Vorstellung: Unimog und Besitzer

Hallo Sebastian
Sepjö schrieb:
Außerdem muss ich noch jegliche Dichtgummis für das Fahrerhaus, also Frontscheibe, die 3 Heckscheiben und auch für die Türen besorgen.
Hat irgendwer die Dichtungen schon mal als Meterware gekauft und kann mir einen Tipp geben, wo ich passende Dichtungen finden kann?
Bei Henne gibt es noch die Originaldichtung günstiger wie bei den freien Teilehändlern.
Was die Gummiprofile angeht, habe ich mal so einige Anbieter oben im Forum angepinnt, vielleicht einfach mal lesen.
 
Hallo,

mal ein weiteres "kleines" Update zu meinem Unimog.

In der Zwischenzeit habe ich Helmuts hilfreiche Hinweise verfolgt und bei Gummiprofile Döpper passende Profile gefunden.

Von dort passt Dichtungsprofil 361 D gut für die 3 Heckscheiben. Es ist zwar etwas schmäler als das Original von Mercedes, aber die Scheiben sitzen feste drin.
An den Türen habe ich für die Scheibenführung 361 D entschieden. Die konnte ich noch nicht einbauen.

Am Unimog selber habe ich die Pritsche entrostet, Ösen für die Ladungssicherung eingeschweißt und die Bordwände mit neuem Holz versehen. Allerdings alles nicht perfektionistisch, da die Pritsche ja auch eh wieder benutzt werden soll. Die befindet sich zurzeit aber noch mit den Türen, Motorhaube und Dachluke beim Lackierer.

Desweiteren habe ich am Fahrerhaus gearbeitet. Dort wollte ich bereits möglichst viel wieder einbauen und vorbereiten, bevor ich es auf dem Fahrgestell montiere.
Dazu zählen neu bezogene und geschweißte Sitze.
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Eine weiter überarbeitete Elektrik. Dabei habe ich wieder einen Warnblinkerschalter im original Mercedes-Stil verbaut, statt einen von einem Massey Ferguson. Außerdem habe ich noch ein 2 weitere Schalter im Armaturenbrett hinzugefügt. Einen für den Arbeitsscheinwerfer hinten, der an die Kabinenrückwand kommt und einen, um die Schneepflugscheinwerfer als Zusatzfernlicht zu verwenden - der habe ich nämlich auch welche Montiert. Vorbereitungen für eine 0-8-15 Scheibenwischwasser-Anlage gab es auch.
Das Testen steht noch aus, bis die restliche Elektronik vom Fahrgestell mit dem Fahrerhaus verbunden ist.


Am Fahrgestell habe ich ebenfalls den Motorkabelbaum erneuert. Dabei ist der Magnetschalter am Starter auch schon förmlich zerbröselt, genauso wie der Temperaturfühler für das Kühlwasser. Die Isolation der Kabel war auch Lückenhaft.
Eine weitere größere Baustelle für's Fahrgestell waren die Heckzapfwelle und ihr Lagerbock. Die Welle im Lagerbock und die Kreuzgelenke waren alle komplett verrostet, verpittet und vieles mehr, aber hauptsächlich nicht mehr brauchbar. Aus dem Lagerbock musste ich z.B. die Befestigungsschrauben vom Rahmen komplett ausbohren. Der Wechsel der Kreuzgelenke hat sich auch schwieriger erweisen, als erwartet. Der Ausbau hat nur noch mit der Flex funktioniert. Als Ersatz wurden 34 x 89 Kreuzgelenke gekauft, da die vorhandenen Bruchstücke danach aussahen. Obwohl die Augen der Welle und der Flansche jeweils zueinander parallel waren, waren die 89 der Kreuzgelenke zu lang. Mit etwas Zeitaufwand ließen sich die Kappen der Kreuzgelenke jedoch kürzer schleifen. Jetzt passt alles, mal sehen, wie lange das hält. Ich hoffe lange bei meiner Anwendung;)

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Zusätzlich habe ich am Rahmen schon weitere Teile des "neuen" Heckkrafthebers gesäubert und mit einer neuen Schicht Schwarz versehen. Auch wenn einige davon noch überarbeitet werden müssen.
Wie in meinem anderen Beitrag bereits geschrieben, scheint da auch nicht alles zu passen. Ich habe Probleme mit dem Zylinderhalter.

Also dann ein Wechsel zu einer anderen Baustelle:
Ich habe mich dazu entschieden das Fahrerhaus schonmal auf den Rahmen zu setzen. Da ist jedoch noch nichts weiter angeschlossen. Das steht dann in der nächsten Zeit an, um zunächst ein rangierfähiges Fahrzeug zu bekommen und die Elektrikänderungen im Fahrerhaus testen zu können und vielleicht auch schon die Pneumatik mit den "neuen" alten Anhängersteuerventilen.
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Es ist was länger her, dass der Unimog so weit zusammengebaut war. Ich hatte ihn auch kleiner in Erinnerung.
Allerdings muss ich sagen, dass die neuen Sitze sehr bequem sind. Auch weil die Verstellung jetzt wieder funktioniert.



Grüße
Sebastian
 
Guten Abend,

ich bin zurzeit weiter damit beschäftigt verschiedene Baugruppen weiter in Betrieb zu nehmen und das Fahrzeug stück für Stück zusammenzubauen. Und wie es immer ist: Es sollte alles so einfach sein, aber es tauchen mehr und mehr Baustellen auf.

Ich habe einige Zeit damit verbraucht die Türen richtig zu justieren. Die Beifahrertür passt sehr gut. Bei der Fahrertür musste ich Bleche unter die Scharniere unterlegen, dass sie besser passt. Vorne stößt sie nicht ans Fahrerhaus und der Radius unter dem Fenster passt auch zu der Linie vom Fahrerhaus. Hinten hängt sie leider etwas zu tief. Da passen die Linien nicht zusammen. Oberhalb des Fensters ist zum Dach auch ein kleiner Luftspalt. Leider kann ich sie nicht etwas gegen den Uhrzeigersinn verdrehen, das würde sie zwar hinten höher machen, aber dann würde der Fensterrahmen an die A-Säule anstoßen. Hier muss ich mal genau nachmessen, wo die Ursache liegt. Schließlich war ja das Dach bis Mitte der A-Säule vom Vorbesitzer schonmal abgetrennt worden.
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Was ich bei den Türen noch etwas auffällig finde ist, dass sie sehr viel Kraft zum schließen brauchen. Man muss sie noch nicht ganz zuknallen. Aber etwas Schwung hilft. Ist das normal? Ich habe leider keinen Unimog zum Vergleichen. Vor allem bei der Fahrertür merke ich, dass das Fahrerseitige Schloss in 2 Positionen einrasten kann. Einmal auf der 4 Uhr Stellung und einmal auf der 6 Uhr Stellung. In die 4er Stellung geht die Tür leicht. Aber dann bleibt ein Spalt zum Fahrerhaus, es geht aber sehr einfach. In der 6 passt sie sehr gut, braucht aber dieses mehr an Kraft. Ich kann das Schloss nicht weit genug verstellen, dass die 4 Uhr Position die Tür bündig hält. Ist das bei den Unimogs normal?
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Die Bremse ließ sich lange nicht gut entlüften. Jetzt sind alle 4 Radbremszylinder luftfrei und bleiben dies auch nach mehreren Bremsbetätigungen. Wenn ich die Achsen jeweils anhebe und die Fußbremse betätige, kann ich kein Rad mehr von Hand drehen. Wird der Unimog jedoch geschoben oder steht am Hang, halten die Bremsen absolut gar nicht. Weder Hand noch Fußbremse. Beläge sind neu. Bremsen freigängig, sauber und auch die Exzenter und die Handbremse eingestellt. Beobachtet man einen Bremsvorgang bewegen sich die Backen auch. Das finde ich noch komisch. Gerade bei der Fußbremse sollte die Bremse ja bei vollem Pedalweg volle Leistung bringen. Der Exzenter begrenzt ja nur die Backen. Der Radbremszylinder könnte immernoch in seine engste Stellung gehen und dann ganz ausfahren müssen. Da stehe ich noch vor einem kleinen Rätsel

Der Kupplungsgeberzylinder war auch sehr hakelig und hat irgendwann ganz geklemmt. Den konnte ich aber bereits schon gegen einen günstigen ebay-Nachbau ersetzen.


Die Pneumatische Bremsanlage habe ich auch in Betrieb genommen. Der Bremskraftverstärker (BKV) war bereits vor der Restauration leicht undicht und hat aus einer der Schrauben etwas gezischt. Schien aber seinen Zweck zu erfüllen. Bei ungetretener Bremse 0 Bar und bei Vollbremsung Betriebsdruck auf den Kammern. Jetzt verliert er noch mehr Luft. Der Unimog selbst schafft es nicht das Fahrzeug über 3 Bar zu bekommen. Mit dem Werkstattkompressor können 8 Bar gehalten werden. Aber der Kreis der Kammern sinkt nie unter 2 bar ab.
Den BKV werde ich also wohl mal aufmachen und potenziell überholen müssen. Bei den online Teilehändlern wird erwähnt, dass es verschiedene BKV gibt mit unterschiedlichen Reperatur-Sätzen. In meinem Werkstatthandbuch werden nur zwei Nummern für den BKW aufgeführt.

Wabco 4620070420
Wabco 4620070440

Leider ist auf meinem BKV nichts mehr zu erkennen. Es ist aber noch die geschraubte Variante. Laut Wabco haben beide den selben Reperatur-Satz Wabco 4620070032. Weiß jemand zufällig, ob in meinem Mog (BJ '68) die Nummern aus der Anleitung stimmen sollten?
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Neben dem BKV scheint auf der pneumatischen Seite zumindest das wichtigere Steuergerät für die Zweileiterbremse zu funktionieren. Leider ist das Einleiter-Ventil undicht. Dort zischt es permanent aus dem Bereich der Handbremsenbetätigung. Ich habe die Versorgungsleitung erstmal entfernt. Da werde ich mir noch überlegen, ob ich das wirklich brauche. Oder könnte das eine Nebenwirkung sein, wenn der BKV permanent 2 Bar Steuersignal gibt?

Könnte mir jemand ein Vergleichsbild schicken, wie weit der Plastik-Bogen in den Hauptbremszylinder gesteckt wird? Ich bin mir nicht sicher, ob der so wirklich bei mir richtig sitzt.

Neben all dem konnte ich dann trotzdem eine kurze, kleine und langsame Testfahrt auf einem Hof machen. Bis 30 konnte ich ihn beschleunigen. Nach der Restauration ist er definitiv viel schöner zu fahren. Sehr bequem, leichter zu Lenken und eigentlich auch relativ spritzig für den kleinen Motor. Ich bin beim Fahren auch weiterhin froh darüber an der Rückwand die Seitenfenster eingebaut zu haben, statt den Blechen. Das ist so viel Übersichtlicher und "offener" im Fahrerhaus. Das neue Schiebefenster in der Mitte ist auch sehr nett.
Ich freue mich schon darauf die Bremse in den Griff zu bekommen um ihn etwas besser testen zu können.

Über Hinweise zu meinen Fragen würde ich mich auch freuen.
Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian
Was ich bei den Türen noch etwas auffällig finde ist, dass sie sehr viel Kraft zum schließen brauchen
Dann stimmt die Schlosshöhe nicht korrekt. Beim Schließen wird dann die Türe hinten von der Falle angehoben. Auf deinem Bild erkennt man deutlich, dass die Falle mit der Vorderkante auf den Verschlussbolzen aufschlägt.
Zum Bremskraftverstärker schau mal hier ⇗,
Oder könnte das eine Nebenwirkung sein, wenn der BKV permanent 2 Bar Steuersignal gibt?
Das kann nur dann passieren, wenn den BKV permanent mit Restdruck beaufschlagt ist. Im Fahrbetrieb sollte der restlos entlüftet sein.
 
Hallo Sebastian,

hast du die Bremstrommeln und Beläge schon ordentlich mit Bremsenreiniger gereinigt? Vielleicht hat sich dort ein öliger Schleier abgelegt. Kann schon mal vorkommen, wenn die Teile zerlegt lange Zeit in der Werkstatt liegen.
Hast du die Beläge erneuert? Könnte auch sein, dass die Neuen nicht zum Trommeldurchmesser passen.

Gruß Alex
 
Hallo Helmut und Alex,

vielen Dank für die Rückmeldungen.


Auf deinem Bild erkennt man deutlich, dass die Falle mit der Vorderkante auf den Verschlussbolzen aufschlägt.
Die Kratzer kommen tatsächlich von davon, dass ich probiert habe den Bolzen höher zu setzen, dann kommt es direkt zu einem blockieren beim Schließversuch. Die Beifahrertür hat etwas mehr Spiel in den Scharnierbolzen, die Fahrertür sitzt hier hingegen relativ straff. Die Tür kann sich da kaum anheben. Aber auch das würde wahrscheinlich immernoch zu Kontakt oben an der A-Säule führen. Trotzdem Danke zu dem Hinweis, wie die Tür sich eigentlich schließen sollte. Damit kann ich schonmal mehr bei meinem Fahrzeug vergleichen.

Hat jemand denn mal beobachtet, ob bei geschlossener Tür der Arm vom Schloss in dieser 4-Uhr Stellung (siehe Bild oben) oder senkrecht hängt?

Was den BKV betrift:
vielen Dank für den Hinweis zu dem Thread. Grundsätzlich bestätigt das ja meine Suche nach dem Nummer vom Rep Satz und jetzt weiß ich auch, dass die im Werkstatthandbuch genannten Teilenummern sich nur in ab Werk oder als Ersatzteil unterscheiden.
Leider kann ich trotzdem nicht die eigentliche Nummer aus dem WHB mit meinem Fahrzeug vergleichen, weil dort nichts mehr lesbar ist. Ich werde jetzt einfach mal pokern, dass meine verschraubte Version des BKV auch tatsächlich die ist, die mit den Nummern übereinstimmt. Bei dem Fahrzeug ist das ja leider alles nicht zwingend immer richtig.


hast du die Bremstrommeln und Beläge schon ordentlich mit Bremsenreiniger gereinigt?
Beim Zusammenbau habe ich sie gereinigt. Danach standen sie montiert in einer PKW Garage, sogar mit Abdeckblechen montiert. Da gabs maximal Hausstaub. Den Durchmesser habe ich damals bei der Bestellung auch berücksichtigt. Aber zumindest nochmal mit Bremsenreinger durch zu gehen ist einfach genug zu probieren.

Es kann natürlich trotzdem sein, dass ich die Bremsen etwas einbremsen muss, die Trommeln sind schließlich auch nicht neu. Aber selbst dann würde ich etwas Bremswirkung erwarten. Gerade, da ich bei Aufgebocktem Fahrzeug die Räder nicht mehr von Hand drehen kann. Da sollte ja irgendwas kommen.


Ich werde nächstes Wochenende wohl mal weiter rätseln.

Grüße
Sebastian