Getriebeölkühler

Hallo liebe Leute,

mir kam in diesem Zusammenhang schon öfter eine Frage, die ich erstmal an Euch richten möchte, bevor man über einen eigenen Thread nachdenken könnte. Nämlich:

Wie schätzt Ihr die Möglichkeiten ein, beim ug 1/11 und ug 2/27 eine „externe“ Ölkühlung zu montieren, also Leitungen mit elektrischer Pumpe, evtl. Thermostat usw. Wenn ich richtig informiert sind, gibt es sowas beim 418 am ug 2/30, damit es dem Drehmoment vom om364 standhält. [Im 416 mit 125ps liegen ja bspw. auch schon mehr als 350nm an]

Analog könnte man ja vielleicht auch bei früheren Modellen was basteln… Öffnungen für Ablassen und Einfüllen sind ja da, könnte man die nicht nutzen?

Würde gerne hören, was Ihr denkt, auch um sicherzugehen, dass mir nicht nur die Fantasie durchgeht :)

Lieben Dank und viele Grüße,

Clemens
 
Guuden,

ich hatte bereits geschrieben, dass ich einen Wärmetauscher
mit Kühlwasseranschluss im Getriebe für sinnvoll halte.
Das Öl käme im Winter schneller auf Temperatur und im Sommer
nicht über ~90°.
Der Bauaufwand beschränkte sich auf ein paar Meter Schlauch,
ein paar Verschraubungen und einen Heizungskühler.

Gut Mog! Justus.
 
Hallo.
Wenn ich richtig informiert sind, gibt es sowas beim 418 am ug 2/30, damit es dem Drehmoment vom om364 standhält. [Im 416 mit 125ps liegen ja bspw. auch schon mehr als 350nm an]
den Ölkühler gibt es schon am 417 und auch am MB-trac.
Bereits beim 416 war je nach Motorleistung ein Vorschaltgetriebegehäuse verbaut, in dem die Ölpumpe sitzt. Prinzipiell kann man an jedem Vorschaltgetriebe die Ölpumpe für externen Ölkühler einbauen.
 
MagMog schrieb:
ich hatte bereits geschrieben, dass ich einen Wärmetauscher
mit Kühlwasseranschluss im Getriebe für sinnvoll halte.

Sorry, hatte den Thread zuletzt nur nochmal überflogen und das wohl überlesen. Aber das klingt ja super! Bist Du schon dabei? Ich glaube, die Mitforisten würdn sich echt freuen, wenn Du das hier dokumentieren könntest. Damit wirst Du bestimmt Nachahmer finden!

Helmut-Schmitz schrieb:
den Ölkühler gibt es schon am 417 und auch am MB-trac.
Bereits beim 416 war je nach Motorleistung ein Vorschaltgetriebegehäuse verbaut, in dem die Ölpumpe sitzt. Prinzipiell kann man an jedem Vorschaltgetriebe die Ölpumpe für externen Ölkühler einbauen.

Perfekt, dann gibt es ja direkt mehrere Möglichkeiten, danke für den Hinweis! Gibt es denn unterschiedliche Ansichten darüber, welches die bste und/oder einfachste Variante ist?

Viele Grüße,

Clemens
 
Hallo
die einfachste Variante ist die große Ölwanne vom MB-trac.
Getriebeölkühler MB-trac.JPG
Aber vorsicht, es gibt verschiedene Lochbilder.
 
Danke, Helmut. Die Ölwanne vom Trac einfach wegen des größeren Ölvolumens, oder weil darin mehr Platz ist für einen etwaigen Wärmetauscher oder in Verbindung mit Pumpe? Es ging ja um externe Kühlung. Die 1000er und 1100er Tracs gab es ja offenbar mit entweder nur der großen Ölwanne oder der großen Wanne plus Pumpe oder ohne die große Wanne, dafür aber mit Pumpe und externem Kühler (https://mbtrac-hilfe.de/Forum/showthread.php?tid=9016). Passen die Teile denn auch an den Mog mit 2/27 oder gar 1/11? Die gleiche Frage stelle ich mir natürlich analog zu den Varianten vom 417 und 418... Verwirrende Vielfalt, aber ist ja auch schön, wenn es viele verschiedene Möglichkeiten gibt :)

Vielen Dank, Leute! Ich hoffe das Ganze ist nicht schon zwanzig Mal durchgekaut worden, ich habe jedenfalls eifrig gesucht. Und finde auch einfach das Thema interessant

Clemens
 
Hallo,
über einen Wärmetauscher für das Getriebe habe ich auch schön öfters nachgedacht. Allerdings fehlt mir noch eine geeignete elektrische Pumpe, die mit dem zähflüssigen Öl zurecht kommen würde. Hat jemand eine Idee dazu ?
Gruß Tobias
 
Hi Tobias, ich dachte da an sowas als geeignete Pumpe:

https://de.merlinmotorsport.co.uk/p/mocal-elektrische-oelpumpe-eop2-eop2

Gibt es auch in verschiedenen Größen. Ich hatte mich halt gefragt, ob man mit sowas einfach aus der Ablassöffnung rauspumpen und an der Einfüllöffnung wieder reinpumpen kann. Daher auch meine Frage oben. Klingt ja eigtl ganz simpel, aber ich kenne mich (noch) nicht gut genug aus, um sicher sein zu können, dass ich nichts übersehe, deshalb hoffe ich ebenfalls auf den Input der Mitforisten...

Viele Grüße,

Clemens
 
Hallo Clemens,
die Pumpe sieht spannend aus, allerdings soll das Öl mindestens 70°C haben bevor es gepumpt werden kann. Ein großes Plus wäre ja auch kaltes Öl vorzuwärmen. Eventuell kann man auch einen Unteren Deckel so bauen, dass er mit Kühlwasser durchströmt werden kann, dann bräuchte man keine Pumpe die zähes Öl fördern kann. Würde meistens anwärmen und bei hohen Drehzahlen kühlen können.
Gruß Tobias
 
Genau, wenn Du das Öl anwärmen willst, ist die Wasserkühlung das Mittel der Wahl, so wie Justus es vorhat. Dann brauchst Du Dir allerdings auch eigtl keine Gedanken um eine externe Ölpumpe zu machen (wobei zusätzliches Umwälzen sicher nicht verkehrt wäre, scheint mir nur etwas aufwändig, weil das im Getriebe ja sowieso schon passiert. Es gibt allerdings wohl Leute, die sich Sorgen machen um Schichtbildung, also dass das warme, niedrigviskose Öl in der (großen) Wanne obenauf schwimmt und das höherviskose kühlere Öl unten verbleibt und praktisch keine Schmierwirkung entfaltet, weil nur oben umgewälzt wird).

Bei Wärmetauscher und Leitungen im inneren der Ölwanne braucht man halt etwas mehr Platz und ich vermute man muss mindestens ein Loch bohren (u. ggf. mit Gewinde versehen). So verstehe ich Justus' Lösung jedenfalls, aber vielleicht denke ich auch zu kompliziert. Bin gespannt, was er sagt :)

Viele Grüße,

Clemens
 
P.S.: Man könnte das Getriebeöl wohl auch durch einen externen Wasser-Öl Wärmetauscher schicken, der mit dem Wasserkühlkreislauf verbunden ist. So wird es ja bei vielen (modernen) Motorölkühlsystemen gemacht. Dafür brächte man dann aber in der Tat eine Pumpe, die auch dickes Öl pumpt. Gibt es aber doch bestimmt (die oben hatte ich nur auf die schnelle rausgesucht, da gibt es sicher viel mehr)
 
Hallo
der Getriebeölkühler wird erst erforderlich, wenn die Öltemperatur über 90° ansteigt. Dann ist die Viscosität soweit abgesunken, dass die Pumpe zugeschaltet werden kann. Das kann über einen simplen Temperaturschalter erfolgen, darunter ist ein Ölkühler und somit die Pumpe gar nicht erforderlich.
Eine Ölvorwärmung durch den Motorkreislauf ist erst nach Erreichen der Motorbetriebstemperatur möglich, Bis dahin hat sich auch das Öl erwärmt, die Wärmeerzrugung durch Reibung im Getriebe ist besonders in den unteren Gängen sehr hoch und kann locker 10% der Antriebsleistung betragen.
. So wird es ja bei vielen (modernen) Motorölkühlsystemen gemacht.
Moderne Motoren sind aus Alu, haben einen wesentlich leichteren und dünneren Block, höhere Motorleistung, so dass der Motor sehr viel schneller durchwärmt. Das System ist auf die alte Graugusstechnik nicht sinnvoll übertragbar. Der Wasserkühler selber wird durch die zusätzliche Belastung bei hohen Umgebungstemperaturen nicht mehr ausreichen, was dann zu einer Motorüberhitzung führt. Selbst bei den Fahrzeugen mit Euro II war für das Getriebe und/oder Wandler immer ein separater Kühler verbaut. Bei den hochbelasteten Fahrzeugen, die im Ackerbau unterwegs waren, wurde der sogenante weggebaute Kühler neben dem Hauptkühler angeordnet, um die Motorkühlung nicht zu belasten.
 
Danke, Helmut. Das Anwärmen wäre für mich auch nicht so wichtig, zumal wir vrstl. sowieso in erster Linie im Sommer unterwegs sein werden.
Wird Getriebeöl eigtl. schneller warm als Motoröl? Bei der Motorkühlung kommt das Wasser ja doch deutlich schneller auf Temperatur als das Öl (vgl. https://www.motor-talk.de/forum/was-erreicht-schneller-betriebstemperatur-kuehlfluessigkeit-oder-motoroel-t3870013.html?page=3).

Bei z.B. Mocal (und haufenweise anderen Herstellern) gibt es nach meiner Wahrnehmung alles, was man für Luft-Öl Kühlung braucht, ohne basteln zu müssen: neben Pumpe, Thermostat und Wärmetauscher noch die Leitungen und Adapter, um die Leitungen mit Getriebe bzw Ölwanne anzubringen. Die können einfach in die vorhandenen Gewinde geschraubt werden und man muss nicht mal bohren. So stelle ich mir das jedenfalls vor...
(http://www.mocal.co.uk/products.html)

Helmut, wenn Du sagst, das geht sogar ohne Pumpe, wie funktioniert das genau? Das Öl braucht doch Druck, um durch den Wärmetauscher und zurück ins Getriebe zu kommen. Oder habe ich Dich missverstanden?
 
Hallo Zusammen,
ich werde jetzt noch etwas anderes probieren. Statt der seitlichen großen Getriebe Deckel werde ich ein Luft/Öl Kühlung aus Alu-Rippenprofil herstellen.
39426448vj.jpg

Das Grundprofil ist eine 4 mm Platte mit 11 mm Rippen.
Es gibt eine wärmetechnisch effektive Lösung wobei die originale 5 mm Stahlplatte komplett ersetzt wird. Oder eine sichere Lösung, wobei das Alu-Profil auf die Stahlplatte aufgeschraubt und zwischen beiden Platten eine gute Wärmeleitpaste für die Wärmeübertragung sorgt.

39426451fk.jpg

39426452ty.jpg



Ich würde die erste Lösung präferieren, aber ich kann nicht einschätzen wieweit die Stahlplatte bei der dynamischen Belastung des Getriebes fehlen darf bzw. die Alu Platte diese Funktion hinreichend übernehmen kann. Man könnte noch 2-3 Flachprofile quer zur Rippenrichtung aufschweißen, dann ist das Gebilde in beide Richtungen ausgesteift.
 
Hallo Zsolt,

An dieses seitlichen Dekel wird ja nur Schleuderöl gespritzt, ob darüber eine wirksame Kühlung erfolgt, hm, ich weiß nicht. Auch müßten dann meiner Meinung nach die Kühlrippen nicht senkrecht sondern waggerecht verlaufen um halbwegs vernünftig angeströmt zu werden.

Ich würde eher den unteren Deckel ersetzen. Mit der Methode 2 Kühlblech + Stahlplatte hättest Du keine konstruktive Verschlechterung zum jetzigen Gebilde
 
Hallo Jürgen,

wenn du das Bild von Stahldeckel und Aluplatte genau ansiehst, dann ist es genauso wie du vorschlägst, und zwar waagerecht. Ich hätte das Bild um 90°drehen sollen.

Wenn du das Bild von Getriebe ansiehst, kannst du die Alu-Deckel unten bereits sehen. Da ist es schon optimiert.

Frage: wie warm ist der seitliche Deckel nach einer längeren Fahrt? Hat diese Deckel annähernd dieselbe Temperatur wie die gesamten Getriebe Gehäuse? Dann ist auch der Temperatur-Gradient dasselbe zur Außentemperatur. Ob diese Temperatur durch Spritz-Öl, durch Konvektion oder Strahlung entsteht ist für die Wärme-Strohm-Menge in W/qm*K unerheblich. Wenn der Deckel statt 120°C nur 100°C hat wird trotzdem eine ganze Menge Wärme abgeführt, insbesondere, dass die Berippung einen wesentlich größeren Wärmeübergangskoeffizienten hat wie ein ebenes Blech.

Dank und Grüße: Zsolt
 
Hallo Zsolt
im Normalfall sitzt dort das Zapfwellengetriebe. Das benötigt im Betrieb eine reichlich Ölversorgung und Kühlung. Gehe also davon aus, dass auch an dem Seitendeckel eine größere Wärmemenge abgeführt werden kann. Die späteren LKW-Getriebe besitzen eine Längsverrippung am ganzen (Guss-)Gehäuse, um die Wärme abzuführen.
Darf ich an dieser Stelle einmal nachfragen, weshalb du nicht auf ein UG2/27 oder UG 2/30 umgerüstet hast, da wäre bei deiner Einbauweise doch nur die Umrüstung der Schubkugel/Kardanflansch zusätzlich notwendig gewesen. Bei den anderen Baustellen wie Aufhängung, Getriebeeingang etc wäre es doch gleichgültig, für welches Getriebe du die Anpassung machst, der Aufwand wäre doch der gleiche gewesen.
 
Hallo Helmut

zur meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich mit den UG2/27 oder UG 2/30 Getriebe mich nicht auskenne.
Ob diese Getrieben mit der 404 Achsen bezüglich Schubkugel und Kardan kompatibel ist weiß ich nicht.
Was ich weiß ist, dass ich ein OM 606 verbaut habe, welch aus der PKW Bereich kommt und maximal 5500 1/min dreht. Die Getriebetypen UG2/27 oder UG 2/30 kommen aus der MB-Truck welche nach meiner Kenntnis mit langsam laufende Direkteinspritzer betrieben wurden. Daher glaube ich nicht, dass es eine vernünftige Übersetzung bzw Endgeschwindigkeit diese Kombination hergegeben hätte.

Dank und Grüße: Zsolt