Unimog 411 springt nach Kopfdichtungstausch nicht mehr an

MogSmoele

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03. Jan. 2006
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Rettenberg
Servus zusammen,

musste an meinem 411'er die Kopfdichtung wechseln, nachdem diese am zweiten Zylinder ausgeblasen hat und in den dritten Zylinder ist Kühlwasser reingelaufen! Zylinderkopf wurde überholt, Ventile, Ventilsitze, Ventilführungen Ventilschaftabdichtungen sind neu und der Kopf wurde geplant! Einspritzdüsen wurden ebenfalls überholt. Die Laufflächen in allen Zylinder ist ok, keine Kratzer oder Fresspuren zu sehen

Nun springt der Motor nicht mehr an, hab schon den Einspritzzeitpunkt geprüft, OT geprüft, Vorglühanlage glüht, Einspritzleitungen sind entlüftet, alle Düsen bekommen Diesel. Kompression hab ich ebenfalls geprüft, drei Zylinder haben 21bar, der dritte hat 11bar. Aber deswegen müsste er trotzdem anlaufen, mein ich, denn im Sommer hatte sich eine Glühkerze verabschiedet, und er ist denoch angelaufen humpelte zwar etwas, aber nach einer Minute lief er rund..
Wenn ich dem Motor Startpilot gebe, läuft er, solange ich Startpilot gebe, sobald ich damit aufhöre ist der Motor wieder aus. Anmerkung: ich bin kein Freund von Startpilot und will auch keine Diskussion drüber! die Dose ist schon wieder zurückgegeben!! Mit viel Glück springt der Motor auch ohne Startpilot an, hungert aber gerade so rum, und geht nach ein paar Sekunden aus

Hoffe, Ihr könnt mir helfen, war zwar lange bei MB als Mechaniker, aber im Moment steh ich derart auf dem Schlauch, dass ich nicht mehr weiter komm

Gruss
Christoph

P.S.: Vielleicht kann es sein, dass es dieses Thema in einer Art schon gibt, aber mein Internetprogramm hat wahnsinnige Schwierigkeiten, dieses Forum anzuzeigen, dass ich froh bin dass ich überhaupt was schreiben kann!
 
Hallo Christoph,
ist das Unterdrucksystem richtig angeschlossen und das System dicht?
Kommt aus der Rücklaufleitung am Tank Diesel?
Wurde die Einspritzanlage durch öffnen der Leitungsverschraubung an den Düsen entlüftet?
Ändert sich etwas ,wenn während des Anlassens mit der Handförderpumpe gepumpt wird?
Gruß Georg
 
Hallo Christoph

Das ganze hört sich an als ob er zuwenig Diesel bekommt.
Wie schauts mit den Filtern aus sind die sauber?
Habe bei meinem U 421 das Problem das die Filter zumachen.
Ich muß beim Entlüften ( starten) auch mit der Handpumpe mithelfen damit er wieder läuft.

Gruß Martin
 
Hallo Christoph,

Du hast wahrscheinlich die Nockenwelle in der falschen Position zur Kurbelwelle eingebaut.

Wenn die KW auf OT steht dann müssen die Ventile des 1.Zylinders geschlossen sein und nicht die Ventile des 3.Zylinders. Bei Dir wechseln höchstwahrscheinlich die Ventile von Zyl 1 dann,wenn dort die EInspritzung erfolgt.

Also nochmal: wenn die KW auf OT steht, dann müssen sich die Ventile von Zylinder 3 überschneiden und nicht die von Zylinder 1.

Weiter mit Startpilot führt zum L a g e r s c h a d e n!!!!!!!!!!!!
 
Hallo,

danke für die Antwort, doch die Nockenwelle war gar nicht ausgebaut. Die OT Einstellung passt: wenn die Markierung am Zeiger ist, dann ist der vierte Zylinder am Überschneiden.

Gruss
 
Hallo Christoph,
ist die Regelstange Deiner Einspritzpumpe frei beweglich? Einfach beim Starten den Absteller auf volle Startmenge hineinschieben,oder vorher ein paarmal bewegen.
MFG:
Hans-Ulrich
 
421michimog schrieb:
Weiter mit Startpilot führt zum L a g e r s c h a d e n!!!!!!!!!!!!

aber nur beim Zweitakter. Beim Viertakter kommen die Lager nicht mit dem Startpilot in Berührung! :wink:

Womit ich natürlich nicht zur Verwendung von Startpilot plädieren will...

mfG
Fabian
 
Hallo Christoph,

und bitteschön auf welchem Zylinder spritzt die Pumpe dann ein, wenn sich die Ventile auf 4 überschneiden?


Die Symptome sprechen klar für eine Verdrehung der EP zur NW.



Ich hatte allerdings die Zündfolge 1-4-3-2 angenommen, mea culpa. Bei richtigerweise 1-3-4-2 ist logischerweise 4 der Komplementärzylinder zu 1 und nicht, wie angenommen, 3.

Bitte prüfen und Antwort, Danke.

Für diesen Fall noch ein Wort zum Thema Startpilot:

Der Dieselmotor ist ein Luftverdichter, d.h. daß er dafür ausgelegt ist, ein nicht zündfähiges Gas, nämlich Luft, zu verdichten. Die angesaugte Luft wird also mit Aufwärtsbewegung des Kolbens mit kleiner werdendem Volumen unter steigenden Druck gesetzt, wobei sie sich auch erwärmt, solange bis sie aufgrund der dabei steigenden Temperatur den kurz vor Erreichen des OT eingespritzten Dieselkraftstoff entzünden kann.

Die zumeist hydrodynamischem Kurbelwellenlager haben nicht nur ein Spiel zwischen den Lagerschalen und den Hubzapfen sondern auch eine Ölzuführbohrung in der Kurbelwelle, über welche das Öl unter dem anstehenden Öldruck in den Spalt zwischen Hubzapfen und Lagerschale eingepresst wird. Die Ölzuführbohrung sitzt an einer Stelle, die sozusagen auf der Saugseite des Kurbelwellenlagers angeordnet ist, also dort, wo das Spiel offen ist, also in Winkelstellungen der Kurbelwelle im Ansaugwinkelbereich des Zylinders.

Ein hydrodynamisches Lager ist reibungsfrei, denn immer befindet sich ein Ölfilm zwischen den Lagerschalen im Pleuelauge und dem KW Zapfen.

Wenn jetzt, wie hier vermutet, durch verdrehte Einspritzzeiten der Luftverdichter zum Gemischverdichter wird, wie ein Benzinmotor, wird bei einer (vermuteten) Verdrehung zwischen NW und EP der Dieselkraftstoff nicht kurz vor Ende des Verdichtungshubes eingespritzt sondern kurz vor Ende des Auslaßhubes und ein Rest davon verbleibt im Brennraum. Dieser Rest vermischt sich beim anschließenden Ansaughub mit der angesaugten Luft und dem eingespritzten Startpilot zu einem zündfähigen Gemisch , welches nach Durchschreiten des unteren Totpunkts verdichtet wird, naturgemäß dabei heiß wird bis die Zündfähigkeit des Startpilotanteils erreicht ist und dann erfolgt die Zündung mit dem explosionsbedingten Druckanstieg beim Aufwärtshub des Kolbens lange bevor die EP einspritzen sollte.

Der Druckanstieg ist exponentiell und führt dazu, daß gegen den steigenden Druck im Brennraum durch die Verkleinerung des Volumens die Flammenfront der Explosion eine zusätzliche Kraft auf den Kolben ausübt, welche vom unteren Pleuelauge auf dnm KW Zapfen übertragen wird und die Schmierfilmdicke im Spalt zwischen den Lagerschalen und dem KW zapfen reduziert. Das führt langfristig zu einem Kontakt zwischen Lagerschalen und KW Zapfen und damit zum Versagen.

Das hat nichts mit der Schmierung der KW Lager beim Zweitakter zu tun sondern allein mit der zusätzlichen Lagerbelastung beim Aufwärtshub durch die im Aufwärtshub stattfindende und viel zu frühe Selbstentzündung des Gemisches welche beim Benziner erst durch den Zündfunken im OT Bereich ausgelöst wird.



Mein Rat daher: Bitte überprüfen ob die EP auf Zyl 1 tatsächlich auch dann abspritzt, wenn sich 4 überschneidet.
 
Hallo,

ja werd ich mal überprüfen.

Aber eine Schwierigkeit damit hab ich: da die Nockenwelle über die Stirnräder angetrieben wird, ebenso die EP, wie kann die sich verdrehen? Vor allem, da ich daran gar nichts gemacht hab! Wenn die Stirnräder Zahnausfall hätten, dann würde z.B. der OT auch schon nicht passen!

Gruss

..
 
Hallo Christoph
Natürlich kannst du die Nockenwelle nicht verdrehen . Sondern der ganze Zyklus des Motors ist nicht passend zur Einspritzpumpe .
Weil bei jeder vollen Umdrehung des Motors macht die Einspritzpumpe nur ne halbe Umdrehung .
Das ist damit gemeint. Das du den falschen OT haben könntest.
Nämlich wenn er im Auslass tackt ist.
Grüße Jürgen
 
Moin Christoph,

mit Deiner "Vorbelastung", allen bereits durchgeführten Arbeiten, Messungen und Prüfungen, muss das Ding laufen!

Niemand aus dem Forum kann einen völlig neuen Fehler "erfinden" :)


Räuchert das Ding denn während des Startens, und, hattest Du die EP raus?
 
Meine Frage:
Wurde die EP überhaupt abgebaut?
Wenn nur die Kopfdichtung gewechselt wird können sich die Steuerzeiten nicht verstellen, höchstens das
Ventilspiel!
Bei einem Freund sprang der 411er sehr schlecht an, zündete 3-4 mal und starb wieder ab und nahm kein Gas an. Der Mog wurde nicht gefahren, er stand nur 2 Monate im Schuppen! Regelstange fest vermutlich
wegen der modernen Dieselqualität. Ein paarmal den Absteller auf Startmenge und Stop betätigt und er
läuft wieder.
MFG:
Hans-Ulrich
 
Servus,

ja er räuchert während dem Starten.

Einspritzpumpe war nicht draussen, auch lässt sich die Regelstange einwandfrei betätigen. Hab mal an der Unterdruckleitung "genuckelt", dabei zieht die Membran die Regelstange nach hinten.

Wenn ich den vierten Zylinder auf Überschneidung hab, ist die Markierung auf der Riemenscheibe übereinstimmend mit dem Pfeil am Steuergehäuse, ebenso ist die OT-Markierung auf der Schwungscheibe oben. Und der erste Pumpenkolben der EP ist oben, genauer gesagt auf dem Weg nach unten.

Durch die vielen Startversuche hat sich auch die Kompression am dritten Zylinder schon auf 16bar verbessert

Gruss Christoph
 
Wenn ich den vierten Zylinder auf Überschneidung hab, ist die Markierung auf der Riemenscheibe übereinstimmend mit dem Pfeil am Steuergehäuse, ebenso ist die OT-Markierung auf der Schwungscheibe oben

Christoph,

hast Du nur eine Markierung (Kerbe) auf der Riemenscheibe?
 
Servus,

nein es sind im Gesamten vier, drei in ziemlich kurzen Abstand, für die Einstellung vom Einpritzzeitpunkt, hier steht er fast genau an der mittleren Markierung, und danach kommt die Markierung vom OT

Gruss Christoph
 
Hallo Christoph,

jetzt verwirrst Du mich vollends. :?

Du schreibst:

Zitat 1:

Wenn ich den vierten Zylinder auf Überschneidung hab, ist die Markierung auf der Riemenscheibe übereinstimmend mit dem Pfeil am Steuergehäuse, ebenso ist die OT-Markierung auf der Schwungscheibe oben

Zitat 2:

drei in ziemlich kurzen Abstand, für die Einstellung vom Einpritzzeitpunkt, hier steht er fast genau an der mittleren Markierung,

Ich verstehe:

1. die Ventile des 4ten Zyl, stehen auf Überschneiden (OT)

2. die Markierung auf der Schwungscheibe steht oben (OT)

3. der Zeiger auf dem Steuerdeckel steht auf der mittleren (25°) der 3 Markierungen???

Ist dem so? :?
 
Hallo Christoph,

zwei Fragen habe ich.

1. Lief der Motor denn vor dem Wechsel der Kopfdichtung?

2. Wann ist denn Dein Förderbeginn? Meiner Meinung steht der Förderbeginn zu spät, d.h. der spritzt sozusagen hinterher
 
Servus,

die ersten drei Markierungen sind für die Kontrolle des Einspritzzeitpunktes, also ca 30-32° vor OT, danach, mit etwa 3-4cm Abstand, kommt die vierte Markierung, sie ist die OT-Markierung, also vierter Zylinder auf Überschneidung. War von mir etwas undeutlich geschrieben!

@421michimog: Ja der Motor ist gelaufen, hab den Mog mit eigener Kraft in meine Tenne gefahren. Einspritzzeitpunkt sollte passen, den der Tropfen am Überlaufrohr hört genau da auf, wenn die Markierungen passen, auch die auf der Schwungscheibe.

Gruss
Christoph
 
Hallo Christoph,

wenn die Markierung auf der Schwungscheibe auf OT steht und die Ventile überschneiden, muss der Zeiger auf dem Stirndeckel auch auf OT stehen und nicht in der Mitte der 3 Markierungen!!!

(Die Markierungen sind 20°, 25°, und 30°)

Wenn dem nicht so ist, stehen Kurbelwelle und Nockenwelle nicht richtig zueinander.

Einspritzzeitpunkt sollte passen, den der Tropfen am Überlaufrohr hört genau da auf, wenn die Markierungen passen, auch die auf der Schwungscheibe.

Daraus lese ich, dass die EP einspritzt wenn die Markierung auf der KW auf OT steht. :roll: