Wo sind sie hin, die 416er?

Gottlieb

New member
25. Nov. 2014
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Hallo!

Ich bin neu hier, also erstmal etwas zu mir:

Ich heiße Nobbe, bin mitte 40, Kfz-Mech aus dem raum Stuttgart und schon eine weile an Unimogs interessiert. Leider war früher keine Möglichkeit da einen anzuschaffen, doch nun soll einer gekauft werden!
Ich habe mich hier und in Büchern ein wenig eingelesen und werde mich wohl nach einem 406 (eventuell auch 421, muss ich aber mal fahren, wegen der leistung) umschauen.
Jetzt aber zum Thema:
Bei der suche nach einem Mog habe ich auch nach 416ern ausschau gehalten, da als kaufalibi holzmachen für den heimischen Ofen dient, und eine längere Ladefläche nicht unpraktisch wäre.
Hier ist mir aufgefallen das sehr wenige 416 angeboten werden, obwohl viel mehr hergestellt wurden.
Wo sind die alle hin?

Gruß Nobbe.
 
Hallo Norbert?

die 416er wurden in großer Zahl als Kanonenfutter an diverse Armeen auf der Welt verstreut, da wirst du wenig von wiederfinden. Ein weiterer größerer Posten diente den Sanitötern als Krankenwagen-Fahrgestell oder steigert den Stolz vieler Feuerwehr-Hauptmänner. Und last not least, die Fahrgestelle für Expeditionsmobile, für die der Weg nach Hause nicht mehr gelohnt hat. Davon musst du noch die Fahrzuge abschreiben, die eine Reinkarnation als Konservendose vollzogen haben, heute findest du nur noch dem kümmerlichen Rest auf Deutschlands Straßen oder in dunklen Hinterhöfen.
 
Hallo Norbert,

bitte beim evtl. Kauf beachten: Der längere Radstand beim 416er heißt nicht, dass die Brücke automatisch länger ist. Meist sind ca. 40 cm Zwischenraum zwischen Hütte und Brücke.
In der Regel haben die 416er ein "kleines" Getriebe, d.h. 6 Gänge und das wars.
Meistens keine Zapfwelle, wenn dann nur eine nach vorne.
Meistens keine Kippbrücke.
Meistens keine Heckhydrlaulik.
Meistens aber ... schelle Achsen (hatte mal einen der ging fast 100 km/Std.)
Meistens ein stärkerer Motor - meiner hatte damals 110 PS.


D.h. fürs Holzholen zwar geeignet, aber in der Regel keine Möglichkeit eine Dreipunkt-Seilwinde, oder noch wichtiger - einen Holzspalter anzubringen, da keine Heckhydraulik und keine Heckzapfwelle vorhanden.
Spaßfaktor ist aber trotzdem inklusive!

Viele Grüße
Axel - Nordbayern
 
Hallo 416er Liebhaber

Und solltest du in Österreich sein ist er automatisch durch seinen langen Randstand ein LKW und keine Zugmaschine oder Traktor !

Gruss Ingo
 
Danke Helmut,
die Antwort leuchtet ein!
Dasselbe Schicksal wird auch die 404 ereilt haben, die wurden ja noch öfter gebaut.

Ingo und Axel:

Ja. das hab Ich auch bemerkt, wenn sie überhaupt noch ne Pritsche haben.....

Wie geschrieben, Ich werd nach nem 406 Ausschau halten!

Gruß Nobbe.
 
Hallo Nobbe
Dasselbe Schicksal wird auch die 404 ereilt haben, die wurden ja noch öfter gebaut.
nicht ganz, unsere neue Wehrmacht hat davon ja tausende als Spielzeug beschafft, während der wesentlich bessere 416 hierzulande nicht nicht verwendet wurde. Auch unsere Nachbarn in Belgien und Frankreich hatten große Kontingente, weshalb der 404 noch preisgünstig in allen Zuständen vorhanden und angeboten wird.
Der 416 wurde neben den Fahrgestellen für hoheitliche Aufgaben als Straßen-Zugmaschinen bei Speditionen eingesetzt, ansonsten einige als Trägerfahrgestelle für Winden, Bagger o.ä. Die Zahlen insgesamt waren jedoch im Bezug auf die Gesamtzahl eher marginal.
 
Naja, soo preisgünstig fand ich die 404 welche ich gefunden hab nun nicht, aber ich hab die auch nicht besonders beachtet.
Apropos: wo kann man eigentlich nach Unimogs suchen?
Ich habs bis jetzt bei Ebay, Ebaykleinanzeigen,Quoka, Mobile und den Kleinanzeigen hier geschaut.
Gibt's sonst noch was?
Gruß Nobbe.
 
http://www.truckscout24.de/search/ger/list.asp?member_id=0&vehicletype_id=1&substructure_id=0&make=26&vehicle_id=0&model=unimog&addtools_id=0&color_id=0&axeconfig_id=0&fuel_id=0&sort=price&tot=52&accidented=-1&catalysator_id=0&drivercabine_id=0&gearingtype_id=0&productionyearfrom=0&productionyearto=0&yearfrom=0&yearto=0&totweightfrom=-1&totweightto=0&powerfrom=0&powerto=0&pricefrom=-1&priceto=0&price_type=1&mileagefrom=-1&mileageto=0&workinghoursfrom=-1&workinghoursto=0&country=D&radius=0&age=0&subsubstructure_id=0&mast_id=0&hubhohefrom=-1&hubhoheto=0&bauhohefrom=-1&bauhoheto=0&tragkraftfrom=-1&tragkraftto=0&lengthto=0&page=2&results=20&createdsince=
Viel Spaß bei der Suche,Rainer
 
Hallo wo sind sie dann die 416er, ich habe einen der hat sogar sechs Räder.
Da ist auch einer dabei allerdings keine Pritsche.
https://www.vebeg.de/web/de/verkauf/suchen.htm?DO_SUCHE=1&SUCH_MATGRUPPE=1050

Gruß vom 6-Rädermike.
 
Danke für die Tips.

Soll aber wie gesagt ein 406 werden. Ist glaub das beste für meine zwecke!

Gruß Nobbe.
 
Hallo,

ein paar der hier getroffenen Aussagen zum 416er muss man etwas anders fassen bzw. korrigieren:

die 416er wurden in großer Zahl als Kanonenfutter an diverse Armeen auf der Welt verstreut, da wirst du wenig von wiederfinden.

Stimmt soweit, dass man von denen im Gegensatz zum 404 nur wenige bei uns wiederfindet, liegt wie schon geschrieben vor allem daran, dass die Bundeswehr eben keine beschaffte.

Ein weiterer größerer Posten diente den Sanitötern als Krankenwagen-Fahrgestell oder steigert den Stolz vieler Feuerwehr-Hauptmänner.

Zumindest in Deutschland waren aber auch diese beiden Varianten nicht allzu verbreitet. Bei Feuerwehren in Österreich gab's da schon ein paar mehr.

Und last not least, die Fahrgestelle für Expeditionsmobile, für die der Weg nach Hause nicht mehr gelohnt hat.

Das wurden die aber meist erst im zweiten Leben. Dürfte sich aber auch Stückzahlmäßig in Grenzen halten.

Der längere Radstand beim 416er heißt nicht, dass die Brücke automatisch länger ist. Meist sind ca. 40 cm Zwischenraum zwischen Hütte und Brücke.

Das betrifft lediglich eine Sondervariante des 416, die auch als 406.200 beworben wurde, BM 416.140/141. Dafür ist dort dann das ganze Heck identisch mit dem U406, also problemlos ein Anbau von Heckkraftheber und die Nachrüstung eines Kippzylinders möglich. In Deutschland auch Zulassung als Zugmaschine problemlos möglich.

In der Regel haben die 416er ein "kleines" Getriebe, d.h. 6 Gänge und das wars.

Kann man genausowenig pauschalisieren wie die Aussage, dass ein 406er üblicherweise das "große" hat. Zutreffend ist das i.d.R. vor allem auf reine Transportfahrzeuge wie Militär, Krankenwagen, Feuerwehr.

Meistens keine Zapfwelle, wenn dann nur eine nach vorne.

Da gilt das gleiche wie bei der vorherigen Aussage, wobei die Frontzapfwelle zumindest bei Fahrzeugen mit Seilwinde anzutreffen ist und eine Heckzapfwelle bei den Feuerwehrfahrzeugen mit Pumpe oder Generator, diese dann aber nicht zur Nutzung an externen Geräten hinten herausgeführt ist.

Meistens keine Kippbrücke.

Je nach Aufbau, mit der Ausnahme des oben genannten Modells.

Meistens keine Heckhydrlaulik.

Bei reinen Transportfahrzeugen auch gerne mal gar keine Hydraulikanlage. Mit Heckhydraulik meinst du wahrscheinlich aber einen Heckkraftheber. Der ist auch nur bei kurzem Rahmenüberhang (406.200 bzw. 416.140/141) anbaubar.

Meistens aber ... schelle Achsen (hatte mal einen der ging fast 100 km/Std.)

Meistens ist da stark übertrieben. Serie war das nur beim 416.162/163, oft bei Feuerwehrfahrzeugen. Militärfahrzeuge und vor allem Fahrgestelle mit Arbeitsaufbauten gleich welcher Art hatten meist die Standardübersetzung wie der 406er auch. Da beim 416 aber außer bei Ausstattung mit großem Getriebe und damit Maximalleistung 84PS wie beim 406 (mehr als die 90PS-Variante gab es zumindest in Deutschland beim 416 nicht in Verbindung mit großem Getriebe) normal die Abregeldrehzahl auf 2800 und nicht auf 2550U/min eingestellt wurde, ist er selbst bei gleicher Übersetzung und Bereifung schneller als ein 406.

Meistens ein stärkerer Motor - meiner hatte damals 110 PS.

Gab es. 80, 90, 100, 110 und 125PS bei 2800U/min im Vergleich zu 65, 70, 80 und 84PS bei 2550U/min beim 406. Auch im Laufe der Jahre immer mal angepasst wie beim 406, wobei es im Unterschied dazu ein paar Varianten hier parallel im Angebot gab. Die 125PS-Variante war ein eigenes Baumuster, in Serie mit langer Übersetzung, Standard war bei späteren Modellen 110PS.

D.h. fürs Holzholen zwar geeignet, aber in der Regel keine Möglichkeit eine Dreipunkt-Seilwinde, oder noch wichtiger - einen Holzspalter anzubringen, da keine Heckhydraulik und keine Heckzapfwelle vorhanden.

Ich hatte mal einen 416.141 (406.200), hatte Hydraulikanlage und Kipppritsche mit Kippzylinder. Hydraulikanschlüsse vorn und hinten, den Holzspalter hatte ich an einem nachgerüsteten Frontkraftheber über die Unimog-Hydraulik betrieben, hatte den Vorteil, dass der Spalter ein guter Tausender günstiger war als der baugleiche mit Hydraulikpumpe und Zapfwellenantrieb. Alles kein Problem. Frontanbauteile identisch zum 406er passen bei jedem 416er.

Bei den Stückzahlen ist zu beachten, dass außer in der Anfangszeit ab etwa Mitte der 60er Jahre die nicht unerhebliche Anzahl von Triebköpfen für diverse Anwendungsfälle auch zu den 416ern gerechnet wurden.

Gruß,
Michael
 
Hallo
wie immer, klasse recherchiert und erklärt. :spitze
In der Expedition-Geschichte bin ich aber nicht bei dir, Seismos bzw Prakla-Seismos z.B. hat die Fahrzeuge in größeren Stückzahlen als Bohr- und Explorationfahrzezuge verhökert. Und auch die "vielen" Lesa und Unitracs sind 416er.
 
Hallo Helmut,

wie immer, klasse recherchiert und erklärt. :spitze

Danke. :oops:

In der Expedition-Geschichte bin ich aber nicht bei dir, Seismos bzw Prakla-Seismos z.B. hat die Fahrzeuge in größeren Stückzahlen als Bohr- und Explorationfahrzezuge verhökert.

Ok, dann war da ein Mißverständnis. Ich meinte mit "Expeditionsfahrzeug" eher die inzwischen recht häufig zu findenden Wohnmobilumbauten, die dazu meist erst in ihrem 2. Leben wurden. Wenn du damit auch die Spezialaufbauten für Bohrgeräte und ähnliche Aufbauten meinst, bin ich bei dir. Die Sonderaufbauten für alle möglichen Zwecke waren auch eine immense Stückzahl.

Und auch die "vielen" Lesa und Unitracs sind 416er.

Richtig. Lesa hat da, meist auf Triebkopfbasis, schon einige Exoten gebaut. Nicht nur die bekannten und seltenen 3-Achser. Neben den Unitracs gab's dann auch noch Basisfahrgestelle für gepanzerte Aufbauten (UR416). Auch die meist von Ruthmann gebauten Hubwagen basieren vielfach auf 416er Triebköpfen.
Treibt alles die Stückzahlen produzierter 416 in die Höhe, ohne dass das alles 416er in "gängiger Form" (im Unterschied zum 406 nur langer Radstand und andere Pritsche) wären. Da war die Variantenvielfalt beim 406er schon deutlich geringer, da kamen doch die meisten mit Pritsche vom Band, wenn auch mit mehr oder weniger größeren Ausstattungsunterschieden.
Dazu kommt noch, dass bei den jeweiligen 4-Zylinder-Derivaten (403 zum 406 bzw. 413 zum 416) die Stückzahlen des 403er deutlich höher waren als die des 413ers. Betrachtet man also immer die von außen gleichen Fahrzeuge 403 und 406 sowie 413 und 416 zusammen, ist der Stückzahlunterschied schon wieder etwas geringer.

Gruß,
Michael
 
Hallo Michael,
servus Feuerwehrkamerad,

interessant was es für Baumuster bei den 416er gab. Du hast mit deinen Ausführungen sicherlich Recht. Auch von meiner Seite ...Respekt, du hast dir einen Haufen Arbeit gemacht!
Ich selbst bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einem halbwegs guten 416er, Pritsche mit 110 oder besser 125 PS und habe nur das in meinem Beitrag wiedergegeben was ich in den letzten Jahren in div. Seiten im Internet gefunden habe. Das was früher produziert wurde, spiegelt doch nicht automatischen den Markt von heute wieder. Es sind nicht viele auf dem Markt und die, die ich gefunden habe, hatten eigentlich die Ausstattung die ich in meinem Beitrag aufgelistet habe. Das Problem ist doch, dass die 416er mit guter Ausstattung (großes Getriebe, Kippbrücke etc.) fast nicht zu finden sind. "Wer einen hat, gibt ihn nicht mehr her"!
Es war auch nicht als wissenschaftliche Abhandlung zum Werden und Sterben des 416er inkl. Vita der einzelnen Typen gedacht, sondern als Auflistung an Punkten, worauf man bei diesem Typ achten sollte. Ich habe mich nirgendwo absolut festgelegt, sondern alles sehr wage umschrieben. Nochmal - es ging mir überhaupt nicht um die Bauserien im speziellen, sondern um das, was ich in den letzten Jahren in div. Seiten im Netz gefunden habe. Übrigens du hast Recht - an meinen 416er habe ich auch einen Heckkraftheber seinerseit nachgerüstet und es hat einwandfrei funktioniert. Kostet aber extra.
Dies noch als Ergänzung-nix für ungut!
Viele Grüße aus Nordbayern
Axel
 
Hallo Nobbe,
einer steht bei mir (416.141- 406.200) Kipppritsche, vorn und Hinten Zapfwelle, 100PS, kurze dreiseitige Kipppritsche,
Platz zwischen dem Führerhaus für eine Materialkiste und 4 Gang. Habe aber nie überlegt das Er selten sein soll! :)

Gruß Wilhelm06schräg.JPG