Unimog 401 - Leistungsdelle bei 40 km/h

Yorck

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21. Feb. 2024
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Hallo zusammen. Ich fahre einen Unimog 401 mit alten Achsen und nicht synchronisiertem Getriebe dem nachgerüsteten drei Wege Thermostat und umgebaut auf einen modernen Ölfilter.

Nachdem ich letztes Jahr die Zylinderkopfdichtung und die Glühkerzen getauscht habe, startet der MOG egal ob warm oder kalt immer sofort ohne orgeln. Beim Starten gibt es die ersten 30 Sekunden Dieselqualm aus dem Auspuff. Sobald der Motor warm ist, kommt nichts mehr und der Motor läuft ganz ruhig.

Beim Fahren nimmt er in allen Gängen gut das Gas an. Selbst im 6 Gang kann ich bei unter 20 km/h Gas geben und er beschleunigt, ohne dass es sich anfühlt, als ob ein Kängeruh im Tank ist.

Beim Fahren (auch diese Woche bei 36 Grad) geht die Temperatur nicht über 80-85 Grad. Der Öldruck ist beim Start bei 6-7 Bar und wenn der Motor maximal warm gefahren ist, geht der Öldruck auf 1.5-1.8 Bar runter (ich weiß ist nicht perfekt aber noch ok).

Jetzt zu meinem Problem: Manchmal bleibt der Motor gefühlt bei 40 km/h hängen und nimmt dann das Gas nicht gut an. Wenn man dann Gas gibt, hört es sich etwas klopfend an.

Sobald es dann gelingt, den Motor auf über 42 kmh zu bringen (ist wirklich nur in dem schmalen Geschwindigkeitsbereich) hört das Klopfen sofort auf und der MOG beschleunigt problemlos bis über 60 km/h, wobei ich in der Regel nicht schneller als 55 km/h fahre. Wenn ich beim Fahren etwas am Hebel der Kraftstoffpumpe spiele (leichtes rein Drücken aber noch nicht so viel, dass er qualmt) oder ganz langsam Gas gebe, geht er besser höher in der Geschwindigkeit und fährt ganz ruhig.

Kraftstofffilter habe ich letztes Jahr getauscht. Hat jemand eine Idee, was es sein kann? Kann es ein verstelltes Ventilspiel sein? Da der Motor davon abgesehen sehr gut läuft, würde ich nicht unnötig ich mal mit einer großen Zerlege-Aktion starten.

Vielen Dank für Eure Tips.

Yorck aus Düsseldorf
 
Hallo Yorck,
Mit Ventilspiel hat das wahrscheinlich nichts zu tun. Eher mit der Einspritzpumpen-Regelung. Fliehkraftregler oder Unterdruckregler? Bei letzterem könnte der Klappenstutzen ausgeleiert sein. Alle Gestänge spielfrei?
Grüße Markus
 
Ich habe einen Unterdruckregler mit dem dünnen Röhrchen, welches vom Ansaugstutzen in die Steuerung der Pumpe geht.

Meinst Du mit Kappenstutzen die Ledermembran?
 
Hallo,

Klappenstutzen ist im Ansaugtrakt, von da geht die Unterdruckleitung zur ESP. die Ledermembran im dem Regler der ESP. Wenn die Membran kaputt wäre, wurde es den Regelweg in Richtung Vollgas verschieben.

Das liegt möglicherweise an der Topographie, bzw. Steigung der Straße. Es gibt leichte Steigungen, die mag der OM 636 im UNIMOG gar nicht, bei stärkeren geht er dann wieder besser.
 
Komischerweise ist es so, dass wenn ich den 5 Gang weit ausfahre (bis fast 40 km/h), dann der 6 Gang in der Regel immer gut durch zieht. Wenn ich früh in den 6 Gang schalte (so bei etwas über 30 km/h) kommt die Delle in der Leistung.

VG Yorck

PS: Heute bei 40 Grad habe ich im eigenen Interesse von einer Testfahrt abgesehen. Dem MOG hätte es wahrscheinlich nichts ausgemacht.
 
Hallo Yorck,
ich glaube das ist normal bei der Leistungsentfaltung des OM636. Bei mir ist das ähnlich, außer mit dem Hängen bei 40. 5ten Gang bis 40 und dann 6ten bis 53-55km/h. Wenn man den 6ten zu früh nimmt, fehlt einfach das Drehmoment bzw. der Sprung ist zu groß. Davon ab darf da auch keine Steigung sein und alles muss warm sein. Der Motor zeigt Dir ne Steigung schon an, da hat man die noch nichtmal wahrgenommen :-) Öldruck ist bei mir vergleichbar, Betriebsstunden weiß ich nicht.
Gruß
Daniel
 
Hallo
der OM636 hat üblicherweise keinen Spritzversteller. Der Förderbeginn ist ein Kompromiss geschätzt zwischen niedrigster Drehzahl und Höchstdrehzahl. Tatsächlich stimmt der aber nur bei einer ganz konreten Drehzahl. Wenn man zu früh hochschaltet, dreht der Motor extrem niedrig, die Zeit bis OT ist dann besonders lang. Der Verbrennungsablauf ist immer gleich schnell. Dazu kommen noch Parameter wie Ventilsteuerzeiten (Ventilspiel) Motorzustand (Kompression) Einspritzdüsen (Öffnungsdruck und Spritzbild) Einspritzpumpe (Gleichmenge Gleichförderung, tatsächlicher Einspritzdruck) Wenn der größte Teil schon vor OT abgebrannt wird oder nicht vollständig (nach OT) abbrennt, bremst der Kolben eher als er nach OT beschleunigt.
Aus dem Grund hatten die leistungstärkeren Versionen für PKW und Großraumtransporter einen Spritzversteller.
 
Hallo
so wie ich das lese, wird hier ein anderes Problem beschrieben.
 
Hallo zusammen. Danke schon mal für die Rückmeldungen. Ich beschreibe noch mal genau, was mein "Problem" ist.

Wenn ich auf ebener Strecke fahre braucht der MOG um 6 Gang ca. 10-15 Sekunden von 30 bis 40 km/h. Dann braucht er manchmal bis zu 90 Sekunden, um von 40 auf 43 km/h zu kommen (manchmal auch nur 5-10 Sekunden, dann ist alles super). Wenn dann die 43 km/h erreicht sind, geht gefühlt der Turbo an und er beschleunigt innerhalb von maximal 15 Sekunden von 43 auf 63 km/h. Also bis auf diesen schmalen Bereich zwischen 40-43 km/h ist alles ziemlich perfekt. Daher wundert es mich, dass der MOG genau da "hängen" bleibt und dann der Motor etwas nagelt. Das hört schlagartig bei 43 km/h auf.

Ich hoffe das beschreibt mein Problem ganz gut.

Viele Grüße. Yorck
 
Hallo Yorck,
Vor vielen vielen Jahren hatte ich mal ein ähnliches Problem an meinem damalige 411.
Auch mit dem Phänomen, dass ich das Loch durch vorsichtiges betätigen der Startmenge überbrücken konnte.
Mein Spezialist beim Boschdienst hatte den Förderbeginn in Verdacht und fing an zu prüfen.
Dabei stellte sich heraus, dass der Förderbeginn nicht mehr präzise einzustellen war.
Ursache war eine ausgeschlagene Keilnut auf der Welle vom Stirnradgetriebe zur Pumpe.

sonnig heiße Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

wie habt ihr das damals raus gefunden bzw. wo würde ich die Nut finden und wie habt ihr das Problem damals gelöst?

Viele Grüße

Yorck
 
Hallo,
rausgefunden haben wir es dadurch, dass sich beim schwenken der Einspritzpumpe um einen sehr kleinen Winkel nicht verändert hat.
Danach habe ich nach Anweisung meines Bosch Spezialisten das Stirnradgetriebe geöffnet und das Antriebsrad zur Pumpe abgezogen und somit war der Schaden zu sehen.
Behoben wurde es durch eine neue Welle.

Gruß
Thomas
 
Moin
Ich hab seid 26 jahren sone Delle,was soll,s,ich schreib ja hier nicht viel,aber was ist denn so schlimm dabei,wenn man ein 60 Jahres altes Fahrzeug fährt,das ja augenscheinlich ansonsten gut läuft,3 Sekunden Zeitverlust!und zum Öldruck,von Deinem träumen viele nur nachts!Freu Dich einfach das ansonsten alles ok ist!
Gruß,Rainer
 
Hallo Yorck,
deine Schilderungen lassen mich etwas grübeln.
20 km/h im sechsten Gang? Zwischen 30 und 40 km/h im sechsten Gang ein Klappern?

Normalerweise wird bei 40 in den 6. Gang geschaltet, und dann verschluckt sich der Motor noch gehörig. Im 5. muss man ihn dazu ziemlich ausdrehen (sofern mit "normaler" OM636-Regelung ausgestattet), um dann im 6. bei ziemlich niedriger Drehzahl zu landen.

Der 401 mag sich durch die etwas andere Übersetzung dezent anders verhalten als mein 411er mit alten Achsen, aber nicht so gewaltig.

Für mich klingt das so, als würde bei dir aufgrund von falschen Schaltzeitpunkten die Kupplung rutschen, anders kann ich mir die Beschreibung nicht erklären.

MfG
Fabian