Vorstellung und Pläne Unimog 411 BJ.60

Hallo,

beim 411er ist es durchaus so, dass die Außentemperatur sich auf die Betriebstemperatur des 411er sich auswirkt. Das Kühlsystem ist nicht so großzügig dimensoniert wie bei moderen Fahrzeugen. Hinzu kommt, dass es keine Nachkühlung nach Abstellen des Motors gibt. Damit steigt die Themperatur an.

Im originalen Thermometer sind bei 80 und 90°C zwei dicke Punkte auf der Skala. In diesem Bereich bewegt sich das ganze normalerweise im Betrieb. Allerdings hatte ich auch schon Thermometer mit +5°C in der Anzeige. Man kann mit kochendem Wasser, in das man den Fühler taucht, schnell einen Eindruck bekommen, wie groß die Ungenauigkeit des Thermometers ist. Das kann schon eine Beruhigung beim Fahren sein.

Meiner kommt auch schon mal an 100°C, wenn er mit einem Bergpass bei hoher Außentemperatur über Stunden kämpfen muss. Da ist die richtige Drehzahl (5. Gang, ca. 2/3 Drehzahl) entscheidend. Denn neben der Drehzahl am Lüfter ist auch der aktuelle Wirkungsgrad des Motors entscheidend. Meiner bringt im 5. Gang mit Höchstdrehzahl mehr Wärme als Kühlung. Da ist 2/3 der Drehzahl effektiver. Im 6. Gang dreht der Lüfter zu langsam und die Themperatur steigt bei Bergfahrten nach einer Zeit an.

Sammle erst mal Erfahrungen mit deinem 411er. Nach 50km konnte ich nichts bewerten und nach über 70000km im 411er wird man immer wieder überrascht.
 
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Danke Markus für deine Einschätzung!! Inzwischen sind es schon 75 km :LOL:

Genau das ist es tatsächlich was mir hilft den Unimog besser zu verstehen.Tatsächlich ist deshalb aktuell die Devise - fahren fahren fahren. Um zu verstehen wie er sich verhält.

Wenn ich jetzt aber höre, dass du im 5. Gang am Bergpass noch das Gas dosieren kannst habe ich ein Problem, denn davon ist mein Motor kilometerweit entfernt. Selbst bei leichten Steigungen baut er im 5. Gang schon merklich ab, schafft es aber gerade noch. Aber an einen Berg darf ich dabei nicht denken.

Ich bin daher trotzdem am überlegen nebenher einen Ersatzmotor zu beschaffen und diesen dann in Ruhe komplett zu überholen und dann als laufendes Gesamtpaket einzubauen. Ich hab da auch schon etwas im Blick, bekomme aber heute Nachmittag erst Details dazu. (Ich hoffe ihr schaut mal drüber und könnt mir eine Einschätzung dazu geben)
Wichtig ist für mich an diesem Punkt, dass der Motor tatsächlich mal in einem Unimog war.
 
Das ging schneller als gedacht…

Kleinanzeigen

Ich hoffe der Link ist erlaubt, ansonsten hier ein paar Bilder und was der Verkäufer mir am Telefon gesagt hat:

Der Motor wurde vor einigen Jahren aus einem 411er mit neuen Achsen ausgebaut, weil er schlecht ansprang. Es wurden vorher die Einspritzdüsen und die Wasserpumpe sowie die Glühstifte erneuert.
Stattdessen wurde ein Staplermotor eingebaut.
Der Verkäufer sagt mit etwas Startpilot ist er immer angesprungen und auch zuverlässig gelaufen.
Es wurde allerdings nie die Einspritzpumpe geprüft bzw. Überholt. Er vermutet die Startmenge ist nicht passend - aber das ist halt nur seine Vermutung.

Seit dem stand er trocken in einer Kiste auf dem Dachboden.

Der Motor dreht, es fehlt aber die Schwungscheibe und die Wasserpumpe wurde wahrscheinlich auch auf den anderen Motor umgebaut, denn diese hier passt ja auf jeden Fall nicht dazu.
Die passende Schwungscheibe müsste ich also auf jeden Fall noch besorgen.

Es handelt sich um einen Austauschmotor mit ca 1300 Betriebsstunden.IMG_3594.webp

Aus meiner Sicht ist das eine gute Möglichkeit, eine gute Basis zu schaffen, die man aufbauen kann und dann fertig einbaut.

Oder seht ihr beim drüberschauen ein Warnsignal?
 

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Hallo,

es ist völlig egal, wo der OM 636 her ist. Man kann jeden OM 636 für den UNIMOG anpassen oder einstellen.

Was du sicher nicht kannst, ist meinen OM 636 mit deinem vergleichen. Mein MEVOSA OM 636 von 1982 wird ständig bewegt, dreht 3500U/min, hat eine RSV geregelte Einspritzpumpe, der UNIMOG wiegt nur knapp 2t (da ich fast alle Extras ausgebaut habe) mit diversen Umbauten auf Trockenluftfilter und Ölfilterpatrone, etc.

Das war nur als Erfahrungsbeispiel gemeint. Nicht als Vergleich. Denn jeder 411, 411a und 411b ist schneller als ein 411c.
 
Hallo Martin,
wenn die angezeigten knapp 100°C auch tatsächlichen 100°C entsprechen, sprich wenn das Fernthermometer geprüft richtig funktioniert ist das noch im grünen Bereich.
Elektrische Luftpumpe vice Kompressor - das ist ein Taschenspielertrick, was ist eine Luftpumpe anders als ein Kompressor. Hast Du mal in das Datenblatt Deiner "Luftpumpe" geschaut. Die macht mal eben bis zu 7bar und damit viel zu viel für diese Methode.
 
Hallo Martin,
bezüglich dem Motor mag ich so Aussagen "Der Verkäufer sagt mit etwas Startpilot ist er immer angesprungen und auch zuverlässig gelaufen." eher nicht.
Ein Motor muss ohne Startpilot anspringen. Startpilot führt zu unkontrollierten Verbrennungen. Soetwas würde ich nur verwenden, wenn mein Leben dran hängen würde.
 
Ihr Lieben, ihr habt mich überzeugt..
Vielen Dank für die Hinweise und die Tipps, auch zum Einstellen des Förderbeginn!! Ich werde das nochmal angehen und werde mir ggf. auch eine alte Einspritzleitung organisieren, um das so wie im Werkstatthandbuch beschrieben nochmal zunächst zu prüfen und dann ggf. nochmal einzustellen.

Der Test des Fernthermometer ist ja schnell mal erledigt, das werde ich auf jeden Fall mal machen!

Den Motor lass ich auch erstmal bleiben, ihr habt Recht, es ist kein gutes Zeichen, wenn er nur mit Startpilot ansprang.

Danke!!
 
Heute kam der umgebaute Luftfilter zurück.
Ich habe ihn bei Joe‘s Werkstatt umbauen lassen. Er hat dafür 120€ genommen, was ich incl. Einbau und Rückversand sehr fair finde.

Wer das selber machen will bekommt den Umbausatz natürlich auch bei ihm.

Ich bin ja die letzten Tage ohne Luftfilter gefahren, weil ich mit dem originalen Ölbadluftfilter kaum mit dem 3. Gang irgendwo hingekommen bin.

Ohne Luftfilter war ein immenser Leistungssprung zu merken, er wurde aber schneller warm als vorher.

Der Rauch ist jetzt auch eher weiß als dunkel.

Mit dem umgebauten Luftfilter hat er nach wie vor seine Leistung, allerdings wird er nicht mehr so warm. Ich bin also mit dem Umbau überaus zufrieden!
 

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Hallo Martin,
wenn ich das so lese stellt sich mir die Frage, wieviel Öl war in dem Ölbadluftfilter. Ich bin meinen 411 immer und auch später den 404 lange nur mit dem Ölbadluftfilter gefahren und konnte nicht wirklich einen Leistungsunterschied feststellen. Der 411 lief mit dem ursprünglich müden Motor (Kompression war auf allen Zylindern unter 16bar sehr ordentlich bis ca 65km/h ohne zu qualmen.
 
Es war genau bis zur Markierung gefüllt, allerdings habe ich zwei Tage lang den oberen Stahlwollfilter ausgewaschen und eingeweicht und immer wieder kam dort schwarze Suppe und Fichtennadel raus.
Ich vermute daher das obere Filtermaterial war einfach total zu
 
Nachweislich gab es leider bei dem Unimog eine Zeit, wo Wartung gar keine Rolle gespielt hat…leider haben auch die 10 Jahre in denen mein Onkel damit unterwegs war zu dieser Zeit gehört..statt die Bremsen zu prüfen wurde einfach vor jeder Fahrt etwas Bremsflüssigkeit nachgeschüttet…

Den Stau muss ich nun erstmal wieder aufarbeiten…

Ich bin mir sicher, dass der Qualm irgendwo eine Ursache hat. Ich hoffe ich finde sie noch.

Suche gerade auf Kleinanzeigen nach einer alten Einspritzleitung um mir das Überlaufrohr zu bauen - und dann den Förderbeginn nochmal einzustellen.