Zugmaul hängt auf "offen" / Frage zur Druckluftanl

JohannesD

New member
28. Apr. 2008
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LK Bamberg
Hi,

gestern wollte ich mal das Zugmaul (lt. Verkäufer / Vorbesitzer ein Rockinger, Typenschild
hab ich keins gefunden) "ausprobieren".

Drehen lies es sich schon mal nicht, es sieht mir aber so aus, als wäre es grundsätzlich
drehbar und wohl auch "gefedert". Ich hab dan schon mal etwas WD40 als Rostlöser
drauf gesprüht.

Das Zugmal lies sich recht einfach "öffnen", also der Bolzen nach oben ziehen über den
entsprechenden Hebel. Nur jetzt steht der Bolzen oben, und ich bekomme Ihn nicht wieder
herunter. Kann mir da jemand nen Tipp geben? Vorsicht warm machen (also ich meine
jetzt wirklich nur warm, so 40°C damit evlt. altes Fett weicher wird)?
Es wäre schon schick wenn ich nen Anhänger anhängen könnte.

zugmaul.jpg


Auf dem Bild ist der Bolzen noch unten ;-)

Beim abkippen hab ich mir die Gerätschaft unter der Pritsche mal genauer angesehen und
festgestellt, das das Teil das ich fälschlicherweise als Kippwegbegrenzung identifizert
hat wohl ein Anhängerbremsventil (oder wie das richtig heist) ist.
Es geht eine Stange von der Handbremsmechanik mit Kugelkopf dahin, der ist aber ent-
weder "abgefallen" oder absichtlich abmontiert worde.
Am Mog ist kein Druckluftanschluss für Anhänger hinten drann. Ein Anschluss an dem
genanten Ventil ist tot gelegt, es könnte also für eine Ein-Leitungs-Bremse sein.

Wie muss das Gestänge von der Handbremse korrekt angebracht / von der Länge her ein-
gestellt sein?

Über dem Zugmaul, leicht rechts versetzt sieht man auch einen Hebel der lt. Bedienungs-
anleitung für Anhänger oder Solobetrieb. Was genau schaltet dieser Hebel?

Ich Frage vor allem wegen dem Schlauchanschluss der zB zum Reifenfüllen verwendet
werden kann. Im Handbuch wird ja beschrieben, dass um diesen nutzten zu können die
Handbremse gezogen sein muss.

Der Druckregler schaut bei mir auch etwas anders aus, bzw. es ist wohl ein Druckregler
für zwei Druckstufen verbaut. Es ist ein Behälter mit Öl (auf jeden Fall eine Flüssigkeit)
mit einem Handrad vorhanden.

druckregler.jpg


Dann soll regelmäßig evlt. vorhandenes Kondenswasser abgelassen werden. Das würde
ich gerne machen bzw. kontrollieren. Wie bekomme ich den Druck aus dem System,
ich hab ja keinen Anhängeranschluss (der wird im Handbuch zum Druckablassen empfohlen).

vielen Dank schon mal,

Johannes D.
 
Hallo Johannes,

die AHK hat geöffnet eine Rastung um Anhänger auch anhängen zu können wenn du allein bist. Diese Rastung löst aus, wenn sie richtig funktioniert, so bald die Anhängeöse in der AHK richtig positioniert ist. Also kannst du dies simulieren in dem du mit einem Flacheisen oder großen Schraubendreher den Bolzen nach oben drückst/ hebelst. Dann sollte er wieder runterkommen.

Wenn es sich nicht drehen lässt, brauchst du viel Rostlöser, oft ist es so festgegammelt, das nur demontieren, reinigen und neu fetten hilft. Dann brauchst du auch eventuell neue Federgummis dazu, weil diese defekt sind.
Sind allerdings als Ersatzteil nur schwer oder gatr nicht mehr zu bekommen.

Zum ablassen von Kondenswasser hast du am Druckluftbehälter am tiefsten Punkt ein Ventil, das kannst du auch unter Druck bewegen. Aber Achtung da kann eine recht ecklige Brühe rauskommen.

Grüße

Ralf
 
Hallo,

du solltest dir die zu deinem Fahrzeug passende Betriebsanleitung zulegen, die beantwortet dir viele deiner Fragen.

Ohne Typenschild auf der AHK gibt es vermutlich bei der nächsten gründlicheren TÜV-Prüfung ein Problem. Es handelt sich aber wohl um eine Rockinger G227. Unterlagen dazu findest du z.B. unter http://www.jost-world.com

Die AHK rastet in offener Stellung, zum zuschnappen einfach mit einem Hebeleisen den Bolzen anheben, dann sollte sie zuschnappen. Ist an fast allen automatischen LKW-Kupplungen so.

Es gibt drei Schmiernippel an der Kupplung, zwei an der Rückseite, eine oerhalb des Bolzens. Ordentlich Fett rein. Drehen evtl. auch mit langem Hebel versuchen. Manchmal werden nach einigem Hin- und Herbewegen auch leichtgängiger. Mit WD40 geht da gar nix, weil du dahin, wo's hakt, damit nicht hinkommst. Im Zweifelsfall hilft nur ausbauen, dazu musst die sie aber ein Stück drehen, sonst geht nix.

Zum Luftventil für Anhängerbetrieb siehe Betriebsanleitung. Wie's beim 421 genau zu schalten ist, weiß ich nicht, es steuert auf jeden Fall die Bremskraftverstärkung. Beim 403/406 gab es zwei Varianten je nach verbauter Bremsanlage.

Das Teil nach dem Druckregler (ist übrigens der ab Werk verbaute normale Druckregler) ist ein Frostschützer. Da gehört kein Öl rein, sondern spezieller Frostschutz namens Wabcothyl. Gibt's in jeder LKW-Werkstatt für wenig Geld. Der Frostschützer ist auf verschiedene Betriebsarten einstellbar (Sommer/Winter). Zum ablassen von Kondenswasser aus dem Luftkessel gibt es entweder ein Entwässerungsventil unten am Kessel oder eine Verschlußschraube. Falls da nur eine Schraube ist, solltest du ein Entwässerungsventil einbauen.

Gruß,
Michael
 
Hallo Johannes,

so einfach wird sich deine Anhängerkupplung auch nicht mehr drehen lassen. Da ist innen die Feder mit den zwei Raststiften vergammelt. Die Anhängerkupplung hat vorne zwei Schmiernippel, die gerne vergessen werden. Bau die Kupplung ab, reinige alles, neue einfetten und wieder anbauen. Und du kannst sie anschließen mit der Hand drehen.

Du hast den Bolzen deiner Anhängerkupplung geöffnet und steht jetzt oben. Es fehlt der Auslöseimpuls, damit er wieder runterfällt. Nimm eine Brechstange und versuch den Bolzen ein Stück nach oben zu drücken. Bloß nicht die Finger nehmen. Da fehlen dir sonst welche.

Das mit dem Anhängerbremsventil kann gut sein. Ich vermute mal, da war was kaputt und da es nicht gebraucht wurde, hat man es abgebaut.

Der Druckregler ist der gleiche wie bei mir. Nur scheint da noch was davor geschraubt zu sein. Ich meine das Teil mit dem Ölbehälter und dem Handrad. Keine Ahnung was das sein könnte. Vielleicht ein Frostschützer?

Um den Druck ab zu lassen würde ich unten zwischen Dieseltank und Kabine die Schlauchverbindung leicht lösen, bis es zu zischen anfängt und warten. Oder du hast bei deinem Druckbehälter schon ein Entwässerungsvetil verbaut. Dann einfach dran ziehen.
 
Servus,

@Michael
Eine Anleitung habe ich seid gestern, dort war leider die genauere Bedienung des Zugmauls
nicht erläutert. Meine bisherigen Schlepper haben voll-manuelle Zugmäuler, daher kenn
ich mich mit den automatischen nicht aus.
Ich hätte gedacht, wenn das automatisch ist, gäbe es noch extra "Knopf" der beim einführen
der Zugöse in die Kupplung betätigt wird.
Dann werde ich das mal mit nem entsprechend stabilen Hebel probieren um mir nicht die
Finger zu verletzten.
Zum Luftablassen wird in der BDA eben auf den Druckluftanschluss für den Anhänger ver-
wiesen, den hab ich ja nicht.

Dem Zugmaul werde ich dann mal mit der Fettpresse zu Leibe rücken und zusätzlich mal
versuchen mit einem etwas längeren Hebel (bis jetzt nur von Hand probiert) zu drehen
evlt. hilft das ja was.

Vielen Dank für eure Tips, die haben mir echt weiter geholfen!

Wegen des Typenschildes habe ich mich auch gewundert, der Mog hat kürzlich eine
"Neuabnahme" bekommen da er aus der Schweiz eingeführt wurde.

cu

Johannes D.
 
Servus Johannes,

bevor Du mit Gewalt dran drehst, guck mal, ob oben hinter dem Maul eine Arretierung in Form eines Riegels aktiviert ist. (Siehe Foto, Riegel offen)
 

Anhänge

  • 040420121787_klein.jpg
    040420121787_klein.jpg
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Hallo Christoph,
dieser Sperr-Riegel hat nichts mit der eigentlichen Kupplungsdrehlagerung zu tun.
Er dient lediglich dazu, die Kupplung zu arretieren, wenn ein Oberlenkerhalter auf der Kupplung montiert ist. Nur für Baureihe 411/421 vorgesehen.

10038313rb.jpg


10038315ge.jpg


Festrosten/ festgammeln wird die Kupplung erfahrungsgemäß nur innnerhalb des Gehäuses im Rahmenheck.
Und da hilft nur die Vorgehensweise wie in den vorherigen Tips beschrieben

Gruß
Jochen
 
Danke Jochen,

das hatte ich vergessen, HKH ist auch schon lange verkauft :oops:
 
Hi,

vielen Dank für die Tips. Ich hab die Kupplung jetzt wieder "geschlossen" bekommen,
der Bolzen hat ja nen guten Wumms wenn der herunterkommt, da möchte ich keine
Finger dazwischen haben. Das so was in Deutschland zugelassen ist ;-).

Ein Typenschild hab ich auch gefunden, allerdings überpinselt, daher isses mir nicht
aufgefallen.

Dann wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als das Zugmaul auszubauen, das
wird sicher ein paar Stunden dauern.

Wie ich das Kodenswasser aus dem Kessel ablassen kann ist mir jetzt auch klar,
nochmals vielen Dank!

schönen Tag noch

Johannes D.
 
Hallo Johannes,

zum Ausbau der AHK empfehle ich, zunächst die gesamte Mimik für den Bolzen auszubauen, das geht sehr einfach durch Lösen der Schrauben von oben, dann den Bolzen herauszuziehen und anschliessend ein wirklich schweres Montiereisen von mindestens 2m Länge von oben in die Löcher des Zugmauls zu stecken.

Durch Hin- und Herwerfen des Montiereisens wird sich die Kupplung plötzlich leicht drehen lassen und Du kannst Sie dann nach hinten herausziehen.

Als erstes muss natürlich die dicke 42-er (?) Kronenmutter gelöst werden.


Gruss aus dem Bergischen, michael
 
JohannesD schrieb:
Ich hab die Kupplung jetzt wieder "geschlossen" bekommen, der Bolzen hat ja nen guten Wumms wenn der herunterkommt, da möchte ich keine Finger dazwischen haben. Das so was in Deutschland zugelassen ist ;-).

Moin Johannes,

der Bolzen muss diesen "Wumms" haben, damit er auch sicher verriegelt. Immerhin hängen an beiden Seiten der AHK jeweils einige Tonnen.
Wegen des "Wumms" ist es auch verboten, mit offener Kupplung zu fahren oder im öffentlichen Verkehrsraum zu parken - kostet beim Erwischtwerden gleich einige Euros bzw. einem neugierig tastenden Kind möglicherweise die Hand. :oops:

Gruß Ulli
 
Hi,

@michael
Der Tip den Bolzen samt Mechanik zu demontieren ist gut, mit nem Hebel
komm ich von oben nur sehr schlecht drann weil ich eine lange Kipperbrücke
habe, die werd ich dann dazu seitlich aufkippen + Sichern müssen um da
vernünftig drann zu kommen.

@ulli
Danke noch mal für den Hinweis die Kupplung nicht offen stehen zu lassen. Ich
neige zwar eh immer dazu sie geschlossen zu lassen bzw. bei meinen anderen
Schleppern eben den gesicherten Bolzen drinn zu haben.
Wenn mann drüber nachdenkt, ist es logisch, dass man darauf achten muss
immer mit geschlossener Kupplung (auch ohne Anhänger) zu fahren.

einen schönen Abend

Johannes D.
 
Hallo Johannes,

hier ein Link zu mehreren kleinen Filmen, bei denen ein auch Kollege versucht hat die AHK zu demontieren weil sie sich wie bei dir auch nicht drehen lies.

http://schwarzwald-baar.unimog-club-gaggenau.de/Alfreds+Bastelladen/Technik/301/de/001?PHPSESSID=2fa7130a6f9465d04c65d37b9aa10c65

Einfach den Punkt "abziehen einer festsitzenden AHK" wählen....

Da hast du mit etwas Rostlöser und einem langen Montiereisen eventuell wenig Glück. Die sitzen oft verdammt fest und bei meinem Kollegen hat schlussendlich nur die Kraft eines großen Mog geholfen. :wink:

Grüße

Ralf
 
Hi Ralf,

das ist ja mal keine Leichte Kost Die von Dir verlinkten Videos. Das fällt dann wohl doch
eher unter die Kategorie "dont try this at home".

Hat denn das Zugmaul den Ausbau unbeschadet überlebt? Ganz ungefährlich war die Ge-
schichte ja nicht.

cu

Johannes D.
 
Hallo Johannes,

überholt und wieder eingebaut. Die Dinger halten einiges aus....

Grüße

Ralf
 
Servus,

so inzwischen hatte ich Gelegenheit mal die Sache mit dem Zugmaul näher anzugehen. Mit
hilfe eines Hebels (Eisenstange) von gut 1m Länge lässt sich das Zugmaul ein Stück drehen,
ich würde jetzt mal schätzen ca 30°.
Hab dann gleich noch mal hinten die beiden Schmiernippel mit Fett versorgt und von aussen
noch mal WD40 aufgesprüht.

Ich bin also ganz guter Dinge, das Zugmaul wieder beweglich zu bekommen.

cu

Johannes D.
 
Hallo zusammen!
Wenn ich mich mal mit einer Frage zum Thema einklinken dürfte:

Ich habe das gleiche Problem bei meinem 421.122, d.h. ich konnte die Kupplung nach etwas Krafteinwirkung mit langer Brechstange zuerst schwer und dann relativ leicht aber nur in einem bestimmten Winkel hin- u. her bewegen.
Es fühlt sich so an, als ob da ein innerer Anschlag sei, der das weitere Verdrehen behindert, kann ich aber so nicht nachvollziehen, wäre schließlich Unsinn. Hat da jmd. eine Idee?
Verdreh-Sperre bei Arbeiten mit Oberlenker ist frei.

LG Christian
 
Moin Christian,

es gibt schon Kupplungen die sich nur in einem best. Winkel drehen(lassen)

Hast Du überhaupt eine Kupplung mit der Aufnahme für den Oberlenker?