Wie funktioniert die Entlüftung der Radvorgelege u. Achse?

classic097

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21. März 2009
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Hallo Zusammen,

wer kann mir erklären wie die Entlüftung der Radvorgelege und Achsrohre an der Vorderachse funktioniert - Unimog 421 (Baujahr 1972)?

Habe mir die Beiträge im Forum durchgelesen, da lese ich immer wieder, dass das Radvorgelge in den Achskörper entlüftet,
aber wo geht dann die Luft aus dem Achskörper hin?

An der vorderen Achse wollte ich prüfen ob die Entlüftung am linken Radvorgeleg funktioniert.
Dazu habe ich habe ich einfach den Schlauch, welcher die beiden Anschlußröhrchen, am Radvorgelege und am Achsrohr, verbindet
abgezogen und mit dem Mund reingeblasen.

Richtung Radvorgelege kann ich schön durchblasen, habe hierzu allerdings die Öleinfüllschraube geöffnet, so dass die Luft auch entweichen kann.
Hier ist die Leitung also frei.

Richtung Achsrohr kann ich auch reinbalsen, allerdings muss ich hier mehr Puste aufwenden und wenn ich aufhöre zu blasen, dann kommt mir die Luft welche ich reingeblasen habe wieder aus dem Röhrchen entgegen.
Ist die Leitung Richtung Achsrohr frei?
Ist die mir entgegenströmende Luft normal oder habe ich ein Problem in der Entlüftung des Achsrohres?
Wohin wird eigentlich das Achsrohr entlüftet oder ist das Radvorgelege und Achsrohr ein geschlossenes System (kann doch nicht sein oder)?


Jetzt noch eine Frage allerdings nicht zur Luft sondern zum Öl:
Im Forum lese ich auch immer wieder, dass bei der Vorderachse auch Öl aus dem Radvorgelege über die Entlüftungsleitung in das Achsrohr gelangt.
Wie bekommt man das Öl aus dem Achsrohr, ist das Achsrohr mit dem Achsgetriebe verbunden (also ein Raum), da gibt es ja eine Ablassschraube?

Was meint Ihr dazu?

Viele Grüße,
Achim
 
Hallo Achim,
die Vorgelege werden in den Achskörper entlüftet und dieser entlüftet über das Schubrohr ins Getriebe und dort entweicht die Luft am Ölmeßstab.
Dein Problem wird die verrostete Hohlschraube auf dem Achskörper oder die zugegammelte Leitung dorthin sein.

Das Öl aus den Vorgelegen landet am Ende im Differentialgehäuse und dort kannst du den Ölstand an der Kontrollschraube prüfen und durch ablassen richtig stellen.
 
Hallo Reiner,

Das Öl aus den Vorgelegen landet am Ende im Differentialgehäuse und dort kannst du den Ölstand an der Kontrollschraube prüfen und durch ablassen richtig stellen.

Meist kommt das zu viele Öl im Differenzial aus dem Schaltgetriebe. Wenn - beim 421 äußerst selten der Fall - Öl aus dem Vorgelege in die Achse kommt, dann ist das Vorgelege schnell leer und sehr gefährdet. Dann hilft nur ein Ölabscheider, der den Ölverlust aus dem Vorgelege verhindert.

Die Installation des Ölabscheiders auf dem Foto enthält noch eine direkte Entlüftung über Wattiefe (weiß) und einen Druckmessschlauch (schwarz).
 

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Hallo Reiner

danke für die Antwort, werde mal den Ölstand im Differntialgehäuse prüfen.
Über den Ölmeßstab entweicht also die Luft, hoffentlich funtioniert dies auch wirklich, da ja der Druck bestimmt auch ein Grund sein kann, dass der Simmerring am Radvorgelege undicht wird.

Die Hohlschraube am Achskörper ist frei, da kann ich ja reinblasen, das komische ist, dass wenn ich reinbalse und wenn ich dann aufhöre zu blasen, dann kommt mir die Luft welche ich reingeblasen habe wieder aus dem Röhrchen entgegen (gleiches Verhalten egal ob rechte oder linke Seite). Das würde mich interessieren, ob das an anderen 421er auch so ist.

Viele Grüße,
Achim
 
Hallo Christoph,

danke für den Hinweis mit dem Ölabscheider, ich werde jetzt halt öfters (regelmäßig) den Ölstand in den Radvorgelegen prüfen und dann auch öfters ein Ölwechsel durchführen.

Viele Grüße,
Achim
 
Hallo Achim,

wenn die Hohlschraube auf dem Achsrohr frei ist darf man beim rein blasen keinen Widerstand feststellen. Zieh mal den Ölmeßstab beim nächsten Versuch.

Da das Getriebe noch andere undichte Stellen hat wo die Luft entweichen kann, z. B. an den Schalthebeln muss die Luft eigentlich immer entweichen können.
 
Hallo zusammen,

@ Reiner (Benz) wenn sich die Vorgelege über das Differential ins Getriebe entlüften würden, wäre der Wedi am Getriebeabgang defekt. Dann hätte Christian ein ganz anderes Problem, das er am verschwinden des Getriebeöls bemerken würde.

@ Christian, die Vorgelegeentlüfung funktioniert, so wie sie ist beim Unimog, tausendfach. Was sich aus den Vorgelegen davon macht, ist Öldunst, sonst nix. Ich fahre zwar nur etwa Zweitausend Kilometer im Jahr, aber am Ölstand den ich jährlich prüfe merkt man einen Ölverlust nicht.

So weit die Theorie. Jetzt zur Praxis.

Christian, Du schreibst, Du kannst in den Schlauch zum Differential hineinblasen. Wenn Du los läßt kommt die Luft wieder raus. Das ist schon mal ein gutes Zeichen.

Also: Wenn sich das Öl in den Vorgelegen erwärmt, dehnt es sich aus. Weil der Luftraum in den Vorgelegen sehr gering ist, der Druck aber weg muß, leitet man den in die Achsen um.

Der Luftraum in den Achsrohren, dem Differential und dem Schubrohr zum Getriebe ist erheblich größer und übernimmt die Funktion eines Ausdehnungsgefäßes, Luft läßt sich zusammenpressen.

Also vergiss den Schmarrn mit nem Ölabscheider am Vorgelege. Wenn Wellendichtringe an den Vorgelegen undicht werden, liegt es wohl eher nicht am Überdruck, sondern an mechanischem Verschleiß.

Gruß Lothar
 
Moin Lothar,

das hast Du gut erklärt!!!

Allerdings hast die neuen, hochausdehnenden Visko-Öle nicht berücksichtigt! :)
 
Deere Reiner,

(Ist maulfaules Fichtelgebirglerisch, heißt soviel wie "Habe die Ehre".

Du hast mir noch gefehlt. Das von Dir genannte Öl darf vermutlich in den alten Unimogs gar nicht verwendet werden, weil es Buntmetalle angreift. Sogar dort wo gar keine sind.

Aber wollen wir den Fragesteller nicht verwirren.

Gruß Lothar