U421 Rauch aus Armaturenbrett beim Vorglühen; Neuverkabelung

Karl_Bauer

New member
28. Aug. 2002
1.132
0
36
Zdravstvuite!

Zunächst möchte ich mich bei Martin Gläaser für seinen Antwort auf meine Frage nach dem Kühlwasservorwärmer bedanken. Spasibo!

Inzwischen hat es bei uns nach 10 Wochen endlich einmal geregnet, die ganze Riesenstadt stinkt nach Rauch von den brennenden Torflagern rings um die Stadt, keinFlugzeug konnte gestern durch die Smogglocke hindurchstoßen. Aber bei morgendlicher Frische von 4 Grad ist der OM 615 nicht ohne längeres Vorglühen anzuwerfen. Der russischen 160 Ah-Batterie macht es natürlich noch nichts aus.


Leichter Rauch bei längerem Vorglühen

Mein Problemchen: Bei längerem Vorglühen (gut eine Minute) steigt aus dem Armatruenbrett hinter dem Kombimessinstrument ein wenig Rauch auf. Es sieht nach Kurzschluß aus. Habe Vassili gebeten, beim nächsten Vorglühen alles abzuschrauben und zu beobachten, wo es genau raucht. Ich sehe den Unimog erst in 14 Tagen wieder.

Meine Frage: Ist diese Vorgehensweise richtig? Oder kann es sein, daß gar kein Kurzschluß an der Stelle ist, wo es raucht, sondern irgendwo anders im System etwas mit den Glühkerzen nicht in Ordnung ist. Man muß zum Beispiel gut aufpassen, daß der Zughebel STOP (- bei diesem Motor ist laut Vorbesitzer nicht am Handgas eine AUS-Stellung möglich gewesen, deshalb wurde ein extra Zughebel durch die Motorabdeckung vor dem Gangschalthebel angebracht -) bei heruntergenommener Motorabdeckung nicht auf die hinterste Glühkerze fällt. denn dann gibt es einen Kurzschluß. Dieser Fall ist beim Vorglühen bei geschlossener Abdeckung ausgeschlossen.


Neuverkabelung

Jetzt noch eine Frage zur Neuverkabelung. Habe mich entschlossen, bei der bevorstehenden Generalüberholung alle Kabel neu zu verlegen. Wer hat das schon mal gemacht und dabei vielleicht eine Kabelstückliste zusammengestellt, die ich so in etwa übernehmen könnte?

Da meinr OM 615 ein PKW-Diesel mit 54 PS/ bei 4.200 U/min ist und deshalbeiniges vom Originalzustand abweicht, wäre es auch noch wichtig, von einem erfahrerenen Verkabler zu lernen, was man sonst so noch beachten sollte, z.B. bei der Kabelführung, Schutz vor besonders starker Reibung während der Geländefahrt; nützliche Steckverbindungen für die Reparatur, welche 1967 noch nicht bei der Fertigung vorgesehen waren.

Ich überlege mir, ob ich nicht wegen einiger Freilufveranstaltungen imS ommer, wo wir mit dem Unimog einiges in den Wald karren und dort betreiben müssen, eine 7- und eine 13-polige Steckdose heraus führen soll, um eine zweite externe Batterie laden zu können. Aus früheren Beiträgen im Forum habe ich entnommen, daß man den Ladesstrom entweder, wie es bei der Unimog-Battterie ist, über die Erregener-Klemmen abnehmen kann, oder aber über eine Sperrdiode direkt aus dem allgemeinen Bordnetz. Wer kann mir da seine Erfahrungen mitteilen? Falls Diode, dann interessierte mich auch noch das Fabrikat, bzw. die technische Charakterisitk und die genaue Einbaustelle.

Kann mir jemand auch noch verraten, wie man am geschicktesten Kabelenden verlötet: Lötkolbenleistung, Art der Spitze, Stärke des Lötzinns, Beigaben wie Lötzinn, Kolifonium etc. Hatte 35 Jahre keinen Lötkolben in der Hand gehabt und mußte neulich feststellen, daß ich das Zinn nicht in ästetischer Form auf die abisolierten Kabelstellen bekomme.

Herzlichen Danke für Eure Antworten!

Aus dem verrregneten Moskau grüßt Karl
 
Zdravstvuite!

Zunächst möchte ich mich bei Martin Gläaser für seinen Antwort auf meine Frage nach dem Kühlwasservorwärmer bedanken. Spasibo!

Inzwischen hat es bei uns nach 10 Wochen endlich einmal geregnet, die ganze Riesenstadt stinkt nach Rauch von den brennenden Torflagern rings um die Stadt, keinFlugzeug konnte gestern durch die Smogglocke hindurchstoßen. Aber bei morgendlicher Frische von 4 Grad ist der OM 615 nicht ohne längeres Vorglühen anzuwerfen. Der russischen 160 Ah-Batterie macht es natürlich noch nichts aus.


Leichter Rauch bei längerem Vorglühen

Mein Problemchen: Bei längerem Vorglühen (gut eine Minute) steigt aus dem Armatruenbrett hinter dem Kombimessinstrument ein wenig Rauch auf. Es sieht nach Kurzschluß aus. Habe Vassili gebeten, beim nächsten Vorglühen alles abzuschrauben und zu beobachten, wo es genau raucht. Ich sehe den Unimog erst in 14 Tagen wieder.

Meine Frage: Ist diese Vorgehensweise richtig? Oder kann es sein, daß gar kein Kurzschluß an der Stelle ist, wo es raucht, sondern irgendwo anders im System etwas mit den Glühkerzen nicht in Ordnung ist. Man muß zum Beispiel gut aufpassen, daß der Zughebel STOP (- bei diesem Motor ist laut Vorbesitzer nicht am Handgas eine AUS-Stellung möglich gewesen, deshalb wurde ein extra Zughebel durch die Motorabdeckung vor dem Gangschalthebel angebracht -) bei heruntergenommener Motorabdeckung nicht auf die hinterste Glühkerze fällt. denn dann gibt es einen Kurzschluß. Dieser Fall ist beim Vorglühen bei geschlossener Abdeckung ausgeschlossen.


Neuverkabelung

Jetzt noch eine Frage zur Neuverkabelung. Habe mich entschlossen, bei der bevorstehenden Generalüberholung alle Kabel neu zu verlegen. Wer hat das schon mal gemacht und dabei vielleicht eine Kabelstückliste zusammengestellt, die ich so in etwa übernehmen könnte?

Da meinr OM 615 ein PKW-Diesel mit 54 PS/ bei 4.200 U/min ist und deshalbeiniges vom Originalzustand abweicht, wäre es auch noch wichtig, von einem erfahrerenen Verkabler zu lernen, was man sonst so noch beachten sollte, z.B. bei der Kabelführung, Schutz vor besonders starker Reibung während der Geländefahrt; nützliche Steckverbindungen für die Reparatur, welche 1967 noch nicht bei der Fertigung vorgesehen waren.

Ich überlege mir, ob ich nicht wegen einiger Freilufveranstaltungen imS ommer, wo wir mit dem Unimog einiges in den Wald karren und dort betreiben müssen, eine 7- und eine 13-polige Steckdose heraus führen soll, um eine zweite externe Batterie laden zu können. Aus früheren Beiträgen im Forum habe ich entnommen, daß man den Ladesstrom entweder, wie es bei der Unimog-Battterie ist, über die Erregener-Klemmen abnehmen kann, oder aber über eine Sperrdiode direkt aus dem allgemeinen Bordnetz. Wer kann mir da seine Erfahrungen mitteilen? Falls Diode, dann interessierte mich auch noch das Fabrikat, bzw. die technische Charakterisitk und die genaue Einbaustelle.

Kann mir jemand auch noch verraten, wie man am geschicktesten Kabelenden verlötet: Lötkolbenleistung, Art der Spitze, Stärke des Lötzinns, Beigaben wie Lötzinn, Kolifonium etc. Hatte 35 Jahre keinen Lötkolben in der Hand gehabt und mußte neulich feststellen, daß ich das Zinn nicht in ästetischer Form auf die abisolierten Kabelstellen bekomme.

Herzlichen Danke für Eure Antworten!

Aus dem verrregneten Moskau grüßt Karl
 
Moin Karl,

Rauch aus dem Armaturenbrett bedeutet nie was gutes, von daher würde ich der Ursache so schnell wie möglich auf den Grund gehen, aus einem Kabelbrand wird schnell ein Totalverlust des Fahrzeugs.

Meine Vermutungen zu den Rauchzeichen, die ich ähnlich in alten Hanomag-Lkw und Mercedes G auch schon erlebt habe:

Die Vorglühanlage zieht ne Menge Strom. Wenn nun z.B. eine Verbindung zwischen Vorglüh-Schalter und der Verkabelung angegammelt oder losgerüttelt ist (oder mal war und einfach nur festgezogen wurde, ohne die Kontaktflächen zu reinigen) kann sich dort ein Übergangswiderstand bilden, der zu einer starken Erhitzung führt, wenn ein grösserer Strom durchfliesst.

Das gleiche Phänomen tritt auch bei alten Schaltern für das Fahrlicht auf, wenn diese den Strom für die Scheinwerfer direkt schalten müssen und nicht nur ein Relais ansteuern. Ich hab schon Schalter gesehen, da waren die überhitzten Leitungsanschlüsse richtig aus dem Schaltergehäuse rausgeschmolzen.

Eine weitere Rauchquelle sind natürlich überlastete Kabel, d.h. es fliesst zuviel Strom durch die Leitung. Das kann wiederum zwei Ursachen haben: a) das Kabel wurde mal geflickt/ersetzt und hat nicht den vorgeschriebenen Leitungsquerschnitt oder b) die Vorglühanlage zieht zuviel Strom (weil z.B. eine Glühkerze defekt ist).

Siehe dazu auch:

Fehlersuche bei Glühkerzen:
http://home.arcor.de/joerg_kerzendorf/martin/vorglueh.htm

Leitungsquerschnitte im Kfz:
http://www.elektron-bbs.de/verkehr/leitung.htm


Noch was zum Thema Löten. Im Conrad-Katalog war früher mal so ein Löt-Tipp drin ;) Man nehme einen Meter versilberten Kupferdraht, schneide ihn in 24 gleich lange Teile a 4cm und Löte daraus einen \"Gitterwürfel\". Wenn das geklappt hat, dann ist man wieder drin in der Löterei.

Als Lötkolben würde ich eine geregelte Lötstation mit einem 80-Watt-Lötkolben nehmen. Ein schwächerer macht wenig Sinn, da bei den dicken Leitungen im Kfz-Bereich die Wärme schnell abfliesst und so das Lötzinn am Kupfer nur \"anfriert\" und keine innige Verbindung produziert. Die Spitze sollte eine vom Typ \"Bleistift\" sein, nicht meisselförmig. Notfalls tut es auch ein normaler Lötkolben. In meinem bisherigen Elektronikerleben sind mir allerdings schon zwei (Marken-)Lötkolben \"durchgeschlagen\", d.h. das Heizelement verursachte einen Kurzschluss zum Metallrohr des Kolbens und die Sicherung flog raus. Von daher ist mir eine Lötstation, die mit Niederspannung arbeitet 1000x lieber.

Andererseits würde ich im Kfz-Bereich möglichst nichts löten. Korrekt gecrimpte (gequetschte) Verbindungen sind zuverlässiger. Das geht aber nicht mit der Billig-Zange aus dem Baumarkt, sondern man sollte eine Profi-Zange mit Auslösesperre nehmen.
Auf keinen Fall Leitungsenden verzinnen, die in Schraubklemmen/Lüsterklemmen kommen. (In der Haus-Installation ist das sogar verboten.) In der Schraubklemme wirkt das Lötzinn wie ein Schmierstoff und erleichtert das Herausrutschen der Leitung aus der Klemme. Ausserdem oxidiert die Verzinnung recht schnell.

Wenn schon elektrische Leitungen löten, dann nur mit Elektronik-Lötzinn oder \"Radio-Lot\". Niemals mit Lötwasser oder ähnlichem nachhelfen, sonst ist die korrodierte Kontaktstelle gleich vorprogrammiert. Das Elektronik-Lötzinn enthält bereits eine Flussmittel-Seele, also ist auch Kolophonium oder \"Löthonig\" und ähnliches aus dem Dampfradio-Zeitalter unnötig.


In diesem Sinne


Tom
U1300L

[Editiert am 18/9/2002 von ThomasDeuble]
 
Leitungsenden würde ich überhaupt nicht verzinnen. Quetschhülsen sind wohl optimal. Wenn schon verzinnen, dann nur bis ca 1mm vor die Isolierung. Beim Weltraum-Löten wirds so vorgeschrieben, hatte da einmal einen Kurs.

Gruß Christian
 
UiUiUi Karl, du bringst immer solche Mega-Anfragen daher.
Das sind ja eigentlich schon 3 Beiträge:
*1* Neuverkabelung
*2* Vorglühen
*3* Löten/Klemmen
-------------------------

*1* Neuverkabelung
Es gibt in D\'land Firmen, die Oldtimer-Verkabelungen anbieten, fertige Kabelbäume etc. Die sagen, sie hätten für \'jeden\' Wagen die Kabelpläne da. ?.
Wenn du Anschriften/Tel. haben willst, mail mich bitte an. Ist aber sicher sehr teuer.
Selbermachen ist möglich, da der Mog relativ simpel verkabelt ist.
Haupt-Kabelstränge sind
- Rückfront (Beleuchtung, Hänger)
- Armaturenbrett (Anzeigen, Schalter)
- Sicherungskasten
Über Querschnitte hast du ja schon einen schönen Link bekommen, 3 Groessen sind in der Regel ausreichend:
0.75 qmm für alle Steuerungen
1,5 qmm für alle Versorgungsleitungen
6,0 qmm für alle Batterie-Zuleitungen.
Plus- und Masse-Leitung von der Batterie zum Anlasser und zum Rahmen sind dann noch je 25 qmm oder grösser. Hier haben sich Cu-geflochtene Dick-Litzen vom Elektroschweiss-Zubehör bewährt.

Generell ist aber eine General-Sanierung der Leitungen NICHT* notwendig, ausser
- die Isolierungen sind poroes und bruechig
- die Kabel sind durchgescheuert oder verschmort
- du hast aesthetische Gründe, z.B. nicht DIN-Farbcode-gerechte Kabel ;-)

*2* Vorglühen
Ja, sofort kontrollieren was da schmort. !!
Handwarme Kabel sind OK, aber wenn sie sich HEISS anfühlen (>50 grdC) ist Gefahr da!
Prüfe zuerst die Leitungen zu den Vorglüh-Kerzen durch Anfassen,
dann die Leitung zum Zündschloss bzw. Starterknopf,
dann das dicke Kabel zum Anlasser.
Das sind die, die als erste beim Anlassen abbrennen können.

*3* Löten/Klemmen
Im PKW/LKW immer klemmen, nie löten!
Gründe hast du schon gehört bei Thomas Deubel (Gute Links, Thomas! Danke)

Gruss -Martin.Glaeser-
aus www.Erlangen.de


P.S. Bist du sicher, dass das mit dem Rauch beim Vorglühen nicht von den Torf- und Waldbränden rund um Moskau kommt. ;-)
Wir hörten in den Nachrichten davon und waren beunruhigt. Aber da es nun geregnet hat, darf ich wieder ein Witzchen drüber machen.