Heckkraftheber am 411er!?

joagoe

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18. Feb. 2003
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Hallo Unimogfreunde,
ich möchte an meinem 411er einen Heckkraftheber installieren. Mit der Suchfunktion habe ich nach Beiträgen gesucht und bin nur zu der Auskunft gekommen, dass ein Anbaubock am Achsgehäuse angeschraubt werden muss. Bin heute mal unter meinen Mog gekrochen und hab vergeblich nach einer Befestigungsmöglichkeit Ausschau gehalten. Was ich aber gefunden habe waren Aifhängevorrichtungen an der bodenkonstanten Ackerschiene. Diese hätten in etwa den richtigen Abstand, die für die Aufhängung der Unterlenker notwendig wären. Ist euch eine solche Anordnung bekannt? Bleibt dann die Bodenkonstante Ackerschiene (vielmeht der Träger) montiert?
Grüße,
Joachim
 
Hallo,
du musst grundsätzlich zwischen der alten und neuen Achse beim 411er unterscheiden. Bei der alten Ache, die wohl bei dir eingebaut ist bleibt die bodenkonstante Ackerschiene/ Träger dran und der Unterlenker wird an dieser/ diesem befestigt. Bei der neuen Achse ist die bodenkonstante Ackerschiene anders konstruiert (einfach abnehmbar) und der Unterlenker wird direkt an Anbauböcken an der Achse besfestigt. Daher unerscheiden sich die Unterlenker für die alte/ neue Achse in der Länge auch.
 
Hallo rm411,
vielen Dank für die genaue Beschreibung! Ich habe definitiv die alte Achse eingebaut, da es sich um einen 411.110 Bj. 57 handelt. Original ist bei diesem ein pneumatischer Kraftheber eingebaut. Ich rüste jetzt auf Hydraulik um, da es von der Handhabung bzw. Leistung um eine Vielfaches besser ist. Ich tausche die Luftpresser einfach gegen Hydraulikzylinder!?
Kann evtl. einer ein Bild von einem solchen Heckkraftheber (alte Achse) ins Forum stellen oder auch mir direkt zumailen? joachimgoeser@aol.com
Ich bin auch auf der Suche nach Maßen, da ich die Unterlenker selbst herstellen möchte. (Tips?)
Danke an alle!
Joachim
 
Hallo Unimogfreunde,
kann mir wirklich niemand weiterhelfen???
Würde mich sehr wieterbringen, wenn mir jemand Infos über einen Umbau von Luft auf Hydraulik geben könnte. Auch Maße für die Unterlenker bzw. Bilder würden mir helfen!

Danke im Voraus und schönen Fasching!
Joachim
 
Wo läge dein Problem ?

Die Pneumatikzylinder haben einen Durchmesser von 180-190mm. (Hub 150?)
Bringen also ca. 2250 kg bei 8bar.
Wenn du einen Hydraulikzylinder mit 60mm Kolbendurchmesser nimmst, bringst du 3400 kg bei 120bar an der Pumpe.
Das dürfte die Mechanik noch verkraften. Hubkrafterhöhung 50%

Ich würde einen Zylinder mit verstärkter Kolbenstange (40mm) wählen und die alte Einbaurichtung beibehalten. Die Hydraulikzylinder im 411 liegen normalerweise \"anders rum\".
Dann brauchst du noch einen passenden Gabelkopf und du musst dier eine passende Konsole bauen. Die Hebelei sollte einen mechanischen Anschlag haben. Die Normzylinder mögen es nicht unbedingt, wenn man sie ständig in die Endstellung knüppelt.
Damit wäre die mechanische Seite erledigt.

Thorsten
 
Hallo Thorsten,
ich wusste doch, dass auf dich Verlass ist!!! :P
Würdest du zwei Hydraulikzylinder einbauen oder nur einen?
Doppeltwirkend oder Einfachwirkend?
Danke,
Joachim
 
Zwei Zylinder. Links und rechts an den alten Konsolen.
Die Hubwelle der alten Achse ist nicht unempfindlich gegen verdrehen.

Für Doppelt wirkende Zylinder wirst du keinen Steuerblock finden.
Doppelt wirkende Zylinder sind aber i.d.R. billiger als einfach wirkende.
Der \"Rücklauf \"der Zylinder wird ja vom Gewicht der \"Hebelei\" bewirkt.
Deswegen braucht du keine Rückdrückfeder. Der Rücklaufanschluß wird
mit einem Sinterfilter verschlossen, damit der Zylinder entlüften kann.

Bei Bedarf kann ich dir ein paar Katalogblätter faxen, damit du dir die günstigste Befestigungsart aussuchen kannst.

Thorsten
 
Hallo Thorsten,
ich dachte der Steuerblock ist für doppeltwirkende Zylinder! Jedenfalls sind in meinem WHB eine Zulauf- und eine Rücklaufleitung für die Hydraulik eingezeichnet.
Doppeltwirkend wäre in meinem Fall besser, da das Gestänge relativ schwergängig ist.
Fax habe ich leider keins!
Danke,
Joachim
 
Hallo Joachim
Ich will nicht beschwören, dass es einen Mog mit doppeltwirkendem Heckkraftheber gab.
Meine aber, das mit der Rücklaufleitung die drucklose Leitung zurück in den Vorratsbehälter gemeint ist.
Es gibt i.d.R. drei Stellungen. (also, es gibt mehr Stellungen, aber ich meine jetzt die am Steuerblock ;) )
Vorlauf. Der Zylinder bekommt Druck über die Leitung von der Pumpe.
Halten. Die Leitung zum Zylinder wird abgesperrt und der HKH hält die Last.
Rücklauf. Die Leitung vom (zum) Zylinder wird drucklos geschaltet und das Gewicht des HKH drückt das Öl vom Zylinder durch die Rücklaufleitung in den Vorratsbehälter.
Ein doppeltwirkender Steuerblock hat zwei druckführende Ausgänge.

Sowas läßt sich natürlich auch einbauen. Dann wirds aber noch teurer.

Thorsten
 
Hallo Namensvetter mit H,
der Heckkraftheberzylinder ist schon doppelwirkend. Mit dem HKH kann ich Lasten anheben und z.B. auch das Hinterteil des Mogs hochdrücken, wenn ich die Ackerschiene unterbaue.
Stimmts?
Gruss Torsten
 
Mir ist da noch was eingefallen.
Die Luftzylinder sind darauf ausgelegt den Schwenkradius des Abtriebhebels \"mitzugehen\".
Das geht mit einem Hydraulikzylinder natürlich nicht. Deine Zylinder müssen deshalb schwenkbar sein. Ungefähr so.

zyl.JPG


Zylinder mit Schwenkbolzen und dazu passende Lager gibt es ebenfalls \"normmäßig\"

Thorsten
 
Thorsten, Guten Tag!

Deiner Meinung vom doppelwirkenden bzw. einfachwirkenden Zylinder an der Hydraulik muß ich entgegenhalten, daß unser U421 BJ 1967, Nr. 42112210002131 nur auf der rechten Seite einen doppelwirkenden Zylinder hat.

Zur Inbetriebnahme des Heckkrafthebers muß der Schlauch vom Kippyzlinder auf den hinteren Anschluß des Heckkrafthebeyzlinders umgesteckt werden; der vordere steckt ständig am Hydraulikzylinder, was natürlich bei Fehlbedienung problematisch sein könnte, da dann der Ölkreislauf überlastet würde. Aber so habe ich ihn erworben.

Als Waldbauernbub ging ich die ganze Zeit davon aus, daß dies selbstverständlich sei, da dieser Unimog 1967 noch keine einfache Regelhydraulik besaß, wie z.B. der Deutz D30, BJ 1961, mit dem ich ab meinem 11. Lebenjahr pflügte. Inspiriert von meinem Bruder, der mirseinerzeit beim Inspizieren des Unimogs erklärte, daß durch den doppelwirkenden Hydraulikyzlinder an der Heckhydraulik über den Steuerhebel am Lenkrad von Hand mühsam nachgeregelt werden kann, was der D30 bereits durch mechanische Rückkopplung erledigte. (Deshalb hatte er sich auch nie Unimogs zugelegt, sondern immer nur normale Radschlepper!)

Kurzum, möchte nochmals U421-Freunde fragen, wie es um deren Hydraulikzylinder steht. Ich kann mir kaum vorstellen, daß unsere Hydraulik zusammengesucht worden ist.

Bitte nochmals um Rückmeldungen!

Danke! KB
 
Hallo Karl

Ein interessantes Konstruckt. Kann mir schon vorstellen, dass DB die Bastelei serienmäßig verbaut hat.
Dein Zylinder wird aber gerade nicht über einen doppelt wirkenden Steuerblock betätigt, sondern über zwei einfach wirkende.

Den 411er gab es mit einem und mit zwei Hydraulikzylindern.
Für den Umbau habe ich eine Lösung mit zwei Zylindern vorgeschlagen, da ich nicht glaube, dass es Hebelwelle verkraftet, wenn statt beidseitig je 2to, jetzt einseitig 6to anliegen.
(Gefahr des Verdrehens. Das Problem habe ich bei meinem Fendt GT.)

Thorsten
 
@Karl,

so wie du das beschreibst ist das normal. Das war so Serie und so steht es auch in der Betriebsanleitung zu meinem 411 Bj\'66.

@Thorsten:
zweimal einfach wirkend :question: ? Also an meinem 411 ist das Steuergerät zwei mal Doppeltwirkend, d.h. zwei Hebel die jeweils zwei Druckleitungen über kreuz ansteuern. Was meist Du mir zweimal einfachwirkend?

Da Joachim ja offensichtlich das alte Dreipunktgestänge, Hubwelle, etc weiter verwenden möchte, denke ich auch, dass da eine Zweizylinder-Lösung angesagt ist. Die Verwindungen wird er aber trotzdem reinbekommen, sobald die Last etwas unsymmetrisch hängt, sofern kein entsprechender Stromteiler eingebaut ist.
 
In der Betriebsanleitung U421 von Buch und Bild steht auf Seite 79 unter

3.13.5 Kraftheber

Die mit 2 Hubarmen versehene Kraftheberwelle wird durch 2 doppelwirkende Kraftheberyzlinder bewegt. Diese Zyllinder haben vorne (zylinderseitig) je einen Anschluß für Heben und hinten (kolbenstangenseitig) j einen Anschluß für Drücken (Senken).

Auch in der Prinzipskizze ist ein doppelwirkender Hydraulikyzlinder aufgeführt!

KB
 
Hallo Stephan und Karl,

also der 421iger hat bis zu einem gewissen Bj. den gleichen HKH in der Einzylinder Ausführung, die späteren Bj. haben zwei Zylinder. Wann der Wechsel war kann ich nicht sagen, aber die Betriebsanleitung von Buch und Bild ist für den Typ 421.141 und folgende. Meiner ist ein 421.123 Bj. 70 und der hat genauso wie der 411.120 Bj. 69 die Einzylinder Ausführung.
Gruss Torsten
 
Thorsten,

der U421 hat an der Steuersäule zwei doppelwirkende Hebel, jeweil für 4 Arbeitsstellungen: (zitiere Betriebsanleitung U421 von 1966 . Seite 26)


Hydraulikanlage

Die Betätigung des Doppelsteuerventiles erfolgt über 2 an der Lenksäule befindliche Hebel. Der rechte Hebel ist für die hintere Kraftaufnahme (bzw. 2. Paar vordere Anschlußstellen, bei mir installiert - Anmerkung KB), der linke für die vorderen Anschlußstellen (1. Paar = Standardausrüstung - KB; eventuelle auch zusätzliche Hydraulikanschlüsse hinten, bei mir installiert - KB)) und ermöglichen in Form einer T-Schaltung folgende Schaltstellungen:

1. Mittelstellung = \"Ruhestellung\". - Die Leitungen sind blockiert, und das angeschlossene Gerärt bleibt in der augenblicklichen Lage stehen.

2. Hebel angehoben. - Gerät wir angehoben (wenn der Schlauch 2 auf den doppelwirkenden Zylinder des HKH umgesteckt ist - KB), bzw. die Kipp-Pritsche gekippt (wenn der Schlauch auf die Kipppritsche umgesteckt ist - KB).

3. Hebel nach unten gedrückt - Gerät wird nach unten gedrückt (wenn Schlauch 2 am doppelwirkenden Zylinder angesteckt; der Schlauch 1 bleibt in der Regel am Zylinder - KB).

4. Hebel nach vorne gestellt = \"Schwimmstellung\". - Sämtliche Leitungen sind drucklos. Geräte können durch äußere Kräfte bewegt werden. Diese Stellung wird auch für das Ablasen der Geräte benutzt.



Möglicher Bedienungsfehler

Jetzt zu dem möglichen Bedienungsfehler, der selbst mir (alten Hasen - 43 Jahre Erfahrung mit Schlepperhydraulik!) schon beim U421 passiert ist:

a) Der Hebel (unter Stellung 2.) wird angehoben; der Schlauch 2 ist auf den Kippzylinder gesteckt. Soweit in Ordnung.

Die Kipppritsche wird aus Versehen nicht in Stellung 4. \"Schwimmstellung\" abgelassen, sondern in Stellung 3. \"Drücken\", da dies ja ergonomisch naheliegend. Dann geht zwar die Kipppritsche ab, d.h. der Kippzylinder fährt ein wie bei der Schwimmstellung. Aber gleichzeitg versucht der am Hydraulikzylnider des HKH verbliebende Schlauch 1 diesen nach unten zu drücken. Aber auf der anderen Seite fehlt der Schlauch 2, die Schlauchkupplung hat also zugemacht. Somit drückt die ganze Kraft gegen den Zylinder und es bewegt sich trotzdem nichts .Dadurch erhitzt sich das System und kann zu Schaden kommen..

Wie gesagt, das Problem liegt im ergonomischen Empfinden des Unimogfahrers: Logischerweise heißt \"Kipppritsche ablassen\", den Hebel nach unten ziehen und nicht nach vorne drücken in Schwimmstellung.

Darauf wollte ich nochmals hingewiesen haben.

Karl