Unimog 411 Simmerring und Sinterbüchse Vorderachse erneuern

mb411.119

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07. Juni 2011
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Hattert
Hallo Unimogler,

habe mich jetzt im Winter endlich mal an meine undichte Vorderachse auf der Fahrerseite begeben und möchte nun einmal davon berichten. Es handelt sich um einen 411.119 Baujahr 1965. Es sind die neuen Achsen verbaut und nach meinem Kenntnisstand der Typ E. Als ich den Achschenkel ab hatte bot sich mir folgendes Bild:





Neben dem undichten Simmerring ist ausserdem noch die Lagerbüchse gebrochen und die Welle auf den Simmering eingelaufen.

Der neue Simmerring und die Sinterbüchse habe ich schon beschafft.
Für die alte Büchse herauszuziehen, bzw. die neue Büchse einzupressen habe ich mir dann folgendes Werkzeug gebaut. Durch aufsetzten eines Distanzrings soll sich das Einpresswerkzeug für die Lagerbüchse auch zur Montage des Simmerrings eignen. Dieser wird dann direkt beim Einpressvorgang über die zuvor gesetzte Büchse zentriert.





Fortsetzung folgt
 

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Die eingelaufene Welle wurde mittels Laser Cladding wieder aufgeschweißt und muss nun noch abgedreht und dann feingeschliffen werden, bis sie wieder das ursprüngliche Maß von 97,95 mm hat.




Der Kalibrierdorn zum Aufweiten der Sinterbüchse ist noch in Arbeit und soll mit der selben Vorrichtung eingeschoben werden. Alle Teile sind passend für den M16 er Gewindestab. Die Zeichnung für den Dorn habe ich auch hier aus dem Forum. An dieser Stelle ein großes Dankeschön dafür :danke .

Zwei Fragen sind allerdings noch offen:

Zum einen soll die Büchse in Öl erhitz werden und dann abkühlen lassen, damit sie sich mit Öl voll saugt.

Wie hoch sollte die Temperatur dafür ungefähr sein, 100°C etwa ???

Zum anderen:
Wie weit muss der Dorn in die Büchse eingeschoben werden? Soweit, bis dass die dickste Stufe (48,12 mm) komplett durch die Büchse hindurch ist und die Büchse vollständig, also vorne und hinten, auf das gleiche Maß aufgeweitet ist?



Vielen dank für Eure Hilfe

Natürlich werde ich über das weitere Vorgehen hier berichten.

Gruß aus dem Westerwald

Max Schumacher
 

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moin,

zwar nicht bei Mercedes direkt, aber bei den beiden großen Unimog-Ersatzteilhändlern gibt es ansonsten auch fertige Buchsen, die auf die (vorher) auf ein passendes Maß gedrehte Welle gesteckt werden können. Das dürfte die einfachere und in der Regel günstigere Variante sein.

mfG
Fabian
 
Hallo Johannes,

Ich muss Fabian da recht geben. Wirtschaftlicher ist gewiss die Methode mit der Büchse. Soviel ich weiß benötigt man dafür aber auch einen anderen Simmerring. Ich habe mich jedoch für diese Variante entschieden, da ich erst angefangen habe alles auseinanderzubauen, nachdem ich den originalen Simmerring hatte. Da wollte ich dann nicht noch einen kaufen, sondern diesen gern verwenden.

Des weiteren muss ich noch hinzufügen, dass es mit Aufschweißen der Welle ja nicht getan ist. Deutlich anspruchsvoller ist es diese wieder abzudrehen bzw. genau aufzuspannen. Das kann man nicht mal grade in der Mittagspause machen. Wenn du die Welle also aufschweißen möchtest, dann solltest du auch einen kompetenten Dreher, mit dem entsprechenden Gerät an der Hand haben.


Gruß Max
 
Hallo Unimogler,

am Wochenende ging es an der Vorderachse weiter.
Zuerst wurde die Welle abgedreht. Den meisten Aufwand machte dabei das Aufspannen, sodass die ursprüngliche Lagerlauffläche mit der Rotationsachse der Drehbank genau fluchtet. Durch das Unterlegen von Zeitungspapierstreifen zwischen Welle und Spannfutter kann man vorhandene Differenzen ausgleichen (Dieser Tipp stammt vom Dreher meines Vertrauens :lol: ). Wir haben es letztendlich dann bis auf 15µm genau hinbekommen.





Nachdem die Welle dann möglichst genau auf den ursprünglichen Durchmesser abgedreht wurde, habe ich diese dann noch geschliffen, damit es einen sauberen Übergang gibt. Das Schleifen erfolgte von Hand. Die Welle wird dabei lediglich von der Drehbank in eine gleichmäßige Drehbewegung versetzt.





Anschließend wurde die neue Lagerbüchse in Öl erwärmt und dann abkühlen lassen. Dazu habe ich diese mit Öl in ein Einmachglas gelegt und das ganze dann bei 120°C für 2 Stunden in den Backofen. Nachdem alles wieder kalt war habe ich sie dann eingepresst und anschließend mit dem Kalibrierdorn auf geweitet, so lange, bis dieser vollständig durch die Büchse hindurch geglitten ist.


 

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Zum Schluss noch der Simmerring drauf und fertig.





Gruß aus dem Westerwald

Max Schumacher
 

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