll, diese auch sauber trennt)
2. Kontrolle der Ventile (Federn auf Spannung, alle vorhanden, usw.)
3. Kontrolle der Glühkerzen (habe vor ca. 2 Monaten auf Schnellglühkerzen umgebaut)
4. Drehen des Motores am Lüfterrad (ohne Glühkerzen) um besser festzustellen ob da was nicht passt.
5. ???

Was empfehlt ihr, wie würdet ihr weiter vorgehen?

Sind die Punke 1-4 sinnvoll, bzw so in der richtigen Reihenfolge?

Ich mach morgen mal eine Soundaufnahem, evtl. hilft das Geräusch bei der Ferndiagnose...

Gibt es jemand in der Region (73312 Geislingen, Kreis Göppingen) der mich bei der Ursachenforschung unterstützen könnte?

Im Moment steht der Unimog bei mir zuhause, da sind die Schraubermöglichkeiten eher begrenzt,
ich muss den dann kommendes WE (durch nen Deutz 6.31 :fluch ) in meine Halle schleppen lassen.

Gilt das für meinen 411 auch?
Beim abschleppen max 40 Km/h, 2 Gang und vorwärts / rückwärts in mittelstellung?
Hatte das am Samstag auch probiert, das hat aber nicht wirklich funktioniert, das hätte Karies gegeben :-/.
Habe dann den Hebel nach unten (vorwärts) und den Ganghebel in Mittelstellung (waren nur 3km mit max. 20 Km/h).

Hoffe mit eurer Hilfe dem Fehler auf die Spur zu kommen! :danke

Hoffnungsvolle Grüße
Thomas

Ach ja, ich habe den Unimog vor ca. 3 Jahren gekauft, laut Aussage des Verkäufers wurde der Motor vor ca. 400 Stunden überholt. Bei mir bekommt er pro Jahr ca. 100-150 Stunden (nur leichte Arbeit, also fahren und mal vor dem Spalter / der Säge).
 
Hallo Thomas,

Erst mal mein Beileid, das hört sich nicht gut an. Bin kein absoluter Fachmann und kann dir daher nur ein paar einfache Tipps geben:

Mach erst mal den Ventildeckel auf und die Kerzen raus. Schaue ob das Ventilspiel passt und auch ob die Ventile ganz zurückgehen. Es soll schon vorgekommen sein, dass Ventile hängen geblieben sind und dann den Kolben geküsst haben. Drehe den Motor ohne Kerzen von Hand durch und beschreibe. Hat er an gewissen Stellen den beschriebenen Wiederstand immer noch oder nicht mehr? Hat er den Wiederstand jede Umdrehung oder nur jede zweite Umdrehung (Kurbelwelle oder Ventiltrieb)? Wenn du die Möglichkeit hast, mache einen Kompressions- oder Drucklufttest.

Kupplung kannst auf zwei Wege prüfen: 6. Gang einlegen, jemand reinsetzen der die Kupplung durchtritt und versuchen ob du ihn schieben kannst. Oder 1. Gang rein, Bremse lösen, Kupplung treten und orgeln. Wenn er dann nicht losfahren will, sollte alles passen. Wobei ich nicht glaube, dass es die Kupplung ist. Denn dann müsste er ohne eingelegten Gang gut anspringen und keine Probleme haben sowie wenn er läuft Probleme beim Schalten/ Gang einlegen machen...

Andere Frage: Wenn er jetzt läuft, raucht er extrem oder nicht auf allen Zylindern,....?

Viele Grüße aus Shanghai,
Matthias
 
Nachtrag:

Lasse das Motoröl ab und filtere es. Des weiteren mach den Ölfilter auf und schau mal ob sich das etwas rumtreibt was da nicht hingehört. Wenn deine schlimmsten Befürchtungen war werden, dann findest Im Öl Metall als Pulver oder Span.
 
beim wackeln am Lüfterrad merkt man ein leichtes Spiel.

Moin Thomas,

etwas axiales Spiel muss sein, doch wenn es sich um radiales Spiel handelt, ist es ein Lagerschaden.


Wenn ich den Motor starten will schafft es der Anlasser fast nicht den Motor im Kreis zu drehen.


War der Motor noch warm, oder schon kalt?


Wenn die Glühkerzen entfernt sind, sollte sich der Motor ohne Widerstand drehen lassen.
 
Servus Thomas,

vllt. hat es dir die Kopfdichtung zerschossen und nach dem Abstellen ist ein oder mehr Zylinder voll Wasser/Öl gelaufen. Das würde z.B. erklären warum der Anlasser das Teil nicht durchgedreht bekommt. ich habe einen Stapler-Motor stehen mit gebrochener Kurbelwelle - eben wegen eines solchen Problems.

Dreh mal die Kerzen raus und versuche es nochmal, wenn dann aus den Bohrungen allerhand Dreck kommt, dann weißt du was Sache ist.

Was übrigens meintest du mit lauter geworden? Metallisch? Verbrennungsgeräusch? Dumpfes Klopfen?

Kannst du dich noch an Öldruck / Temperatur vor dem Abstellen erinnern? War da was auffällig?

Grüße aus dem Allgäu

Jochen
 
Hallo Thomas,

Hier hätten wir schon mal ein Problem:
Beim abschleppen max 40 Km/h, 2 Gang und vorwärts / rückwärts in mittelstellung?
Hatte das am Samstag auch probiert, das hat aber nicht wirklich funktioniert, das hätte Karies gegeben :-/.

Wenn der Hauptschalthebel in der kleinen Gruppe ist (2.Gang) muss die Mittelstellung des Fahrtrichtungsschalthebel ohne Karies möglich sein.
Wie hast Du versucht, hier die Gänge ein zu legen? Bei laufendem Motor?

Wie hast Du den Versuch, Motor mit Anlasser drehen gemacht. Kupplung getreten oder nicht und wie war das dabei Getriebe eingestellt?

Zunächst würde ich keine weiteren Versuche den Motor mit dem Anlasser zu drehen mehr unternehmen.
Das erste wäre wirklich das trennen der Kupplung zu prüfen und sicher zu stellen.
Danach den Motor von Hand bei heraus geschraubten Glühkerzen, also ohne Kompression, drehen und auf Freigängigkeit prüfen.

Die Kupplung kannst Du prüfen, wenn Du die Bodenbleche über der Kupplungsglocke entfernst. Dann den kleinen Wartungsdeckel auf der Kupplungsglocke öffnest und mit der Hand die Getriebeeingangswelle bei stehendem Motor, getretener Kupplung und Getriebe im Leerlauf drehst. Dies muss sehr leichtgängig und vor allem völlig gleichmäßig gehen.
 
Drehen des Motores am Lüfterrad (ohne Glühkerzen) um besser festzustellen ob da was nicht passt.

Wenn die Glühkerzen entfernt sind, sollte sich der Motor ohne Widerstand drehen lassen.

Danach den Motor von Hand bei heraus geschraubten Glühkerzen, also ohne Kompression, drehen und auf Freigängigkeit prüfen.

Moin Thomas,

wenn der Motor einen Kolbenklemmer/Kolbenfresser hatte, kann es durchaus sein, dass er sich im kalten Zustand

ohne Widerstand drehen lässt!
 
Hallo und erst mal Danke für eure Tipps,
der Motor wurde lauter, das war ein klopfendes Geräusch.

Öldruck und Temperatur waren normal, keine Änderung zum Normalzustand.

Ich habe an die Kupplung gedacht weil ich vor länegrer Zeit mit der Probleme hatte
(die Kupplung hat nicht eingekuppelt, ausrücken ging über Pedalkraft, aurücken war nicht möglich).

Ich werde heute Abend weiter machen (wie oben beschrieben + eure Tipps abarbeiten),
dann schreib ich wieder den aktuellen Stand.

Danke und Gruß
Thomas
 
Reiner,

das deckt sich nicht mit dem normalen Öldruck.

Ich tippe auf Kolbenklemmer.

Wann war der letzte Ölwechsel? :(
 
Moin Michael,

das deckt sich nicht mit dem "Klopfen" (Ich setze ein "6V Röhrengerät"!!!) :lol:

Wobei das Eine das Andere nicht ausschließt!
 
Moin Michael,

wir wissen zu wenig, um etwas aus zu schließen.

Allein die Aussage "Öldruck war normal" allein, ist für mich nicht verwertbar.

Auch meine Frage nach dem "Spiel" wurde noch nicht beantwortet.

Somit ist für mich noch "Alles" möglich. Auch in Kombination.

Lass Thomas erstmal andere Fragen klären.
 
Hallo zusammen,
ich konnte gestern Abend nicht viel machen.
Bei fast 10 cm Neuschnee und -3,5 Grad war das schrauben auf der Straße nicht besonders angenehm.

Ich habe die Glühkerzen rausgemacht.
Alle 4 sind in Ordnung, es ist kein Stück abgebrochen oder so.

Der Motor lässt sich am Lüfterrad leicht durchdrehen.
Beim durchdrehen hört mann an einer stelle ein schabendes Geräusch,
soweit ich das lokalisieren konnte vorne am ersten Zyliner (der in Fahrtrichtung ganz vorne).

Da ich mir nicht sicher bin ob das nicht nur die Luft ist die durch das Glühkerzenloch entweicht (oder durch die Drosselklappe angesaugt wird) habe ich einen befreundeten LKW Mechaniker gebeten vorbei zu kommen und mich bei der Fehlersuche zu unterstützen.
Der hat durch seine Tätigkeit im stätischen Bauhof oft mit älteren Motoren und Maschinen zu tun.
Geplant ist, dass er am Freitag Nachmittag / Abend vorbei kommt. Hoffentlich kommen wir da weiter...

Morgen Abend schau ich (wenn es das Wetter zulässt) noch nach der Kupplung.
Am Wochenende wird der Mog in die Halle geschleppt (ca. 8km), da habe ich dann bessere Möglichkeiten und bin nicht Wind und Wetter ausgeliefert.

Ich bedanke mich schon jetzt für eure Unterstützung bei der Fehlersuche :danke

Sobald es neues gibt melde ich mich wieder.

Gruß
Thomas
Thomas
 
Servus zusammen,

klopfen kann auch eine defekte Vorkammer und/oder Düse herbeiführen. Nicht ideale Gemischbildung führt bei Zündung zu klopfenden Geräuschen.

Aber was anderes, Thomas, du schreibst der Anlasser schafft es nicht den Motor durchzudrehen, aber mit der Hand am Lüfterrad und ohne Kerzen geht das leicht?
Ob der Anlasser ggf. ne Weile mitgelaufen ist, dabei die Geräusche erzeugt hat und nun übern Jordan ist?

Grüße aus dem Allgäu

Jochen
 
""...der Motor wurde lauter, das war ein klopfendes Geräusch.""


Das habe ich am 401 er auch gehabt.
Nach dem Einspritzdüsenwechsel ca. 20km gefahren und dann hat es auf einmal n Schlag zu hören gegeben.

Ein Unimog Spezl aus Nürnberger Gegend hat mich dann darauf hingewiesen, dass vllt. Luft in der
Einspritzleitung ist. (ohne dass er da schon vom Düsenwechsel wusste)

Ich hab dann die 4 Einspritzleitungen an der Einspritzpumpe nochmal manuell entlüftet.
(Vorgehensweise steht im Werkstatthandbuch)
Und eine Düse hat tatsächlich nicht richtig abgespritzt. (merkst du über den Widerstand beim entlüften)
Diese eine dann rausgeschraubt und beim Schrauber Spezl am ESD-Gerät (genaue Bezeichnung nicht geläufig)
abgedrückt. Ergebnis, die Düse hat bei ca. 30Bar, statt der eingestellten 115Bar abgespritzt,
Grund: gelöster Rostkrümel o. Ä. hat sich in der Düse abgesetzt.
Auseinander gebaut, gereinigt und hatte wieder 115Bar.

Jetzt läuft der Motor wieder gut.


Vllt. ist ja bei dir auch, warum auch immer, Luft im System.

Viel Erfolg bei der weiteren Fehlersuche.
MFG Role
 
Hallo zusammen,
nach einer winterlichen Schrauberaktion mit meinem Kumpel haben wir jetzt die Vermutung (Hoffnung?) dass es "nur" am Anlasser liegt.
Nach dem starten (ohne Lima, Wasserpumpe udn Hydraulik) läuft der Motor ca. 10-15 sekunden normal,
dann setzt das laute kreischende Geräusch ein.
Nach einem neuen Start das selbe.

Die Vermutung ist, dass der Anlasser nicht richtig ausrückt, bzw der Freilauf nicht richtig funktioniert.

Es ist echt schwierig die Geräuschquelle zu lokalisieren,
durch das Metall überträgt sich das Geräusch auf den ganzen Motor.

Heute Nachmittag wird der Mog in die Halle geschleppt, dann bau ich den Anlasser aus (bei der Westfalia Hütte müssen da einige Bleche weg..).

Ich werde das dann zuerst mit einem gebrauchten Anlasser testen.
Passen alle Anlasser vom OM636?
Ich habe gelesen dass der Anlasser vom Ponton nicht passt. Stimmt das?

Falls jemand noch einen gebrauchten Anlasser hat den er loswerden möchte bitte kurze Info 8) .

Hoffnungsvolle Grüße
Thomas
 
Hallo!

Ich denke nicht das hier der Anlasser Schuld ist, normalerweise wenn er probleme mit dem "einrücken" hat dann fährt der direkt nach dem der motor läuft über die Zähne und das Geräusch müsste ab diesem Zeitpunkt da sein, das dieser dann erst nach deiner beschriebernen Zeit von allein einkuppeln möchte halte ich für sehr unwahrscheinich.

Eine viel zu früh öffnende Düse könnte sehr wohl ein Klopfen verursachen, hast du das gefühl das er noch auf allen Zylindern gelaufen ist?
Als du die Glühkerzen ausgebaut hattest war der Motor aber schon leicht durchzudrehen?

LG
 
Hallo,
leider komme ich im Moment fast nicht dazu am Unimog weiter zu machen.

Aber gestern konnte ich den Fehler weiter eingrenzen :? .

Der Motor läuft mit dem neuen Anlasser deutlich besser an,
das Geräusch ist aber immer noch vorhanden.

Wenn ich die Einspritzleitung am vorderen (der direkt am Kühler) Zylinder löse ist das Geräusch fast weg, bzw. nicht mehr zu hören.
Mache ich diesen versuch bei den anderen Zylindern ändert sich an dem Geräusch nichts.

Somit weis ich jetzt dass an diesem Zylinder was im argen ist.

Als nächsten Schritt plane ich die Einspritzdüse mit einer von einem anderen Zylinder zu tauschen.
Wandert der Fehler mit liegts an der Einspritzdüse (die sind ca. 1 jahr alt),
wenn nicht geht die Suche weiter.

Dann kann es meiner Ansicht nach an den Ventilen, der Nochenwellenlager oder der Kurbelwellenlagerung liegen.
Einen Kolbenfresser glaube ich eher nicht, sicher aussschließen kann ich das aber natürlich noch nicht.

Habt ihr weitere Ideen?
Ist der Ansatz die Düsen zu tauschen der richtige?

Grüße und einen schönen Tag!
Thomas
 
Wenn ich die Einspritzleitung am vorderen (der direkt am Kühler) Zylinder löse ist das Geräusch fast weg, bzw. nicht mehr zu hören.

Moin Thomas,

wenn Du es nicht mehr hörst, woher weißt Du dann, dass es nur "fast weg" ist? :)


Düsen tauschen kann nicht verkehrt sein.

(Der Vordere Zyl. ist übrigens der 1. Zyl.)