Fahrerhausrestauration und Motorwechsel 411, Panzermotor

Hallo UNINOG-Freunde,

über die letzten 2000 km habe ich etwa 50 cm³ Öl aus dem linken vorderen Vorgelege verloren, aber nur dort!

Nun habe ich erst mal Schaltung c realisiert mit der Option, die anderen auch noch ausprobieren zu können.

Die atmosphärische Entlüftung mache ich über einen Minimeßanschluß (das silberne Teil oben, auf den Fotos, mit einer Schutzkappe verschlossen) und einen Schlauch, den ich ins Fahrerhaus lege. Dort kann ich ein Manometer anschließen und/oder eben die Entlüftung machen.

Im Werkstatthandbuch sind zwei Darstellungen, die mich etwas irritieren. Auf Seite 6.1/2 unten ist ein gerades Rohr, auf Seite 6.1/4 unten ein "Sauschwänzlerohr" zu sehen, welches wohl die Entlüftung aus dem obersten Bereich des Vorgeleges ermöglicht. Von dort aus geht es vermutlich in einem Kanal nach unten und durch eine lange M12-Schraube, die durchbohrt ist, zum Entlüftungsanschuß und dessen Hohlschraube M8*1.

Nun habe ich die Möglichkeit, das Phänomen des flüchtigen Ölschaums genau zu beobachten, und werde weiter von meinen Erkenntnissen berichten.
 

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Hallo Jürgen,

da nach einem heftigen Unwetter und durch die Fehlkonstruktion der Dachrinne der Scheune mein MOG in selbiger im Wasser steht (unterhalb der Wattiefe), liege ich nicht unter dem MOG und habe Zeit, Deine Fragen zu bearbeiten. :wink:

Auf den beiden Fotos oben siehst Du, dass der Abscheider an der Entlüftungsbohrung (Hohlschraube M8*1 mit Ringstück) und unten an der Füllöffnung (große Hohlschraube mit Ringstück) angeschlossen ist. Die kleine Hohlschraube sitzt in einer ca. 60 mm langen Schraube M12, die durchbohrt ist. Vom inneren Ende der M12 Schraube muß ein Kanal im äußeren Teil des Vorgelegegehäuses nach oben führen und dort letztlich in kein Rohr, ein gerades Rohr oder in ein Sauschwänzlerohr. Um letzteres feststellen zu können, müßte ich das ganze Vorgelege zerlegen, was ich mir nicht antun möchte. Aber vielleicht hat es was mit dem Rohr zu tun, ob Öl austritt oder nicht. Möglicherweise ist es locker oder verbogen oder weiß nicht was? Jedenfalls gab es in den ersten Jahren keinen Ölverlust und eben bis heute auch an den übrigen Radvorgelegen keinen.

Wegen der Dichtheit der linken Achshälfte habe ich im Werkstatthandbuch die Schnittzeichnungen studiert. Nach außen muß es natürlich dicht sein und ist es auch mittels Wellendichtring zum Kardangelenk Richtung Vorgelege und Verbindung über die Entlüftungsleitung eben dort hin. Zum Differential ist es dicht wegen des Ringkolbens der Sperrenbetätigung sowie über die Vielkeilwelle, die einen engen mit Öl benetzten Spalt hat. An der Stelle kommt also auch nichts durch. Bei den alten Achsen hingegen fehlt der Ringkolben und die Luft kann durch die Lager vagabundieren.

Nun weiß ich auch erst mal nicht weiter und hoffe, daß die baldigen nächsten Fahrten neue Erkenntnisse bringen.
 
Hallo UNIMOG-Freunde,

heute habe ich die vorgefertigten Teile des Ölabscheiders endgültig zusammengelötet, lackiert und komplett montiert. Im Fahrerhaus ist ein Manometer, an dem man den Druck im vorderen linken Vorgelege und der Achshälfte ablesen und ihn auch ablassen kann.
 

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Hallo Christoph,

wiedermal sehr saubere Lösung.
Aber ähnelt Dein Führerstand nicht bald einem alten Dampfschiff mit den ganzen Manometern für die dieversen Öldrücke. :D
Bin nun sehr auf Deine Erfahrungen gespannt.

Heute hat ich Gelegenheit mal einen 411 neue Achse etwas näher zu inspizieren, ins besonders auf die äußerlich sichtbaren Teile der Vorgelegeentlüftung. Hierbei musste ich feststellen dass die Leitung die über die "Doppelhohlschraube aus dem Vorgelege dies deutlich tiefer verläßt als bei der alten Achse. Sagt aber natürlich nichts über die innere Ölleitung aus.

Wenn ich mir nun Deine Bilder betrachte, sieht es für mich so aus, dass Dein Ölabscheider nur unwesentlich höher liegt als diese Schraube. Oder täuscht dass mal wieder auf den Bildern?
 
Hallo Jürgen

warum sollte der höher sitzen? Für die Funktion ist das unerheblich, er muss lediglich höher als der Ölspiegel sitzen. Der aus der Entlüftung tretende Ölschaum fällt im "Beruhigungsgefäß" zusammen und sinkt durch die Bodenableitung wieder in das Vorgelege ab. Die Luft kann im Behälter nach oben entweichen.
Mein Gedanke war, dass sowohl die Luft als auch das Öl wieder ins Vorgelege eintreten können, das Öl in die Ablassöffnung und die Luft in die Kontrollbohrung. Luft kann ja nur abfließen, wenn neue nachkommt.

Da sich bei Christoph ein Druck aufbaut, muss von irgendwo Luft nachgepumpt werden. Es könnte nur das Vorgelege durch den Wedi Luft ziehen. Bei den alten Anlaufringen war in den Oberflächen das Schliffbild in Lufrichtung nach innen weisend. Ob dieser Effekt allerdings für die Pumpwirkung ausreicht?
 
Hallo Jürgen,

die augenblickliche Meßtechnik ist auch schnell wieder entfernt. Aber ich gucke berufsbedingt auch mal gerne auf ein Manometer :wink:

Der Eintritt der Entlüftungsleitung liegt etwa 2 cm höher als die kleine Hohlschraube. Aber nach der Achterbahnfahrt, die der Ölschaum bis dahin schon hinter sich hat, ist das sicher unerheblich - wie auch Helmut schon bemerkte.

Hallo Helmut,

der Schleppdruck von z. B. Kolbenstangendichtungen (axiale Bewegung) kann schon mal sehr hoch sein und sich ggf. negativ auswirken. Daß dieser Effekt bei Wellendichtringen, auch mit einem bestimmten Schliffbild auf dem Verschleißring, so stark auftritt, kann ich mir noch nicht vorstellen. Der Wellendichtring ist auch mindestens 20 Jahre und 25 Tkm alt. Und erst kürzlich hat es die starke Druckerhöhung gegeben :roll:
 
Hallo UNIMOG-Freunde,

nachdem meine erste Konstruktion einer Schaltkupplung für Komressor/Hydraulik sich durch Vibration zerlegt hatte und teilweise verglüht war, bin ich das Thema diesmal einfacher angegangen: Riemen rauf und wieder runter. Mit sicherer Ablage des abgenommenen Riemens und komfortabler Bedienung. Und das ist dabei rausgekommen:

Riemen abwerfen
Das dauert nur 10 Sekunden.
1. Schnellspanner spannen mit der rechten Hand
2. Keilriemen mit der linken Hand von der Kompressor-Riemenscheibe abwerfen
3. Schnellspanner entspannen.
4. Riemen hinter die Nabe drücken. Dabei schlüpft der Riemen automatisch oben in die beige Kassette und legt sich unten auf dem Rahmen ab.

Riemen aufziehen
Das dauert etwa 1 Minute.
1. Riemen hinter der Nabe hervorholen
2. Schnellspanner spannen
3. Riemen unter leichtem Drehen an der Zahnung zur Riemenscheibe ziehen. Dabei kommt der Riemen aus der Kassette heraus und rutscht nach und nach auf die Kurbelwellen-Riemenscheibe.
4. Schließlich Riemen ganz auf die Kompressor-Riemenscheibe ziehen
5. Schnellspanner entspannen, Kompressor hängt wieder am Riemen mit gefederter und gedämpfter Riemenspannung

Die einfachsten Lösungen sind eben doch die besten!
 

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Reiner Du Unke! :wink:

Wenn es gerade sowieso regnet, möchte ich gar nicht fahren. Und wenn übermorgen die Sonne wieder scheint, bin ich längst fahrbereit.
Aber teilweise hast Du doch Recht. Denn wenn ich mal 'ne größere Tour machen will, brauche ich doch ein paar Tage Urlaub. See you in Wilbertoord!
 
Hallo Franz,

es gibt überall nette Menschen, sogar bei den Fischköppen. Letzteres weiß ich, weil ich täglich für die und mit denen arbeite. Ich bin sozusagen die Friesische Botschaft in Baden, zuständig für den Süden, der für die Friesen spätestens bei Köln anfängt. :lol:
 
Hallo UNIMOG-Freunde,

der Schnellspanner für die Kompressorabschaltung muß nicht sein. Hat zwar bestens funktioniert, aber dann gab es schließlich doch eine Kollison mit dem Kühlwasserrohr, die ich nicht vorhergesehen hatte. Eine Gewindestange tut's auch. Die hat sich heute im Praxistest 4 mal bewährt.
 

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Hallo UNIMOG-Freunde,

nun ist die Vorgelegentlüftung seit 500 km überwiegend strammer Fahrt auf Bundesstraßen im Einsatz. Das Manometer zeigt stets NULL an, wenn ich den Schlauch ziehe, rauscht es nicht mehr, und im Vorgelege fehlt kein Tropfen Öl. Allerdings scheidet der Ölabscheider auch NICHTS ab.

Die Vorgelegeentlüftung, so wie ich sie installiert habe, scheint das Thema intern zu regeln. Es entsteht wohl erst gar kein Schaum und Druckaufbau?!?

Es bleibt also weiter unklar, was da wirklich passiert.
 
Moin Christoph,

ist es möglich, dass der Druck gar nicht im Vorgelege sondern im Achsrohr entsteht und jetzt durch Deine "neuerfundene" Entlüftung sorglos "abhauen" kann.
 
Moin Reiner,

wirklich abhauen kann da nichts. Nach außen ist ja alles dicht, sowohl das Vorgelege als auch die linke Achshälfte. Die pneumatische Sperrenbetätigung ist auch dicht zur linken Achshälfte. Und bisher ging der Massenstrom ja immer vom Vorgelege zur Achshälfte hin.

Allerdings ist - wie ich schon früher mehrfach nach strammer Fahrt festgestellt hatte - das vordere Differential (mitlaufend!) nach dem Schaltgetriebe das heißeste, mit ca. 60°C, wenn die Vorgelege und das hintere Differential nur 40°C haben. - Das ist also auch noch ein Rätsel.
 
Moin Reiner,

Entlüftung ist hier eigentlich der falsche Ausdruck, der allerdings nicht von mir stammt. :wink:

Es handelt sich nur um eine Verbindung zwischen 2 hermetisch dichten Räumen, nämlich dem Vorgelege und der Achshälfte.

Richtig entlüftet werden kann das System nur durch Abziehen des Verbindungsschlauches.
 
Moin,

Es handelt sich nur um eine Verbindung zwischen 2 hermetisch dichten Räumen, nämlich dem Vorgelege und der Achshälfte.

Richtig entlüftet werden kann das System nur durch Abziehen des Verbindungsschlauches.

Naja, das macht ja richtig Sinn :roll:

Ist die "Entlüftung" Rechts baugleich?

Allerdings ist das vordere Differential (mitlaufend!) nach dem Schaltgetriebe das heißeste, mit ca. 60°C, wenn die Vorgelege und das hintere Differential nur 40°C haben. - Das ist also auch noch ein Rätsel....

...oder evtl. ein Bremsen-Problem?