Hallo,
ein paar der hier getroffenen Aussagen zum 416er muss man etwas anders fassen bzw. korrigieren:
die 416er wurden in großer Zahl als Kanonenfutter an diverse Armeen auf der Welt verstreut, da wirst du wenig von wiederfinden.
Stimmt soweit, dass man von denen im Gegensatz zum 404 nur wenige bei uns wiederfindet, liegt wie schon geschrieben vor allem daran, dass die Bundeswehr eben keine beschaffte.
Ein weiterer größerer Posten diente den Sanitötern als Krankenwagen-Fahrgestell oder steigert den Stolz vieler Feuerwehr-Hauptmänner.
Zumindest in Deutschland waren aber auch diese beiden Varianten nicht allzu verbreitet. Bei Feuerwehren in Österreich gab's da schon ein paar mehr.
Und last not least, die Fahrgestelle für Expeditionsmobile, für die der Weg nach Hause nicht mehr gelohnt hat.
Das wurden die aber meist erst im zweiten Leben. Dürfte sich aber auch Stückzahlmäßig in Grenzen halten.
Der längere Radstand beim 416er heißt nicht, dass die Brücke automatisch länger ist. Meist sind ca. 40 cm Zwischenraum zwischen Hütte und Brücke.
Das betrifft lediglich eine Sondervariante des 416, die auch als 406.200 beworben wurde, BM 416.140/141. Dafür ist dort dann das ganze Heck identisch mit dem U406, also problemlos ein Anbau von Heckkraftheber und die Nachrüstung eines Kippzylinders möglich. In Deutschland auch Zulassung als Zugmaschine problemlos möglich.
In der Regel haben die 416er ein "kleines" Getriebe, d.h. 6 Gänge und das wars.
Kann man genausowenig pauschalisieren wie die Aussage, dass ein 406er üblicherweise das "große" hat. Zutreffend ist das i.d.R. vor allem auf reine Transportfahrzeuge wie Militär, Krankenwagen, Feuerwehr.
Meistens keine Zapfwelle, wenn dann nur eine nach vorne.
Da gilt das gleiche wie bei der vorherigen Aussage, wobei die Frontzapfwelle zumindest bei Fahrzeugen mit Seilwinde anzutreffen ist und eine Heckzapfwelle bei den Feuerwehrfahrzeugen mit Pumpe oder Generator, diese dann aber nicht zur Nutzung an externen Geräten hinten herausgeführt ist.
Meistens keine Kippbrücke.
Je nach Aufbau, mit der Ausnahme des oben genannten Modells.
Meistens keine Heckhydrlaulik.
Bei reinen Transportfahrzeugen auch gerne mal gar keine Hydraulikanlage. Mit Heckhydraulik meinst du wahrscheinlich aber einen Heckkraftheber. Der ist auch nur bei kurzem Rahmenüberhang (406.200 bzw. 416.140/141) anbaubar.
Meistens aber ... schelle Achsen (hatte mal einen der ging fast 100 km/Std.)
Meistens ist da stark übertrieben. Serie war das nur beim 416.162/163, oft bei Feuerwehrfahrzeugen. Militärfahrzeuge und vor allem Fahrgestelle mit Arbeitsaufbauten gleich welcher Art hatten meist die Standardübersetzung wie der 406er auch. Da beim 416 aber außer bei Ausstattung mit großem Getriebe und damit Maximalleistung 84PS wie beim 406 (mehr als die 90PS-Variante gab es zumindest in Deutschland beim 416 nicht in Verbindung mit großem Getriebe) normal die Abregeldrehzahl auf 2800 und nicht auf 2550U/min eingestellt wurde, ist er selbst bei gleicher Übersetzung und Bereifung schneller als ein 406.
Meistens ein stärkerer Motor - meiner hatte damals 110 PS.
Gab es. 80, 90, 100, 110 und 125PS bei 2800U/min im Vergleich zu 65, 70, 80 und 84PS bei 2550U/min beim 406. Auch im Laufe der Jahre immer mal angepasst wie beim 406, wobei es im Unterschied dazu ein paar Varianten hier parallel im Angebot gab. Die 125PS-Variante war ein eigenes Baumuster, in Serie mit langer Übersetzung, Standard war bei späteren Modellen 110PS.
D.h. fürs Holzholen zwar geeignet, aber in der Regel keine Möglichkeit eine Dreipunkt-Seilwinde, oder noch wichtiger - einen Holzspalter anzubringen, da keine Heckhydraulik und keine Heckzapfwelle vorhanden.
Ich hatte mal einen 416.141 (406.200), hatte Hydraulikanlage und Kipppritsche mit Kippzylinder. Hydraulikanschlüsse vorn und hinten, den Holzspalter hatte ich an einem nachgerüsteten Frontkraftheber über die Unimog-Hydraulik betrieben, hatte den Vorteil, dass der Spalter ein guter Tausender günstiger war als der baugleiche mit Hydraulikpumpe und Zapfwellenantrieb. Alles kein Problem. Frontanbauteile identisch zum 406er passen bei jedem 416er.
Bei den Stückzahlen ist zu beachten, dass außer in der Anfangszeit ab etwa Mitte der 60er Jahre die nicht unerhebliche Anzahl von Triebköpfen für diverse Anwendungsfälle auch zu den 416ern gerechnet wurden.
Gruß,
Michael